BBF in 30-06

  • Hallöle,


    ich bin ja nun schon seit längerem auf der Suche nach einer Bockbüchsflinte in einem Mittelkaliber für den Ansitz bzw. für Federwild. Ein Jäger aus meinem Schützenverein hat mir seine Brünner 502 angeboten, Kal. 30-06 und 12/70. Habe auch heute damit schon geschossen (den 30-06-Lauf) und bin eigentlich ganz zufrieden.

    Jetzt habe ich aber immer mal wieder gelesen/gehört, daß randlose Patronen in Kipplaufwaffen sch***e sind, wegen Auswurf und, speziell bei 30-06, zu hohe Belastung der Basküle wegen des relativ hohen Drucks (http://www.jasw.de)

    Das Gewehr hat heute problemlos und störungsfrei seinen Job getan.

    Hat hier jemand Langzeiterfahrung? Mein Verkäufer hat das Gewehr nur ein paar Mal geschossen, weil ihm der Rückstoß der 30-06 zu heftig war

    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten

  • 30-06 ist jetzt ein Schalenwild taugliches Kaliber in völlig normaler Stärke, was jetzt in keinster weise übertrieben stark wäre. Ein etwas stärkeren Rückstoss kann es natürlich bei Gewichtsmäßig sehr leichten BBFs geben, wie bei Brünnern häufiger. Wenig Waffengewicht mehr Rückstoss, so ist das nunmal.

    Meine BBF in 8x57JRS und 12/76 schiebt mit 8x57JRS auch stärker als der Jagd98er Repetierer in 8x57JS obwohl die JS i.d.R stärker geladen ist als JRS.

    Wenn der Verschluss für 30-06 ausgelegt ist, dann hält der den Druck problemlos. Sofern man jetzt nicht wie ein Sportschütze tausende von Schuss daraus abfeuert spielt jagdlich der möglicher weise etwas höhere Verschleiß am Verschluss keine Rolle. Selbst wenn es irgendwann mal soweit sein könnte, kann ein Büchsenmacher einen nicht mehr richtig dichtenden Verschluss wieder dichten nacharbeiten.


    30-06 würde ich in BBF aber eher ungern nehmen wie jede andere Nicht-Randpatrone auch. In n Bockbüchse gerne, aber in n BBF wo man nur einen einzigen Kugelschuss hat würde ich Randpatronen immer bevorzugen. Die lassen sich deutlich einfacher schnell nachladen wenn man doch mal n zweiten Kugelschuss braucht. Bei Randlosen Patronen kann das Entladen der abgefeuerten Hülse in so n Waffe manchmal etwas fummeliger werden. Das sind dann fehlende wertvolle Sekunden sollte man mal einen zweiten Kugelschuss abgeben müssen.

    Ist aber nur meine persönliche Meinung.

  • Die lassen sich deutlich einfacher schnell nachladen wenn man doch mal n zweiten Kugelschuss braucht

    Ich kann dir nicht ganz folgen. Die leere Patrone wurde beim Öffnen ca. 2cm rausgedrückt - jedenfalls bei diesem Gewehr. Für ein Nachladen ist es unerheblich, ob die Hülse einen Rand hat oder nicht - außer die Hülse wäre satt geölt und ein Rand brächte mehr Griffigkeit. :/:/

    Der zweite (schnelle) Schuß bei Drillingen und Co. kommt als Slug aus dem Schrotlauf. So habe ich es jedenfalls gelernt

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  • Dann hast Du Glück, bei sehr vielen Kipplaufwaffen funktioniert das mit dem teilweise Ausziehen von Randlosen Hülsen nur so leidlich eben nicht zuverlässig gut beim Öffnen des Verschlusses. Hab da schon viele Waidmänner etwas länger fummeln sehen um die abgeschossene Hülse raus zu bekommen.

    Klar im Nahbereich kann man sehr viel schneller einen zweiten Schuss abgeben, wenn man im Schrotlauf n Slug geladen hat. Das hat entfernungstechnisch halt nur Grenzen bis wo hin man sinnvoll einen Slug einsetzen sollte. Und bei der BBF verzichtet man dann auf den eigentlichen Vorteil der Waffe eben mit Büchsenpatrone und Schrotpatrone universell für fast alles Wild gerüstet zu sein.

  • Ich bin kein Fan von randlosen Patronen in Kipplaufwaffen, ich habe schon mal gesehen wie auf einer Drückjagd bei einem Drilling in 30-06 der Auszieher über die Rille gesprungen ist und sich die Hülse dann darunter verklemmt hat, die Waffe war damit nicht mehr einsatzbereit.

  • genau sowas meine ich damit. Ich habe bei Kipplaufwaffen für randlose Hülsen noch keinen wirklich zuverlässigen Auszieher gesehen.

    Kommt natürlich auch auf die Laborierung an, sowie ob das Patronenlager immer gut gereinigt wurde. Stark geladene Patronen in nicht gereinigten Patronenlager haben natürlich den höchsten Auszugswiderstand.

    Ganz unangenehm sind Kaliber wo nicht nur die Hülse Randlos ist sondern die Hülse über weite Bereiche nahezu zylindrisch wie bei .308 . In sofern lässt sich .308 noch schlechter ausziehen wie 30-60 die etwas mehr konisch ist.


    Grundsätzlich würde ich persönlich in Kipplaufwaffen mit nur einem Kugellauf aber wie oben erwähnt Randhülsen vorziehen, wie 8x57JRS oder 7x57R etc.

  • 30-06 generell ist ein sehr gutes Jagdkaliber für heimisches Wild. Würde ich im Repetierer oder Halbautomat ohne nachzudenken nehmen.

    In n Kipplaufwaffe halte ich es halt für suboptimal, da ziehe ich Randhülsen aus besagten Gründen vor.