Andere

  • werkgravierte Faustfeuerwaffen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts

    muss man suchen. Offenbar war Samuel Colt (und auch Oliver Winchester)

    der Einzige der es verstand, mit noblen Ausführungen seiner Waffen

    wirklich Geschäft zu machen.

    RNMA001.jpg

    Natürlich findet man auch von anderen Herstellern noble Exemplare ihrer

    Waffen, aber nur selten welche, die wirklich ab Werk graviert wurden. So

    habe ich bisher von Eli Whitney überhaupt nichts gefunden, bei den Anderen

    suche ich noch. Hier einer der ganz wenigen werkgravierten Remington

    New Model Army Revolver.


    RNMA002.jpg

    Der war einmal ein wirklich edles Stück, heute ist der Zustand leider schlechter

    als er auf den ersten Blick aussieht. Der Revolver war ursprünglich vollständig

    Silber-plattiert, allerdings ist von dem Silber kaum noch etwas übrig. Fast

    komplett abgeblättert, man blickt größtenteils auf den nackten Stahl.


    RNMA003.jpg

    Das Gold der Goldbeschichteten Trommel ist zwar noch erkennbar, nur - berühren

    sollte man die Trommel auch nur mehr mit geeigneten Handschuhen, andernfalls

    hat man mehr Gold am Finger, als auf der Trommel übrig bleibt. Schade, aber so ist

    das eben mit dem Zahn der Zeit.


    RNMA004.jpg


    Der Elfenbein-Griff ist hübsch, die Gravur schön ausgeführt, aber relativ unspektakulär.

    Zur Geschichte der Waffe ist nicht viel bekannt, da private Kunden aber wohl eher zu

    einem Graveur gegangen wären ist anzunehmen, dass es sich bei diesem Revolver um

    ein Geschenk an einen Entscheidungsträger in der Politik oder beim Militär handelte.

    Gangster und Revolverhelden sollten erst ein paar Jahre später imageträchtiger

    Werbeträger der Waffenproduzenten werden.


    RNMA005.jpg


    Mal sehen, was sich sonst noch an interessanten Exemplaren auftreiben lässt.


    besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Der gehört zwar nicht 100%ig dazu,

    ist dafür aber wirklich süß, und eine echte Rarität:

    Eine Remington New Model Police Conversion,

    .38" Randfeuer,


    NMPC001.jpg


    Bei Remington entfernte man bei Conversions die Ladepresse nicht,

    so konnte man bei Bedarf die alte Trommel wieder einsetzen und den

    Revolver wieder als Vorderlader verwenden.


    NMPC002.jpg


    Was im Umkehrschluss vermuten lässt, dass dieser Revolver erst bei

    der Konvertierung graviert wurde. Eine für Remington außergewöhnlich

    schöne Arbeit, allerdings - zu der Zeit aufkommender Patronenrevolver

    kam man bei allen Herstellern langsam auf den Geschmack.


    NMPC003.jpg


    Auch dieser Revolver ist vollständig versilbert, in dem Fall auch die Trommel.

    Hier ist das Silber aber zu fast 100% erhalten, lediglich die bei Silber übliche

    Patina erweckt den unsauberen Eindruck. Auch die Elfenbein Griffe sind in

    sehr gutem Zustand.

    NMPC004.jpg

    Der Revolver wurde nicht nur sehr pfleglich behandelt, er ist zudem

    auch jungfräulich, sprich er wurde nie geschossen. Dennoch im Preis

    nicht einmal fünfstellig, somit günstiger als gravierte Colts jener Tage

    in weit schlechterem Zustand. Man sieht, was allein der Ruf der

    Colts sowie die Arbeit Gustave Youngs Sammlern bedeutet. Ob zurecht,

    sei dahingestellt.


    besten Gru8

    Werner


    besten Gruß

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Hier ein Exemplar, dass es "gar nicht gibt":

    ein gravierter Starr Single Action Army Revolver.

    Seriennummer 52518. STE001.JPG

    Wider Erwarten offenbar tatsächlich eine Werkgravur, davon

    wurden nur ganz wenige angefertigt, wohl meist für höhere

    Offizier der Nordstaaten-Armee, oder für Entscheidungsträger

    in der Politik. Sam Colt's Beispiel machte Schule.



    STE004.JPG


    Soweit ich weiß das einzige (bekannte) in dieser Art gravierte Exemplar

    eines Starr-Revolvers, wobei man - glücklicherweise - mit solchen Aussagen

    immer sehr vorsichtig sein muss, denn es gibt immer wieder - in dem Fall

    angenehme - Überraschungen.


    STE002.JPGDer Stil der Gravur ist völlig anders als jener von Gustave Young oder auch

    von Louis Daniel Nimschke, allerdings sind die gravierten Motive auch

    Gold-plattiert, was der Waffe doch eine sehr interessante Not gibt.


    STE003.JPG

    Insgesamt ist die Waffe erstklassig erhalten, es wird geschätzt, dass

    der Revolver rund $7.000,- bei der Versteigerung erzielen wird, derzeit

    liegt er bei rund $5.000,-. Im Vergleich zu Colts in dieser Qualität ein

    "Geschenk".

    STE005.JPG

    Ein anderes Exemplar, welches nicht zu haben,

    aber sehr ähnlich gearbeitet ist. SNo. 52741.


    STE201.JPG


    STE202.JPG


    STE203.JPG


    STE204.JPG


    Einen Hauch häufiger zu finden sind Starr SAAs mit Gravuren der unten gezeigten Art.

    Immer noch eine echte Rarität, aber eben nicht ganz so nobel.


    STE101.JPG

    besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Man soll bei Waffen nie sagen:

    "Das gab es nicht!" - sonst hat man sich schneller

    blamiert als man es für möglich hält.


    WHE001.jpg

    Zugegeben, dieses Exemplar ist der einzige bekannte werkgravierte

    Whitney Navy Revolver, aber wenigstens dieses eine Exemplar gibt es.


    WHE002.jpg

    Eine durchaus sehr schöne Arbeit, erinnert ein wenig an

    Gustave Young, was aufgrund der Beziehung zwischen Colt

    und Whitney gar nicht soo unmöglich wäre.


    WHE003.jpg

    Tatsächlich stammt die Arbeit aber von Conrad Ulrich, dem nächsten

    der deutschstämmigen Waffengraveure die in der Mitte des 19. Jahrhunderts

    in den USA tätig waren. WHE004.jpg

    Die Seriennummer des Revolvers ist 4221, es handelt sich also eher nicht

    um ein Werbegeschenk für einen Beamten des Waffenamts, die entsprechenden

    Aufträge hatte Whitney zu diesem Zeitpunkt bereits. Warum und für wen diese

    Waffe gefertigt wurde, ist - derzeit - ungeklärt.


    WHE005.jpg


    Kaliber ist .36" - sonst wär's kein "Navy", der Lauf ist 7 5/8 Zoll lang.

    Es handelt sich um den 2.Typ des 2. Modells des Whitney Navy Revolvers,

    bei dem die Trommelachsen-Verriegelung bereits ohne Schraubenzieher

    von Hand zu lösen war.


    WHE006.jpg

    Dass die Seriennummern an allen Teilen übereinstimmen, ist nicht weiter

    verwunderlich. Andernfalls dürften einige Teile nicht graviert sein, oder

    aber es müsste mehrere gravierte Whitney Navy Revolver geben.


    WHE007.jpg


    Der Griff ist aus Perlmutt, nicht ganz unbeschädigt aber immer

    noch recht ok. Vom Original-Finish der Waffe ist nicht all zu viel

    übrig, dennoch sieht sie deutlich besser aus als jene Exemplare,

    bei denen das verschwindende Finish ganz abgewaschen wurde.


    WHE008.jpg

    Mit einem erwarteten Preis von $ 9.000 - bis $ 12.000,- nicht

    gerade ein Schnäppchen, wieviel dann tatsächlich geboten

    wurde weiß ich nicht. Wehren würde ich mich nicht, wenn mir

    etwas derartiges zufällt... :saint:


    besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Selbst in der heutigen Zeit wurden Waffen noch werksgraviert, z.B. in den 70gern bei Faul in Belgien


    Erik - the master of desaster
    Gott hat den Menschen erschaffen, weil er vom Affen enttäuscht war. Danach hat er auf weitere Experimente verzichtet (Samuel Langhorne Clemens)

  • Greenhorn


    Glückwunsch zu deiner beeindruckenden Sammlung.


    Einfach Wunderbar!

    Zwar mag ich Foren, ähnliches und moderne Plattformen wie Facebook, aber trotzdem halte ich es frei nach Guy de Maupassant:


    Es sind die Begegnungen mit den Menschen die das Leben Lebenswert machen.


    (Mitglied DSB , BDS, proLegal und Firearms United) :f_de:

  • Da gibt es nicht zu Glückwünschen, Realist63 , weil es sich - leider - eben nicht um meine Sammlung handelt, bestenfalls um meine

    Bildersammlung. Ich hab' mir nur angewöhnt, interessante Waffen zu zeigen. Auch weil ein positiver Zugang zum Thema mehr bewirkt als ständiges Jammern. Und - nicht hier unter Insidern aber schon 'mal auch bei Vorträgen vor Laien - deren erstauntes "Das hab' ich aber nicht gewusst..." weit mehr bringt als das in unseren Kreisen üblich gewordene (und auch verständliche) ständige Selbstmitleid.


    besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Da gibt es nicht zu Glückwünschen, Realist63 , weil es sich - leider - eben nicht um meine Sammlung handelt, bestenfalls um meine

    Bildersammlung. Ich hab' mir nur angewöhnt, interessante Waffen zu zeigen. Auch weil ein positiver Zugang zum Thema mehr bewirkt als ständiges Jammern. Und - nicht hier unter Insidern aber schon 'mal auch bei Vorträgen vor Laien - deren erstauntes "Das hab' ich aber nicht gewusst..." weit mehr bringt als das in unseren Kreisen üblich gewordene (und auch verständliche) ständige Selbstmitleid.


    besten Gruß

    Werner

    Dann Dankeschön für die wundervolle Dokumentation

    :thumbsup:

    Zwar mag ich Foren, ähnliches und moderne Plattformen wie Facebook, aber trotzdem halte ich es frei nach Guy de Maupassant:


    Es sind die Begegnungen mit den Menschen die das Leben Lebenswert machen.


    (Mitglied DSB , BDS, proLegal und Firearms United) :f_de: