Gravierte Colts

  • Zu dem Thema lässt sich Vieles finden, ich fange 'mal bescheiden an:

    ein 1849 Pocket, "werkgraviert", also bereits in der Colt-Fabrik. So sagt

    der Anbieter. Ich bin offen gestanden ein Wenig irritiert. Normalerweise

    hatte Colt - speziell bei den kleinen Revolvern - schon Schwierigkeiten,

    nur vier Stellen der Seriennummer auf der Trommel zu platzieren, meist

    fehlte ein Teil des "C"s von "Colt", schon bei der Trommelprägung.

    Hier sind aber alle sechs Stellen der Seriennummer an der Trommel

    eingestempelt. Habe ich so noch nicht gesehen. Keine Ahnung, was ich

    davon halten soll.

    An der Laufachse und der Ladepresse sind die Nummern "korrekt" mit

    nur vier Stellen sichtbar. Es fehlt eine Aufnahme des Laufkeils, auch auf

    dem sollten die letzten vier Stellen der Seriennummer sichtbar sein.


    Das "E" hinter der Seriennummer markierte jene Revolver, die ab Werk

    graviert werden sollten. Nach welchen Kriterien auch immer.


    Egal, jedenfalls ein sechsschüssiger 1849er Pocket.


    1849002.jpg

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    1849003.jpg


    1849007.jpg



    1849008.jpg


    1849009.jpg

    1849010.jpg

    Zum Abschluss eine recht nette Aufnahme der Colt Trommelprägung für die Pocket

    bzw. Pocket Navy, der Postkutschen-Überfall.


    CPDrum.jpg

    besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Spannend bei derartigen Themen ist, dass man selbst bei derartigen

    "Banalitäten" dann immer wieder auf interessante Details stößt.

    1849102.jpgAnbei ebenfalls ein gravierter Colt 1859 Pocket, diesmal halt ein fünfschüssiger.

    Graviert von Gustave Young, einem der berühmtesten amerikanischen Graveure

    seiner Zeit. Typisch für ihn: 1) Er hat quasi als Signatur beide Seiten des Hahns mit

    einem Wolfskopf graviert.

    1849103.jpg

    2) Er hat an der Oberseite des Hahns Punkte eingeschlagen, für jeden

    Arbeitstag den er an einer Waffe arbeitete - damals 10 Stunden - einen

    Punkt. Mehr als 7 Punkte sind an keinem Revolver bekannt.

    3) Er hat in seinen Gravuren meist Tierköpfe - Wölfe, Hunde oder Adler -

    untergebracht. Die man mit unter zwar suchen muss, aber dann eben auch

    findet.

    Und - Ja, Gustave Young war von 1852 bis 1869 Graveur bei Colt.1849104.jpgWas insofern interessant ist, als auch dieser 1848er an der Trommel die sechsstellige

    Seriennummer zeigt. Andererseits aber kein "E" nach der Seriennummer. Offenbar war

    die Sache mit der Auswahl von gravierten Exemplaren nicht so besonders konsequent

    geregelt. Vielleicht wurden auch von Kunden bestellte "Werksgravuren" von "serienmäßigen"

    Werksgravuren unterschieden.


    1849105.jpg

    Der Revolver ist mit der Gravur "K. Heinzen" signiert, auch

    ein interessantes Detail, da der einzige K. Heinzen der für

    diese Zeit auffindbar ist ein "Karl Heinzen" ist ((1809 - 1880),

    der hat 1848 in Deutschland Revolutionen mit organisiert und

    musste dann nach Amerika fliehen.


    1849106.jpg

    Beim letzten Foto übrigens einer der unauffälligen Hundeköpfe oberhalb der

    Ladepressen-Schraube.

    Die Waffe ist mit dem 5" Lauf ausgestattet, ansonsten keine Besonderheiten,

    5schüssige Trommel, Kaliber .31", ein völlig normaler Colt Pocket, nur eben

    "Young graviert".

    1849107.jpgDie Seriennummer ist offenbar mit einem eigenen Stempelsatz

    (kleinere Ziffern) eingeschlagen, der eigens für G. Young bereitestellt

    wurde, und - da kleiner - besser an die Gravur angepasst werden konnte.


    1849108.jpg

    Mit $26.250,- ist die Kanone gerade im "Sonderangebot", der ursprüngliche

    Preis war € 35.000,-. Auch wenn gut erhalten, und mit Box plus Zubehör,

    kann ich mir nicht nur nicht leisten, will ich auch nicht.


    1849109.jpg

    Wie bei gravierten Colts in der normalerweise üblich, stimmen auch

    bei diesem Revolver alle Seriennummern überein,

    1849110.jpg


    in diesem Fall auch die Seriennummer des Laufkeils. Bei der sind interessanterweise 5 Stellen angegeben,

    so wirklich einheitlich war das Verfahren damals scheinbar wirklich nicht.


    1849111.jpg

    besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Samuel Colt war wohl der erste Industrielle, der den

    Effekt von Werbung wirklich verstanden und in Folge

    auch gelebt hat.


    CN001.jpg


    Der hier abgebildete 1851 Navy ist ein gutes Beispiel dafür.

    Der Revolver stammt aus dem Jahr 1851 und ist ein typisches

    persönliches Geschenk von Samuel Colt.


    CN002.jpg

    Nicht, dass er handwerklich unter den gravierten Colts eine besondere

    Stellung einnehmen würde. Auch bei diesem Revolver erkennt man nebst

    einer Gravur am Griffrahmen lediglich die Handarbeit von Gustave Young.


    CN003.jpg

    Trotzdem, wer DEN will, blättert eben keine $5.000,- bis $30.000,- hin,

    sondern fängt bei $ 85.000,- zu bieten an. Und das nur, weil es sich um

    ein Exemplar "with Colts compliments" handelt, gewidmet Herrn Silas

    Ebeneezer Cole, der u.a. Colt's Patentanwalt in Kanada war.


    CN004.jpg

    Gut, ok, zugegeben, zudem auch noch, weil das Stück gut erhalten

    ist, solche Kleinigkeiten sollte man nicht übersehen. Jedenfalls aber

    handelt es sich um einen jener Revolver, die im Wert kontinuierlich

    klettern. Wundert mich auch nicht sehr. CN005.jpgFür ein Alter von mehr als 160 Jahren sieht dieser Navy jedenfalls beachtlich

    gut aus. Es stammt aus der Sammlung von Robert Pershing, der auch einige

    Arbeiten über diesen Colt geschrieben hat.


    CN006.jpg

    Zu diesem Revolver lieferte Colt übrigens nicht nur den

    feinen Ebenholz Koffer, sondern auch einen Reinigungsstock

    mit Muschelkopf, und andere extravagante Accessoires.


    CN007.jpg

    Darüber hinaus brauche ich über en 1851Navy nichts zu erzählen, Ihr kennt

    ihn ohnehin teils besser als ich. Folglich noch 3 Bilder zum Genießen, und das

    war's dann.


    besten Gruß

    Werner


    CN008.jpg
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    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Nicht ganz so gut erhalten, hat aber auch noch seinen Wert

    in der Mitte des fünfstelligen Bereichs erhalten.


    1860001.jpg


    Offenbar ein "mexikanischer" 1860er, zumindest sind die

    mexikanischen Insignien in die linke Griffseite eingearbeitet.

    Damals gab es bei Elfenbeingriffen ja noch keine Probleme.


    1860002.jpg

    Nachdem es sich auch hier um einen werkgravierten Colt handelt,

    der auch in den entsprechenden Zeitrahmen passt, müsste auch

    dieser Colt von Gustave Young graviert sein. Allerdings habe ich

    bei dem noch keine Hinweise darauf entdeckt.


    1860003.jpg


    Bei derartigen Colts braucht man in der Regel nicht extra betonen,

    dass alle Seriennummern zusammenpassen, selbst was die Trommelachse,

    die Ladepresse oder den Laufkeil betrifft sind die nur vergleichsweise

    selten zusammengestoppelt.


    1860004.jpg

    Den asymmetrischen Griff findet man bei mexikanischen Revolvern

    übrigens häufig, wobei mich, auch wenn's unwichtig ist, interessiert

    hätte, ob die Anordnung davon abhängig war, ob die Waffe für die

    linke oder für die rechte Hand benutzt wurde.


    1860005.jpgBei all diesen ab Werk gravierten Revolvern fehlt übrigens die Kaliber-Stempelung

    am Rahmen, während der Patent-Stempel entweder tatsächlich vorhanden ist, oder

    aber von Hand graviert wurde.


    1860007.jpg


    Aus meiner Sicht ist auch interessant, dass gerade die gravierten Colt 1860 Army

    offenbar auch intensiv genutzt wurden. Dieser hier ist, wenn auch nicht ganz

    unberührt, so doch ein überdurchschnittlich gut erhaltenes Exemplar. Viele seiner

    gravierten Zeitgenossen wurden dermaßen intensiv verwendet, dass selbst die

    Gravur so abgegriffen ist, dass man sie kaum mehr erkennt.

    1860006.jpg

    Leider ist in dem Fall nicht bekannt, wem der Revolver einst gehörte.

    Von mexikanischen Politikern bis zu mexikanischen Ganoven ist wohl

    so ziemlich alles möglich.


    1860008.jpg

    besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • ...

    Aus meiner Sicht ist auch interessant, dass gerade die gravierten Colt 1860 Army

    offenbar auch intensiv genutzt wurden.

    ...

    Viele seiner gravierten Zeitgenossen wurden dermaßen intensiv verwendet, dass selbst die

    Gravur so abgegriffen ist, dass man sie kaum mehr erkennt...

    Das könnte man dann wohl "Serrations v0.9" nennen, oder?

    Optisch sicher passend zum Geschmack der damaligen Zeit, aber sicher griffiger, als nur mit glatter Oberfläche...


    J.

    Ich teile hier mit Euch mein Wissen und vertrete meine Meinung.
    Mein Wissen kann Fehler enthalten, meine Meinung muss nicht der Euren entsprechen.
    Korrigiert meine Fehler mit Eurem Wissen. Gute Argumente können meine Meinung beeinflussen.

    Gelebtes Forum... so muss das sein!

  • Das könnte man dann wohl "Serrations v0.9" nennen, oder?

    Warum nicht, suveran. Würde schon passen.

    Für die späteren und daher - zu Lebzeiten von Sam Colt - nicht so häufig

    gefertigten Revolver wäre dann wohl mitunter schon "v0.8" angebracht.

    Einfach weil weniger wirklich gut erhaltene Exemplare in den Handel gelangen.


    Hier ein Revolver, der ein Geschwisterchen vom zuletzt gezeigten sein könnte.

    1861005.jpgZu diesem Exemplar gab es leider weder Zubehör noch Box, und auch wenn

    der Zustand überdurchschnittlich gut ist, an die zuletzt gezeigten Waffen kommt

    er nicht mehr ganz heran.


    1861002.jpgAuch eine "Mexikanische" Ausführung, weitestgehend identisch aufgebaut,

    nur eben ein 1861 Navy und kein 1860 Army.


    1861003.jpgDie Silber Beschichtung ist teilweise abgeblättert, die teilweise Gold-Beschichtung

    kann man nur mehr erahnen. Wobei - die Goldbeschichtung darf natürlich nicht

    mit den Messing-Beschlägen verwechselt werden, von denen das Silber abgerieben ist. :saint:

    Sprich, vom Griffrahmen und vom Abzugsrahmen.


    1861004.jpg

    Der Colt 1861 Navy war der Lieblingsrevolver vieler bekannter

    Persönlichkeiten, u.a. von General Custer, dessen Exemplare

    ebenfalls erhalten sind.


    1861001.jpg


    Allerdings wurden vom "Navy" nur mehr ca. 38.000 Stück gefertigt,

    nicht wie vom 1860 Army mehr als 200.000 Exemplare. Das Ende

    der Perkussions-Ära zeichnete sich ab, der Bürgerkrieg ging zu Ende,

    Sam Colt selbst verstarb, und seine Fabrik brannte ab. Keine guten

    Voraussetzungen für Stückzahlen-Rekorde.


    1861006.jpg

    Auch dieses Exemplar ist von Gustave Young graviert, wobei ich aber noch

    keine Information darüber gefunden habe, ob der auch für die Griffschalen

    verantwortlich war. Würde ich eher nicht vermuten.

    1861007.jpg

    Jedenfalls ist das wieder eines jener Exemplare, bei dem an die Seriennummer

    das "E" für "Engraved" gestempelt wurde. Warum einfach, wenn's kompliziert

    geht.


    1861008.jpg

    Mit knappen $18.500 ist der Revolver im Vergleich zu den vorher

    gezeigten Colts sogar einigermaßen "günstig" zu haben, zumal die

    teureren teils schon vor 15 Jahren über den Ladentisch gegangen

    sind. Hierzulande ist es, fürchte ich, aber nicht einmal eine gute

    Idee, sich eine solche Wertanlage zu beschaffen, wenn man sie sich

    leisten kann.

    1861009.jpgUnd das nicht, weil der Besitz von Elfenbein heute gerne 'mal mit

    Schwierigkeiten verbunden ist.


    1861011.jpg

    besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Diesmal ein Colt Mod. 1862, Pocket Navy, angeblich bereits 1861 gefertigt,

    was bei der Seriennummer 2722 nicht ausgeschlossen ist.

    PNE101.jpgWie viele der erhaltenen gravierten Colts scheint auch dieser eine interessante

    Geschichte erzählen zu können. Zumindest deuten die eingeritzten Schriftzüge

    im Elfenbein-Griff derartiges an.

    PNE113.jpg

    Ein Sergant Major Smith ist in General Custer's 7th Cavallery nicht bekannt. Diese Einheit

    war im Juli 1866 gegründet und am 28. July von General Custer übernommen worden, der

    sie dann für grob 10 Jahre bis zur Schlacht am Little Big Horn führte. Sollte der Schriftzug

    am Griff also original sein, ist er nicht vor 1866 entstanden, und es ist nicht zu erwarten,

    dass der Revolver am Little Big Horn geführt wurde.


    PNE105.jpg

    Nachdem Pocket Navies nicht zur offiziellen Ausstattung in der Army gehörten,

    ist ohnehin anzunehmen, dass dieser Revolver als zusätzliche private Waffe geführt

    wurde. Ob auch noch nach der Einführung des 1873 SAA wird sich nicht beantworten

    lassen.


    PNE107.jpgDer Revolver ist für eine Waffe die im Einsatz war jedenfalls sehr gut erhallten, gerade

    'mal der Rahmen ist "farblos grau" geworden, aber die Silber-Plattierung an Messing-Griff-

    und Abzugsrahmen ist noch recht gut erhalten, auch das Blau des Laufs ist weitgehend

    vorhanden, dass es bei der Trommel weitgehend fehlt zeigt, dass der Revolver nicht nur

    im Köfferchen gelegen ist.


    PNE103.jpg

    Ob auch dieser Revolver von Gustave Young graviert wurde kann ich nicht sagen.

    Die vierstellige Seriennummer an der Trommel sowie der Kaliber-Stempel am

    Abzugsrahmen könnte Zweifel aufkommen lassen, aber ich bin mir wirklich nicht

    sicher, ob der leicht andere Stil der Gravur reine Einbildung von mir ist, oder

    tatsächlich erkennbar ist. PNE111.jpg

    Die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Revolver bei den frühen Indianerkriegen nach dem

    amerikanischen Bürgerkrieg mit dabei war ist relativ hoch. So beispielsweise an Scott Hancocks

    Expedition gegen die Cheyenne im Juni 1867. Was noch gut in die Perkussions-Ära passt.


    PNE112.jpg

    Mit knapp unter $ 9.000,- ist das Exemplar sogar einigermaßen "preisgünstig".

    Wäre Sergant Major Smith dokumentiert, sähe das anders aus.


    PNE108.jpg

    PNE109.jpg

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    besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Wie sagt der Ostfriese so schön:

    "Einen hab' ich noch...!"


    CPE004.jpg


    Laut Anbieter ein Mod. 1862 Pocket Navy, was man

    merkwürdigerweise bei den gravierten Exemplaren

    dieses Revolvers immer wieder liest.


    CPE002.jpg


    Ich behaupte ganz frech, das ist ein Colt Mod. 1862 Police.

    Der Pocket Navy basiert auf dem alten, achtkantigen Laufrahmen,

    der Police hat den neuen - verkleinerten - Laufrahmen des 1860 Army

    bzw. 1861 Navy.


    CPE007.jpg


    Auch die kannelierte Trommel ist ein Merkmal des "Police",

    beim Pocket-Navy wurde eine gleich große aber "glatte" Trommel

    verbaut, wobei "glatt" nur den Verzicht auf die Kannelierung meint,

    denn die "Postkutschen-Überfall" Szene wie sie bei Colt's Pocket-

    Revolvern gängig war ist auch beim Pocket-Navy eingeprägt.


    CPE006.jpg

    Jedenfalls wieder ein von Gustave Young graviertes Exemplar.

    Kaliber .36", der Rahmen hinter der Trommel-Stufe allerdings

    identisch mit den Pocket-Modellen, also den .31"ern.

    CPE001.jpg

    Wie bei gravierten Waffen üblich passen die Seriennummern

    aller Komponenten zusammen. Wobei erstmals beim Colt

    Police an der Trommel keine Seriennummer eingeschlagen ist.


    CPE003.jpg


    Die originale Box ist erhalten, mit ihr Kokille für Rundkugeln und

    konische Geschoße, die "kleine" Pulverflasche, ein "Mulifunktions-

    Tool", Zündhütchen und noch ein Karton - Inhalt, mir, unbekannt.

    Dazu ein paar passende Geschoße.


    CPE005.jpg

    CPE008.jpg

    besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Einer fehlt noch, unter den Kanonen die noch zu Sam Colt's Zeiten

    erzeugt oder zumindest konzipiert wurden.


    Root001.jpgInteressant bei diesen Revolvern ist, dass wirklich jeder Einzelne eine Besonderheit darstellt.

    Vom ersten Modell des 1855 Root sind gerade einmal 5 gravierte Exemplare bekannt, dieses

    hier dürfte das am Besten erhaltene sein.


    Root004.jpgDer hätte auch ohne Gravur seine Fans, allein schon aufgrund des Zustandes

    und der Seriennummer. Die lautet 16. Entsprechend könnte dieser Revolver

    am ersten Tag der Serienfertigung dieses Typs entstanden sein. Abgesehen

    von der Gravur natürlich, die brauchte etwas länger.


    Root005.jpg

    Auch dieser Revolver zählt zu jenen, die bereits in der Colt-Fabrik

    graviert wurden, eines der "Factory engraved" Exemplare also. Und

    der Täter war wieder der deutschstämmige Gustave Young, in diesem

    Foto-Set ist auch seine "Unterschrift" wieder sichtbar.


    Root009.jpg

    Gerade einmal 175 Stück des Mod. 1 wurden produziert, mit 3.5" Lauf,

    im Kaliber .28". Die Revolver hatten eine eigene Trommelprägung die

    weitgehend unbekannt ist, die "Indian Cabin Scene", ebenfalls von

    Gustave Young handgraviert. Und auch auf diesem Revolver eingeprägt.


    CAIS.jpg


    Die Ausstattung des Sets ließ auch keine Wünsche offen, praktisch alles vorhanden

    was auch damals mitgeliefert wurde. Nachdem der "Root" nicht zu den gefragtesten

    Colts gehört, war die Waffe auch vergleichsweise günstig zu haben - im mittleren

    fünfstelligen Bereich.

    Root010.jpg

    Gut erhaltene gravierte Colt Dragoons findet man am freien Markt praktisch nicht mehr,

    der Walker wurde nicht bei Colt gefertigt, bei den Patersons hatte Colt die entsprechende

    Infrastruktur noch nicht entwickelt sondern kämpfte erst 'mal um den Einstieg in den Markt.

    Insofern sollten alle relevanten Colt Revolver aus Sam Colt's Schaffensperiode abgebildet sein.


    Root006.jpgSpätere Colts wie der SAA sind häufig von Louis Daniel Nimschke graviert, ebenfalls

    eine Größe unter den Waffengraveuren, geboren 1832 in Deutschland, 1850 in die

    USA ausgewandert, wo er in New York seine Firma eröffnete.


    Root007.jpgAnders als Young und die meisten Graveure dieser Zeit arbeitete Nimschke nicht

    für einen Waffenproduzenten, sondern betrieb seine Graveurs-Firma und nahm

    von allen Waffenproduzenten Aufträge an.


    Root008.jpgEntsprechend findet man seine Arbeit auch bei allen bekannten

    Produzenten, sei es Colt, Winchester, Remington, Smith & Wesson, …


    Root002.jpgbesten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.