Jäger erschießt Jagdhund - Besitzer haut zu und zertrümmert Waffe

  • Du willst mir erzählen, dass das erschießen eines Jagdhundes während der Jagd nicht eine andere Hausnummer vor einem Richter ist wie das Erschießen des Ehepartners?

    Nein, darum ging es auch nicht. Es ging um die Reaktion des Hundebesitzers. Hätte jemand seine Ehefrau erschossen, so hätte ein Richter möglicherweise Verständnis, wenn er gegenüber dem Schützen aufgrund seiner emotionalen Lage gegenüber gewalttätig wird. Ob nun die Ehefrau oder der Hund erschossen würde hätte dabei keinen Einfluss darauf - selbe emotionale Reaktion. Deshalb sehe ich die Zuverlässigkeit nicht gefährdet. Es ist höchst fraglich ob eine Bestrafung, die über den Schadensersatz hinaus geht, sinnvoll ist

  • Eine für mich nachvollziehbare, ja sogar verständliche emotionale Reaktion des Hundebesitzers. Wir kennen ja nur die Geschichte in der Presse. Sollte es sich wirklich so abgespielt haben, so ist dem Schützen recht geschehen.


    Andererseits finde ich es auch bedenklich, wenn ein Waffenbesitzer (beide Beteiligte waren wohl Jäger) seine Emotionen so wenig im Griff hat, dass er gewalttätig wird.

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    In meinen Beiträgen verwende ich bewusst Satire, Ironie, Sarkasmus und Übertreibungen, um zu verdeutlichen. Auch ohne Kennzeichnung dieser Stilelemente sollte sich der Leser dessen bewusst sein.

  • Dem Schützen gehört die Waffenrechtliche Erlaubnis entzogen weil der dritte bzw nächste Fehlschuss vielleicht einen Treiber trifft.


    Den Hundeführer kann ich durchaus verstehen aber auch hier sollten Legalwaffenbesitzer ihre Emotionen besonders im Griff haben. Impulskontrolle ist gerade im Umgang mit Waffen sehr wichtig.

    Zwar mag ich Foren, ähnliches und moderne Plattformen wie Facebook, aber trotzdem halte ich es frei nach Guy de Maupassant:


    Es sind die Begegnungen mit den Menschen die das Leben Lebenswert machen.


    (Mitglied DSB , BDS, proLegal und Firearms United) :f_de:

  • Die Waffe wurde ihm abgenommen und damit war keine Gefährdung mehr gegeben...

    Nein, die Sachbeschädigung ist natürlich nicht entschuldbar!

    Die ist aber auch kaum das Problem. Jedenfalls nicht die der Waffe.

    (Den Hund als "Sache" anzusehen ist etwas anderes, aber hier jetzt nicht Thema).


    Es geht darum, dass ein guter Anwalt das Abnehmen der Waffe an sich (!) mit BGB229 zu rechtfertigen VERSUCHEN könnte.

    Wenn dabei nämlich Gewalt angewendet wurde, steht ja eine Straftat im Raum, die 90 Tagesätze erfüllen könnte und das wäre für den ohnehin schon genug geschädigtem Hundeführer ja ein Problem.


    (Den langen Rest habe ich gelöscht. Ich habe mir vorgenommen kein Bashing mehr. :saint:)

  • Was willst du mit deinen 90 Tagessätzen?

    Er meint damit, daß man ab 90 Tagessätzen als Vorbestraft gilt.

    Liegt das Urteil darunter, bleibt das Führungszeugnis sauber (kein Eintrag) und man gilt als NICHT vorbestraft.

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    Am Ar$ch vorbei geht auch ein Weg ...

  • nur interessiert das nicht beim Waffenbesitzer, da wird es ab 60 Tagessätze eng.

    Ich weiß, worauf du anspielst ... was allerdings eine "ganz andere Baustelle" war.

    Allerdings, und da hast du recht, gilt z.Zt. :

    ... weil die Regelvermutung der jagdrechtlichen Unzuverlässigkeit (§ 17 Abs 4 Nr 1 Buchst d BJagdG) eine Geldstrafe von mindestens 60 Tagessätzen voraussetzt.


    Für Interessierte hier näheres zu den 60 Tagessätzen:


    https://openjur.de/u/605222.html

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    Am Ar$ch vorbei geht auch ein Weg ...

  • es ist eben keine andere Baustelle.

    Nach Para 5 WaffG sind Personen welche zu min 60 Tagessätze verurteilt werden, unzuverlässig im Sinne des WaffG.

    Somit werden die WaffenrechtlichenErlaubnisse entzogen, ohne das man vorbestraft ist.

    Auch wenn man einen findigen Anwalt gefunden hat, der das Strafmass unter die 90 aber über den 60 gedrückt hat.

  • Deshalb sehe ich die Zuverlässigkeit nicht gefährdet.

    Fakt ist der Schütze macht den Unfall geltend.

    Wenn kein Vorsatz nachgewiesen wird bleibt nur folgendes im Raum stehen:


    Auf einen Unfall folgte Sachbeschädigung und Körperverletzung und damit ist die Zuverlässigkeit futt.

    Wäre gleiches kein "Jagdunfall" gewesen sondern z.B. ein Unfall wo ein KFZ-Führer den Hund eines Passanten überfahren hätte dann hätte sich der Hundebesitzer mit der einen Autofahrer verprügelt und die Autoscheibe einschlägt / Seitenspiegel abtritt auch keine Möglichkeit sich da irgendwie rauszureden.


    Es steht und fällt damit, dass es kaum möglich ist dem Schützen eine vorsätzliche Handlung nachzuweisen.


    Es geht darum, dass ein guter Anwalt das Abnehmen der Waffe an sich (!) mit BGB229 zu rechtfertigen VERSUCHEN könnte.

    Das abnehmen der Waffe wird durch die anderen beiden Tatbestände der Körperverletzung und Sachbeschädigung mit Sicherheit gar nicht weiter verfolgt werden.

    Das der Hundebesitzer dem Schützen die Waffe abgenommen hat ist auch gar nicht das Problem hier.


    Leider geht nicht wirklich aus dem Artikel hervor, ob erst geschlagen und dann die Waffe abgenommen wurde oder umgekehrt.

  • Leider geht nicht wirklich aus dem Artikel hervor, ob erst geschlagen und dann die Waffe abgenommen wurde oder umgekehrt.

    Früher verbot es wie gesagt der Anstand sich nach so einer Sauerei, nach der man völlig zurecht eine auf die Fresse bekommen hat, bei der Polizei auszuheulen!


    Was ist denn mit den Leuten heute nur los... das sehen wir doch ÜBERALL:

    Sie provozieren ums Verrecken teils drastische Situationen, die sie am Ende natürlich zum Opfer durchaus strafrechtlich bewehrter Taten werden lassen. Wenn sie es also übertrieben haben, geht es vor Gericht - Das "Recht" einklagen, wo man sagen muss, dass gerade die PROVOKATION (!) offenbar keine Rolle mehr spielt!


    Der vorliegende Fall ist ja nicht noch gar nicht mal so schlimm... aber was war mit dem Jäger aus Sittensen? Der wurde GEFOLTERT und hatte Angst, ergriff seine CHANCE und tötete zumindest einen der durchgeknallten Schlechter!

    Die Hinterbliebenen, vor allem die Eltern, interessierte das alles nicht: Ihr Sohn ist tot und dafür soll jemand BEZAHLEN. Nun: Es mag sein, dass nach einer massiven Provokation, die sogar stetig ESKALIERTE und in massive Qualen überging, am Ende der Tötungsschuss NICHT ANGEMESSEN war... ABER, bitte: Hätte das Engelchen "Labinot S." NICHT geraubt, gequält, gefoltert... hätte sich sein Lebenszustand auch nicht so verschlechtert... ODER?!


    Es mag sein, dass er ZUVIEL BEKOMMEN hat, was nicht ANGEMESSEN WAR... KEINE FRAGE!

    Nur ist die SCHULDFRAGE verklärt, bezieht man nicht die VORGESCHICHTE ein!


    Was ist DIE WAHRE URSACHE für eine Tat? WIE SCHWER wiegt die Provokation der dann zum Opfer gewordenen Person?

    Nun: DIES spielt je WENIGER eine Rolle, desto SCHWERER DER AUSGANG DES VORGANGS!


    So kommt es dazu, dass eine RAUBENDE, EINBRECHENDE, MASKIERTE und BEWAFFNETE PERSON in einem FREMDEN NÄCHTLICHEN HAUS stets ALLE MÖGLICHKEITEN DER WELT HATTE seine Gesundheit VOLLUMFÄNGLICH ZU ERHALTEN! Bis eben zu diesem einen Moment, wo sein bisheriges OPFER zum TÄTER Wird und derart unter STRESS und LEID handelnd eine NICHT MEHR ANGEMESSENE TAT begeht!


    Vor GERICH wird dann meistens ARG WENIG GEWICHT auf die VORGESCHICHTE gegeben, schließlich ist ja ein Mensch zu Schaden gekommen (Also im Extrem kam er um, HIER: Sachbeschädigung und KV). URSPRUNG: "Das HÖCHSTE Gut des Menschen ist SEIN LEBEN..." nicht etwa seine FREIHEIT!

    Die FREIHEIT zu besitzen, jetzt nicht sein GELD herauszugeben, sich jetzt NICHT vom Vergewaltiger durchvögeln zu lassen... oder hier: Die Freiheit einfach mit seinem Hundi wieder nach Hause zu gehen... SIE UNTERLIEGT PER WERTUNGS-WILLKÜR immer dann, wenn diese Freiheiten NEHMENDE TÄTER am Ende VERLETZT oder GETÖTET wurden -> Denn LEBEN stich FREIHEIT! So ist TOTSCHLAG, wenn eine Frau ihren Vergewaltiger tötet. NOTWEHR hat sie stets NACHZUWEISEN... es wird eigentlich SELBSTJUSTIZ ANGEMOMMEN... weil es immer um die GEGENWÄRTIGKEIT von Taten geht! Aber wann führt PROVOKATION nach oder WÄHREND EINER TAT zu einer bitteschön ENTSCHULDBAREN (!!!) ÜBERREAKTION, einem EXZESS? NIE! Das ist die Antwort.

    Überreaktion nach egal wie schwerer Provokation bleibt SELBSTJUSTIZ. Diese Aussage ist WERTFREI! Denn: EVENTUELL ist genau DIES auch gut so?

    Aber ist es GERECHT, wenn Provokateure "leer" ausgehen? Nein, das ist SCHLECHT... also: Eine DENKSPORTAUFGABE, die von der Politik VERWEIGERT WIRD!


    Aber auch die LEGISLATIVE beschäftigt das und auch IHRE Reaktion lässt verwundern: DAMIT OPFER in Zukunft nicht zu TÄTER werden, sondern damit TÄTER ihre TAT AUCH BIS ZUM BITTEREN ENDE UNGESTÖRT vollenden können, nur darum haben wir ja ein Waffenrecht, das dem normalen, rechtschaffenen Bürger KEINERLEI stets verfügbare Möglichkeit eröffnet, TÄTER abzuwehren: Sie könnten ja zu Schaden kommen!


    Ich denke mal, das hat nichts mit Verschwörung oder so zutun. Es ist einfach der NAIVE GEDANKE (!) dahinter, dass wem UNRECHT angetan wird, er sein Recht bitte vor GERICHT einzuklagen hat. Wogegen nichts einzuwenden ist! Nur eskalierte durch eine Art "JURISTISMUS", nämlich nicht nur wegen jeder Kleinigkeit zu klagen, sondern auch wenn man im Unrecht ist (!) -> Kurzum: Genau deswegen kollabiert gerade unser Justizsystem.


    Einfach mal selber merken: "Okay... das geschah MIR JETZT RECHT!" -> Das ist heute einfach nicht mehr drin in den Leuten. Es gilt: "Ich werde Dir schon zeigen, wer RECHT hat!" und dann kommen RECHTSVERDREHER und missbrauchen die Justiz um die blutverschmierte, schwarze Weste ihrer Kunden "im Namen des Volkes" weiß zu waschen!

    Es ist eben nicht ANGEMESSEN einen Menschen zu schlagen, weil er eine "SACHE" kaputt gemacht hat, sprich Deinen Hund erschossen hat.

    Oder: Dein in hunderte Stunden restauriertes Auto mit einem Hammer bearbeitet, oder Dich einfach "nur" durchbeleidigt, ... einfach "nur" nachts mit Maske in Deinem Haus angetroffen wird: Da DARFST Du ihm gar nichts "antun"... denn wenn TÄTER zu SCHADEN kommen, sind sie ja arme Opfer, die vor Gericht natürlich "IHR RECHT" einklagen werden.


    So ist das, wenn der Anstand bereits ins Exil ausgereist ist...!

  • VERDAMMT! Es zitiert jemand... ich muss doch noch ergänzen und schiebe das Wesentliche nach:


    Überreaktion nach egal wie schwerer Provokation bleibt SELBSTJUSTIZ.

    Diese Aussage ist WERTFREI! Denn: EVENTUELL ist genau DIES auch gut so?

    Es ist hier die GEGENWERTIGKEIT einer Tat entscheidendes Kriterium.


    Aber ist es GERECHT, wenn Provokateure strafrechtlich ganz "leer" ausgehen?

    Nein, das ist SCHLECHT... also: Eine DENKSPORTAUFGABE, die von der Politik VERWEIGERT WIRD!


    ICH HABE AUCH KEINE LÖSUNG! Taten und Handlungen MÜSSEN angemessen sein! LOGO! Nur wie Umgehen mir dramatischer Provokation? MENSCHEN ticken eben nicht juristisch, sondern EMOTIONAL und kaum gibt es ÜBERREAKTIONEN ohne PROVOKATION bei gesunden Menschen...


    => Auch DEM müsste man ja gerecht werden, der Gerechtigkeit halber und hier sehe ich DEFIZITE bei manch Urteilsspruch, wo eben die Provokation KEINERLEI Rolle gespielt zu haben scheint!

    SCHWIERIG ZU BEURTEILEN!

    Allein schon zu beschreiben!


    Die Lösung kann mit Sicherheit nicht einfach sein:

    "Selber Schuld!" ist es nicht!

    Aber: "Darfst Dich eben nicht provozieren lassen!" negiert auf der anderen Seite, dass man manchmal KEINE FREIHEITSGRADE hat, einer Eskalation aus dem Wege zu gehen: Er hat nunmal den Hund erschossen! Ein Räuber könnte nunmal Deine eigene geliebte Frau erschossen haben.. Wenn doch jemand trotz bitten und beschwören nicht aufhört Dich zu pisacken? SCHWIERIG! Hier zu sagen: "Musst Dich nicht provozieren lassen! DEINE SCHULD" mag juristisch korrekt sein, menschlich ist das nicht haltbar.


    Darum war mal der ANSTAND der Leute der beste Richter!

    "Ja... MEINE SCHULD! Sorry... WIE KANN ICH ES WIEDER GUT MACHEN?" -> GIBT ES IMMER WENIGER! Vor GERICHT geht es immer häufiger.

  • Was willst du mit deinen 90 Tagessätzen?


    Als Waffenbesitzer reichen 60.


    Und in dem Fall benötigt es gar keinen Richterspruch zum Widerruf einer WBK, das könnte der SB alleine entscheiden.

    Richtig sind 60 und dann ist Jagdschein und WBK weg, oder zweimal auch entsprechend weniger ...

    Im Falle des Jagdscheines ja da braucht es bei dem Fall nicht unbedingt einen Richter, ABER auch nur wenn der Betreffende das dann auch akzeptiert. Wenn der damit nicht einverstanden ist, geht es in jedem Fall vor das Gericht.

  • Und bis es zur Verhandlung dauert es wieviele Jahre?


    Und wenn es so war wie in diesem Fall, braucht man schon einen sehr wohlgesonnenen Richter, der den Wideruf der WBK aufheben würde.


    Körperverletzung und Sachbeschädigung stehen auf jeden Fall im Raum. Wie die Waffe zum HuFü gekommen ist, steht gar nicht dabei.