Mutterinstinkte

  • könnte man entwickeln,

    wenn man diesen Zwerg sieht!

    Die Frage

    "Darf der schon Pulver aufnehmen, oder kriegt der noch die Brust?" drängt sich auf.

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    Ein Springfield Arms Perkussionsrevolver, 6schüssig, Kaliber .28"

    Wobei, - kann ja sein, dass der sich fürchtet, wenn er einem Colt oder Remington

    Army Modell begegnet, aber freiwillig würde ich mich dennoch nicht davorstellen.


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    Springfield Arms darf man nicht mit dem staatlichen Arsenal der Springfield Armory

    verwechseln. Es handelt sich um ein Privatunternehmen, gegründet von einem

    James Warner (ca. 1818 - 1870) vor 1850, betrieben bis 1869.

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    1850 registriert das Stadtamt von Warner's Unternehmen in der Lyman Street sowie der

    Gardner Street, anschließend lautet die Adresse der Springield Arms Co. schlicht "Blacke's Hill".

    Alle produzierten Waffen basieren auf James Warner's Patenten: Jänner 1851 No. 7,894,

    15. Juli 1851 No. 8,229, sowie 28. Juli 1857 No. 17,904.

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    Wo James Warner ausgebildet wurde ist nicht bekannt, vor der

    Gründung der eigenen Firma dürfte er aber bei der "Massachussets Arms Co.

    gearbeitet habe.

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    Neben dem Taschenrevolvern stellte James Warner auch 6schüssige Revolvergewehre her,

    später dann Randfeuer-Karabiner. Für letztere erhielt er einen Regierungsauftrag, zwischen

    Jänner und November 1864 lieferte er 155 Stück, zwischen Februar und Ende März 1865

    stattliche 2.500 Stück.


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    Thomas Warner (1793 - 1885), der ältere Bruder von James Warner dürfte

    während seiner Laufbahn kurz mit seinem Bruder zusammengearbeitet haben,

    (Irgendwann heißt das Unternehmen kurz "Warner Bros."), war aber im Wesentlichen

    unabhängig von seinem Bruder tätig, unter Anderem im Springfield Arsenal,

    in Eli Whithney's Waffenfabrik, bei Edwin Wesson, und anderen.


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    Viele Exemplare des gezeigten Revolvers sind nicht erhalten. Es ist

    strittig, wie viele überhaupt hergestellt wurden. Die Angaben der

    unterschiedlichen Quellen schwanken zwischen 100 Stk. und 500 Stk.


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    Jedenfalls hätte es mich interessiert, beim Produktionsprozess zuzusehen.

    Immerhin sind die Revolver nicht nur - wie z.B. auch Sam Colt's Trommeln,

    geprägt, sondern zusätzlich auch handgraviert. Was schon einen bedeutenden Aufwand

    darstellt.

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    Mechanisch ein vollwertiger Single Action-Revolver, die Trommel

    rotiert beim Spannen des Hahns. Der Griff ist eher winzig, das Wort "klein"

    reicht da nicht aus. Aber was soll's, Deringers waren auch nicht größer,

    boten aber nur einen Schuss.


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    Den Kundenkreis für diese Waffen kenne ich

    natürlich nicht, aber bei der Größe denkt man gerne an Spieler oder

    auch andere verrufene Branchen.


    besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Mir persönlich wäre da der 1855 Root in .28 lieber, von dem 30 000 Stück hergestellt wurden, in .31 nur 14 000


    https://en.wikipedia.org/wiki/…idehammer_Pocket_Revolver

    Erik - the master of desaster
    Gott hat den Menschen erschaffen, weil er vom Affen enttäuscht war. Danach hat er auf weitere Experimente verzichtet (Samuel Langhorne Clemens)

  • Mir persönlich wäre da der 1855 Root in .28 lieber...

    Hängt davon ab, Erik.

    Wenn man mit dem Revolver auch schießen will, allemal! Der Colt ist um Längen ergonomischer aufgebaut.

    Aber als Kuriosität gibt der Springfield Arms Zwerg schon 'was her... 8)


    besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Der Eindruck täuscht, Finnian , liegt daran, dass der obere Rahmen hinten höher ist als vorne.

    Sprich, der zarte "Knick in der Linie" ist schon vorhanden, - nur die Ursache eben eine andere grin-.)

    besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Der Eindruck täuscht, Finnian , liegt daran, dass der obere Rahmen hinten höher ist als vorne.

    Sprich, der zarte "Knick in der Linie" ist schon vorhanden, - nur die Ursache eben eine andere grin-.)

    besten Gruß

    Werner

    😁 Aber eigentlich ist das Korn dich wirklich eine Farce, wenn ich mir aus den Perspektiven die Visierlinie so zusammenbastel. Man sieht es durch diese "Schlitzschraube" nicht. Oder ist sie zu weit gedreht und sollte gleichzeitig als Kimme fungieren?

    Ich meine, das Schmuckstück wurde wahrscheinlich für Distanzen gebaut, bei denen die Zielerfassung sowieso intuitiv erfolgt und untergeordnet ist.

    Aber hätte man sich das Korn dann nicht direkt sparen können?

    Egal. Aber wie gerne würde man in der Zeit reisen und den damaligen Konstrukteur bei nem Bierchen dazu befragen :drink:

  • Aber wie gerne würde man in der Zeit reisen und den damaligen Konstrukteur bei nem Bierchen dazu befragen :drink:

    Da wäre ich sofort dabei!

    Das Korn ist vermutlich nur da, um Nörgler zum Schweigen zu bringen, die meinen, der Revolver hätte ja gar kein Visier.

    So wie der Kleine in der Hand liegt, und bei Schussentfernungen die wohl meist unter 2m lagen, ohnehin überflüssig.

    Bei dem Griff frage ich mich eher, ob da 2 Finger einer Männerhand Platz finden, oder ob man ihn ohnehin nur mit einem Finger

    (plus dem am Abzug) halten kann:saint:

    besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Warum haben die Jungs sich nicht vor der Tür einfach gepflegt einen in die Fresse gehauen

    Zu riskant, der hätte zurückhauen können, oder seinerseits einen Revolver ziehen.

    Da ging's oft darum, einen Falsch-Spieler beim Poker - also Tisch-Distanz - dazu zu bewegen, das erschlichene Geld zurückzugeben, oder eine Bardame wollte sich gegen einen aufdringlichen Gast wehren, etc. etc. .

    Das Hollywood Western-Duell gab es in der Praxis fast nie.


    besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Alter :shock:

    Naja. Andere Zeiten, andere Sitten.

    Trotzdem hatten damals ja auch die Falschspieler u.U. Frauen, Kinder, Eltern, Freunde... Leute deren Leben nach ihrem Ableben nicht mehr das selbe ist.

    Warum muss man sich denn da gleich gegenseitig ins Gesicht schießen...

    Allerdings, wenn man liest, weswegen heutzutage Leute abgestochen oder aus dem Leben getreten werden...

    Soweit sind wir vielleicht dann doch nicht davon entfernt.

    Interssant in jedem Fall. Aber auch gruselig.