Unbekannte Steinschlossbüchse "Long Rifle" Kal. 45 Bj. 1991 ?

  • Hallo ich bin neu in diesem Forum und hätte gerne Infos zu einem Vorderlader.

    Die Büchse scheint in deutschland hergestellt worden zu seien ich wüsste gern den Hersteller und was so ein Teil kosten darf.

    Die Waffe ist sehr gut verarbeitet und mit viel Liebe zum Detail gefertigt wie ich finde.

    Das Schloss funktioniert einwandfrei und der Abzug geht wie ein Stecher.

    Auf dem Lauf steht: Schwarzpulver auf der rechten Seite und Links: .45 HJ 30 (Beschussadler mit SP) (Ein PFerd als Stempel) und 91 da nehme ich an

    ist die Waffe beschossen worden ?

    Vielen Dank für Eure Hilfe

    Christian


    Long Rifle Bild 1.jpgLong Rifle Bild 2.jpgLong Rifle Bild 3.jpgLong Rifle Bild 4.jpgLong Rifle Bild 5.jpgLong Rifle Bild 6.jpgLong Rifle Bild 7.jpgLong Rifle Bild 8.jpgLong Rifle Bild 9.jpg

  • Ich habe den Verdacht, dass die Longrifle aus vorgefertigten Teilen aus den USA hergestellt wurde. Vielleicht aus einem Bausatz von Dixie Gunworks?

    Nach den Bildern zu urteilen, sorgfältig gemacht. Das Schaftholz sieht nach einer recht guten Qualität aus. Passungen der Metallteile sind auch gut.

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    In meinen Beiträgen verwende ich bewusst Satire, Ironie, Sarkasmus und Übertreibungen, um zu verdeutlichen. Auch ohne Kennzeichnung dieser Stilelemente sollte sich der Leser dessen bewusst sein.

  • Hübsch gebaute Longrifle, York County Schule, wenn ich richtig sehe.

    Viel zu modernes Schloss dafür ("Spätes Englisches Schloss" von L&R), aber das merkt hierzulande niemand.

    Je nach Lieferant legt man schon rund €1.000 ab, wenn man die Teile selbst importiert, wenn man sie hier kauft,

    das doppelte. Was für den Bau verlangt wurde, kann ich nicht abschätzen. Ist aber recht hübsch gefertigt.

    50 - 100 Stunden stecken da wohl drin - Abhängig von der Ausstattung der Werkstatt.


    besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Vielen Dank für die sachkundige Einschätzung.

    Bin zwar auch waffentechnisch bewanert, aber mit Vorderladern kenne ich mich leider nicht wirklich aus.

    Also wäre ein Verkaufspreis von 2.500,- Euro realistisch, wenn man einen Liebhaber dafür findet ?

    Ich habe jetzt mal gerechnet: Teile in Deutschland besorgt und Waffe mit 50 Std. a` 10,- Euro zusammengebaut.

    Liege ich da richtig ?

    Vielen Dank

    Christian

  • Erwarte Dir nicht zu viel, der Liebhaber will erst einmal gefunden sein.

    Aber der Ausgangspunkt als Verhandlungsbasis lässt sich durchaus so setzen.

    Um ein Gefühl zu bekommen, gehe 'mal auf die TOW-Seite, und schau Dir die

    Angebote an, auch in Bezug auf die Relation Preis zu Ausführung.

    In dem Zusammenhang: € = $


    besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Bei egun wurden gelegentlich Longrifles versteigert, die von unbekannten Herstellern oder Liebhabern in Deutschland aus Teilen oder Bausätzen aus Amerika gefertigt wurden. Die Preise stiegen selten deutlich über 1200 Euros. Die Liebhaber solcher Waffen sind nicht so häufig zu finden.

    Je mehr über die Herkunft der Teile und über den Hersteller bekannt ist, umso grösser ist die Chance einen Preis über der von mir genannten Region zu erzielen.


    Ich fürchte, dass die Preise für gebrauchte Vorderlader mit der kommenden Registrierpflicht noch mal einen Dämpfer erfahren werden. Da stehen und hängen noch Hunderttausende davon bei Leuten rum, die diese mal zur Deko oder einfach, weil die frei waren, erworben haben. Bis zum Ende der Registiermöglichkeit erwarte ich eine Angebotsschwemme, und danach? Wurde die Registrierung versäumt, ist solch ein illegaler Vorderlader wertlos, weil unverkäuflich, und einen Schwarzmarkt für Vorderlader, die sich nicht für kriminelle Zwecke oder zur SV eignen, wird es nicht geben.

    Vorderlader werden nur noch etwas für "Spinner" sein.

    Wie viele aktive Vorderladerschützen gibt es denn noch in den Vereinen? Und wie viele Schützen haben sich irgendwann mal solch ein Ding gekauft?!

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  • Vorderlader sind doch auch jetzt schon nur was für "Spinner"...

    Ich meine, ich schieße gerne VL, und es macht auch Spaß (sonst würde ich es sein lassen) - aber es ist halt

    ein lustiges Hobby, also eine "Spinnerei" - und ? Was solls, wenns einem Freude bereitet ?


    LG

    -Michael

  • Für "Spinner" bedeutet halt auch, dass das nur etwas für eine unbedeutende Randgruppe ist die man beim nächsten Kuhhandel opfern kann

    "Wer braucht schon Vorderlader?"


    Obwohl Vorderlader-Disziplinen einen guten Einstieg ohne Psychogutachten ins Grosskaliberschiessen unter 25 ermöglichen, lässt man die durch mangelnde Förderung austrocknen.

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  • Ohne Spinner wäre die Welt langweilig und uninteressant.

    Das Problem mit Vorderlader-Schützen ist, dass sie Waffen und Ästhetik verbinden, Waffen sehr begründet

    als Kunstwerke präsentieren können. Selbst Colts findet man nicht selten in sehr namhaften Kunstmuseen.


    Positiv präsentierte Waffen sind gewissen Kreisen ein Dorn im Auge. Entsprechend reagieren sie.


    besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Also wäre ein Verkaufspreis von 2.500,- Euro realistisch, wenn man einen Liebhaber dafür findet ?

    Die Hoffnung stirbt zuletzt, - aber wenn dir jemand die Hälfte dafür gibt ... sein froh, dankbar - und spendier' deinen Compadres ein Fäßjen Bier. :drink:

    Warte noch ein paar Jahre, dann vielleicht nur noch ein Viertel.



    p.s.: tolle Büchse! Wieso nicht behalten, selber schießen und noch lange Spaß dran haben? Kohle im allgemeinen wird sowas von überbewertet...

    Et hätt noch immer jot jejange.

    Uralte kölsche Weisheit

  • Das größte Problem bei solchen Gewehren ist es, die durchaus vorhandenen potentiellen Käufer auch zu finden.

    Die kaufen zwar schlechter gebaute Gewehre um mehr Geld in USA, mit allen damit verbundenen Problemchen

    wie Transport, Zoll, Beschuss, …, aber ein bereits hier vorhandenes ist ihnen zu teuer.

    Ich würde bei den € 2.500,- als Ausgangsbasis bleiben. Geht man von beginn an 'runter auf die Hälfte, landet

    man am Ende bei € 500,-. Wäre schade.

    Selber schießen wäre allerdings durchaus die vielleicht beste Variante. Oftmals sogar der beste Weg zum Verkauf,

    da man nicht anbietet, sondern Interesse weckt.


    besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Ich würde bei den € 2.500,- als Ausgangsbasis bleiben. Geht man von beginn an 'runter auf die Hälfte, landet

    man am Ende bei € 500,-. Wäre schade.

    Ja, sehe ich auch so. Wenn das Gewehr für DICH 2500 EUR wert ist, dann bleib bei 2500. Und wenn es keiner für den Preis jetzt will, dann schieß damit ... bis einer kommt, der die Waffe gerne für den Preis an sich nimmt.

  • Hallo, ich denke gerade über eine Long rifle für das Reenactment nach. Im Prinzip ist die interessant nur muss ich schauen ob diese, auch zeitlich in mein Fenster passt. Könnte man mal ein Bild vom kompletten Koben einstellen? Bei mir erscheint das, Kolbemendr nicht auf den Bildern. Dann wäre auch mal die Gesamtlänge interessant.

  • nur muss ich schauen ob diese, auch zeitlich in mein Fenster passt.

    Solche Gewehre wurden im letzten Viertel des 18 Jahrhunderts gebaut, und genutzt so lange man selbst aktiv mit Waffe durch die Lande gezogen ist.

    Das Zeitfenster geht gewissermaßen von etwa 1780 bis 1860, will man toleranter sein, darf man in den 1750ern beginnen, und vereinzelt wurden Longrifles auch NOCH im 20. Jahrhundert gebaut, so lange, bis sie ab den 1920ern WIEDER vereinzelt gebaut wurden.


    besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Longrifles wurden auch noch bis nach dem Aufkommen der Patronenwaffen genutzt, wie man an diesem Foto sehen kann


    IMG_0358.jpg


    Wie man unschwer erkennen kann, hatten drei der bekannten Herren (Mitte Buffalo Bill Cody und links daneben Wild Bill Hickok) Gewehre, die sicher 140 - 150 cm lang waren.


    Die alten Longrifles wurden zwar oft aptiert, aber weiter verwendet. Für die Jagd waren sie ja bewährt. Und warum sollte man etwas wegschmeißen, nur weil es Neues gab?


    pasted-from-clipboard.png


    Auch auf diesem Bild, das gegen 1872 aufgenommen wurde, hat Ned Buntline (links) eine Longrifle. Texas Jack Omohundro hat wohl eine Rolling-Block Rifle. Das gewehr, dass Buffalo Bill in der Hand hält, sieht mir sehr nach einer Perkussions-Plains-Rifle aus.

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    In meinen Beiträgen verwende ich bewusst Satire, Ironie, Sarkasmus und Übertreibungen, um zu verdeutlichen. Auch ohne Kennzeichnung dieser Stilelemente sollte sich der Leser dessen bewusst sein.

  • dieses Bild sagt gar nichts zu Verwendung von Longfiles aus. Die Versammlung dieser Herren fand in einem Fotostudio statt und sie wurden mit den Waffen ausgestattet, die dieses Studio in seinem Fundus hatte.


    Auch nach Ergänzung mit dem zweiten Bild, welches auch eine Studioaufnahme ist, bleibe ich bei meiner Aussage.

    Happy Trails


    Texas Jack


    SASS life # 55314


    BDS Western # 625


    “They Knew Their Duty And They Did It,” John S. “Rip” Ford, Texas Ranger

  • dieses Bild sagt gar nichts zu Verwendung von Longfiles aus. Die Versammlung dieser Herren fand in einem Fotostudio statt und sie wurden mit den Waffen ausgestattet, die dieses Studio in seinem Fundus hatte.

    Sicher. Nur wurden (im ländlichen Raum) Vorderlader deutlich länger genutzt als allgemein angenommen. Schwarzpulver war immer verfügbar und günstig zu erwerben, Passende Patronen waren deutlich seltener verfügbar und zudem viel teurer. Und zur Fleischbeschaffung reichten die Vorderlader allemal aus,und die Farmer hatten zudem auch kein Geld übrig für irgendwelche neuen Gewehre, so lange die alten noch funktionierten.

    Aus den Anfangszeiten der Neubesinnung auf das Vorderladerschießen in den USA ist bekannt, dass in etlichen ländlichen Geschäften immer noch Feuersteine verfügbar waren. sicherlich nicht im vorderen Bereich, eher in hinteren, verstaubten Ecken, aber sie waren verfügbar.