Welches Präzisionsgewehr...?

  • Hallo,

    ich schieße jetzt seit rund einem Jahr, stehe vor der unmittelbaren Beantragung meiner WBK und dem Kauf meiner ersten Kurz- und Langwaffen. Bzgl. der Langwaffe würde ich anfänglich gerne reines Präzisionsschießen auf 100/300m betreiben, nicht auf Zeit oder Fertigkeit. Mein Anspruch ist höchste Präzision und Zuverlässigkeit, so dass quasi jede Streuung auf mich zurückgeht, nicht auf die Waffe. Grundsätzlich frage ich mich, ob Repetierer oder Selbstlader, .223 oder .308 und welche Optik. Ich setze mich schon etwas länger mit dem Thema auseinander, drehe mich jedoch trotz aller Informationen, die man so sammelt, etwas im Kreis. Daher wäre ich für Erfahrungen und Tipps sehr dankbar.


    Meine Überlegungen gehen in die folgende Richtung:

    Haenel RS 8 Basic

    PSG Walküre

    Sig Sauer SSG 3000 Super Target

    Steyr SSG08

    Tikka T3x TAC AI 223

    oder als Selbstlader

    Schmeisser AR15 DMR


    Bzgl. des Designs präferiere ich terrain/sandfarben.


    Bevor ich noch die Optik ins Spiel bringe, würde ich mir gerne über die Langwaffe im Klaren werden.


    Wäre für hilfreiche Tipps wirklich sehr dankbar!


    Beste Grüße:)

  • Für welche Disziplin in welchem Verband soll die Waffe den benutzt werden? Wie hoch ist denn dein Gesamtbudget bzw. was darf die Optik noch kosten? Mit welchen Waffen dieser Art hast du schon geschossen? Hast du die Möglichkeit auch weiter als 300m zu schießen?


    Gruß Peter


    p. s.: Schau dir doch mal bei Heinz Henke auf der Seite die Büchsen von SMH Precision an. Vom Preis/Leistungsverhältnis her spricht viel für die Tikka. Da wäre noch genug übrig für Cerakote in FDE...

  • Hallo Peter,

    Danke für das Feedback. Disziplin wäre letztlich 100m Präzision im BDS, doch ich würde mich erst einmal dahin entwickeln wollen. Budget ist nicht der limitierende Faktor, als Optik habe ich bislang auf das Steiner MX5XI 5-25x56 geschielt, wenn es nicht vergleichbare gute deutlich günstiger geben sollte. Bei uns hier sind nur 100m Bahnen, für 300 muss man schon etwas fahren, über 300m wird wohl eng, auch wenn es mich sehr reizen würde. Geschossen habe ich verschiedene Einzellader, Repetierer und ARs, doch noch keine der von mir zuvor genannten.


    War gerade auf der Seite von Heinz Henke. Was ich gerne hätte, wäre ein komplett einstellbarer Klappschaft.


    Beste Grüße

  • Sportliche Präzisionsbüchsen sind meist einzellader. Mit Heinz Henke bist du schon an einer guten Adresse. Aber, wenn du wirklich > 100m schießen willst ist die .223 nicht so richtig und die .308 hat nur mittlere Eigenpräzision. Für die Präzision auf langer Strecke solltest du dich mal mit den Kalibern

    6.5 - 47 etc. prüfen, wenn du da wirklich einsteigen willst.

    Zudem solltest du dich mit dem Kapitel Wiederladen / Handladen befassen. Es ist nicht nur die Büchse.


    Bei den ZF - ist das nächste.. Gute ZF mit Transition, Absehen Schnellverstellung .. das ist auch noch mal ein Invest.


    Nur mal so zum Nachdenken...


    Ich hab ne Remington 700 in .308, mit Jewell Abzug, kannelliertem Lauf und einem Swarovski ZF mit Turm. - da ich die Büchse auch mal jagdlich führe.

    Aber eben auch bis 300m - gegen die Spezis mit Benchrestkaliber wie Norma oder Lapua mach ich trotzdem keinen Stich.. die sind weniger windanfällig und gestrecktere Flugbahn.

    --
    Landesreferent BDMP Hessen für DP DR SAR - ,dazu BDS, ProLegal und Jäger im HLJV

  • Ich glaube Du wirst hier nicht eine einstimmige Empfehlung erhalten. Wenn Geld keine Rolle spielt, dann nimm alles in die Hand und kauf was Dir gefällt.

    Am Besten auch noch einen großen Waffenschrank, denn Knallstöcke vermehren sich gerne. ;)


    Alle von Dir aufgeführten Waffen haben eine sehr gute Eigenpräzision und für die 100m Bahn ist .223 Rem. absolut ausreichend und auch preislich attraktiv.

    Für Präzision würde ich jedoch immer zu einem Repetierer tendieren, ein AR15 holt man sich dann auf grüne WBK.


    Was das Zielfernrohr angeht, so bekommt man schon was gutes für die Hälfte des Preises.

    25-fache Vergrößerung ist für 100m nicht wirklich notwendig. Da reicht auch 12-fach dicke aus.


    Man sollte sich wirklich überlegen wie oft man 300m oder mehr schiessen kann und ob es Sinn macht dahingehend zu investieren.

    Denn nach oben gibt es keine Grenzen, nicht im Preis und auch nicht im Kaliber (ok, bei .50 BMG ist wohl Schluss).

    Mit .308Win und .223Rem bist Du aber auf 300m gut dabei. Ist halt immer auch ziel- und wetterabhängig.

  • MajorJan

    [....] Bzgl. der Langwaffe würde ich anfänglich gerne reines Präzisionsschießen auf 100/300m betreiben [....]. Mein Anspruch ist höchste Präzision und Zuverlässigkeit, so dass quasi jede Streuung auf mich zurückgeht, nicht auf die Waffe. Grundsätzlich frage ich mich, ob Repetierer oder Selbstlader, .223 oder .308 und welche Optik.

    [...]

    Bzgl. des Designs präferiere ich terrain/sandfarben.

    Also, wenn es dir um das geht, was du oben geschrieben hast, dann ist deine Herangehensweise nicht ganz glücklich und deine Waffenvorschläge hätten aus dem Gesichtspunkt Preis/Präzision auch noch deutlich Luft nach oben. Wenn es um das reine Präzisionsschießen geht, dass steht das Design schon mal ganz hinten und die bei den diversen Spezialeinheiten im Einsatz befindlichen Scharfschützenwaffen mit dem großen Haben-Will-Faktor erst einmal auch. Die sind zwar gut, aber erstens in der Regel sehr teuer und zweitens auf ein anderes Einsatzspektrum getrimmt als es ein Sportschütz beim Lochstanzen benötigt.


    Aber mal von vorn:

    Repetierer oder Selbstlader

    Da würde ich eher die Frage stellen, kann man einen Einzellader bekommen oder muss es leider ein Repetierer sein?! Selbstlader sind grundsätzlich Zylinderveschlussbüchsen unterlegen, was die Präzision betrifft.


    .223Rem oder .308Win

    Weder noch! Die .223Rem ist für 300m nur bei gutem Wetter eine gute Wahl, die .308Win geeignet, aber für das Präzisionsschießen auch nicht die erste Wahl. Hier wären die 6mm oder ggf. noch 6.5mm Benchrest Kaliber die erste Wahl sofern die Sportordnung einem da keinen Strich durch die Rechnung macht.


    Waffenliste:

    Wenn ich für eine solche Waffe eine Liste erstellen sollte, dann würden, wenn Präzision ganz oben steht ganz andere Namen auf der Liste. Einer wurde ja oben schon genannt: Die SMH Büchsen von Henke. Da gibt es wirklich sehr gute Leistung für einen passenden Preis. Ansonsten würde ich einmal so Namen wie Stolle, Kelbly, Keppeler, NC-Rado, Grünig&Elmiger auf die Liste schreiben.


    Die optik ist das ein gesondertes Thema, zu dem man viel schreiben kann. Das Wiederladen setze ich bei einer solchen Waffen einfach mal voraus.


    Gruß

    Frank

    ---- BDMP ---- DSB ----- ProLegal ---- German Rifle Association ----


    "Ein Grüner ist erst dann zufrieden, wenn er einem anderen Menschen etwas verboten hat!"

  • Wenn es rein um Spaß geht, Dir ein Treppchenplatz bei der Bezirkmeisterschaft reicht und LM-Gewinn kein Ziel ist, reicht jede der o.g. Waffen in .223 Rem.

    Die Patrone ist günstig, hat wenig Rückschlag, genug Eigenpräzision auf der 100 m Bahn und kann auch auf der 300 m Bahn mitspielen - solange Du nicht mit schlechten Windverhältnissen zu kämpfen hast. Damit kannst Du gut und einigermaßen günstig üben und sukzessive besser werden.


    Für 300 m und darüber würde ich eher an .308 Win (günstige Fabrikmunition), 6.5 Creedmore, .260 Rem., 6,5*47, 6,5*55 denken.


    Falls Du (bei nichtdynamischen Disziplinen) vorne mitspielen willst ("absolute Präziosion") , wirst Du selbst laden _müssen_ und bist angesichts der Konkurrenz mit .223 Rem. oder .308 Win. nicht optimal aufgestellt. Die Frage ist aber immer, ob Du Zeit, Geld und Fertigkeit hast, vorne mitzuspielen. Für den Einsteiger ist das schwer zu beurteilen und es macht nach meiner Erfahrung an der Stelle keinen Sinn, jetzt in eine Top-Waffe zu investieren. In ein bis zwei Jahren weißt Du besser, was Dir liegt, und kaufst sowieso nochmal etwas anderes.


    Bei o.g. Steyr, Haenel, Schmeisser paßt meines Erachtens in Deiner Situation das Preis-Leistungsverhältnis nicht.

    Die Walküre ist eine tolle Waffe zum sehr guten Preis, aber bei ihr mußt Du wissen, wohin Du genau willst. Sich diese ohne Erfahrung als 08/15-Modell in .308 zusammenbauen zu lassen ist Perlen vor die Säue.

    Außerdem wirst Du feststellen, daß viele Deiner o.g. Waffen ein Gewichtsproblem in den angedachten Disziplinen haben, d.h. mit Anbauten (Montage, ZF, evtl. Zweibein) erreichen sie schnell das Gewichtslimit der Disziplinen.


    Ich habe mir in ähnlicher Situation zum AR15 noch eine Bergara B14 BMP in .308 Win gekauft (welche man bei Bedarf auch mit Cerakote in FDE überziehen lassen kann). Alternativen wären z.B. Bergara B14 HMR, Ruger RPR, Savage 10 BA Stealth, Remington 700 in einem MDT- oder GRS-Schaft, Mercury / Sabatti Sport TLD, ...


    Was das Steiner ZF-anbetrifft:

    Auf Schießständen mit fester 100m- und 300m-Entfernung brauchst Du kein Glas dieser Preis- und Vergrößerungsklasse. Ich schieße da die sehr guten aber preiswerten Sightron S-TAC-Gläser (3-16*42).

    Die Vorteile eines taktischen Glases der Oberklasse kommen ins Spiel, wenn Du schnell Zwischenentfernungen und Wind einclicken oder über das Absehen korrigieren mußt, unter schlechten Sichtbedingungen 300 m und darüber schießt. Dann mußt Du aber vor Bestellung wissen, welches Absehen Du für Deine Disziplin benötigst, welche Optionen Du benötigst, und nicht einfach irgendetwas bestellen weil's cool aussieht.

  • Was das Steiner ZF-anbetrifft:

    Auf Schießständen mit fester 100m- und 300m-Entfernung brauchst Du kein Glas dieser Preis- und Vergrößerungsklasse. Ich schieße da die sehr guten aber preiswerten Sightron S-TAC-Gläser (3-16*42).


    Dem kann ich nur zustimmen. Sie Sightron's haben wirklich ein sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis. Mit den S-TAC hat man einen guten Einstieg und wenn man mehr Bildqualität möchte, sind die ZF's der Serie darüber - SIII - eine gute Wahl. Ich habe selbst davon zwei Stück jeweils auf meiner 300m und 1000m Büchse.


    Noch weiter im Preis nach oben geht auch. Ich habe noch ein Zeiss und ein Svarowski. Die Bildqualität von denen liegt ganz klar noch einmal deutlich über den SIII, dafür kosten die aber auch grob das doppelte. Als Sportschütze bis 300m (und bis 100m sowieso) bin ich aber der Meinung, dass man das nicht braucht. Vor allem die 100m Stände sind in der Regel gut ausgeleuchtet, das schaffen alles Sightrons locker.


    Viel entscheidender ist das Absehen. Auch hier wird von vielen "angeblichen Präzisionsschützen" ein taktischer Wahnsinn als Absehen gekauft. Für den Scharfschützen ist es ganz toll damit die Entfernung zu schätzen, oder auch eine fehlende Vorneigung der ZF Montage bei großen Entfernungen zu kompensieren. Der Sportschütze auf 100m oder 300m benötigt das aber nicht. Hier kommt es eher auf ein möglichst feines Absehen an, sowie eine feine Verstellung. Als Beispiel sei hier ein Sightron SIII genannt, welches mit dem Absehen Traget-Dot eine 1/8MOA Verstellung bietet.


    Gruß

    Frank

    ---- BDMP ---- DSB ----- ProLegal ---- German Rifle Association ----


    "Ein Grüner ist erst dann zufrieden, wenn er einem anderen Menschen etwas verboten hat!"

  • Super, vieleen Dank für die Infos! Auch wenn noch weitere Aspekte hinzugekommen sind, hilft es mir definitiv weiter. Wiederladen ist allerdings nichts, auf das ich ganz am Anfang scharf bin, das kann auch noch im zweiter Schritt erfolgen...


    Beste Grüße

  • Super, vieleen Dank für die Infos! Auch wenn noch weitere Aspekte hinzugekommen sind, hilft es mir definitiv weiter. Wiederladen ist allerdings nichts, auf das ich ganz am Anfang scharf bin, das kann auch noch im zweiter Schritt erfolgen...


    Beste Grüße

    Welche Aspekte sind denn hinzugekommen ? Mal indiskret gefragt.

  • Einzellader, andere Kaliber, Wiederladen...

    Das hängt ja letztens doch alles zusammen. Der Einzellader bringt maximale Präzision, ein "anderes (exotischeres) Kaliber", nur als Beispiel mal 6,5 x 47 Lapua genannt, bringt noch bessere Ergebnisse als die von dir genannten .223 Rem, und .308 Win. Insbesondere wenn man auf längere Distanzen schielt als die genannten 300m. Solche "anderen Kaliber" setzen aber Wiederladen (noch eine Wissenschaft für sich und auch ein Kosten- und Zeitfaktor)) fast schon zwingend voraus, um die Munition auch der Waffe und dem Einsatz anzupassen.


    Soweit die Theorie. In der Praxis, also bezogen auf deine Situation und das ist nicht gehässig oder gar böse gemeint, fragt ein Fahranfänger mit welchem Supersportwagen er wohl denn die schnellsten Rundenzeiten erreicht.


    Zum Thema Optik wurde ja schon geraten, die Kirche im Dorf zu lassen, sprich für 100/300m Stände braucht es kein High End Super Tactical Glas.

    Das gleiche gilt auch für die Waffe. Auch hier nur ein Beispiel: Auf der IWA hab ich mir dieses Teil angesehen. Mehr als das und ein taugliches Glas mit ordentlicher Montage braucht es nicht um schießen zu lernen. Bis man besser ist als so eine Waffe, das dauert und dauert.


    Das sind aber nur meine Gedanken.....andere mögen ganz anders darüber denken.

  • Hallo MajorJan . Ich kann deinen Gedankenweg ein wenig nachvollziehen, da ich vor etwa einem Jahr ebenfalls von der Idee befallen wurde, mir eine LW für möglichst viele Möglichkeiten zu holen. 100m das mindeste, mal 300m und vielleicht sogar mehr. Nur musste ich deutlich mehr auf Budget achten. Nun habe ich eine solche LW und paar Erkenntnisse aus dem realen Leben. Erstens, fand ich die Zutat von Frank1000 sehr treffend:

    Zitat

    Repetierer oder Selbstlader


    Da würde ich eher die Frage stellen, kann man einen Einzellader bekommen oder muss es leider ein Repetierer sein?!

    Wenn es keine Zeitserie sein soll, sollten da so wenig wie möglich Mechanismen sein. Auch ein Magazin braucht man nicht zwingend, ganz entspannt öffnet man den Verschluss, tut eine Patrone rein, Verschluss zu, Ruhe. Keine Eile.

    Eigenpräzision: die solltest du dir in Zahlen vorstellen. Fast jeder ordentliche Repetierer schafft mit einer Fabrik-Patrone auf 100m Streukreis von 30-40 mm. Das ist die sichere 10 auf einer DSB oder BDS Pistolenscheibe. Viele schaffen unter 30, das ist die Innenzehn. Faktor Munition ist sehr wichtig, bei meinen KWs habe mindestens 20 verschiedene Sorten ausprobiert, bis ich Optimum gefunden habe. Dabei können die Streukreise sich bis auf 5-8 fache unterscheiden. Bei meinem Repetierer waren es bloß 3 verschiedene Sorten, die zweitbilligste hat (bis jetzt) gewonnen.

    Zum Gewehr und Optik. Ich habe mir eine Howa M1500 mit 24" Lauf in .308 geholt. Nachdem der Abzug auf schöne 1100g umgestellt wurde und ein Hawke 6-24x44 Glas drauf kam, war ich zweimal schießen und habe gerade noch geschafft, die Kombination auf 100m einzuschiessen. Fast fertige Ergebnis im Anhang, vom Schulter und Zweibein. Wenn da nicht der Ausreißer wäre, kämmen die alle in die Ihnenzehn nach der entgültugen Hohenjustierung. Das Gewehr, Glas und Zweibein (Harris) kosteten zussmmen etwas mehr als 1000 Euro (neu, hab wohl schönes Schnäppchen gemacht).

    Kaliber: .223 wohl nicht, .308 passend für fast alle Situationen bei einem Anhänger. 6.5 CM interessant, etwas teuerer. Exotischere Kaliber wirst du wahrscheinlich als Anfänger gar nicht schätzen können. Bedenk, dass es in Deutschland kaum 300m Bahnen gibt, geschweige von weiteren Distanzen. Daher wirst du wahrscheinlich zu 95% sich auf 100m Bahnen aufhalten und 1-2 Mal im Jahr zu 300m fahren. Mit .308 hast zumindest theoretisch die Möglichkeit, auch mal 500 und 800m zu schießen.

    Das Glas: bei 100m beliebiges ab 12x Vergrößerung, 9x war mir persönlich etwas zu wenig. Alles für mehr als 500 Euro finde ich überflüssig, wenn man als Sportschütze auf einem beleuchteten 100 m indoor Bahn ist. Gute Ringe, Glas unbedingt verkleben, feines Absehen, am besten mit 1/8 MOA Verstellung (aber auch 1/4 langt).

  • Gute Ringe, Glas unbedingt verkleben, ...

    Das widerspricht sich.

    Wenn ich gute Ringe, oder besser formuliert, eine gute Montage habe, muß ich nicht verkleben.


    Man kann sich überlegen, ob man mit Nitrilüberzügen arbeitet (abgeschnittene Handschuhfinger), damit die Montageringe ja keine Spuren auf dem ZF hinterlassen. Aber wenn man exakt mit dem vorgeschriebenen Anzugsdrehmoment von Montage- UND ZF-Hersteller arbeitet, halten gute Montagen ohne Verkleben, Kolophonium o.ä.


    Ich benutze nur Blockmontagen von Spuhr und Eratac, ohne jegliche Probleme. Und die Spuhr-Montage eine Schützenkollegen hält auch die schweren SuB-Gläser auf der .338 LM.


    An Verkleben kann man denken, wenn man aus Gewichts- oder speziellen Montagegründen auf sehr leichte, eigentlich zu schmale einzelne Montageringe gehen muß. Aber das sollte niemals der Normalfall sein. Wenn man das Ganze nach Jahren demontieren muß, hat man sich mit dem Kleber ZF und Montage ruiniert. Das Material wird fast unverkäuflich.

  • Habe mir vor längerer Zeit eine Remington 700 SPS tactical in .308Win. zugelegt.

    Verbaut sind:

    - eine Mündungsbremse von Roedale

    - ZF ist ein Meopta ZD 6-24x56 RD (schieße mit 12-fach Vergrößerung auf 100m)

    - Montage von Innogun

    - Schaft von Magpul

    - Magazin und Conversion Kit von Magpul

    - Timney Sportabzug

    - Zweibein von UTG


    Ich verschieße mit der Waffe ausschließlich Fabrikmunition. Mit der HORNADY 168 gr BTHP MATCH erziele ich auf 100m, mit 5 Schuß,

    einen Streukreis von der Größe einer 2 Cent € Münze, direkt in der Innenzehn (BDS Scheibe Nr. 5 Pistole 25/50)

    Für mich absolut ausreichend und mit Sicherheit noch mit Potential nach oben.

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  • Ich bin mit meinem Repetierer in .308 für 100m, 300m und auch weiter raus sehr zufrieden...

    Natürlich mit selber geladener Munition und meist als Einzellader, aber gut das ist ja die Norm für Präzision.


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    5 Schuss 100m, das Schwarze ist ein 19mm Schusspflaster


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    300m, 5 Schuss auf 38mm Streukreis


    Wenn ich auf sportlicher Basis nochmal wählen müsste, würd ich ne Walküre in 6,5x47 nehmen, auf "habenwill"-Basis würde ich das Projekt jederzeit wieder machen.

  • MajorJan

    Super, vieleen Dank für die Infos! Auch wenn noch weitere Aspekte hinzugekommen sind, hilft es mir definitiv weiter. Wiederladen ist allerdings nichts, auf das ich ganz am Anfang scharf bin, das kann auch noch im zweiter Schritt erfolgen...


    Darauf antworte ich mit einem ganz klaren JEIN!


    Denn wenn man schießen will, muss man auch schießen gehen. Wenn man treffen will, muss man trainieren. Wenn die Munition nicht bezahlbar ist oder man nur Schüttgut verschießt, braucht man sich auch im Vorfeld über die Präzision einer Waffen selbst keine Gedanken machen. Preiswertes Set kaufen und Bum machen.


    Ich nenne einmal ein paar Beispiele:

    .223Rem: Fabrikmunition ist gut erhältlich, es gibt preiswerte 100m Munition die zum Training reicht und auch preiswerte Matchmunition, mit der man auf 300m gut dabei ist (wenn das Wetter...usw....). Wiederladen macht das ganze preiswerter, kaum besser.

    .308Win: Fabrikmunition ist gut erhältlich, es gibt preiswerte 100m Munition die zum Training reicht (40€/50Stk.) und auch Matchmunition, mit der man auf 300m gut dabei ist (90€/50Stk.). Wiederladen macht das ganze zumindest im Bereich der 300m erst bezahlbar.

    6mmNormaBR: Fabrikmunition ist schlecht erhältlich, es gibt keine preiswerte 100m oder Trainingsmunition. Matchmunition, die auch bis 600m taugt ist teuer (120€/50Stk.). Wiederladen macht das ganze erst bezahlbar.

    6mmPPC-262 Neck: Fabrikmunition gitb es nicht. Weder Trainings- noch Matchversionen. Wiederladen ist bei einem solchen Benchrestkaliber zwingend.


    Diese Liste kann man natürlich noch beliebig erweitern, die 6.5x47 Lapua fehlt hier natürlich, wie auch 6mmXC oder die PPC USA. Aber sie zeigt schon ganz klar, dass die Kaliberwahl schon mit der Entscheidung zum Wiederladen einhergeht und - zumindest wenn man die anzuschaffende Waffe länger schießen will.



    Und fürs Auge mal mein Lochstanzer für 300m ohne Däcdikel-Look....


    Keppeler.jpg


    Gruß

    Frank

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    "Ein Grüner ist erst dann zufrieden, wenn er einem anderen Menschen etwas verboten hat!"

  • Hallo MajorJan ,


    was ist es jetzt geworden oder wohin tendierst Du jetzt:?:


    Ich verstehe Deine Ansätze zu 100% und gehe gerade den gleichen Weg.

    Wäre schön ich könnte von Deiner Recherche profitieren.


    Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit werde ich .308 nehmen und auch erstmal auf keinen Fall Wiederlade.

    Sollte sich das ändern in ein paar Jahren, gibt's sicher was schickes neues mit größerem Kaliber, das ich dann ja dann doch selbst laden kann.

    Bis dahin kann man günstige Munition zum Training nehmen und für Matches teuere Munition verkraften oder vom Schützenbruder laden lassen.


    Für die Fachleute die hier mit ihren Beiträgen eine große Hilfe sind, ich habe gerade eine Frage zu einer Sabatti Mercury STR Sport Red mit einem 28" Lauf.

    Das Ding geht mir nicht aus dem Kopf :wall:


    Kann mir jemand das Teil mit guten Argumente austreiben oder mein Interesse bekräftigen:?: ::schlag3:::sdb1:


    Viele Grüße

    Rüdiger

  • Ich verstehe Dein Begehren hinsichtlich der Sabatti ;-) Auch Habenwollen ist ein Argument.


    Ich bin vor nicht ganz 1,5 Jahren in das Thema Langwaffe eingestiegen, fühle mich immer noch als Anfänger, habe aber in dieser Zeit viel ausprobiert, Trainings- und etliche Wettkampferfahrung in verschiedenen Disziplinen und auf verschiedenen Waffen und Optiken gesammelt.


    Als Nicht-Wiederlader ist mein derzeitiges Fazit:

    Die .223 Remington ist für mich die universelle Langwaffenpatrone für die in Deutschland üblichen Schießstände. Sie ist rückstoßarm, es gibt eine extreme Vielfalt an Waffen und (auch präziser) Fabrikmunition. Die Flugbahn ist angenehm gestreckt und auch in dynamischen Disziplinen gut beherrschbar.


    Die .308 Win wird interessant, wenn Du jenseits der 300 m gehen willst oder mit offenen, windige Schießständen konfrontiert bist. Der Munitionspreis verdoppelt sich dadurch etwa gegenüber der .223 Rem.

    Jenseits der 700 m wird es allerdings im freien Gelände schwierig mit dieser Patrone. Sie wird relativ früh transsonisch und wenn Wind hinzukommt, reichen meine Fertigkeiten nicht aus um reproduzierbare Treffer zu erzielen. (Mein Standard-Zielmedium auf höhere Distanz waren bisher Tontauben und 5L-Kunststoffkanister; ich zähle nur Treffer Ja/Nein.)


    Die Alternative zur .308 Win ist für mich derzeit die 6.50 Creedmore. Sie wird interessant, wenn die Chance auf Ausflüge jenseits der 500 m gegeben sind. Sie beschert einem da einfach leichter Erfolgserlebnisse als die .308 Win und vermag auch bis 1200 m zu treffen.

    Durch die Kompatibilität des Waffensystems zur .308 Win gibt es inzwischen eine gute Auswahl an präzisen Serienwaffen. Die Fabrikmunitionsauswahl ist deutlich geringer, es gibt aber relativ präzise Fabrikmunition nur wenig teurer als bei .308 Win.


    All den möglicherweise noch besseren Kalibern mangelt es an Verfügbarkeit günstiger und guter Einsteigerwaffen sowie Fabrikmunition. Außerdem kommt oft eine hohe Laufbelastung und damit -Lebensdauer hinzu.

  • Hallo Rüdiger,


    Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit werde ich .308 nehmen und auch erstmal auf keinen Fall Wiederlade.

    Sollte sich das ändern in ein paar Jahren, gibt's sicher was schickes neues mit größerem Kaliber, das ich dann ja dann doch selbst laden kann.


    Warum ein noch größeres Kaliber?

    Was soll dir das bringen?


    Für deine Anwendung (100m/300m) ist .308 schon fast zu groß, zumindest wenn es ums Treffen und gute Wettkampfplatzierungen geht!


    Dass es auch mal ums Habenwollen gehen kann ist bekannt und auch legitim. Dann sollte man aber die Waffe bewusst danach aussuchen und hinterher mit dem was man dann hat auch glücklich sein....unabhängig vom Munitionspreis und der Platzierung auf den Ergebnislisten. Dann muss die Freude am "Buuuummm" über einen langen Zeitraum alles andere überwiegen.


    Gruß
    Frank

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    "Ein Grüner ist erst dann zufrieden, wenn er einem anderen Menschen etwas verboten hat!"