Lucius W. Pond

  • Auch ein Revolver, den man unter "Kuriositäten" einordnen darf.

    Produziert von Lucius W. Pond, ab 1863, auf Basis eines eigenen

    Patents, mit dem er das Patent von Rollin White bzw. Smith & Wesson

    umging.

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    Passt besser hierher als unter "Schwarzpulver Patronenwaffen",

    denn zum Einen handelt es sich um einen Vorderlader-Revolver,

    zum Anderen um einen "Ladehülsen". Revolver, und Ladehülsen

    sind bekanntlich keine Patronen.

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    Obwohl Lucius W. Pond hervorragende Revolver produzierte,

    gibt es zu seiner Person kaum ernst zu nehmende Literatur.

    Nicht so einfach, Informationen über ihn zu finden. Folgendes

    ist aber gesichert: Geboren wurde der Mann am 20. April 1826

    in Hubbardston/Massachusettes.

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    1846 übersiedelte er nach Worcester, Massachussetes, um dem damals

    bekannten Maschinenbauer Samuel Flagg zu arbeiten. Lucius lernte schnell

    und war extrem fleißig, 1857 übernahm er die Firma.

    Er produzierte verschiedenste Dinge, unter Anderem eine Entwerter-Zange

    für Eisenbahn-Tickets, nicht zuletzt aber eben auch Revolver.


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    Daniel B. Wesson und Horace Smith hatten das Patent von Rollin White

    für durchbohrte Revolver-Trommeln (Hinterlader-Revolver) für sich alleine

    erworben, um zu verhindern, dass White es auch anderen Produzenten

    zukommen ließ. Weshalb sich Lucius Pond zunächst etwas anderes einfallen

    ließ.

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    Sein Revolver arbeitete mit Ladehülsen, die von vorne in die Trommel

    eingeschoben wurden. Pond produzierte nach diesem System, bis zum

    Auslaufen des Rollin White Patents, ca. 2.000 Exemplare im Kaliber .22",

    sowie 5.000 Exemplare im Kaliber .32"


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    Die Revolver waren also nicht für das Militär gedacht,

    sondern als Taschenrevolver für Zivilisten als Kundenkreis.


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    Technisch war das System durchaus interessant.

    Interessanter wäre es, hätte ich auch noch Informationen

    über den Zündmechanismus gefunden, aber wer weiß,

    könnte ja noch passieren.

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    Auch wenn's aussieht wie ein Stiftfeuer-System, das war es

    angeblich nicht.

    Bemerkenswert ist auch die Schraube am

    Griffrahmen, mit der sich offenbar der Abzugswiderstand

    bzw. die Aufschlagwucht des Hahns einstellen lässt. Habe ich

    so bei noch an keinem Revolver aus der Zeit gesehen.

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    Die Trommelachse enthält auch einen Stift zum Auswerfen der

    Ladehülsen.


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    Allemal ein sehr interessantes Stück aus der

    Gruppe der weitgehend unbekannten Revolver.


    besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.