Sharps Perkusion mit .45-90 Hülsen?

  • Moin in die Runde,


    seit Kurzem bin ich stolzer Besitzer einer Sharps Armi Sports mit Perkusionszündung und überlege nun, in welcher Form das gute Stück am besten zu betreiben ist.


    Neben Ladehülsen, Papierpatronen und der Feldladetechnik kam mir eine weitere Möglichkeit in den Sinn, da die Ladehülsen eine bestimmte Geschossart erfordern und Papierpatronen ziemlich rumsauen.


    Die Dichthülse (also quasi das Patronenlager) der Armi Sport ist genau 60mm lang, was mich auf die Idee brachte, Hülsen der Grösse .45-90 Sharps/Winchester (60,96mm Hülsenlänge) etwas zu modifizieren.


    Mit 12,15mm Durchmesser passen die Hülsen super.


    Würde man also den Hülsenrand plan abdrehen bzw. wegschleifen und den Hülsenboden auf ner Drehbank um 0,96mm kürzen, würde eine dünnwandige Ladehülse entstehen, mit welcher quasi alle Geschosse verwendet werden könnten.


    Da das Geschoss (ich habe mich für selbst gegossene Minie-Geschosse entschieden) vom Hülsenrand bis zum straffen Sitz in den Feldern und Zügen nur knapp 6mm hat, sitzt es recht tief (14mm) in der Hülse, was einen weiteren Vorteil hätte.


    Das Geschoss könnte gefettet in die Hülse eingesetzt werden und man erspart sich den Schweinkram mit den nachträglich gefetteten Geschossen.


    Machen meine Überlegungen Sinn oder hat das schon jemand vergeblich versucht und es ist verschenkte Zeit?


    Viele Grüsse,

    Mathias

  • Der macht so Sachen.

    über die es schon immer recht "unterschiedliche" Meinungen gab, also nicht über den hohen Preis meine ich jetzt, darüber herrschte wie ich denke Einigkeit . . . ::c.o.l)


    Außerdem scheint die Seite ja geradezu brandaktuell zu sein ;).


    Zur Sache selbst - wenn ein Stoßboden für die Verwendung von Hülsen vorhanden ist, dann wäre die Verwendung von Ladehülsen grundsätzlich möglich und die Umarbeitung einer Patronenhülse zu einer Ladehülse rechtlich gesehen m.E. unproblematisch und "könnte" auch praktisch funktionieren.


    Die Zündung sollte funktionieren, ggf. das Zündloch noch etwas aufbohren.

    Frage bleibt vermutlich, wie exakt die Hülse lidert oder ob sie Risse bekommt, ob sie hinterher festsitzt . . .

    Wer oft genug ans Hohle klopft schenkt der Leere ein Geräusch

  • Das funktioniert prima, allerdings macht der Doc soweit ich weis im Augenblick nichts, da er mit seiner Werkstatt umzieht.


    Frag mal 1874 hier im Forum, der macht so etwas auch...


    Ich hab eine vom Doc umgebaute 45/90 Perkussion... unter anderem

    Erik - the master of desaster
    Gott hat den Menschen erschaffen, weil er vom Affen enttäuscht war. Danach hat er auf weitere Experimente verzichtet (Samuel Langhorne Clemens)

  • Dann musst Du schauen, ob sie in das Patronenlager passen, die meisten Ladehülsen für .45 Sharpse sind kürzer als eine 45/70ger Hülse

    Erik - the master of desaster
    Gott hat den Menschen erschaffen, weil er vom Affen enttäuscht war. Danach hat er auf weitere Experimente verzichtet (Samuel Langhorne Clemens)

  • Hallo Erik,


    die Ladehülsen für die Armi Sports sind mit knapp 59mm etwa 1mm kürzer, als die Gasdichthülse.

    Daher auch die Idee mit den .45-90 Hülsen, da die .45-70 mit 53mm etwas kurz wären.


    Hat evtl. jemand Infos zur Maximalladung der Schwarzpulver .45 Armi?

    Die 65 Grain laut Pedersoli (andere Angaben kann ich nirgends finden) sind, gemessen am recht langen Pulverraum der Armi etwas wenig.

    68 Grain passen schon in die dickwandigen originalen Ladehülsen.

    Mit Papierpatronen und der Feldladetechnik komme ich auf fast 90 Grain.


    Ein alter SP-Schütze sagte mir mal, dass man SP-Waffen eigentlich garnicht überladen kann.

    Theoretisch könnte man demnach den ganzen Lauf füllen und es würde nichts schlimmes passieren, ausser dass man viel Pulver "verpulvert", da die nicht verbrennnare Menge einfach unverbrannt ausgestoßen wird.

  • sehr interessante Idee. Wenn die Sache funktioniert, super. Nur wie bringst Du die Hülse raus, falls sie den Verschluss verklemmen sollte?

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    In meinen Beiträgen verwende ich bewusst Satire, Ironie, Sarkasmus und Übertreibungen, um zu verdeutlichen. Auch ohne Kennzeichnung dieser Stilelemente sollte sich der Leser dessen bewusst sein.

  • Dazu baue ich aus nem Schweissdraht einen Haken, mit dem ich in das Zündloch komme und die Hülse so rausziehe.


    Oder meinst Du, dass der Verschluss ggf. garnicht mehr auf geht?


    Erstmal habe ich 20 Hülsen bestellt, von denen ich zum Anfang wohl nur 5 Hülsen umbaue und dann mal ausprobiere.


    Wenn es nicht klappt, hält sich der Verlust in überschaubaren Grenzen.

    Die originalen Ladehülsen habe ich ja auch noch.


    Doof und nervig ist nur, dass ich nach 20 Jahren im Juli erst meinen SP-Schein neu machen muss und bis dahin immer auf nen Pulverpate angewiesen bin.

  • Oder meinst Du, dass der Verschluss ggf. gar nicht mehr auf geht?


    Ja, genau diese Befürchtung hätte ich

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  • Dann musst Du aber die Zündglocke komplett aufbohren, bzw. den Zündkanal auf mind. 1,5mm


    Nimm Dir bei den ersten Versuchen einen langen Stab mit um die Hülsen von vorn auszustossen...

    Erik - the master of desaster
    Gott hat den Menschen erschaffen, weil er vom Affen enttäuscht war. Danach hat er auf weitere Experimente verzichtet (Samuel Langhorne Clemens)

  • Hat evtl. jemand Infos zur Maximalladung der Schwarzpulver .45 Armi?

    Die 65 Grain laut Pedersoli (andere Angaben kann ich nirgends finden) sind, gemessen am recht langen Pulverraum der Armi etwas wenig.

    68 Grain passen schon in die dickwandigen originalen Ladehülsen.

    Mit Papierpatronen und der Feldladetechnik komme ich auf fast 90 Grain.

    Und wie groß sind die Büffel die Du damit erlegen willst so ungefähr ?


    Falls es sich doch nur um Pappscheiben auf 50 oder 100 Meter handelt, würde ich mich eher an Ladedaten für .45er Vorderlader orientieren . . .

    Wer oft genug ans Hohle klopft schenkt der Leere ein Geräusch

  • Und wie groß sind die Büffel die Du damit erlegen willst so ungefähr ?


    Falls es sich doch nur um Pappscheiben auf 50 oder 100 Meter handelt, würde ich mich eher an Ladedaten für .45er Vorderlader orientieren . . .

    Es besteht lediglich die Frage nach dem Maximum, um für alle Eventualitäten gewappnet zu sein.

    Vielleicht gibt es ja bald wieder grosse Büffel-Populationen in Schleswig-Holstein. 😄

    Ne, im Ernst ... wäre nur mal schön zu wissen.

    Wenn ich auf dem Stand ständig mit 90gr schiessen würde, wäre der Missmut anderer Schützen gewiss und nachvollziehbar.

  • Es besteht lediglich die Frage nach dem Maximum, um für alle Eventualitäten gewappnet zu sein.

    Kann ich gut nachvollziehen. Ich mag minimalistische Ladungen auch nicht.

    Wenn ich einen Ferrari kaufe, will ich den auch nicht mit Moped-Motor fahren müssen, nur weil's vielleicht reicht um ihn zu bewegen.


    besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Kann ich gut nachvollziehen. Ich mag minimalistische Ladungen auch nicht.

    Wenn ich einen Ferrari kaufe, will ich den auch nicht mit Moped-Motor fahren müssen, nur weil's vielleicht reicht um ihn zu bewegen.

    Ich mag Ladungen, die gut treffen und schöne Löcher in der Mouche hinterlassen :thumbsup:


    Wir hatten das Thema ja schon öfter hier,

    und obwohl ich dein Beispiel jetzt eher für mißlungen halte, so will ich doch niemand seine kindliche Freude an möglichst viel BUMMS und ROARR und Qualm und Stunk nehmen :Game:.


    Um jetzt mal ein vergleichbar abseitiges Beispiel als Gegenargument zu bringen: Wenn ich eine Fliege auf dem Esstisch erschlagen will, nehme ich dafür auch keine Eisenstange :rolleyes:


    Auch unsere Vorfahren dürften ihre Ladungen den Anforderungen angepaßt haben und falls nicht, so halte ich es aus heutiger Sicht eines Sportschützen aus mehreren Gründen für richtig, das zu tun.


    Jeder soll in dieser Hinsicht selbst entscheiden, was ihm Spaß macht, aber ich nehme für mich in Anspruch, daß es eher der menschlichen Vernunft zugeschrieben werden darf, für eine Pappscheibe auf 50 Meter eine andere Ladung zu verwenden, als für einen Büffel auf 500 Yard

    und

    so lange ich das Pulver bezahlen muß und das Gewehr an meiner Schulter angeschlagen ist, wähle ich doch lieber den zumindest aus meiner Sicht des Sportschützen vernünftigeren Weg :P.


    Der Western Darsteller mag seine Sharps gerne bis zum Anschlag mit Pulver vollstopfen um das Originalfeeling zu genießen -

    ich mache mit derselben Menge an Pulver lieber das Mehrfache an Schüssen - das übt ungemein.


    Also doch wieder jeder wie er mag ;)

    Wer oft genug ans Hohle klopft schenkt der Leere ein Geräusch

  • Zu dem Thema kann man tatsächlich viele Zugänge haben, Captain Cat. Auch ich würde keinen davon als falsch betrachten. Ich habe 'halt meine Antipathie gegen die mir bekannte Minimal-Ladungs Gilde, weil die nach dem Motto:

    "Damit wir ja nicht zu viel lauter als die Druckluft-Gilde sind" agieren, und in Wahrheit alles tun, um baldest möglich durch die Druckluft-Gilde ersetzt zu werden.

    Da vertrete ich lieber den Standpunkt: "Die Schützen damals haben es verdammt gut geschafft, mit ihrem Gewehr zu treffen, und ich betreibe den Sport mit einem Gewehr aus deren Zeit, damit ich lerne es so zu beherrschen wie die es konnten." Ansonsten könnte ich ein anderes Gewehr wählen. Ich bleibe beim Ferrari-Vergleich, wenn ich den kaufe, will ich ihn auch als Ferrari fahren. Wenn ich ein Moped bevorzuge, kaufe ich auch ein Moped. Ist ja nichts Böses, im Gegenteil, ist vermutlich vernünftiger.

    Will ich die "Western-Shows" des beginnenden 20. Jahrhunderts nachstellen, werde ich Colts und Winchesters im Kaliber .22" nehmen, statt solche in .45". Weil in den Shows damit gearbeitet wurde, und die .45"er fehl am Platz wäre. Und auch die .22"er haben verdammt gut getroffen.


    Nur - ich betreibe keinen Geschichts-Sport, um die Geschichte zu verleugnen.


    Klar, wenn ich Bewerbe schießen und gewinnen will, bei denen auf Geschichte keinen Wert mehr gelegt wird, weil man ja brav wirken muss, bleibt nichts anderes übrig als sich anzupassen, wenn man nicht ständig im geschlagenen Feld landen will.

    So in etwa mein privater Zugang, den bitte niemand kopieren soll. Hier schadet keiner irgendwem, somit SOLL jeder bitte so schießen wie es ihm Spaß macht.


    besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Zu dem Thema kann man tatsächlich viele Zugänge haben, Captain Cat. Auch ich würde keinen davon als falsch betrachten.

    Genau so sehe ich das auch !


    Ich habe 'halt meine Antipathie gegen die mir bekannte Minimal-Ladungs Gilde, weil die nach dem Motto:

    "Damit wir ja nicht zu viel lauter als die Druckluft-Gilde sind" agieren,

    Wenn Du tatsächlich Leute mit solcher Argumentation kennst, dann kann ich das sogar nachvollziehen und würde mich anschließen.


    Allerdings ist mir in der Praxis bisher noch NIEMAND mit derartiger Einstellung begegnet.


    Leute die in meinem Bekanntenkreis mit reduzierten Ladungen arbeiten, sind üblicherweise erfahrene Wiederlader und ambitionierte Sportschützen mit hohen Ansprüchen an das Ergebnis ihres Tuns

    und

    ganz sicher ist eine Geräuschreduktion kein Faktor der berücksichtigt bzw. angestrebt wird.


    Faktisch betrachtet ist reduzierte Lautstärke auch nicht unbedingt durch reduzierten Ladungen erreichbar,

    denn

    genau so wenig wie Kalibergröße und Lautstärke in Relation stehen müssen, genau so wenig ist das auch bei reduzierten Ladungen zwingend der Fall.


    Gruß

    CC

    Wer oft genug ans Hohle klopft schenkt der Leere ein Geräusch

  • Wenn Du tatsächlich Leute mit solcher Argumentation kennst, dann kann ich das sogar nachvollziehen und würde mich anschließen.

    Was soll ich sagen? Schießverein in einem Bezirk, in denen die Grünen die Mehrheit erlangt hatten, und der Verein denen in den A... kriechen wollte, indem er den Schießbetrieb auf Druckluft reduziert. Irrelevant seit ich dem Wiener Ortsgebiet den Rücken gekehrt habe, aber die Antipathie wurde dadurch nicht geringer.


    besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • This sounds very impractical. Better to sell the percussion gun and buy one made for cartridges.


    Recommend you stay away from Pedersoli Sharps reproductions. Many lack the required stop on the lever allowing to block to drop too far down making loading a three-handed proposition. In my experience Pedersoli has very poor customer service and I know of two rifles they never fixed....


    W.