Der älteste erhaltene Revolver der Welt

  • entstand in Nürnberg, Im Jahr 1597!

    Hergestellt von dem Waffenschmied Hans Stolper.


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    Heute findet man ihn - leider - garnicht, bzw. nicht so einfach.

    Er befindet sich im Maihaugen Museum in Lillehammer, allerdings

    nicht im Ausstellungs-Bereich, sondern in einem der unterirdischen

    Lager. Und auch wenn die Waffe für sich alleine fotografiert recht zierlich

    aussieht, ist sie doch ein recht massives Stück Holz und Metall.


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    Nicht nur eine für ihre Zeit technisch herausragende Arbeit, sondern auch künstlerisch

    sehr Anspruchsvoll verziert mit Einlagen aus Knochen, Perlmutt und Messing.


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    Jedenfalls ein achtschüssiger Revolver, die Pulverpfannen für das Steinschloss

    verschließbar an der Trommel, diese wird manuell gedreht.



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    Der Revolver war unter Anderem im Besitz des hessischen Offiziers

    Georg von Reichwein (1593 - 1667), darauf weist eine nachträglich angebrachter

    Silberplakette mit der Gravur "Georg Reichwein 1636" hin.


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    Viel mehr gibt es zu der Waffe leider nicht zu sagen. Zwar wurde sie

    vermutlich vermessen, die Daten aber offenbar nicht veröffentlicht.

    Dennoch eine sehr bemerkenswerte Waffe, die ein begnadeter

    Waffenschmied vor mehr als 400 Jahren erdacht und zum Funktionieren

    gebracht hat.


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    besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Das wäre doch auch eine Sache für die US-Waffenforen!



    Nernberch is einfach ....ähhhh ....... goil

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    In meinen Beiträgen verwende ich bewusst Satire, Ironie, Sarkasmus und Übertreibungen, um zu verdeutlichen. Auch ohne Kennzeichnung dieser Stilelemente sollte sich der Leser dessen bewusst sein.

  • Was für ein schöner Revolver.

    Und erst die Technik.

    Danke fürs zeigen.

    Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen Krieg, bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind, besonders die, die nicht hingehen müssen. (Erich Maria Remarque)


    Das Volk hat das Vertrauen der Regierung verscherzt. Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes? (Berthold Brecht)

  • Interessant aus meiner Sicht ist auch, dass diese Waffe mit ihrer - auf den Bildern

    gut erkennbaren - Technik zu einer Zeit entstand, als es zwar schon Miquelet-Schlosse,

    und sogenannte "Snaphaunce" Schlosse gab, allerdings Luntenschlosse und Radschlosse

    eigentlich State of the Art waren, und der als Steinschloss anerkannte Zündmechanismus

    noch gar nicht existierte, der kam erst 17 Jahre später.


    Entsprechend finden wir bei diesem Revolver auch die sogenannte "Snaphaunce" Zündung.

    bei der die Achse der Batterie doch weit entfernt von der Reibfläche und er Pulverpfanne ist,

    und Letztere auch nicht verschließt.


    Zum Vergleich ein Pistolenpaar mit entsprechender Zündung, ca. 1600, aus der Gegend von

    Brescia, heutiges Italien.


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    besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Bin in dem Zusammenhang mal wieder von den Socken, mit welch aus heutiger Sicht primitiven Mitteln Werkzeug-seitig solche Objekte geschaffen wurden.


    Nicht der erste Beweis das Wissen, Grundverständnis mechanischer Zusammenhänge, Phantasie sowie jede Menge handwerkliches Geschick fehlende moderne NC-Maschinen, HSS-Bohrer, nitrierte Fräswerkzeuge, Mess- und Fertigungsmethoden ausgleichen konnten. Genies gab es zu jeder Zeit. Ob im Brücke-, Pyramiden - oder Revolverbau. ::c.o.l) Und es funktionierte, Hut ab.


    Bravo und danke fürs zeigen, Werner!

    Jeder Jeck is' anders.

    Uralte kölsche Weisheit