Unbekannte Perkussions-Rückschläger-Büchse

  • Kürzlich habe ich von einem Händler eine solche Waffe erstanden, von der dieser behauptet, sie sei um 1840 entstanden. Das ist mir natürlich zu wenig. Deshalb bitte ich Euch um mehr Infos. Mich interessieren Herkunft, 1840 , Militär- , Jagd- oder Schützenbüchse, und auch alles andere. Nach dem kompletten Zerlegen kann ich sagen :

    Gesamtlänge 123 cm, Lauf-Länge 90 cm, geschweift, 8 Züge, Feld-Kaliber 13 mm, Zug-Kaliber 14 mm , gemessener Drall ca. 135 cm, Stecher, alle Beschlagteile Eisen, nummeriert. Fotos anbei. Danke für Eure Hilfe.

  • Mich interessieren Herkunft, 1840 , Militär- , Jagd- oder Schützenbüchse, und auch alles andere.

    Militär ganz sicher nicht, Jagd auch nicht, typische Scheibenbüchse aus dem "Alpenraum".

    Mehr kann ich dazu nicht sagen.

    "Im Leben braucht man zwei Dinge - Ignoranz und Überheblichkeit

    und

    der Erfolg ist einem sicher."

    (Mark Twain)

  • 100% zivil, Scheibenbüchse aus dem Alpenraum (möglicherweise aus Tirol), 1840 könnte stimmen, könnte aber auch etwas später sein. Diopter fehlt, möglicherweise fehlt auch der vordere Schaftabschluss. Eigentlich sollte der Büchsenmacher seine Signatur oben auf dem Lauf hinterlassen haben.


    Scheibenbüchse mit Daumenkanzel, deutschem Stecher, Harfenbügel (in dem jeder Finger seinen Platz hat) und sehr schön ausgearbeiteter Backe. Schönes Stück.

  • Scheibenbüchse aus dem Alpenraum (möglicherweise aus Tirol),

    . . .

    und sehr schön ausgearbeiteter Backe.

    Die Backe deutet m.E. eher auf bayerischen Ursprung hin als auf typische Tiroler Schäftung - aber die Übergänge waren natürlich in der Region fließend.


    die Dio-Aufnahme sieht mir aus als sei sie nachträglich angebracht ?

    Nein, die ist schon stimmig und für diese Art von Büchsen an der richtigen Stelle.

    "Im Leben braucht man zwei Dinge - Ignoranz und Überheblichkeit

    und

    der Erfolg ist einem sicher."

    (Mark Twain)

  • Hallo,

    ich habe jetzt das gute Stück soweit restauriert, daß ich an`s Schießen gehen will. Ich habe Rundkugeln Kaliber. 50 besorgt, und will mit Pflaster Dicke 0,65 mm versuchen. Will 50 grains CH 3 nehmen.

    Ist das für Euch Spezialisten vertretbar ?

    Danke für Beiträge

    Uwe

  • Hallo,

    ich habe jetzt das gute Stück soweit restauriert, daß ich an`s Schießen gehen will. Ich habe Rundkugeln Kaliber. 50 besorgt, und will mit Pflaster Dicke 0,65 mm versuchen. Will 50 grains CH 3 nehmen.

    Ist das für Euch Spezialisten vertretbar ?

    Danke für Beiträge

    Uwe

    Ob das Pflaster in der Stärke nötig ist und die Kombination sinnvoll, kann ich aus der Ferne nicht beurteilen, Hauptsache es geht stramm, aber ohne Gewalt rein.

    Die Anfangsladung ist m.E. für Rundkugel deutlich (!) zu hoch !

    Ich würde da mit 35 grs anfangen und eine erste Leiter in 5 grs Schritten nach oben abarbeiten,

    denke aber, daß das im Bereich 35-40 grs bereits sehr gut funktionieren sollte.

    Möchte selbst eine gut passende Ladung ab 30 grs nicht ausschließen.

    "Im Leben braucht man zwei Dinge - Ignoranz und Überheblichkeit

    und

    der Erfolg ist einem sicher."

    (Mark Twain)

  • Hallo,

    nachdem ich die Büchse mit Hilfe eines Freundes, der sich mit Schaft-Restaurierungen sehr gut auskennt, so gut es ging hergerichtet habe, habe ich den fehlenden Schaft-Abschluß aus Grenadill-Holz nachempfunden. War sehr viel Arbeit. Erste Schieß-Versuche sehen vielversprechend aus. Ich war erstaunt wie gut doch ein so altes Teil mit großem Kaliber trifft. ( .50er Kugel mit 0,4 mm Inlett-Pflaster und 35 grs. Zloty-Pulver ). Dieses Pulver hinterläßt sehr viel "Dreck", leider; Ich werde zu CH zurückkehren.