Einsteiger Fragen (Einzelmitglied) im BDS

  • Hallo, ich bin Dan und bin 40 Jahre alt.

    ich möchte demnächst als Einzelmitglied in den BDS eintreten, denn dieser Verband hat gute Schießstände in meiner Nähe.

    Ist das als Einzelmitglied schwerer? Ich möchte in keinen Verein eintreten.

    Als aller erstes kommt mir die Frage mit der Aufsicht.

    Wenn man noch nicht diesen Lehrgang abgeschlossen hat, muss man ja eine Aufsicht beim Schießen dabei haben.

    Dann muss ich mir doch eine Einrichtung suchen, wo jemand (gegen Bezahlung) mich beaufsichtigt, berät, die Leihwaffe und die Munition liefert.

    Richtig?


    Danke und bis blad

  • Moin Dan !


    Einzelmitglied in einem BDS Landesverband zu werden ist grundsätzlich möglich, aber hier würde ich den zuständigen LV kontaktieren.

    Für mich stellt sich die Frage warum Du nicht in einen BDS Verein in der Nähe eintreten möchtest ? Das wäre doch viel einfacher, auch in Bezug auf das Thema Leihwaffen und Munition, falls der Verein darüber verfügt. Auch das Thema Standaufsicht wäre in dem Falle erst einmal erledigt. Alleine schiessen darfst Du ja erst wenn Du selbst den Lehrgang hinter dir hast und als Standaufsicht registriert bist. Und das geht erst wenn Du auch eine WBK hast.


    Noch kurz zum Thema WBK und Einzelmitgliedschaft im BDS. Du solltest auch klären ob der zuständige LV waffenrechtliche Befürwortungen für Einzelmitglieder ausstellt. Bei uns in Hessen (LV6) ist das z. B. nicht mehr möglich. Wie es bei anderen LV aussieht weiß ich nicht.

  • ich möchte demnächst als Einzelmitglied in den BDS eintreten, denn dieser Verband hat gute Schießstände in meiner Nähe.

    Ist das als Einzelmitglied schwerer?

    Kläre unbedingt ab, ob Dein Landesverband auch Befürwortungen für Einzelmitglieder macht!


    Der Landesverband Hessen macht dies zum Beispiel nicht, weißt aber nirgendwo auf diese Einschränkung hin.


    <X

  • Hallo Dan,


    wenn ich das so lese, gehe ich einmal davon aus, dass du weder eine Sachkunde, noch eigene Waffen hast. Wenn dies der Fall ist, bleiben nur kommerzielle Stände mit Leihwaffen und gestellten Aufsichten übrig, wenn du keine Vereinsmitgliedschaft willst. Denn kaum ein Verein wird dich beaufsichtigen und dich mit seinen Vereinswaffen auf Dauer schießen lassen, wenn du dort nicht eintreten willst.


    Befürwortungen stellen die Verbände i.d.R. nicht für Einzelmitglieder aus, es gibt lediglich Mitgliedsbescheinigungen, die dir in Bezug auf einen Waffenerwerb aber auch nicht helfen.


    Was das Thema der Aufsicht betrifft, so dürftest du dich alleine beaufsichtigen, wenn du die Waffensachkunde hast und der Standbetreiber keine darüber hinausgehenden Anforderungen an Aufsichten stellt (Lehrgänge der Sportverbände, Jagdschein, o.ä.). Dazu müsstest du dich aber auch gänzlich alleine auf dem Stand befinden, das nur noch mal an Anmerkung. Zu dem Thema mit den Aufsichtslehrgängen gab es hier neulich einen Thread, der das anständig beleuchtet hatte.


    Wenn meine obige Annahme zu deiner Ausbildung und deinem (nicht vorhandenen) Waffenbesitz stimmt und du mich fragst, dann würde ich dir raten, dir einen Verein in deiner Nähe zu suchen, dort einzutreten und mit dem Schießen zu beginnen. Alles andere findet sich im Laufe der Zeit und auch nur wenn du dabei bist, kannst du sehen, ob der Verein zu dir passt und du zu ihm. Und: Es spricht nichts dagegen, den Verein zu wechseln, wenn es nicht passt oder einen zweiten hinzu zunehmen!


    Ich habe inzwischen auch 6...eigentlich 7 angesammelt.


    Gruß

    Frank

    ---- BDMP ---- DSB ----- ProLegal ---- German Rifle Association ----


    "Ein Grüner ist erst dann zufrieden, wenn er einem anderen Menschen etwas verboten hat!"

  • Danke euch erstmal für die Antworten. Ich hatte schon 3 Vereine in der Umgebung besucht und das sind meist diese, wo alte Herren mit langen Bärten und einem Bier in der Hand rumsitzen und dich von oben bis unten angucken. Außerdem bin ich nicht der "Vereinstyp".

    Nochmal zur Sicherheit: Der Sachkundelehrgang berechtigt mich nicht, mich selber zu beaufsichtigen?

    Das ist dann ein gesonderter "Freiwilliger" Lehrgang?


    Ich werde mich mal wieder belesen, ich wäre dann LV1.

  • Die Sachkunde berechtigt nicht zur Standaufsicht. Richtig dafür braucht man zusätzlich einen Standaufsichtlehrgang UND muss die Zuverlässigkeit nachweisen UND muss auf dem jeweiligen Stand jeweils auch eingewiesen und registriert sein. Sofern der Stand nicht jede Standaufsicht wie auf kommerziellen Ständen vorher der Behörde melden will sondern als Mitglied in einem Schießsportverband die Standaufsichten selbst registriert, geht das dann auch erst mit ensprechenden Dokumennten, welche die Zuverlässigkeit vorraussetzen, wie WBK, §27Spreng Pappe, Jagdschein etc. etc. Also i.d.R. erst wenn man die WBK schon hat! Für einen Anfänger kaum möglich!

    Eine registrierte Standaufsicht darf auch nur dann alleine Schießen, wenn sie sich auf dem Stand wirklich alleine aufhält. Sobald weitere Schützen anwesend sind, darf die Standaufsicht selbst nicht schießen.


    Du wirst auch generell schnell merken, dass als Anfänger eine Einzelmitgliedschaft nicht sinnvoll ist, erst recht nicht, wenn man sonst in keinem Schützenverein Mitglied wird! Man kann zwar auch als Einzelmitglied als Gastschütze schießen, aber alles mit Beantragungen und Dokumentation wird deutlich aufwendiger UND das Sportschützendasein ohne direkte Vereinsmitgliedschaft auch um ein VIELFACHES teurer!

  • Außerdem bin ich nicht der "Vereinstyp".

    Wo genau ist Dein Problem (das ist eine ernstgemeinte Frage!)?


    Vereinsmitgliedschaft bedeutet i.d.R. nicht, daß Du an allen Aktionen des Vereins teilnehmen MUSST.


    Du zahlst den Vereinsbeitrag und trägst dadurch mit dazu bei, den Schießstand zu erhalten (was ja durchaus in Deinem Sinne ist).


    Bei manchen Vereinen muß man Arbeitsstunden machen, aber auch die kann man eigentlich immer "abzahlen".


    Das heißt: Selbst als Vereinsmitglied kannst Du den Kontakt zu anderen Mitgliedern, falls Dir daran liegt, auf die Schießzeiten beschränken; Du hast aber trotzdem erhebliche Vorteile bei der Waffenbefürwortung.

  • Kläre unbedingt ab, ob Dein Landesverband auch Befürwortungen für Einzelmitglieder macht!


    Der Landesverband Hessen macht dies zum Beispiel nicht, weißt aber nirgendwo auf diese Einschränkung hin.


    <X

    Kleine Korrektur lieber Rolf2 ! Der Hinweis "Einzelmitgliedern werden keine Waffenbefürwortungen ausgestellt." steht unter der Rubrik "Waffenbefürwortungen" auf der HP des LV6.

  • @Dickdan00

    Danke euch erstmal für die Antworten. Ich hatte schon 3 Vereine in der Umgebung besucht und das sind meist diese, wo alte Herren mit langen Bärten und einem Bier in der Hand rumsitzen und dich von oben bis unten angucken. Außerdem bin ich nicht der "Vereinstyp".


    Das kann ich nachvollziehen. Oftmals gibt es "alte DSB Vereine", die dieses Klischee erfüllen. Da kann ich dir dann aber nur raten, einfach weiterzusuchen und dir auch alle Verbände dabei anzuschauen. Vor alles BDS und BDMP haben ja meistens Vereinslisten veröffentlicht, so dass du da auch gezielt nach Vereinen in deiner Ecke suchen kannst. Es sollte dir aber auch klar sein, dass es neben den DSB Vereinen, auch mangels geeigneter Stände natürlich, kaum eine Flächendeckung gibt, will heißen, du wirst schon immer etwas weiter fahren müssen. Das aber nur am Rande.



    volker1

    Die Sachkunde berechtigt nicht zur Standaufsicht. Richtig dafür braucht man zusätzlich einen Standaufsichtlehrgang UND muss die Zuverlässigkeit
    nachweisen UND muss auf dem jeweiligen Stand jeweils auch eingewiesen und registriert sein.

    Wir hatten das doch kürzlich erst diskutiert. Das was du hier schreibst stimmt so nicht!!!

    In den anderen Punkten bezogen auf den Themenstarter stimme ich dir natürlich zu.



    Ach OK, Danke. Der Lehrgang als Standaufsicht ist ja dann ein MUSS. ich möchte ja später auch alleine schießen gehen.


    Jein. Da die Aussage von volker1 eben nicht so ganz stimmt. Das hängt eben auch vom Standbetreiber ab usw. Aber das ist hier eher nebensächlich, da du ohne Vereinsmitgliedschaft erstens keine eigene Waffe bekommen wirst und zweitens auch sicher nicht gänzlich alleine auf einem kommerziellen Stand schießen wirst. Denn wie volker1 wiederum richtig geschrieben hat, musst du in einem solchen Fall GANZ ALLEINE AUF DEM KOMPLETTEN Stand sein. Ich glaube du wirst dir nicht immer einen komplette Schießanlage reservieren können und bezahlen wollen, wenn du schießen willst.


    Und dann kann ich auch nur sagen, dass Sportschießen schon ein Sport ist, den man mit anderen Schützen gemeinsam ausübt. Sicher auf Wettkämpfen, aber vor allem auch im Training. Das Thema Schießen, vor allem Großkaliber und dann in der Regel noch gepaart mit dem Wiederladen ist so ein weites und kompletes Feld, dass man das als Einsteiger meiner Meinung nach nicht alleine hinbekommt. Der Verein hat da schon einen wesentlichen EInfluss beim Erlernen. Darum ist ein GUTER Verein eben auch so wichtig.


    Gruß

    Frank

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  • in den BDS eintreten, denn dieser Verband hat gute Schießstände in meiner Nähe.

    Das würde mich sehr wundern.

    Solche Schießstände gehören in der Regel Vereinen, die wiederum Mitglied in einem Landesverband des BDS sind.

    (Daneben gibt es rein kommerzielle Stände im Eigentum von Firmen und Privatpersonen).


    Dein Ansinnen ist für Dich als völliger Anfänger so praktisch nicht durchführbar. Die Standnutzung plus Betreuung wird unerhört teuer und, wie die anderen bereits schrieben, bescheinigt Dir voraussichtlich niemand ein Bedürfnis. Und so wie ich etliche Waffenbehörden kenne werden sie in der Konstellation an der Sportschützeneigenschaft zweifeln.


    Wenn Du völlig ohne Vereinsbindung im Schießen einsteigen und dabei bleiben möchtest geh zu einer privaten Jagdschule und quäl Dich zur und durch die Jägerprüfung.

    Sportschießen ist grundsätzlich Vereinssport. Wie stark man dann am Ende in einen Verein eingebunden ist läßt sich steuern - sobald man sich etwas etabliert hat.

  • Weyland


    Zu einem Jagdschein wollte ich auch schon raten, habe ich mir dann aber verkniffen, weil auch eine aktive Jagerei am Ende auch oft mit Hegeringen, Jagdgemeinschaften o.ä. endet. Ein eigenes Revier gibt es als Einsteiger auch nicht....und die Kosten liegen deutlich über den paar Euronen im Jahr für einen Schützenverein.


    Gruß

    Frank

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  • Frank1000  
    Von aktiver Jagd war bei mir nie die Rede und schießen wollte er ja auf dem Stand und nicht in die freie Natur ;)

    Aber grundsätzlich, bei reinem Spaß am Plaisierschießen, wie es in manch anderen Ländern rechtlich möglich ist, würde die jagdliche Lösung auch nicht wesentlich teuerer als die Komplettbetreuung in einer kommerziellen Schießsportanlage. Neben der reinen Standaufsicht muß dem TE ja auch einer die Sportdisziplinen nach genehmigter Sportordnung nahe bringen. Ansonsten würde es schwierig mit dem sportlichen Schießen, welches ja wieder Bedingung für das Bedürfnis als Sportschütze ist.

  • Also, Ich lese daraus

    wie komm ich am schnellstens ohne viel Arbeit oder Umstände zu einer Waffe,mehr nicht.

    Ihr macht alle viele Vorschläge,und gibt Ratschläge,aber will er ja garnicht.



    Der Hauptgrund für Stress ist der tägliche Kontakt mit Idioten
    (Albert Einstein)




  • Fuzzi


    Ja, da magst du Recht haben, aber hier will ich dem Themenstarter mal nicht unterstellen ein Troll zu sein, wie wir hier kürzlich diverse hatten. Ob ihc damit richtig liege oder nicht...........


    Inhaltlich ist das Thema für mich ohnehin abschließend beantwortet.


    Gruß

    Frank

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  • Frank1000

    Die Aussage stimmt leider voll und ganz, nur wollen das einige die das von früher her schon immer anders gekannt haben einfach nicht wahr haben!

    Die Sachkunde für sich beinhaltet nicht die Ausbildung zur verantwortlichen Aufsichtsperson (Standaufsicht) gem. Paragraph 11 AWaffV, Paragraph 10 Abs. 2 AwaffV, Paragraph 10 Abs. 3 AwaffV, Paragraph 27 WaffG etc.

    Natürlich kann die Ausbildung zur Aufsicht auf Schiessstätten auch gemeinsam mit dem Sachkundelehrgang absolviert bzw. darin integriert werden. Das Zeugnis kann dann separat ausgestellt werden oder direkt mit auf dem Sachkundezeugnis ausgewiesen werden. Die Sachkunde alleine ohne das dies explizit bestätigt wird reicht jedoch nicht! Das Zeugnis alleine nützt dann auch noch nix sondern wie gesagt Einweisung auf Stand muss erfolgen, die Zuverlässigkeit muss nachgewiesen werden und die Standaufsicht muss registriert sein.

  • volker1


    Wie ich im anderen Thread schon mehrfach erwähnt hatte, stimmt das nur halb. Denn der Gesetzgeber verlangt NUR die Waffensachkunde. Wenn der Standbetreiber dann der Meinung ist, mehr zu verlangen, weil sein Verband ihm erzählt es wäre Pflicht (was es nicht ist - wenn es kein Wettkampf ist), dann, ja dann reicht die Waffensachkunde nicht.


    Zum wiederholten Male: Der STANDBETREIBER legt fest, was auf SEINEM Stand erforderlich ist um Aufsicht zu führen, kein anderer! Und der Standbetreiber muss sich dabei nur an die Vorgaben des Gesetzgebers halten: WSK und natürlich eingewiesen usw.!


    Dass (z.B.) der DSB die Aufsichtenausbildung anders macht, diese ab 2003 in die WSK integriert hat und auch keine anderen Aufsichtsausbildungen aktzeptieren möchte (nicht einmal im Training) als die eigene, ist zum Beispiel eine Sache des DSB. Daran kann sich der Standbetreiber halten, muss er aber auch nicht. Und das ist nur ein Beispiel, woher diese ganzen Halbwahrheiten bzgl. Aufsichten kommen.

    Wenn du schon so genau bist, dann solltest du aber auch sagen, dass dann auch AUSSCHLIEßLICH nach der SPO des DSB geschossen werden darf, nichts anderes. Sagt der DSB nämlich auch zu seinen Vereinen/Standbetreibern. Mal eben eine BDMP Scheibe aufhängen, weil 4 Leute neben dem DSB auch im BDMP Mitglied sind und dafür einen Durchgang trainieren wollen, ist nämlich nach Lesart des DSB auch verboten. Dafür müsste dann eine BDMP Aufsicht her und der DSB Trainingstermin offiziell beendet sein.



    Gruß

    Frank

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