Schalldämpfer auf einer Kurzwaffe - rechtliche Situation

  • Ein Jäger hat durch Voreintrag in der WBK rechtmäßig einen Schalldämpfer erworben. Dieser Schalldämpfer passt auch, ohne bauliche Veränderungen, auf seine Kurzwaffe (Pistole). Meine Frage, darf der Jäger den Schalldämpfer auf der Kurzwaffe bei der Jagdausübung (Fangschuss) oder auf dem Schießstand verwenden?


    Einerseits

    Da das Bundesjagdgesetz kein sachliches Verbot für die Jagdausübung mit Schalldämpfern enthält, ist diese in Deutschland grundsätzlich erlaubt. Der Schalldämpfer wird zwar für eine bestimmte Waffe genehmigt, aber es ist nicht verboten, ihn auf anderen Waffen anzubringen. Bei Langwaffen ist das gängige Praxis.


    Andererseits:

    Ich habe noch nie jemanden mit Pistole und Schalldämpfer auf dem Schießstand oder im Wald gesehen.


    Kennt sich jemand aus?

  • Hmmm. Da gibt es zum einen wohl unterschiedliche Eintragungsformen:


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    Zum anderen besagt der Eintrag nur etwas über die Bauart. Der Erwerb eines explizit für Kurzwaffen konzipierten Schalldämpfers wird mit nicht Sicherheit (bei derzeitiger Rechtslage in Deutschland) nicht erlaubt. Es geht ja nicht um den Erwerb, sondern die Verwendung. Ich kann mit einem Schalldämpfer auch einen Nagel in die Wand schlagen. Das ist nicht sonderlich sinnvoll, aber waffenrechtlich kein Problem, obwohl ich den Schalldämpfer für den Zweck niemals genehmigt bekommen würde.


    Grundsätzlich sinnlos ist der Schalldämpfer an der Kurzwaffe nicht. Gerade beim Fangschuss. Warum muss der Jagdhund in der Nähe mit 130 DB oder mehr belastet werden?


    Gibt es irgendwo ein Gesetz, eine Verordnung, ein Urteil, dass dies verbietet? Oder ist dies eher ein moralisches Problem?

  • spannende Frage, die so einfach nicht zu beantworten ist.

    Doch, ziemlich einfach sogar. Ist zumeist in den Landesjagdgesetzen geregelt, nicht zwingend vom Bund.


    Für Bayern steht JagdLANGwaffe sogar als Begrifflichkeit im Antrag auf die Schalldämpfergenehmigung.


    Schraubst den Schalldämpfer dann an eine Kurzwaffe, dann handelst du außerhalb der Genehmigung.

  • Lassen wir mal den möglichen Verstoß gegen andere Rechtsvorschriften weg. Verbot mit Kurzwaffen zu Jagen, Schießen außerhalb des Revieres oder einen Schießstandes usw. Das ist etwas anderes.


    Ein Jäger hat auch kein Bedürfnis auf einem Schießstand mit einem Schalldämpfer zu schießen. Das Bedürfnis ist nur im Revier gegeben. Aber trotzdem darf der Jäger auch auf dem Schießstand mit dem Schalldämpfer schießen. Also dass das Bedürfnis dagegen steht, ist jetzt nicht wirklich überzeugend. Wie ich schon schrieb, mit dem Schalldämpfer einen Nagel in die Wand zu klopfen ist von keinem Bedürfnis gedeckt, ebenso wenig den Schalldämpfer als Kerzenständer zu verwenden. Beides wäre waffenrechtlich aber zulässig. Es muss schon ein konkretes Verbot geben, das Ding auf eine Kurzwaffe zu schrauben.


    Es kennt auch niemand einen Fall, wo ein Jäger wegen Benutzens des Schalldämpfers auf der Kurzwaffe belangt wurde? Ich denke einfach, dass ist etwas, was der Gesetzgeber "vergessen" hat zu regeln. Wie so vieles.


    Wenn keiner was konkretes weiß, frage ich das BMI. die sind für Waffenrecht zuständig (nicht das BMJV - erstaunlicher Weise), Nur dauert eine Antwort dort meistens 6 Wochen bis 3 Monate.:sheep: Das Landesinnenministerium meines Bundeslandes kann ich dann auch gleich fragen.

  • Ein Jäger hat auch kein Bedürfnis auf einem Schießstand mit einem Schalldämpfer zu schießen. Das Bedürfnis ist nur im Revier gegeben. Aber trotzdem darf der Jäger auch auf dem Schießstand mit dem Schalldämpfer schießen.

    Der Jäger hat selbstverständlich auch ein Bedürfnis mit einem Schalldämpfer auf einem Schiessstand zu schiessen.

    Wie soll er sonst für den jagdlichen Schuss die Treffpunktlage bestimmen und den Schuss mit montiertem Schalldämpfer üben?


    Der Jäger hat aber kein Bedürfnis für Erwerb und Besitz eines Schalldämpfers für Kurzwaffen, es sei denn, seine Waffenbehörde erkennt ein solches Bedürfnis an, aber Du sagst ja selber:


    Der Erwerb eines explizit für Kurzwaffen konzipierten Schalldämpfers wird mit nicht Sicherheit (bei derzeitiger Rechtslage in Deutschland) nicht erlaubt.


    Da er kein Bedürfnis für den Besitz eines Schalldämpfers für Kurzwaffen hat, darf er mit einem für Langwaffen erworbenen Schalldämpfer auch nicht montiert auf einer Kurzwaffe schiessen.


    Also dass das Bedürfnis dagegen steht, ist jetzt nicht wirklich überzeugend.

    Weil Du es nicht verstehst?



    Es kennt auch niemand einen Fall, wo ein Jäger wegen Benutzens des Schalldämpfers auf der Kurzwaffe belangt wurde?

    Du darfst gerne der erste sein, der sich dabei erwischen lässt und dafür verurteilt wird.



    Ich denke einfach, dass ist etwas, was der Gesetzgeber "vergessen" hat zu regeln. Wie so vieles.

    Nein, das ist nicht "vergessen", sondern wie oben beschrieben über das Bedürfnis geregelt.



    Wenn keiner was konkretes weiß, frage ich das BMI. die sind für Waffenrecht zuständig (nicht das BMJV - erstaunlicher Weise),

    Es weiss durchaus "einer was konkret" (und der eine handvoll Kurzwaffenschalldämpfer besitzt). Das ignorierst Du aber, weil es Dir nicht passt.


    Ist im Übrigen das BKA nicht für Fälle nach §2 Abs. 5 WaffG zuständig?

  • Da er kein Bedürfnis für den Besitz eines Schalldämpfers für Kurzwaffen hat, darf er mit einem für Langwaffen erworbenen Schalldämpfer auch nicht montiert auf einer Kurzwaffe schiessen.

    Ist es denn so schwer pro Argumente dafür zu finden ?


    Es scheint ja jedenfalls nicht explizit per Gesetz verboten zu sein. Wobei die deutsche Regelung zum Schalldämpfer eh waffenrechtlich typisch überkompliziert ist...



    Wir haben es da in AT schon besser. Gültige Jagdkarte berechtigt zum Besitz von Schalldämpfern. Keine Stückbegrenzung, keine Bindung an Waffen, keine Registrierung...



    Tapfer und treu bis die Granate verglühte ! 156 Jahre Gendarmerie in Österreich (1849-2005) :f_at:




    IWÖ, NFVÖ, Firearms United ! :f_at::f_eu:

  • Ich lasse mich nicht erwischen. Ich frage einfach. Ich finde das nicht tragisch. Das BMI gibt immer sehr kompetente Auskunft, Dauert nur ewig. Das ist zunächst mal nur eine Rechtsauskunft. Einen Antrag auf Entscheidung finde ich problematisch. Das sollte man nicht unvorbereitet machen. Wenn dir Entscheidung nicht passt und du es durch falsche Argumentation verbockt hast, ärgerst du damit auch andere

  • Noch was.


    Landkreis Karlsruhe:

    Beim Eintrag des Schalldämpfers in die WBK wird dort vermerkt, dass dieser nur in Verbindung mit
    schalenwildtauglichen Jagdlangwaffen verwendet werden darf. (Würde sich erübrigen, wenn das generell schon so geregelt wäre)


    Während Brandenburg beispielsweise in seinem Landesjagdgesetz kein Verbot der Jagd mit Schalldämpfern geregelt hat, ist eine solche Bestimmung im Bayerischen Jagdgesetz enthalten. Wer einen Schalldämpfer erlaubt besitzt, darf damit beispielsweise noch nicht in Bayern jagen, sondern benötigt eine Ausnahmegenehmigung gem. Art. 29 III Nr. 2.


    @ Glock4Ever Eine konkrete Waffenbindung eines Schalldämpfers an eine bestimmte Waffe, gibt es im Deutschen Recht auch nicht


    Ich denke, die Antwort ist wesentlich komplizierter, als "ja" oder "nein"

  • Ich frage einfach. Ich finde das nicht tragisch.

    Tragisch ist nicht, dass Du fragst.

    Tragisch ist, dass Du die Antworten ignorierst.



    Ich denke, die Antwort ist wesentlich komplizierter, als "ja" oder "nein"

    Die Antwort ist ein klares "Nein".


    Aber das interessiert Dich halt nicht und Du fragst lieber noch weiter, bis Dir irgendwer aus Unkenntnis die Antwort gibt, die Du gerne hören möchtest.


    Und dann wirste doch damit erwischt und dann bist Du halt doch der, der die Ursache für das Referenzurteil zum Thema liefert. Auch 'ne Leistung.


    Das BMI gibt immer sehr kompetente Auskunft, Dauert nur ewig. Das ist zunächst mal nur eine Rechtsauskunft.

    Das ist zunächst mal nur eine unverbindliche Einschätzung einer Dir nicht bekannten Person aus dem für diese Fragestellung nicht zuständigen BMI.

    Das Waffengesetz ist zwar ein Bundesgesetz, die Durchführung obliegt aber den Ländern. Welches Bedürfnis wofür anerkannt wird, ist letztenendes eine Entscheidung Deiner lokalen Waffenbehörde, die ihre Aufgaben im Rahmen der Weisungen und Vorgaben ihrer obersten Fachaufsichtsbehörde durchführt.

    Daher auch die verschiedenen Varianten der Eintragung.

    Derzeit ist es aber in allen Bundesländern die querschnittlich Schalldämpfer für Jäger erlauben so, dass die pauschale Bedürfnisanerkennung ausschliesslich Schalldämpfer für Langwaffen umfasst. Für auf Kurzwaffen zu montierende Schalldämpfer ist ein gesondertes Bedürfnis zu begründen und üblicherweise werden solche Erlaubnisse nicht erteilt.


    Ein Zwischending sind z.B. Schalldämpfer für KK-Langwaffen. Auch die bekommt man z.B. nicht überall, in einigen Kreisen aber schon, weil da die Sachbearbeiter keine Ahnung haben.


    Ist es denn so schwer pro Argumente dafür zu finden ?

    Klar könnte man die finden. Es ist aber staatlicherseits nicht gewollt, daher können die Argumente noch so gut sein.

  • @ german Wir alle haben deine Meinung verstanden. Es ist eben deine Meinung ohne irgendeine Rechtsverbindlichkeit. Etwas belastbares (Gerichtsurteile, Verwaltungsvorschriften etc.) hast du nicht. Es nützt auch nichts, wenn du immer wieder dasselbe schreibst.


    Meine Waffenbehörde ( es ging um die Lagerung von Waffen) war ganz anderer Meinung als ich. Ein Schreiben vom BMI hat da geholfen. Danach war die Waffenbehörde ganz meiner Meinung.


    Gerade in juristischen Dingen gibt es kein Schwarz oder Weiß. Was der Staat will, hängt vom entsprechenden Staatsbediensteten ab.


    Ich denke nur an die Punkte in Flensburg. Wenn ich bei Rot über die Ampel fahre und im Anhörungsbogen angebe, du wärst es gewesen, mache ich mich strafbar. Wenn ich gar nichts schreibe, aber du die falsche Aussage machst, du seist es gewesen, ist das straffrei. Für alle Beteiligten. Darauf basieren alle Firmen "Wir übernehmen ihre Punkte im Flensburg". Das ist bestimmt nicht die Absicht des Gesetzgebers gewesen. Aber niemand hält es bisher für notwendig diese "Gesetzeslücke" zu schließen. Glaube mir, "der Staat" weiß das.


    Das Empfinden: "Das muss doch verboten sein" ist eben nur ein Gefühl bis ein Richter oder eine Verordnung das Gefühl in rechtsverbindliche Normen umwandelt. Das geschieht manchmal, manchmal auch nie.


    Wenn du deinen Nachbarn verklagst musst du vorab die Gerichtskosten bezahlen. Wenn du deine Waffenbehörde verklagst nicht. (Zivilverfahren, Verwaltungsverfahren) Das hat keine Logik und auch nach ewiger Diskussion bekommt das keinen Sinn, Das ist eben so.

  • Es ist eben deine Meinung ohne irgendeine Rechtsverbindlichkeit.

    Nein, das ist nicht "meine Meinung", sondern das ist die gelebte waffenrechtliche Realität in Deutschland.


    Aber gut, Du willst nicht geholfen bekommen sondern nur rumkaspern und wirres Zeug schreiben. Das habe ich zur Kenntnis genommen und werde Dich nicht mehr damit belasten, Dir helfen zu wollen. Viel Erfolg.

  • Jagd L A N G waffen...


    Schraubst Du hier das Ding an eine Kurzwaffe, dann gilt die Genehmigung nicht mehr und Du verstößt gegen das Gesetz/ die Genehmigung.

    Und weil Du den Antrag so ausgefüllt und unterschrieben hast, kann man dir dann sogar noch Vorsatz reindrücken.


    Das BMI wird auf die einzelnen Länder und Ihre Jagdgesetze verweisen, da wirst du keine sinnige Antwort bekommen. Und ein forciertes Grundsatzurteil, wie du scheinbar auch erkannt hast, gibt es erst mit Verwaltungsklage.

    Denn selbst wenn du in (jetzt nur als Beispiel) MeckPomm den Schalli auch auf die KW schrauben dürftest, kommst du damit nach Bayern, dann bist du hier richtig fällig...

    Andersherum kann ich hier den Schalli auf meine LW schrauben, in NRW werde ich dafür vermutlich als Hexe verbrannt (kenne die Regeln dort jetzt aber nicht).


    Aber irgendwie willst Du alle Begründungen und Argumente nicht wahrhaben, warum fragst du dann überhaupt?


    Deine Argumentation ist erschreckend ähnlich der Magazindiskussion. Und bald werden dann Schallis verbotene Gegenstände, wenn sich in deinem Besitz eine Kurzwaffe befindet welche ihn auch aufnehmen kann..