Lewis Hepburn

  • war in den 1870er Jahren Sportschütze in den USA, und - ganz nebenbei - auch Büchsenmacher. bei Remington.

    Er erhielt den Auftrag, für das Creedmore Match die Hälfte der Büchsen des amerikanischen Teams zu bauen, und

    entschied sich für die Verwendung der Rolling-Block Mechanik. Das US-Team gewann den Bewerb hauchdünn, und

    Lewis Hepburn war mit seiner Arbeit nicht besonders zufrieden. Dementsprechend begann er an einem neuen Design

    zu tüfteln.

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    Ergebnis: die Remington Hepburn Rifle, hier ein Modell 3 Match Grade A, die günstigste Variante. Und - fast - Original.

    Es gab auch Match Grade B - mit Backe - und C, mit Fischhaut am Vorderschaft. Das abgebildete Gewehr ist Matchtauglich,

    dank neuem Lauf. Wobei der originale Lauf auch immer noch schussfähig ist, und mitgeliefert wurde.


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    Diese "billige" Variante von Hepburn's Fallblock Gewehr kam im Jahr von Remingtons erstem Konkurs auf dem Markt,

    und sollte aufgrund des geringeren Preises die Verkaufszahlen in die Höhe treiben. Immerhin ging das Gewehr in dieser

    Ausführung für $25 über den Ladentisch, $ 42,- zahlte man für das Match Grade B-Gewehr.


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    Immerhin: Gefertigt wurde die Match Grade A von 1887 bis 1904, mindestens 200 Gewehre wurden verkauft, andere Quellen geben 400 Stück an.

    Der Lauf ist 30" lang, verschossen werden .38-55 Patronen. Der neue Lauf wurde an den Schaft angepasst - und nicht umgekehrt, so dass der

    glückliche Käufer auf Wunsch auf den originalen Lauf umsteigen kann.


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    "Nur" ein simples Scheibengewehr, IMHO dennoch eine Waffe, welche die Geschichte ihrer Zeit

    sehr anschaulich erzählt.


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    Ein fast 130 Jahre altes altes, sehr schön restauriertes Gewehr.


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    besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Eine kurze Ergänzung zu der Geschichte der Gewehr und der Schießen.

    Als zum ersten Mal (internationeler Wettkampf), 26. September 1874, Hinterlader für die Langstreckenschießen verwendet wurden, schoss die US-Mannschaft mit Remingtons (siehe das von Werner Oben vorgestellte Gewehr) und Sharps Gewehre verwendet. Diese verteilten sich gleichmäßig in der Mannschaft: Hepburn, Bodine und Fulton benutzten Remington-Gewehre, Dakin, Gildersleeve und Yale Gewehre von Sharps.

    Die Amerikaner lagen beim ersten Match auf 800 Yard mit 8 Ringen gegen die Iren in Führung, bei 900 Yards holten die Iren um 2 Ringe auf und sie lagen bis zum letzten Schuss auf 1000 Yards in Führung. Mit dem letzten Schuss und als letzter US-Schütze auf 1000 trat John Bodine an und er lag mit seinem Treffer besser als die Iren. Somit gewannen die US-Schützen mit 934 zu 931 Ringen genen die Iren.

    Am 29. Juni 1875 fand das Gegenmatch in dr Nähe von Dublin statt und wurde ebenfalls von den US-Schützen mit 967 zu 929 Ringen gewonnen.