Remington und Fordyce Beals

  • Fordyce Beals kam am 21.Oktober 1806 in Plainfield, Massachusetts zur Welt erlernte das Büchsenmacher-Handwerk, eröffnete aber kein eigenes Unternehmen, sondern spezialisierte sich auf seine Leidenschaft - das Entwickeln von Waffensystemen, ohne sich um die Vermarktung kümmern zu müssen. 1847 war er an der Produktion des Jenks Hinterlader Gewehrs für die US-Regierung beteiligt, 1854 wurde er erstmals von Remington & Sons als Vorarbeiter für die Entwicklung von Gewehren eingestellt. Zu dieser Zeit produzierte Remington ausschließlich Gewehre, an Faustfeuerwaffen war man nicht interessiert. Nicht zuletzt, weil die Patente für zuverlässige, einfach zu fertigende Revolver noch für ein paar Jahre exklusive Samuel Colt vorbehalten waren.


    Da Fordyce Beals Revolver entwickeln wollte, verließ er Remington und arbeitete als Entwickler für Revolver für Eli Whithney Jr.. Letzterer war bezüglich Revolvern auf den Geschmack gekommen, als er für Samuel Colt die rund 1.000 Stk. Colt Walker fertigte, nachdem Colt bei seinem Bankrott mit dem Paterson seine Produktionsstätte verloren hatte.

    Fordyce Beals entwickelte für Whitney den Walking Beam Revolver, dessen System die Colt-Patente nicht verletzte, und erwarb einige weitere Patente zur Technik von Revolvern.


    Gleichzeitig war das Patent von Colt (Weitertransport der Trommel durch den Hahn) ausgelaufen, Remington hatte mit dem Verkauf gezogener Musketen die Kontakte zur US-Army wieder vertieft, und war nun an der Produktion von Revolvern interessiert, hatte allerdings keinerlei Erfahrung. Kurzerhand kaufte man Fordyce Beals zurück und beauftragte ihn mir der Entwicklung und Produktion von Revolvern.

    Beals erwarb das berühmt gewordene Patent von 1858, und Remington fertigte auf dieser Basis zunächst den Beals Pocket Revolver.

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    Mit dem Ausbruch des Amerikanischen Bürgerkriegs überschlugen sich allerdings die Ereignisse, und plötzlich waren Revolver für das Militär gefragt und begehrt.

    Remington reagierte, und fertigte auf Basis des Patents von 1858 Revolver im Navy und Army Kaliber.

    Hier der Remington Beals 1858 Army.


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    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Gleichzeitig wollte man die Waffe aber weiter verbessern, um den Gebrauch im Feld, aber auch die Produktion zu erleichtern.

    Das Korn wurde auf Schwalbenschwanz-Basis eingesetzt, und der Ladehebel wurde neu konstruiert. Hatte er bisher die Trommelachse vollständig blockiert,

    war es nach dem neuen Patent möglich, die Trommelachse auch bei geschlossenem Ladehebel aus dem Rahmen zu schieben, und auf diese Weise die Trommel schnell zu tauschen.


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    ROMA05.jpgDas neue Modell des Remington Army wurde der Armee vorgestellt, wurde getestet, und fiel durch.

    Bemängelt wurde die Schwalbenschwanz-Ausführung des Korns - das konnte im Feld verloren werden.

    Das gleiche galt für die nicht mehr durch den Ladehebel blockierte Trommelachse, man füchtete, im Feld

    die Trommelachse ganz zu verlieren, dieser Nachteil überwog den Vorzug des schnellen Tauschs einer

    leergeschossenen Trommel gegen eine geladene Trommel.

    Nicht zuletzt wollte die Armee einen Hahn, der auch im entspannten Zustand die Sicht auf die Kimme

    ermöglichte. Man verlangte von Remington, den Revolver wieder auf der Basis der genehmigten Variante

    nach dem Patent von 1858 zu fertigen.


    Somit wurde der neue Remington Revolver nach dem Patent von 1861 blitzartig zum "Old Model", weil

    die neuen, wieder nach dem Patent von 1858 gefertigten Revolver nun das "New Model" waren. Das ist das

    ganze Geheimnis der "schwierigen" Modellbezeichnung bei Remington, der Grund warum der 1861er "Old Model",

    und der 1858er "New Model" heißt.


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    besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.