Zündprobleme Hornady Frontier 55gr .223

  • Hallo Gemeinde, ich habe folgendes (mir nicht erklärbares) Phänomen:


    Reminton 700: Jede Fabrikpatrone wird ordentlich gezündet außer der Hornady Frontier 55gr. Mindestens jeder 2 Schuss ist ein Zündversager.

    Habe die Hornady in meinen AR´s probiert und siehe da: über 200 Schuss ohne Probleme.

    Das Schloss der Rem habe ich komplett zerlegt, vom Werksfett befreit, leicht geölt und wieder zusammengebaut: Fehler bleibt.

    Die Zündhütchen sitzen bündig im Hülsenboden und man sieht im Schlagbolzenabdruck keinen Unterschied zwischen den gezündeten und nicht gezündeten.


    Da meine Rem eine übelste Munitionszicke ist und die Hornady Frontier am Besten läuft, würde es mich freuen, wenn ich mit Eurer Hilfe den Fehler finden und beseitigen könnte.

  • Eine wirkliche Antwort habe ich nicht, aber eine Beobachtung, die "u.U." ein Ansatz wäre:


    Meine Ruger RPR in .223 zündet absolut jede Selbstgeladene mit unterschiedlichsten, selbst als besonders "weich" bekannten Zündis problemlos.


    Am Anfang machte ich Versuche mit 5 Sorten Fabrikpatronen die ich noch im Bestand hatte.


    Bei einem (!) ganz bestimmten Los von PMC .223 war jeder (!) Schuß ein Durchbläser, also Loch im Zündhütchen.

    Selbst PMC Patronen aus anderem Los zündeten absolut problemlos.


    Deshalb mein Tip: Zumindest mal den Versuch mit Patronen aus einem anderen Los starten.


    CC

    Wer oft genug ans Hohle klopft schenkt der Leere ein Geräusch

  • Das fällt mir dann auch wenig ein. Ich habe eine Waffe, die bzgl. Zündern etwas "zickig" ist. Meine G+E zündet gerne mal eine Patrone nicht, wenn ich "harte" Zündhütchen verwendet habe. Meine Abhilfe war, dass ich mit den "weichen" Federals lade und alles ist schön. Bei der Waffe ist auch der Abdruck auf dem ZH eher schwächer.


    Ich hätte Captain Cat folgend auch als erstes mal auf eine andere Sorte verwiesen. Wenn das nicht klappt kannst du entweder selbst Wiederladen, andere Fabrikpartonen nehmen oder du musst deinen Verschluss "optimieren". Hier wäre zu prüfen, ob der Abdruck auf dem ZH kräftig ist oder eher schwach. Dann würde ich mal schauen, ob die Länge des Schlagbolzens passt und prüfen, ob es andere Federn dafür gibt, um die Eindrücktiefe und/oder die Kraft des Bolzens zu erhöhen.


    Parallel dazu könntest du auch mal eine Email an Hornady schreiben und dein Problem schildern. Manchmal bekommt man von solchen Firmen so Antwort und manchmal auch mit sachdienlichen Hinweisen. Ein Versuch wäre es wert.


    Gruß

    Frank


    PS: Die drei Rem.700 die ich habe (1 davon als Vereinswaffe), weisen diese Effekte bei den bisher genutzten Patronen und ZH gänzlich nicht auf.

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    "Ein Grüner ist erst dann zufrieden, wenn er einem anderen Menschen etwas verboten hat!"

  • Dann würde ich mal schauen, ob die Länge des Schlagbolzens passt und prüfen, ob es andere Federn dafür gibt, um die Eindrücktiefe und/oder die Kraft des Bolzens zu erhöhen.

    Gibt es ein Maß an dem ich mir orientieren kann?

    Bezüglich der Federn werde ich mich mal informieren. Zum Wiederladerlehrgang habe ich mich angemeldet und bis dahin muss ich auf Fabrikmunition zurück greifen.

    Die Hornady ist wirklich die einzige Sorte welche nicht zuverlässig zündet aber eben auch die Beste vom SK her.

  • Paul99


    Die Hornady Munition ist in .223 wirklich auch nach meinen Erfahrungen die beste von den wettkampftauglichen. Selbst habe ich die auch verschossen, bisher immer ohne Probleme. Selbst aus der Vereins-Rem.700, die auch in .223 ist.


    Gibt es ein Maß an dem ich mir orientieren kann?


    Ich habe das nie nachgemessen oder den Verschluss so weit zerlegen müssen, weil bei mir nie ein Problem an der Stelle war. Was du machen kannst ist, dass du dir mal den Abdruck auf dem ZH anschaust. Ist der tief oder nur recht wenig ausgeprägt. Vielleicht machst du auch mal ein Foto von ein paar abgeschossenen Hülsen. Dann kann ich das das mal mit den Abdrücken von meiner Waffe vergleichen und man könnte vielleicht Rückschlüsse ziehen.


    Gruß

    Frank

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  • Vielleicht machst du auch mal ein Foto von ein paar abgeschossenen Hülsen. Dann kann ich das das mal mit den Abdrücken von meiner Waffe vergleichen und man könnte vielleicht Rückschlüsse ziehen.

    Das wäre wirklich sehr hilfreich, vielen Dank!

    .DSC_1990.JPG


    Links hat nicht gezündet, die rechte hat.

    Habe die Abdrücke mal mit denen der Lapua (welche ich Alternativ verwende jedoch leider mit VM) verglichen und ich erkenne nicht wirklich einen Unterschied.

  • Puuh....die sehen optisch aber beide richtig gut aus. Die aus meiner Grünig&Elimiger haben da trotz weicher ZH weniger Eindruck. Auf den ersten Blick würde ich die Waffe als Schuldigen nicht mehr an die erste Stelle setzen.


    Wenn du den Schlagbolzen da noch länger hättest, würde der sicher das ZH manchmal durchschlagen und Durchbläser will man nicht.


    Ich gucke aber trotzdem auch noch mal auf meine Hülsen.


    Was die Munition betrifft, so hatte ich immer nur Hornady im Hinterkopf.....Frontier habe ich irgendwie ausgeblendet. Will heißen, deine Munition habe ich selbst dann doch nicht getestet sonder als beste Fabrikpatrone hatte ich diese hier:


    pasted-from-clipboard.png


    Gruß

    Frank

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  • In meiner laufen trotz 1/12 Drall nur 55gr Geschosse und da ist die Auswahl an HPBT leider beschränkt und solange ich mir die Munition noch nicht selber stopfen kann, muss ich auf Fabrikmun zurück greifen. Daher die Frontier.

  • Die Waffen sind zwar alle verschieden, aber bei einem so langen Drall sollten doch die noch leichteren Hornady's auch laufen. Aber gut....wenn nicht, dann nicht.


    Wie dem auch sei, ist das aber auch keine Antwort auf die Frage, WARUM nur bei der einen Sorte soo viele nicht zünden.......ich weiß da auch nicht mehr weiter....Vielleicht haben die bei Frontier einfach ne ganze Platte schlechter Zünder bekommen und verbaut.....keinen Ahnung...denn sonst sieht von hier erst mal alles gut aus.


    Vielleicht haben andere da ja noch ne Idee...


    Gruß
    Frank

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  • An die Hülsenlänge hatte ich zwischenzeitlich auch schon mal gedacht. Wenn die extrem kurz wäre und dein Patronenlager recht lang, dann wäre das schon ungünstig. Aber: Dann hätte ICH erwartet, dass die Abdrücke im ZH deutlich geringer ausfallen würden....aber auf deinem Foto sieht man ja praktisch keinen Unterschied.


    Wenn du das aber mal probieren willst, dann kannst du das recht einfach tun. Nimm mal eine abgeschossene Hülse aus der Rem. und stecke die in deinen HA. Wenn der problemlos schließt, ist die Hülse definitiv selbst nach dem Abschießen nicht viel zu lang....und somit auch das Patronenlager der Rem. nicht.

    Wäre das der Fall, dann würde die abgeschossene Hülse in einem anderen System so nicht mehr ladefähig sein.


    Gruß

    Frank

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  • Nimm mal eine abgeschossene Hülse aus der Rem. und stecke die in deinen HA. Wenn der problemlos schließt, ist die Hülse definitiv selbst nach dem Abschießen nicht viel zu lang....und somit auch das Patronenlager der Rem. nicht.

    Habe ich in beiden Halbautomaten gemacht, der Verschluss schießt mit einem kleinen "Ruck" ,das Rausziehen aus dem Patronenlager geht aber verhältnismäßig schwer.


    An die Hülsenlänge hatte ich zwischenzeitlich auch schon mal gedacht. Wenn die extrem kurz wäre und dein Patronenlager recht lang, dann wäre das schon ungünstig.

    Ich habe mal die Hülsenlänge L3 der unabgeschossenen Patronen gemessen:


    Hornady Frontier: 44,15 - 44,25 mm

    Remington Premier: 44,40 - 44,65 mm

    Lapua Match: 44,60 - 44,65


    Lt. CIP ist die L3 44,70mm ohne Toleranzangabe, ist da 44,15mm zu kurz?


    Zum Schluss (sicherheitshalber) Schlagbolzen der Rem ausgebaut, Patrone ins Lager eingelegt, runde "Papierbeilegscheiben" (aus dem Locher) auf den Stoßboden des Verschlusskopf gelegt und Kammer geschlossen. Habe soviel beigelegt, bis sich der Verschluss nicht mehr schließen lies:


    Hornady Frontier: 7

    Remington Premier: 5

    Lapua Match: 4


    Ist zwar nicht "Büchsenmacherlike" aber was will man machen, wenn es am Spezialwerkzeug mangelt :think:

  • Ist zwar nicht "Büchsenmacherlike" aber was will man machen, wenn es am Spezialwerkzeug mangelt :think:

    Trotzdem - vernünftiges Herangehen an die Sache :thumbsup: !


    Nach all den jetzt bekannten Details gibt es m.E. immer noch kein eindeutiges Bild.

    Die Schlaboabdrücke sind einwandfrei , der Rest nicht wirklich auffällig, wobei es darauf hindeutet, daß der Verschlußabstand bei der Frontier schon größer ist - aber wäre das wirklich die Ursache, wieso passen dann die Schlaboabdrücke vom Bild her.


    Ich kann da nur auf die unbefriedigende Feststellung kommen, daß auch das mal wieder einer der nicht erklärbaren Fälle ist, wo innerhalb der zulässigen Toleranzen von Munition und

    Lager eine Situation besteht, das die Sachen nicht miteinander harmonisieren, die "Geometrie" nicht stimmt.


    Kenne Vergleichbares von zwei KK Büchsen in meinem Bestand, die sich einfach weigern amerikanische KK Munition - die ja schließlich bei uns auch den CIP Vorgaben entsprechen muß - zu akzeptieren und ansonsten mit jeder anderen Munition Null Probleme haben.


    Ist jetzt nicht befriedigend, aber Anderes kann ich mir nicht mehr vorstellen.


    Also, schnell den Wiederlader Schein machen und das Problem selbst lösen;).

    Wer oft genug ans Hohle klopft schenkt der Leere ein Geräusch

  • Habe ich in beiden Halbautomaten gemacht, der Verschluss schießt mit einem kleinen "Ruck" ,das Rausziehen aus dem Patronenlager geht aber verhältnismäßig schwer.


    Das das Herausziehen recht schwer geht ist normal, da die abgeschossene Hülse ja gelidert hat und somit "größer" ist als das "Original". Darum muss man die Hülsen ja auch kalibrieren.

    Ich hatte den verdacht, dass dein Rem.700 Patronenlager ggf. recht groß sein könnte, dann hätte die geliderte Hülse gar nicht mehr in eine andere Waffe gepasst (Habe hier so einen Fall in .308). Aber auch wenn der Test mit nur einer anderen Waffe nicht zuverlässig ist, haben wir dennoch ein Zwischenergebnis. Dies dadurch, dass du die Hülsen noch einmal gemessen hast.


    Mein Verdacht war ja, dass die Patrone recht viel Spiel hat und darin ein Teil der Energie des Schlagbolzens "verschwindet". Das kann eben sein, wenn das Patronenlager sehr weit ist. Aber eben auch wenn die Hülse sehr klein. Und diesen Fall hast du ja nachgeweisen. Somit passen die Ergebnisse schon mal zueinander. Sowohl die L3 Werte, als auch die "Hilfsschätzung zum Verschlussabstand". Coole Idee!!!


    Dass die Abdrücke auf dem ZH allesamt gut aussehen, ist jedoch schon rätselhaft wie Captain Cat oben ja auch bemerkt hat. Aber vielleicht ist das tatsächlich so, dass es eben gerade auf der Grenze liegt und das ZH eben manchmal gerade nicht zündet. Da Frontier der Hülsenhersteller ist, kannst du ja noch mal weitere Chargen prüfen, wenn es die Munition unbedingt sein muss. Vielleicht haben die ernsthaft ein Problem.....oder die finden ihre Hülse so prima. Für die Anwendung in einem HA erhöht sowas schließlich die Zuverlässigkeit...sofern die Patrone noch zündet....man weiß es nicht...



    Gruß

    Frank

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    "Ein Grüner ist erst dann zufrieden, wenn er einem anderen Menschen etwas verboten hat!"

  • Naja, alternativ bin auch auf die "American Gunner" von Hornady gestoßen. Diese hat ein 55gr HPBT Geschoss und würde demnach auch "theoretisch" in mein Raster passen. Hat jemand Erfahrungen mit der Munition?


    Danke euch "Frank 1000" und "Captain Cat" für die bisherige Hilfe! :drink:

  • Bei der American Gunner gab es vor einigen Monaten ein paar Chargen, die in der Repetierbüchse nicht gezündet haben. Bei mehreren Waffen.

    Der Bolzenabdruck war auf dem Zündhütchen sichtbar. In der SLB haben die dann alle gezündet und angemessen präzise getroffen.


    Bei den aktuellen Chargen tritt das Problem nach Hörensagen nicht mehr auf.