Problem mit .44 Magnum

  • Hallo ihr Lieben,


    soeben kam ich von der LM GK und habe dort u.a. meinen .44er Revolver geschossen. Leider hatte ich zahlreiche Störungen, so dass ich nach Ausreizen aller Störungsanmeldungen und "Überschießen" am Ende doch noch einen Schuss übrig hatte... War jetzt nicht so schlimm, da ich auch damit noch die Quali-Ringzahl für die DSB-DM sicher erreicht habe.


    Nun aber zum Problem:

    Bei nahezu jeder abgeschossenen Hülse ist zu fühlen, dass das Zündhütchen deutlich aus der Hülse hervor getreten ist und somit von Schuss zu Schuss der Reibungswert der Zündhütchen an der wider lagernden Rahmenplatte anstieg und der Trommeltransport nur noch sehr schwer ging. Es gipfelte darin, dass sich der Hahn beim 4. bzw. 5. Schuss auch mit beiden Daumen nicht mehr spannen ließ. Platte Zündhütchen durch zu hohen Gasdruck kennen wir ja, aber aus der Hülse raus gewanderte?


    Revolver: S&W 629 Classic Champion

    Hülse: Magtech

    Geschoss: Hornady HAP 240gr (ja, die gibt es nicht mehr, ich habe noch Restbestände)

    Zünder: Federal LP 150 (nicht Magnum, da kein Magnum Pulver verwendet wird)

    Pulver: 7,9 gr Hodgdon HP38 (sehr präzises Universalpulver)

    Crimp: Profile Crimp in der Crimprille


    Die Trommel scheint kein Längsspiel zu haben.

    Früher verwendete ich Fiocchi und Remington Hülsen, die hatten aber eine zu enge Zündglocke, so dass ich die Zünder erst gar nicht richtig rein bekommen hatte und sie da schon überstanden. Mit den Magtech Hülsen war das dann kein Problem mehr, die Zünder bis zum Anschlag in der Hülse zu versenken (sogar leicht vertieft - so wie es sein soll).

    Der beschriebene Effekt zeigt sich auch bei Magnum Pulvern. Egal ob ich mit H110 eine Full-House-Ladung mache oder mit dem HP38 eine weiche DSB-Ladung - die Zünder kommen raus. Der Gasdruck scheint hier dann doch nicht die entscheidende Rolle zu spielen.


    Der Effekt scheint auch immer schlimmer zu werden (über 3 Jahre beobachtet), was eigentlich für ein Revolverproblem spricht (Längsspiel?). Ich habe auch die vielleicht zu große Zündglocke der Magtech-Hülsen im Verdacht. Vielleicht hat jemand ja schon was Ähnliches erlebt und dafür eine Lösung gefunden??? Alternativ werde ich sonst die Zünder mal mit Spezialkleber in der Hülse festkleben. Ist zwar nur die Symptombehebung aber wenn die Ursache nicht bekannt ist...


    Liebe Grüße,

    Eric

  • Mir sind die AZH nur dann entgegen gekommen, wenn ich es mit den Ladungen (mehr als die Ladetabelle hergibt) übertrieben habe.

    Anfängerfehler...

    Bremse spätestens wenn du Gott siehst! :bud:

  • Schau mal, ob der Stossboden im Bereich des Schlagbolzenlochs noch plan ist. Bei S&W ist dort, wo der Schlagbolzen durch das Loch kommt, eine gehärtete Buchse eingesetzt. Diese Buchse ist normalerweise plan mit dem Stossboden. Leider gab es mindestens eine Fertigungsserie, wo diese Buchse nach "innen" weggerutscht ist. Somit ergibt sich eine Vertiefung, das AZH wird beim Schuss nicht korrekt abgestützt und wölbt sich nach aussen. Passiert das bei mehreren Hülsen, so klemmt die Trommel.

  • Ich habe sofort bei meinem Revolver nachgesehen und siehe da - der besagte "Stoßboden im Bereich des Schlagbolzenlochs" ist nach innen gedrückt. Ich schätze mal so 0,3 mm. Genau kann ich erst messen, wenn ich mal einen Abdruck davon gemacht habe...

    Das wird's wohl sein. Spricht auch dafür, dass es in den letzten drei Jahren immer schlimmer wurde. Danke dieselfalk für den Hinweis. Jetzt ist mein BüMa gefragt!


    LG,

    Eric

  • Ein brauchbarer Büma sollte die gehärtete Buchse im Stossboden problemlos tauschen können, so dass die neue wieder plan auf ist mit dem restlichen Stossboden, i.d.R. wird dann etwas ausgeschliffen und eine größere Buchse verbaut. Ist halt mit etwas Arbeitsaufwand verbunden.