Remington 700 PCR - Erfahrungen

  • zivilist


    na dann will ich wenigstens noch einmal auf meine Punkte antworten ;)


    Wenn die 100m zweitrangig sind, es auch weiter als 300m gehen soll und darüber hinaus ein Militärkaliber gefordert ist, dann ist .308Win schon eine gute Wahl. Man muss sich dann halt nur im Klaren darüber sein, dass man in den "Loch-Stanz-Disziplinen", wie BDMP ZG3 beispielsweise, eben nicht vorn und nur schwer in der vorderen Hälfte mitspielen kann.

    Aber eine Waffe die alles gut kann, gibt es eh nicht...somit ist jede Anschaffung immer ein Kompromiss aus der besseren oder schlechteren Eignung für die eine oder andere Diszipline, sowie dem fürdas Sportgerät zur Verfügung stehendem Budget.


    Um noch einmal zum Wiederladen zu kommen: Das hatte ich deshalb angesprochen, da vor allem beim sportlichen Einsatz oberhalb von 100m die Fabrikmunition, die auch zuverlässig was trifft, schon RICHTIG ins Geld geht. 1,50€ pro Schuss zu investieren ist da absolut kein Problem. Wenn es dann noch weiter gehen soll, oder man etwas regelmäßige trainieren möchte, ist Wiederladen in meinen Augen unerläßlich......zumindest, wenn der Lottogewinn mal wieder auf sich warten lässt.


    Was meine Aussage zum taktischen Aussehen betrifft, so bin ich einfach jemand, der eine Sportwaffe zum überwiegenden Teil danach aussucht, was sie im sportlichen Einsatz bringt und das in Verbindung mit meinem Budget. Sicher...das Auge schießt auch mit - klar. Aber es werden hier immer wieder Dinge diskutiert, bei denen ICH die Hände über dem Kopf zusammenschlage: AR15 für einen Sportschützen mit ZF und dann wird eine 45° gedreht montierte Notvisierung montiert, und sich darüber ausgetauscht, dass man das haben muss usw. FÜR MICH keine Sportwaffe mehr und FÜR MICH auch kein gut investiertes Geld, zumal noch wenn an der Waffe selbst gespart wurde. Ich sehe es hier über die Jahre einfach sehr oft, dass die preiswerteste Waffe gekauft und anschließend noch einmal so viel Geld in taktisches Zubehör gepumt wird. Also Sportschütze hätte ICH eher mehr in die Eigenpräzision der Waffe inverstiert. Aber: Vielleicht hast du da Recht, bin ich etwas voreingenommen, wenn eine Waffe "sehr taktisch" aussieht. Wenn das auf dich nicht zutrifft, dann freut es mich umsomehr!!!


    Und was die Vorneigung betrifft, so hatte ich oben schon meine Meinung geschrieben. ICH habe die bis 1000m bisher nicht gebraucht....


    Gruß
    Frank

    ---- BDMP ---- DSB ----- ProLegal ---- German Rifle Association ----


    "Ein Grüner ist erst dann zufrieden, wenn er einem anderen Menschen etwas verboten hat!"

  • Jetzt bin ich aber neugierig.

    Gibt es sportliche Disziplinen, bei denen das vorgeschrieben ist? Reservistenverbände?


    Ja, zum Beispiel BDMP ZG2. Wird auf 300m geschossen und es sind nur Waffen in militärischen Kalibern zugelassen.


    Da kann man sich dann zwischen den Nachteilen der .223Rem und der .308Win entscheiden:happy:


    Gruß

    Frank

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    "Ein Grüner ist erst dann zufrieden, wenn er einem anderen Menschen etwas verboten hat!"

  • Du hast ja geschrieben man kann die zehn halten (also 5cm bei dieser Scheibe). Da geht sicher noch was mit passenderer Munition und steigenden Schützenfertigkeiten. Nur aus Neugier, wie ist denn das mitgelieferte Schussbild ausgefallen ?

    Eine gute, eigentlich die wichtigste Frage hier. Es wurden vom Hersteller 3 Schuss abgegeben, ohne Angabe der Munition, die zweifellos von Remington stammt. Dadurch ergab sich ein Streukreis von 2,5 cm, weil der 1 Schuss aus der Reihe tanzt. (Naja, wie gesagt, ich hatte im Internet bessere Streukreise zur Waffe gefunden.) Sollte es sich um einen Ausrutscher gehandelt haben wäre der Streukreis aber bei 1cm. Ich könnte mir das vorstellen, dass eine Waffe erst einmal wie jedes technische Gerät eine Zeit benötigt, biss sie sich eingerichtet hat. Weiß das jemand?

    Die 2,5 cm konnte ich tatsächlich bei eingespannter Waffe halten. Wenn ich jetzt noch die Munition optimiere, sollte mehr möglich sein. Jedoch wollte ich die Waffe nicht als Matchgewehr einsetzen.

  • Sollte, hätte, könnte ... :think:


    3 Schuß sind als Stichprobe zu klein, um einen Streukreis zu beurteilen.

    Sinnvoll ist ein Schußbild mit 5, besser 10 Schuß, um zufällige Einflüsse zu minimieren.

    Ein 3er-Schußbild ist eher Marketing und dient dem Hersteller nur dazu, zu erkennen, daß die Waffe nicht grundsätzlich Murks ist (Lauf lose etc.).


    Es gibt das Konzept des Einschießens eines Laufes (Schießen - Zwischenreinigen - Schießen - Zwischenreinigen - ... - fertig). Manche halten das für Esoterik, manche versuchen es technisch zu erklären.

    Ich habe bei 08/15-(Nicht-Benchrest-) Waffen meine Zweifel, daß sich dadurch etwas wesentlich verbessern läßt.

    Bei bestimmten Laufgeometrien oder Laufbeschichtungen kann es technisch gesehen definitiv nicht funktionieren.


    Ich könnte mir das vorstellen, dass eine Waffe erst einmal wie jedes technische Gerät eine Zeit benötigt, biss sie sich eingerichtet hat. Weiß das jemand?

    Ich lese sowas immer wieder, verstehe aber bis heute nicht, woher diese Idee kommt.

    Mechanische Geräte richten sich nicht von selbst auf irgendetwas ein. Als Konstrukteur und auch als Hersteller will man solche Art von Eigenleben tunlichst vermeiden sondern stattdessen eine technische Einheit mit definierten, festen Eigenschaften übergeben.


    Es kommt natürlich bei bewegten Teilen zu Abnutzungen, die irgendwann zum technischen Lebensende führen.

    Früher konnte man nicht genau genug fertigen, so daß es in der Anfangszeit der Nutzung zu hohem und sich dann verrringerndem Abrieb kam. Das sollte heutzutage erledigt sein (bzw. man könnte es vermeiden tut es aus Kostengründen nicht). Deswegen mußte man Autos / Motoren früher einfahren und dann einen Ölwechsel machen um die Späne aus dem Ölkreislauf herauszuholen.

  • Meine Meinung zur "Esoterik":


    Bei Benchrestbüchsen mit Handgeläppten Läufen macht ein Glattschießen durchaus Sinn. Das erfolgt in der Regel durch das von Weyland oben beschriebene Verfahren. Da wird dann der Lauf aber auch nach 3000 Schuss, die genausestens dokumentiert werden, ausgetauscht, weil dem Steuermann die Präzision nicht mehr genügt.


    Bei allen anderen Waffen, vor allem den preisgünstigen Großserienbüchsen wie Howa, Remington700, usw. ist das vergebene Liebesmüh und die Waffen haben meiner Meinung nach auch keine Einlaufzeit. Die Schussleistung nimmt, wie bei jeder Waffe, einfach mit dem Laufverschleiß ab. Nach wievielen Schüssen der Lauf dann verschlissen ist, ist die Definition des Eigentümers und seinen Ansprüchen, sowie den Disziplinen, in denen die Waffe genutzt wird.


    Gruß

    Frank

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