Neuzugang S&W :-)

  • Heute klingelte die freundliche Dame vom Kurierdienst...

    ...Paket auf und siehe da!!!


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    S&W "Triple Lock" im Kal. .455 Eley. Baujahr zwischen 1908 und 1915. Der hier ist für die britische Regierung gebaut worden und trägt die entspr. Seriennummer.


    “In 1907 Smith & Wesson brought out the Triple Lock, perhaps the finest revolver ever manufactured anywhere, at any time. Today no example of finer revolver making is to be had.”

    -Elmer Keith

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    Ike Godsey


    --- Just a grumpy old man with a gun ---

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  • NEUZUGANG S&W RUSSIAN


    Der Smith & Wesson Model No 3 war der erste Revolver mit einem abkippbaren Lauf und einem mechanischen Auswurf der abgeschossenen Hülsen. Er war auch der erste großkalibrige Revolver, der ab 1870 von der Firma Smith & Wesson hergestellt wurde. Er ersetzte die ersten von der Firma hergestellten Patronenrevolver mit aufklappbarem Lauf und loser Trommel, den Smith & Wesson No 1 und seinen Nachfolgern.


    Zwischen 1856 und 1872 hatte Smith & Wesson aufgrund eines Vertrages mit Rollin White eine Exklusivlizenz zur Herstellung von Revolvern mit durchbohrter Trommel. Aufgrund dieser Lizenz fehlte Colt und Remington das Recht, solche Patronenrevolver zu produzieren. Colt versuchte es mit dem Umbau zum Colt Thuer Revolver, bei dem die Patronen von vorne in die hinten geschlossene Trommel eingepresst wurden, die Firma Remington erwarb eine Lizenz bei S&W zur Herstellung von Hinterladungs-Umbausätzen für ihre Perkussionsrevolver.


    Durch die Einführung des ab 1856 produzierten Smith & Wesson No 1 und seines Nachfolgers, dem Smith & Wesson No. 2 Army im Kaliber .32 mit aufklappbarem Lauf und der Verwendung von Randfeuerpatronen war Smith & Wesson der erste Produzent von Patronenrevolvern in den USA. Das System dieser kleinkalibrigen Revolver mit aufklappbarem Lauf, bei denen die Trommel zum Entfernen der abgeschossenen Hülsen und zum Nachladen abgenommen werden musste, war für Berittene jedoch nicht geeignet. Die Firma stellte deshalb 1865 einen Revolver mit einem starren Rahmen im Kaliber .44 Henry her.

    Der nächste Schritt war die Entwicklung eines Revolvers, bei dem Lauf und Trommel zum Nachladen in einer Einheit abgkippt werden konnten, wobei gleichzeitig die abgeschossenen Hülsen ausgeworfen wurden.


    Um die Konkurrenz auszuschalten, erwarb Smith & Wesson die bereits existierenden Patente eines Systems zum Abkippen von Lauf und Trommel (Pat. Abraham J. Gibson, 10. Juli 1860), eines Hülsenauswurfsystems (Pat. W. C. Dodge, 17. und 24. Jan. 1865) und eines Systems zur Rotation der Trommel (Pat. Louis Rodier, 11. Juli 1865) und beantragte Patentschutz in den USA und im Vereinigten Königreich für ihren neu entwickelten Revolver. London erteilte das Patent im April 1869. Das US-Patent vom 24. August 1869 ging an Charles A. King, Betriebsleiter bei S & W und maßgeblicher Entwickler des No. 3 Revolvers.


    Für die Firma war die Bezeichnung S & W Revolver Model No. 3 nicht die Modellbezeichnung, sondern die interne Bezeichnung der großkalibrigen Rahmen. Auf dem Markt entstand daraus die Bezeichnung der ganzen Modellreihe der grosskalibrigen „Single Action“ Kipplaufrevolver, die bis am Anfang des 20. Jahrhunderts hergestellt wurden.


    Das Modell No 3 wurde ausschließlich als Single-Action-Revolver hergestellt. Die Trommel fasste sechs Schuss. Das System konnte samt Trommel durch abheben der Verriegelung oberhalb des Hahns geöffnet werden. Wurde der Lauf um mehr als 90 Grad nach vorne abgekippt, so trieb eine Mechanik einen sternförmigen Hülsenauszieher in der Mitte der Trommel heraus, die leeren Hülsen wurden am Hülsenrand herausgezogen. Wurde der Lauf wieder in einen Winkel von etwa 45 Grad zurückgenommen, ging der Auszieher wieder in seine Ausgangsposition zurück, die Trommel konnte beladen werden. Man klappte die Laufpartie wieder zu und die Waffe war feuerbereit.


    Die Mechanik mit Abkipplauf wurde später von vielen anderen Waffenproduzenten übernommen und bis in das 20. Jahrhundert hinein verwendet (z. B. Webley und Enfield aus Großbritannien).

    Ab 1880 stellte Smith & Wesson zudem diverse Smith & Wesson Double Action Kipplauf-Revolver in diversen Kalibern her. Um die Jahrhundertwende wurden diese durch die heute noch hergestellten „S&W Hand Ejector Modelle“ mit ausschwenkbarer Trommel abgelöst.


    American Model

    Die ersten Revolver im Kaliber .44 Henry wurden im Mai 1870 fertig und den verantwortlichen Stellen der United States Army zur Prüfung zugesandt. Diese stellten die Überlegenheit der Waffe über alle bislang geprüften Revolver fest, empfahlen aber die Änderung von Randfeuer auf Zentralfeuerpatronen. Ende 1870 bestellte die Armee 1000 dieser S&W Model No. 3 First Model Single Action Revolver mit einer Lauflänge von 8 Zoll, im Kaliber .44 S&W American (andere Bezeichnung .44/100).

    Vom S&W No 3 First Model wurden insgesamt etwa 8.000 Stück hergestellt, einige wenige auch für die .44 Henry-Randfeuerpatrone. Diese bis Seriennummer 38.000 hergestellten Waffen wurden laufend verbessert und wurden neben dem Colt Peacemaker zu den meistgekauften Revolvern des Wilden Westens. Viele Gesetzeshüter, aber auch Cowboys und Revolverhelden griffen auf dieses Modell zurück. Mit den später für die .44 Russian-Patrone hergestellten Waffen wurden rund 120.000 Stück des S&W Model No. 3 produziert.

    Man kann deshalb diese Waffen mit dem weitaus besser bekannten Colt Peacemaker gleichstellen, (von diesem wurden bis 1940 rund 350.000 Stück produziert). Somit beansprucht auch der Smith & Wesson No 3 das Prädikat: „Die Waffe, die den Westen eroberte“ (The gun that won the West) für sich.


    Russian Model

    Ein Exemplar des American Model Revolvers im Kaliber .44 S&W American ging auch an den russischen Militärattaché, Alexander Gorlow. Russland zeigte Interesse und bestellte im Laufe der Zeit eine große Anzahl dieser Revolver für eine etwas abgeänderte Munition, die .44 Russian. Wie die .44 S&W American war sie eine Zentralfeuerpatrone, der etwas größere Hülsendurchmesser bedingte jedoch eine abgesetzte Trommelbohrung. Die mehr als 130.000 nach Russland gelieferten Waffen trugen kyrillische Laufbeschriftungen. Sie wurden in verschiedenen Varianten hergestellt, der Abzugsbügel erhielt später einen zusätzlichen Haken und auch die Form des Griffes wurde geändert. Interessant ist, dass eine späte Version des S&W Russian Model in der deutschen Firma Ludwig Loewe & Co. in Berlin hergestellt und nach Russland geliefert worden ist.

    Das Geschäft mit Russland etablierte Smith & Wesson als ein internationales Unternehmen und der Erfolg blieb auch in Amerika nicht aus. Der S&W No. 3 Russian Model und seine Nachfolger, auch als Double-Action-Modell, wurden bis ins zwanzigste Jahrhundert in großer Zahl hergestellt und erst durch die S&W-Hand-Ejector-Modelle mit Ausschwenktrommel abgelöst.


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    Der Mills Belt ist ein Original ebenfalls die Hundekopf-Schnalle.

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    Ike Godsey


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  • Ike Godsey


    Also die Waffen, die du hier zeigst sind ja so gar nicht meins. Aber dennoch schaue ich mir die Bilder immer wieder gerne an und lese auch interessiert, wenn du was dazu schreibst. Dafür einfach mal danke!


    Gruß

    Frank

    ---- BDMP ---- DSB ----- ProLegal ---- German Rifle Association ----


    "Ein Grüner ist erst dann zufrieden, wenn er einem anderen Menschen etwas verboten hat!"

  • Danke Frank1000  

    Und was die Waffen betrifft, das muss nicht "DEINS" sein klar - dir sollte nur bewußt werden, dass diese Pusten die Entwicklug darstellen - hätte es die nicht gegeben, wären wir heute wohl weit weg von dem was viele als "Modern" bezeichnen.
    Und das gilt in jedem Bereich - Munition - Konstruktion - Design - Material etc. etc. etc.

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    Ike Godsey


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  • bin zwar kein Schmitz und Wesson Fan aber der sieht doch Top aus.

    Happy Trails


    Texas Jack


    SASS life # 55314


    BDS Western # 625


    “They Knew Their Duty And They Did It,” John S. “Rip” Ford, Texas Ranger

  • Ike Godsey


    Schönes Ding, zumal anscheinend für kleines Geld.


    Das da keiner ran "wollte" glaube ich kaum, eher, dass da keiner ran konnte. Der Jäger ist mit zwei KW am Limit, der Sportschütze muss sich jede Waffe genau überlegen und mit irgendeiner SPO in Einklang bringen. Sich ein "Schmuckstück" einfach so mal in's Regal zu legen ist da eher schwierig. Somit denke ich, ist bei solchen Waffen eher der leider kleine potenzielle Kundenkreis das Problem und nicht das die ggf. keiner haben will.


    Dennoch, Glückwunsch zum neuen Revolver.


    Gruß

    Frank

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    "Ein Grüner ist erst dann zufrieden, wenn er einem anderen Menschen etwas verboten hat!"

  • Das da keiner ran "wollte" glaube ich kaum, eher, dass da keiner ran konnte. Der Jäger ist mit zwei KW am Limit, der Sportschütze muss sich jede Waffe genau überlegen und mit irgendeiner SPO in Einklang bringen. Sich ein "Schmuckstück" einfach so mal in's Regal zu legen ist da eher schwierig. Somit denke ich, ist bei solchen Waffen eher der leider kleine potenzielle Kundenkreis das Problem und nicht das die ggf. keiner haben will.

    Täusch dich nicht.
    Es gibt genug Leute mit einer Sammlerkarte in eGun - und speziell dieser Revolver passt in eine Menge Themenbereiche.
    Egal ob Polizeiwaffen, Militärwaffen, Westernwaffen, WKI Waffen, Waffen der US Hilfslieferungen im WKI etc. etc. etc.

    Der Punkt war, dass der Händler die Waffe versehentlich als "S&W Model 17 .455" bezeichnet hat, anstatt die korrekte Bezeichnung "S&W MK II Cal. .455" zu nutzen.



    Dennoch, Glückwunsch zum neuen Revolver.

    Danke sehr.

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    Ike Godsey


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  • .455 Eley, was ein Exot. Bekommt man überhaupt noch Patronen?

    Da unterscheiden sich Schützen von Sammlern ... letzerer freut sich schon wie Bolle nur übers 'haben'...

    Gratuliere zum guten Fang, Ike.


    Und nein, m e i n s wär's auch nicht. :sla:

    Et hätt noch immer jot jejange.

    Uralte kölsche Weisheit

  • .455 Eley, was ein Exot. Bekommt man überhaupt noch Patronen?


    Jupp bekommt man- es gibt sooo viele .455er Pusten... sogar in der Randlosenersion für Halbautomatische Pistolen gibts noch Murmeln dazu.

    Ich habe den S&W Triple Lock, den MK II, zwei COLT New Service, drei unterschiedliche Spanier (Kipplaufrevolver) die als Hilfslieferungen an die Briten im WKI gingen, eine Webley Pistole und eine Colt 1911 in .455.


    Und nein, m e i n s wär's auch nicht.


    Schulterzuck - ist halt ein N Frame von S&W.


    Gratuliere zum guten Fang, Ike.


    Danke :-)

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    Ike Godsey


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  • NEUZUGANG - Ike hat ein neues Spielzeug!!

    Brand: Smith & Wesson
    Model: New Mod. #3 DA 1881 1st Model Frontier
    Cal. .44 Russian
    Barrel: 6,5"


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    Der passt gut zu meinen anderen beiden - ich habe schon einen in .44WCF und einen der nur 267 mal produzierten Revolver in .38WCF.


    HIer noch etwas wissenwertes - wenn auch in englisch...

    Smith & Wesson’s .44 Double Action First Model revolver seems to be one of that company’s more neglected designs. It tends to be overlooked as it came between the vaunted No. 3 SA and various Hand Ejector Models. The primary chambering was .44 Russian, of which 53,590 were made between 1881 and 1913. Some 15,340 “Frontier” models were also produced, as was a .38-40 Win. Those guns were numbered in individual ranges and are basically considered separate models. All frames were made prior to 1899. Some rare chamberings, such as .38 S&W, .38 Colt and .38-44 Gallery, may be encountered, but they are extremely rare. The First Models continued to be listed in catalogs for a number of years after their production ceased to clear out old stock.


    Following the lines of smaller and slightly earlier S&W .32 and .38 top-breaks, the First Model DA incorporated an excellent self-cocking mechanism that was as good as many British and Continental designs. It was also head and shoulders above Colt’s more popular Model 1877 “Lightning” and Model 1878 “Frontier” models, a happenstance that must have been more than frustrating to the folks at Smith.


    Smith & Wesson’s First Model DA incorporated the company’s familiar curved grip frame, flanked by either hard rubber or checkered walnut stock panels. The revolver was available in blue and nickel-plated finishes, and barrels were 4, 5, 6, 6½ and 8 inches (rare) in length, with 5 inches being the most common.


    First Model DA .44s employed the usual S&W top-break ejection system. The revolver could be fired double- or single-action, though it had no safety position, and the hammer did not rebound after the trigger was released, resulting in a potentially dangerous setup if the gun were dropped.


    Standard sights on the First Model DA .44 were similar to those on the No. 3, a rounded, fixed-blade front and miniscule notch rear, milled out of the fore-part of the frame latch. Some guns were fitted with target sights, but they are not the norm and bring premium prices when encountered.


    Even though the .44 Double Action was not one of S&W’s most popular products, it still had a following. In fact, Texas gunfighter and all-around bad guy John Wesley Hardin was carrying a .44 S&W Frontier when he was killed in the Acme Saloon by Constable John Selman in El Paso in 1895. Ironically, when Selman was killed a year later by George Scarborough, also in El Paso, he was toting a .44 New Model.

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    Ike Godsey


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  • steigst du jetzt auf Schmitz und Wesson um?


    Kid, ich habe schon immer alles gesammelt, was in den USA - speziell in der von uns favorisierten Zeit - zukaufen gewesen ist. COLTs sind sicherlich meine liebsten "Kurzen" und Winchesters meine liebsten "Langen".

    Aber ich habe auch S&W, Remingtons, Merwin & Hulbert, Forehand & Wadsworth, Allen & Wheelock, Marlins, Spncers, Springfields und einige kleiner Firmen wie die US Bicycle Works etc.

    Von den in den USA vermarkteten Europäern will ich erst gar nicht anfangen...


    ZUSATZ: Und ich denke ein American, ein Schofield, ein Russian, ein New Mod. #3 SA, und der 1881er DA sind schon Pflicht wenn man ein Bild der "Westernwaffen" haben will, die keine COLTs.

    Egal, schönes Eisen


    Danke Kid!!
    Diese Art Revolver ist wirklich schön! Von den großrahmigen mit dem "rocker-type locking system" hab ich jetzt alle drei US Kaliber.

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    Ike Godsey


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  • Zum Thema S&W hab ich noch was Neues...

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    ...einen zweiten 3rd Model!

    Was sind die unterschiede? Der obige Russian ist einer von S&W mit kyillischer Laufadresse - also klar aus der Lieferun für Russland und mit einer russischen Militärabnahme von 1874.

    Der Zweite Russian ist 1:1 identisch - bis auf die Tatsache, dass dieser von Ludwig Löwe inBerlin gefertigt wurde.
    Er hatte ebenso wie der andere ein hartes Leben, was sich in einem realtiv verbeultem Abzugsbügel wiederspiegelt.

    Teile (ich habe nur ein paar versucht) sind 1:1 austauschbar, was für die hohe Fertigungsqualität beider Fabriken spricht.

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    Ike Godsey


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