S&W 686 oder Ruger GP 100

  • Ich wollte mir eigentlich einen Ruger 357er New Model Blackhawk 5.5" stainless zulegen, tendiere mittlerweile aber eher zu einem single/double action 6". Ich schwanke dabei zwischen einem Ruger GP100 und einem S&W 686.

    In vielen Foren gehen die Meinungen dazu sehr auseinander. Es gibt viele Leute, die sagen, beide Modelle sind eine (sehr) gute Wahl und es kommt nur darauf an, welches einem besser gefällt (Balance, Handling und Aussehen). Es gibt jedoch mindestens so viele die behaupten, die neueren S&W hätten viel an Qualität verloren, was die Belastbarkeit bzw. Langlebigkeit betrifft. Es käme nach ein paar tausend Schuss zu Problemen, wie: verkrümmter/ausgeschossener Lauf und Timing Fehler. Letztere seien auch dem neuen Trommel-Schliesssystem (Clinton Lock) geschuldet und das alte (Vor-Schliesssystem) wäre deutlich besser gewesen. Ich habe sowieso vor .38 aber auch 357er Munition zu schiessen, die nicht ultrastark sein muss. Wenn es aber schon bei normalen Ladungen zu erwähnten Problemen kommen kann, beunruhigt mich das doch sehr.

    Natürlich gibt es dann auch noch die (eigentlich seriösen) Händler die behaupten, dass das alles Blödsinn sei und es auch mit den neuen S&W-Modellen keine Probleme gibt.

    Wer besitzt bzw. besass eine S&W686 und kann etwas dazu sagen?

  • Es gibt jedoch mindestens so viele die behaupten, die neueren S&W hätten viel an Qualität verloren,

    Ja.

    Deshalb würde ich an Deiner Stelle mich einfach umgucken und mit ein wenig Geduld ganz sicher einen guterhaltenen M 27 oder M 26 finden und kaufen.

    Spart Geld und bringt Qualität.

    Wer oft genug ans Hohle klopft schenkt der Leere ein Geräusch

  • Na dass ging aber schnell, danke. Ich werde das in meine Überlegungen miteinbeziehen und mich umhören / umschauen

    Gerne.

    Ist ein Tipp den ich bereits vor Jahren von einem S&W Fachmann bekommen und selbst berücksichtigt habe.


    Die M 26/ M27 sind nicht nur legendäre Waffen in bester Qualität und Finish, entstanden noch zu einer Zeit, als die Qualitäts- und Endkontrolle nicht Sache des Käufers war, sie sind außerdem durch ihren großvolumigen Rahmen (vom .44er) sicherlich die stabilsten .357er die S&W jemals gebaut hat :thumbsup:.

    Wer oft genug ans Hohle klopft schenkt der Leere ein Geräusch

  • Über die Qualität im Vergleich kann ich nicht viel sagen.

    In Händen gehalten erschienen sie mir beide wertig und solide gemacht.

    Gekauft habe ich mir dann den GP161. Also den Ruger in 6" und aus stainless steel.

    Der lag einfach viel besser in der Hand. Ich habe Handschuhgrösse 9-10. Der S&W hate ein ( für mich ) viel zu schmales Griffstück.

    Der Ruger passte mit seinem Griffstück wie angegossen in meine Hand.


    Soweit meine cent.jpg...


    Jens

    Ich teile hier mit Euch mein Wissen und vertrete meine Meinung.
    Mein Wissen kann Fehler enthalten, meine Meinung muss nicht der Euren entsprechen.
    Korrigiert meine Fehler mit Eurem Wissen. Gute Argumente können meine Meinung beeinflussen.

    Gelebtes Forum... so muss das sein!

  • Früher war halt alles besser....

    Ich habe einen S&W 686-6, schieße sehr viel .357 Magtech, die ein ziemlichen Bumms hat, wie ich finde, und bin seit Jahren voll zufrieden. Keinerlei Probleme. Freue mich jedes Mal, wenn ich das Teil auspacke.

    Aber wahrscheinlich habe ich nur Glück. Ich fahre ja auch seit Jahren als Vielfahrer völlig ohne Probleme Opel, während die Mercedes A-Klasse meiner Frau öfter mal am zicken ist. Daher trau mir nicht. Ich bin scheinbar nicht repräsentativ, wenn man dem Volksmund so Glauben schenken darf :Hut:

  • btw, diese paar Beiträge zeigen auch schon wieder, dass diese "Was meint ihr, welche Plempe soll es sein" Threads relativ wenig Nährwert haben. Frag fünf Leute und du hast sieben Meinungen.

    Am Ende hör auf dein Bauchgefühl.

    Wenn du ein Modell wirklich willst, kauf es dir. Und lebe mit den eventuellen Schwächen. Deine Begeisterung wird dir darüber hinweg helfen.

    Bei einem Vernunftkauf bist du auch nicht vor Problemen gefeit. Die gehen dir dann aber schnell unsagbar auf den Sack, weil das Herzblut fehlt.

    Ich persönlich habe bisher alle meine Waffen, egal ob Armbrust, Bogen, Schusswaffen, Messer gekauft, weil ich sie toll fand. Ohne stundenlang im Netz zu forschen, oder andere nach ihren Erfahrungen zu fragen, oder die Teile irgendwo stundenlang zu bekrabbeln und Probe zu schießen. Und ich bereue bisher keinen einzelnen Kauf.

    Meine Meinung.

    P.s. Ich möchte solche Anfragen natürlich nicht madig machen. Sie sind ja ein netter und interessanter Zeitvertreib. Aber ich sorge mich immer, dass liebe Menschen, für sich falsche Entscheidungen treffen, nur weil irgendwelche anderen lieben Leute ihnen aufgrund persönlicher Vorlieben von etwas abraten...

  • Früher war halt alles besser....

    Ich habe einen S&W 686-6, schieße sehr viel .357 Magtech, die ein ziemlichen Bumms hat, wie ich finde, und bin seit Jahren voll zufrieden. Keinerlei Probleme. Freue mich jedes Mal, wenn ich das Teil auspacke.

    Aber wahrscheinlich habe ich nur Glück. Ich fahre ja auch seit Jahren als Vielfahrer völlig ohne Probleme Opel, während die Mercedes A-Klasse meiner Frau öfter mal am zicken ist. Daher trau mir nicht. Ich bin scheinbar nicht repräsentativ, wenn man dem Volksmund so Glauben schenken darf :Hut:

    Hehe. Ich fahre seit 30 Jahren Mercedes und bin nur 1x liegen geblieben. Immerhin über 600.000 km. Auch die Ausnahme. Ford, VW und Dacia waren katastophal.

    Bremse spätestens wenn du Gott siehst! :bud:

  • Hör auf Capt. Cat.

    Einen älteren S&W bis 686-4 oder besagtes M27 oder M28 wirst du nicht bereuhen.

    Der 686 hat den L-Rahmen, der 27 und 28 den N-Rahmen.

    Beide Rahmen sind gut geeignet eine hohe Schussanzahl in harten .357mag zu ertragen.

    Vorsicht vor den K-Rahmen der anderen .357 Modelle. Dort ist oft nach ein paar Tausend harten Schuss mit Magnums der Konus gerissen.

    Unabhängig der Rahmengröße muss die Waffe gut zu deiner Handgröße passen. Hier kann nur ein Probeanschlag Gewissheit geben.

    Ein GP100 ist nicht schlecht, ein S&W ist aber höherwertiger.

  • Wer besitzt bzw. besass eine S&W686 und kann etwas dazu sagen?

    Ich habe aktuell immer noch meinen 686 in 4" (Baujahr 1989), meinen 586 in 6" (Baujahr 1993) hab ich Depp vor einiger Zeit verkauft. Mein größter Fehler bezüglich dem Waffenhobby. Der 586er war gegenüber dem 686er noch besser verarbeitet, der Schlossgang weicher,der Trommelspalt etwas enger das Finish schöner. Das Timing ist bei beiden einwandfrei, die Läufe sauber eingeschraubt, die Präzision tadellos. Da der 686er damals das Arbeitstier war, komplett überarbeitet, mit Laufgewicht und Red Dot (Ultradot mit 1" Rohr, old fashioned) haben mich die kleinen Mängel gegenüber dem 586er eh nicht gestört. Das Ding hat mittlerweile weit über 10K Schuss drauf und läuft immer noch einwandfrei.


    Zu den ganz neuen Waffen kann ich wenig sagen, da im Freundes und Bekannten Kreis fast nur S+W Revolver vor der Lock und auch MIM Ära vorhanden sind. Die Ausnahme bilden ein 460er und ein 629er, beide aus dem Performance Center. Die sind aber viel zu neu um irgendwas über die Haltbarkeit sagen zu können. Die Verarbeitung ist aber wirklich gut, das Timing stimmt und es sind keine wirklichen Mängel zu erkennen.


    Aber ich will auch das Thema Model 27 aufgreifen. Das wäre auch meine erste Wahl wenn ich mir noch einen .357er Revolver kaufen sollte.

    Einen guten alten 27er in Top Zustand, das wär es. Zum Glück nennt eine Freundin so einen ihr eigen. (Baujahr 1959, ein Traum !) Sollte sie ihn je verkaufen, bin ich der erste auf der Anwärterliste. :thumbsup:

  • Ich schieße meinen Ruger GP 100 seit inzwischen 18 Jahren.


    Ich hab´über die Zeit zahllose erste...zweite und dritte Plätze bei Vereins -, Bezirks-, Kreis-, Landes-oder sonstigen Meisterschaften, sowie bei Dutzenden anderen Wettkämpfen geschossen.


    Nie hatte ich dabei jemand anderen mit einem Ruger vor mir, aber immer Dutzende Schützen mit S+W Waffen hinter mir platziert.


    An der Waffe wurde bislang nix repariert, getauscht oder sonstwie überholt....: die ist noch immer so wie ich sie damals bei Frankonia gekauft habe.


    Ich putze oder öle sie nicht mal besonders oft.


    Warscheinlich sind da inzwischen 30...35000 Schuß durchgegangen, aber die Waffe macht mit 200grs. H+N Geschossen und Vectan SP7 Pulver immer noch Streukreise von 40...50mm.


    Natürlich ist gefühlt der Abzug bei einem S+W besser, aber das merke ich bei meinen Ergebnissen nicht.


    Bis heute hab´ich übrigens immer noch Spaß daran, den Ruger vor den Augen diverser anderer Schützen ohne Werkzeug ausschließlich mit Hilfe einer Patronenhülse zu zerlegen.....grin-.)

    Frei von jeglicher unerwünschter Signatur.......

  • Der 686 hat den L-Rahmen, der 27 und 28 den N-Rahmen.


    Ein GP100 ist nicht schlecht, ein S&W ist aber höherwertiger.


    Der Rat zum M27 ist sehr gut, einer der besten .357 Revolver der je gebaut wurde. Aber explizit, nur in brüniert! S & W und Stainless Steel ist eine leidige Geschichte, Wenn Revolver in SS, dann Ruger oder Freedom Arms.


    Gut, wenn ein Revolver mit dem Futter betrieben wird, das sich heute .357 Magnum schimpft, überstehen das sogar echte Krücken. Als das die .357 geboren wurde ist bei regen Gebrauch ein silberner S&W zu S chwach & W eich.


    Mitr

    Ich bin immun gegen Marketing. Aus diesem Grunde trinke ich kein Red Bull und habe keine Waffen von H+K!

  • Ist ja viel Futter zum Verdauen, aber natürlich: lieber zu viel Food als zu wenig.

    Wie gesagt, werde ich die 27er (und 28er) in meine Überlegungen aufnehmen. Da muss man dann aber auch mal erst ein Angebot finden und wohl Geduld haben.

    Ich finde die 27er mit dem 3.5" Lauf sieht fantastisch aus. Ich möchte aber eher einen 6 (6.5) Zöller (keine höhere Waffenpräzision, aber längere Visierlinie). Ich habe auch schon gehört, dass die blued Modelle stabiler sind, was ich einerseits nicht verstehe und andererseits schade finde, da ich eben aus Gründen der Abwechslung ursprünglich eher zu einer stainless tendierte.

  • Bist du Wiederlader?


    Falls nicht, spielt


    „Ich habe auch schon gehört, dass die blued Modelle stabiler sind, was ich einerseits nicht verstehe und andererseits schade finde, da ich eben aus Gründen der Abwechslung ursprünglich eher zu einer stainless tendierte.“


    keine Rolle.

  • Der Zubehörmarkt für die S&W ist deutlich größer ... fängt schon mit nem Nill Master II (hab bei Nill nachgefragt) an, geht über ein ordentliches Laufgewicht und endet mit dem etwas schlechteren Abzug (ausgenommen die früheren Frankoniavarianten ... zudem dem Plygonlauf ... tauchen immer mal in unterschiedlichen Längen gebraucht auf). Ich stand mal vor der gleichen Entscheidung und - da ich aktuell noch einen erwerben darf - wieder, aber es wird aus den v.g. Gründen wieder kein Ruger. Den 27 oder 28 würde ich unbedingt vorher testen. Für mich wäre es nix, weil der Underlug zu kurz ist und die Voderlastigkeit für mich zu gering ist. Ich hab am 586 zusätzlich sogar noch ein Centra-Laufgewicht ... ein Laufgewicht für die kurzen Underlug-Revolver hab ich -außer für die KK-Korth - noch nicht gesehen.

  • Den 27 oder 28 würde ich unbedingt vorher testen. Für mich wäre es nix, weil der Underlug zu kurz ist und die Voderlastigkeit für mich zu gering ist. Ich hab am 586 zusätzlich sogar noch ein Centra-Laufgewicht ... ein Laufgewicht für die kurzen Underlug-Revolver hab ich -außer für die KK-Korth - noch nicht gesehen.

    Das mit der Vorderlastigkeit beim 27er ist sicher Geschmackssache. Für mich ist die Kombination aus 6,5" Lauf und dickem N-Rahmen sehr stimmig.

    Das mit dem Laufgewicht hab ich bei meinem 4" 686er damals gelöst, in dem ich einfach ein 6 Zöller Laufgewicht entsprechend gekürzt habe. Der Look

    mit dem Ultradot drauf erweckt heute noch erstaunte Blicke auf dem Stand. So was sieht man halt selten.


    686-4Zoll.jpg

  • Wenn man bereit ist, etwas mehr zu zahlen, dann erhebe ich eine Stimme für Colt Python. Ich wollte eigentlich auch einen 686 haben. Der Ruger war schnell aus dem Rennen, der Abzug gefiel mir nicht. Dann ist es aber durch Zufall ein Python geworden. Unerrreichbare Mechanik bei bester Präzision 👍🥰

  • Es geht hier meines Erachtens in erster Linie darum, was der Fragesteller genau mit dem Revolver vorhat. Wenn er „nur“ möglichst lange viel Freude an einem schönen Stück haben möchte und dabei ein gewisses sportliches Level erreichen und evtl. halten mag, sind alle genannten Modelle auf ihre eigene Art empfehlenswert.

    Willst du aber sportlich irgendwann mehr bzw. etwas auf eine bestimmte Disziplin zugeschnittenes, dann greifst du entweder zum 686, oder du musst ggf. recht viel Geld in individuelle Büchsenmacherarbeiten investieren. Der 686 ist quasi der Standard, für den es halt am meisten Aftermarketteile gibt.

    Brauchst du ein Laufgewicht, gibt es z.B. eines von Centra. Visierung gibt es von LPA und ab -4 passt die schon von Werk aus ohne Bohrarbeiten. Das gleiche gilt halt auch für Ersatzteile. Ich habe selbst einen M27-2 und wenn da mal etwas benötigt wird, kann es schwer werden wieder Ersatz zu beschaffen, auch wenn normalerweise nichts kaputt gehen sollte. Für Ersatzteile sind die K und L rahmen Modelle einfach ergiebiger, da weiter verbreitet.

    Auch für so Sachen wie Abzugstunning findet sich bei S&W schneller ein Büchser, der dann wohl auch einfacher ein besseres Ergebnis hinbekommt als für Ruger etc..

  • Mein Herz würde einen Python kaufen, mein Kopf einen Ruger und wenn ich aufgrund des Einsatzes in dynamischen Disziplinen die Waffe tunen, bzw. mit After Market Teilen ausrüsten wollte/müsste, wäre der S&W bei mir eingezogen.


    Weiterhin würde ich, sofern der der S&W wäre, entweder ein altes Modell kaufen, oder aber eine Neuwaffe und die dann bei einem anständigen Händler, bzw. Büchsenmacher, von denen es ja immer noch einige gibt, auch wenn man mal weiter fahren und auf die Waffe ggf. etwas warten muss.


    Gruß
    Frank

    ---- BDMP ---- DSB ----- ProLegal ---- German Rifle Association ----


    "Ein Grüner ist erst dann zufrieden, wenn er einem anderen Menschen etwas verboten hat!"