Eine Frage des Geschmacks?

  • Denke deine Frage zielt darauf ab ob Lauf, Schloss und Eisenteile blank - oder eher schwarz sein sollten. Keine Frage der Originalität also, sondern eine rein optische Entscheidung für zwei ansonsten sehr ähnliche Musketen. Erkenne ich hinter dieser Frage etwa wieder ein schelmisches Grinsen, Werner??

    Dann soll die Antwort angemessen sein:

    Meines Wissens waren sie ursprünglich blank, also sollten sie auch so bleiben.


    Obwohl, ... geschwärzt gefielen sie mir besser. ::c.o.l)

    Jeder Jeck is' anders.

    Uralte kölsche Weisheit

  • Erkenne ich hinter dieser Frage etwa wieder ein schelmisches Grinsen, Werner??

    In dem Fall ausnahmsweise nicht, Mühlenbracher.

    Beide Musketen sind Springfield 1795er, vom 2. gebauten Typ, beide original.


    Beide waren ursprünglich blank, beide haben über die - mittlerweile - Jahrhunderte

    eine schwarze Patina gebildet, bei der Zweiten wurde die halt wieder wegpoliert.


    Ich stelle mir - und in dem Thread auch Euch - die Frage: Wie soll eine glaubwürdige

    225 Jahre alte Muskete aussehen. Plank poliert wie aus der Werkstatt, oder mit der

    Patina ihrer Geschichte?


    Die Frage krieg' ich ja noch hin, aber ich habe noch nicht 'mal meine Antwort gefunden. :/


    besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • , aber ich habe noch nicht 'mal meine Antwort gefunden.

    Sagen wir mal so ... wenn sich z.B. Cher "restaurieren" darf und für ihr Alter noch sehr gut aussieht ...

    dann darf das eine Muskete allemal ... grin-.)

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  • Die beiden Versionen haben m. M. nach ihre Berechtigung. Diese ist dem eventuellem Zweck der Benutzung geschuldet, entweder ein Sammler, der will möglichst einen originalen Zustand, während ein Reenactor eher eine Waffe bevorzugt, die zwar Spuren des Gebrauchs aufweisen kann, aber eher dem Gebrauchszustand zum damaligen Zeitpunkt entspricht.

    Erik - the master of desaster
    Gott hat den Menschen erschaffen, weil er vom Affen enttäuscht war. Danach hat er auf weitere Experimente verzichtet (Samuel Langhorne Clemens)

  • nun, ich meine, dass die schwarze Patina zu tiefschwarz ist. Dunkelbraune oder schwarzbraune Patina wäre schon möglich, aber so fleckenlos, und so tiefschwarz? Auch Schlossplatte und Hahn sind so glänzend schwarz!

    Wenn man genau hinschaut, sieht man um das Zündloch Korrosionsnarben, die auch komplett schwarz sind.

    Deshalb habe ich den Verdacht, dass sie irgendwann brüniert wurde. Dies kann schon vor 100 Jahren geschehen sein, oder auch später.

    Ich lasse mich aber auch eines Besseren belehren.

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    In meinen Beiträgen verwende ich bewusst Satire, Ironie, Sarkasmus und Übertreibungen, um zu verdeutlichen. Auch ohne Kennzeichnung dieser Stilelemente sollte sich der Leser dessen bewusst sein.

  • Für mich schaut das aus, als würde die Dunkle mit eine Messingbürste in Bohrmaschine oder Schleifbock überarbeitet, das ergibt so eine glänzende Oberfläche...

    Erik - the master of desaster
    Gott hat den Menschen erschaffen, weil er vom Affen enttäuscht war. Danach hat er auf weitere Experimente verzichtet (Samuel Langhorne Clemens)

  • Bei einer dunklen Patina muss man, so wie ich es mitbekommen habe, nicht unbedingt mit scharfen Mitteln ran, und nicht mit Stahlwolle oder Polierpaste polieren.

    Bei meiner aptierten 1763/66 Pistole reichte ein Baumwolltuch und ein Mikrofasertuch, um Goldbronze und Patina vom Lauf runter zu bekommen ( alter amateurhafter Versuch einen attraktiven Wallhanger zu machen)


    Ansonsten bin ich der Meinung, dass eine gepflegte Patina durchaus besser ist, als eine Restaurierung, auch wenn die sehr professionell durchgeführt wurde.

    Alles was ein Baumwolltuch und Ballistol übersteht, sollte bei einer historischen Waffe bleiben.

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  • die Frage: Wie soll eine glaubwürdige

    225 Jahre alte Muskete aussehen. Plank poliert wie aus der Werkstatt, oder mit der

    Patina ihrer Geschichte?

    Also unbedingt wie aus der Werkstatt, ähmm nein doch besser mit Patina - geniale Frage.


    "Eigentlich" bin ich eher der Werkstatt Typ mit Putzfimmel, andererseits habe ich im Gegensatz zu vielen Forumsteilnehmern hier kein Original und würde vermutlich die Patina an der Waffe lassen, schon um zu zeigen - ein historisches Stück. Wie Schwarzer Mann schrieb, was mit normaler Pflege nicht weggeht darf bleiben.

    Hatte heute eine historische Preussische Jägerbüchse in der Hand. Dem Holz sah man das Alter an, das Metall war dagegen noch recht blank. Ich hätte bei einem historischen Stück mehr Patina am Metall erwartet, der Besitzer konnte dazu nichts sagen, er hat sie so gekauft.

    Woher soll ich wissen was ich denke, bevor ich nicht gehört habe was ich sage?

  • Zum Hintergrund: Ich hab' einen entsprechenden halbfertigen Bausatz geerbt - Pedersoli.

    Der Käufer hatte aufgegeben, ich versuche, aus dem verbliebenen Rest etwas zu machen.

    Sollte soweit kein Problem sein, nur - wie immer bei solchen Dingen stelle ich mir die Frage,

    in welche Richtung es gehen soll.

    Beziehungsweise - bewusst aus dem "Offtopic" Bereich, für mehr Distanz zum Thema:

    Warum ist das hier ...

    190D03.JPG

    … zwar hübsch gemacht, aber bei weitem nicht so glaubwürdig wie das hier …


    190D01.jpg


    190D02.jpg


    Kommen beide aus dem gleichen Bausatz! Bei der zweiten hat sich halt jemand etwas mehr Mühe gegeben.

    Und damit Leben eingehaucht.


    Bezüglich Muskete: Zum Schießen ist's Sch...egal!

    Aber kann ein ungebraucht wirkender Gebrauchsgegenstand Charakter haben?


    besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Ich denke, die Muskete sollte so aussehen, dass der Soldat, der sie dem Unteroffizier damals beim Waffenrapport vorweisen musste, keinen Ärger bekommen hätte. Also sauber, ohne Rost, gebrauchsfähig, aber nicht fabrikneu.

  • Ich denke, die Muskete sollte so aussehen, dass der Soldat, der sie dem Unteroffizier damals beim Waffenrapport vorweisen musste, keinen Ärger bekommen hätte. Also sauber, ohne Rost, gebrauchsfähig, aber nicht fabrikneu.

    Wie ich oben schon schrieb, bei einem Reenactor, beim Sammler sieht es anders aus, da kann das Putzen wertmindernd sein...

    Erik - the master of desaster
    Gott hat den Menschen erschaffen, weil er vom Affen enttäuscht war. Danach hat er auf weitere Experimente verzichtet (Samuel Langhorne Clemens)

  • Vielleicht, nein in jedem Fall nur eine Frage der Sicht des Betrachters. Erst Recht bei einem Bausatz, also sowieso keinem Original. Ob blank oder dunkel wie Patina, hat wenn sauber und ordentlich beides seine Daseinsberechtigung.


    Oldtimertraktoren werden manchmal so restauriert und lackiert, so edel liefen die seiner Zeit nie vom Band. Besonders die rote Fraktion, Nachfolger von Allgaier. Wem's gefällt...

    Andere ölen ihre Schlepper nur ein und halten sie technisch in Ordnung. So sieht meiner auch aus. Die Jahre darf, soll man ihm ruhig ansehen.

    Seine (echte) Patina erzählt halt Geschichten.

    Jeder Jeck is' anders.

    Uralte kölsche Weisheit

  • Es gibt den Begriff "Die Waffe ist heruntergeputzt" - dieser ist wörtlich zu nehmen.

    Im 18. und beginnenden 19. Jahrhundert kämpfte man noch Schulter an Schulter, dicht an dicht in einer Reihe marschierend auf den Gegener zu...
    Dabei spielte die Psyche eine große Rolle. Je länger Musketen und deren Bajonette waren, desto GRÖSSER sah die Bedrohung für den Gegner aus.
    Ebenso wenn die Musketen und Bajonette im Sonnenlicht glänzten.

    Highlandregimente hatten zusätzlich ihren Dudelsack dabei um die Moral des Gegeners zu untergraben, wenn die Spieler ihrer sprichwörtlichen Katze auf den Schwanz steigen und die Töne herausquetschten.

    Again: Es gibt den Begriff "Die Waffe ist heruntergeputzt" - dieser ist wörtlich zu nehmen.

    Viele Soldaten führten in ihrem Gepäck Ziegelstaub mit. Dieser wurden benutzt um die Muskete udn andere Metallteile blank zu halten. Wenn eine Muskete nun zu oft geputzt wurde, litt auch das Holz darunter und schon war die Kontur dahin - die Waffe war "runtergeputzt".

    Andere Musketen wurden an spezielle Turppenteile ausgegeben - Rangers in den USA z.B. - hier wurde viel Wert drauf gelegt, dass eben nichts glänzt oder gar rasselt, scheppert oder sonstige Geräusche verursacht.

    Ich denke eine "ehrliche" Muskete aus dem 18. jahrhundert sollte der Herkunft nach aussehen. Musketen die blank poliert wurden, wurden aus so eingelagert.
    Gebräunte Waffen ebenfalls - somit kommt es wohl eher drauf an, dass der Gesamteindruck stimmt...

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    Ike Godsey


    --- If it is not a COLT, it is just a copy! ---