Oh la la! Qu'avons-nous ici? Une belle mademoiselle? Oh non, mais un bon chassepot.

  • Was ist mir denn hier zugeflogen. Nummerngleich bis auf den Entladestock. Bj. 1869, Züge blank und scharf ! Der Schaft hat eine Feldreperatur bekommen ... die Dame scheint im Einsatz gewesen zu sein. Ich weiss zumindest, dass sie 1870 in preussischen Besitz gekommen ist und ist so über Umwege in die Scheune eine Ortsansässigen gelangt und wurde dort ein paar Generationen weitergegeben und ist nun bei mir.


    Es folgen bald noch ein paar mehr Bilder ... freue mich schon auf das Schießen.

  • Da bin ich aber gespannt, ob ich neugierig bin...


    Scheint ein sehr interessantes Teil zu sein!
    Ich freue mich auf weitere Bilder...


    J.

    Ich teile hier mit Euch mein Wissen und vertrete meine Meinung.
    Mein Wissen kann Fehler enthalten, meine Meinung muss nicht der Euren entsprechen.
    Korrigiert meine Fehler mit Eurem Wissen. Gute Argumente können meine Meinung beeinflussen.

    Gelebtes Forum... so muss das sein!

  • Hier noch ein paar weitere Fotos. Viel Spaß beim anschauen. Auf dem Schaft steht sogar der Monat "Octobre" 1869 .... wird also dieses Jahr 150 Jahre :-). Die Vorderschaftreperatur ist schon ok. Es fehlt die Feder für den hinteren Haltering, aber der geht auch so zu fixieren.

  • Hallo Sirrah73,


    sehr schönes Teil hast du da aufgetrieben, quasi neuwertig.
    Nach deinem Nick zu urteilen, bist Du dafür aber viel zu jung. Schick die Gute also besser gleich zu mir. :love:


    :D


    Binn auf weitere Berichte gespannt :trio:


    Grüße

  • Nach deinem Nick zu urteilen, bist Du dafür aber viel zu jung. Schick die Gute also besser gleich zu mir.

    Non, non, non ... Bien sur que non. Ça reste ici. :D


    Jetzt sollte ich aber mal mit Google Translate aufhören ... ich kann die Sprache Mordors eigentlich gar nicht.


    Es könnte sein ... aber sicher bin ich mir nicht, dass die Chassepot dem "10e Régiment d'infanterie" gehörte. Ich habe gelesen, dass die Zahlen auf der Schaftkappe oft Regimentsnummern oder Truppenzughörigkeitsmarkierung waren. Ein Teil des 10. Regiments wurde 1870 in das 15. Regiment überstellt. DIese Einheit stand in und um Metz gegen die Preußen im Felde. Dort sind sie auch auf die Großherzogliche Hessische 25. Division gestoßen, vor der sie sich in Metz ergeben haben. Hier sind wohl zahlreiche Waffen in preußischen und hessischen Besitz gekommen. Die Hessische Division war dann in Mainz / Darmstadt / Frankfurt stationiert. Das heißt der Weg in den Taunus war nicht soweit. Und wer weiß ... vielleicht hatte ein hessischer Landser eine heimliche Affäre mit ihr, versteckte sie dann im Gehöft vlt. im 1. vlt. im 2. WK, damit der Feind sie nicht bekommt und dann wurde sie wieder gefunden. Das sie im Gehöft gefunden wurde weiss ich und vielleicht war die Geschichte vorher der Weg der Mademoiselle nach Hessen?

  • Patronenherstellung ist ja jetzt klar, etwas aufwendig aber geht. Aber wie reinigt man eine Chassepot? Wassereimer geht ja nicht so wirklich, bzw wäre bei einem historischen Original etwas riskant. Wenn man sowas hat möchte man ja auch hin und wieder damit schießen und sie nicht nur "an die Wand hängen".


    Beste Grüße!
    PS


    p.s: Was darf ein gut erhaltenes Original denn in etwa kosten?

    "No free man shall ever be debarred the use of arms. The strongest reason for the people to retain the right to keep and bear arms is, as a last resort, to protect themselves against tyranny in government. " (Jefferson)

  • ich habe gerade die Überschrift des Fred "rück" übersetzen lassen.

    Haha ... ja ... ein Fehlschlag ist das definitv nicht und wie die Jagd wird ... wir werden sehen. Lustig was Google so alles übersetzt :-D



    Aber wie reinigt man eine Chassepot?

    Werde mir ein flexible Trichterkonstruktion bauen. Viele Repetierer wurden bis in die 50er noch mit kochendem Wasser gespült, da die Zündhütchen extrem aggressive Rückstände hinterlassen haben. Aber Du hast Recht .. das Ding in nen Eimer Wasser stellen und heiß Wasser durchpumpen ... ne ne das geht nicht.

    Was darf ein gut erhaltenes Original denn in etwa kosten?

    Bei Egun und im I-Net schwirren die so ab 800 EUR rum. Ich habe die von einem Schützenkollegen quasi zum Spotpreis. Aber ich glaube ihm ging es auch eher darum zu wissen, wo die Chassepot ist und das sie in guten Händen ist und vor allem mit viel Spaß und Freude geschossen wird.

  • Werde mir ein flexible Trichterkonstruktion bauen. Viele Repetierer wurden bis in die 50er noch mit kochendem Wasser gespült, da die Zündhütchen extrem aggressive Rückstände hinterlassen haben. Aber Du hast Recht .. das Ding in nen Eimer Wasser stellen und heiß Wasser durchpumpen ... ne ne das geht nicht.

    Danke für den Tip.


    Habe gestern eine Chassepot Baujahr 1867 mit niedriger Seriennummer im Fundzustand ersteigert. ::happy2::


    Neue Nadel und Feder wurden gerade geordert, Dichtung brauchen ich noch. Da könnte evtl doch auch Hochtemperatur 2 Komponenten Platinsilikon statt Gummi oder PU Dichtung funktionieren. Müsste aber auch Naturkautschukmatten geben.Mal schauen. :think:


    Gibt es Tips zum Reinigen des Laufinneren bei solchen Oldtimern? Dachte da an Messingbürste von Patronenkammer nach vorne, gefolgt von Nylonbürste eventuell mit ein wenig milder Politur, bevor dann normale Reinigungsplaster zum Einsatz kommen. ?(


    Entschaften für die Grundreinigung ist wohl auch angesagt, falls die Schrauben sich lösen lassen. Schrauben nur mit dünnen Leder und exakt passenden Schraubendreher lösen sollte klar sein. Dann Schaft ordentlich mit Rotöl bearbeiten und Lauf, Verschluss und sonstige Metallteile von eingetrockneten Fettresten und Flugrost befreien und evtl noch mit milder Politur behandeln. Ein wenig Patina soll ja erhalten bleiben. :think:


    Bei den Original Patronen kam zwischen Zündhütchen und Boden anscheinend noch eine dünne Kautschukscheibe. Im Netz gibt es viele Infos zu vereinfachten Patronenbau, welche die Kautschukscheibe weglassen. Muss man wohl ausprobieren ob die nötig ist. Beim Zündhütchen selbst gibt es ebenfalls einige Varianten. Manche füllen die Musketenzündhütchen mit SP, andere setzen noch ein Spielzeugrevolver Plastikzündhütchen in das Musketenzündhütchen für eine besser Zündung aber auch das muss man wohl ausprobieren.


    So wie es aussieht verwenden viele Paketpackpapier für die Hülsen, Original war ja noch eine Lage Seidenstoff auf der Aussenseite verwendet worden. Aber auch das muss man wohl ausprobieren.


    In die Hülsen sollen ca 80gn SP gehen. Das sollte man einem solchen Oldtimer wohl besser nicht zumuten, besonders bei CH Pulver. Da ist dann wohl Zwischenmittel bzw auffüllen der Hülse mit Pappscheiben angesagt.


    Wird auf jeden Fall ein interessantes neues Projekt. Hoffentlich gibt es keine bösen Überraschungen wenn die Chassepot bei mir eintrifft. Die Bilder hatten jedenfalls einen guten Eindruck gemacht und der Verkäufer hatte gute Bewertungen. Sollte also klappen.


    Für Restaurationstips und Tips für gute Geschosse bzw bzgl Patronenbau wäre ich sehr dankbar.


    Vorher- Nachher Bilder und Berichte vom Patronenbau folgen sobald es soweit ist.


    Beste Grüße!
    PS

    "No free man shall ever be debarred the use of arms. The strongest reason for the people to retain the right to keep and bear arms is, as a last resort, to protect themselves against tyranny in government. " (Jefferson)


  • ...
    Für Restaurationstips und Tips für gute Geschosse bzw bzgl Patronenbau wäre ich sehr dankbar.
    ...

    Kauf Dir ein Buch. Eigentlich gibt es auf Deutsch nur eines, und zwar das hier:
    "Chassepot-Zündnadelgewehre: Hinweise und Tipps für Sammler und Schützen" ISBN-13: 978-3752829136
    Gibt es (auf Bestellung) im Buchhandel oder z.B. bei Amazon, kostet 16,99€
    Tipps zum Restaurieren stehen da zwar nicht drin, dafür eigentlich alles zum Gewehr, zu den einzelnen Modellen und Ausführungen und auch, woher man heute günstig und schnell Nadeln, Federn und Dichtgummis bekommt. Und natürlich, wie man funktionssichere Papierpatronen bauen kann.

  • Kauf Dir ein Buch. Eigentlich gibt es auf Deutsch nur eines, und zwar das hier: "Chassepot-Zündnadelgewehre: Hinweise und Tipps für Sammler und Schützen" ISBN-13: 978-3752829136


    Das kenne und habe ich !
    Ist wirklich empfehlenswert und mehr als den günstigen Preis wert :thumbsup:


    Der in Fachkreisen recht bekannte Autor hat auch mehrere Bücher über die deutschen Zündnadelgewehre geschrieben,
    ist also mit der Materie vertraut !


    CC

    Wer oft genug ans Hohle klopft schenkt der Leere ein Geräusch

  • Für Restaurationstips und Tips für gute Geschosse bzw bzgl Patronenbau wäre ich sehr dankbar.

    Glückwunsch ! Und ich will Bilder sehen :-D


    Mit Politurpaste würde ich glaube ich nichts machen. Den Lauf würde ich gründlich mit Benzin durchwaschen. Was Du noch machen kannst ist Kupferwolle um die Nylonbürste wickeln, um Bleireste rauszukehren.


    85grn war die Gefechtsladung. Ich habe vor einem Jahr mal die Chassepot damit geschossen. Holla die Waldfee ... das hat ganz schön gerumst. Jetzt gehe ich auf 50grn. Das sollte reichen. Zwischenmittel: Grieß.


    Zu den Patronen kann ich noch nicht viel sagen, da ich die erst in 2 Wochen probieren kann. Aber was ich machen kann ist eine kleine Anleitung einstellen. Ich habe jetzt tatsächlich Druckpapier genommen.


    Letztes Jahr hatte ich mit nem Kumpel an der Chassepot rumgespielt. Da haben meist immer nur die ersten 2 Patronen gezündet, dann war Sense. Ich vermute aus mehreren Gründen: Feder zu schwach, Nadel zu kurz. Nach 2 Schuss war das System so verschmaucht, dass die Nadel gerade nicht mehr genug Kraft hatte zum Zünden. Die Patronen waren in Teilen auch zu instabil. Beim Repetieren sind diese verformt worden. Das führte dazu , dass die Nadel dann ggf. auch das Zündhütchen nicht getroffen hat.


    Ich vermute ich werde Reste der alten Patrone im Lauf haben. Die werden dann aber mit dem nächsten Schuss rausgejagt.


    Auf alle Fälle wünsche ich Dir viel Spaß mit Deiner französischen Mademoiselle :-)

  • Kauf Dir ein Buch. Eigentlich gibt es auf Deutsch nur eines, und zwar das hier:
    "Chassepot-Zündnadelgewehre: Hinweise und Tipps für Sammler und Schützen" ISBN-13: 978-3752829136

    Vielen Dank für den Tip. Buch ist bestellt
    :drink:

    "No free man shall ever be debarred the use of arms. The strongest reason for the people to retain the right to keep and bear arms is, as a last resort, to protect themselves against tyranny in government. " (Jefferson)

  • Da haben meist immer nur die ersten 2 Patronen gezündet, dann war Sense. Ich vermute aus mehreren Gründen: Feder zu schwach, Nadel zu kurz. Nach 2 Schuss war das System so verschmaucht, dass die Nadel gerade nicht mehr genug Kraft hatte zum Zünden. Die Patronen waren in Teilen auch zu instabil. Beim Repetieren sind diese verformt worden. Das führte dazu , dass die Nadel dann ggf. auch das Zündhütchen nicht getroffen hat.

    Klingt nach einer zu weichen Feder und einer zu kurzen und stumpfen Nadel. Die Nadel muss vorn wirklich spitz sein. Eine Zündnadel ist kein Schlagbolzen. Eine vorn stumpfe Nadel und eine zu schwache Feder sorgen dafür, dass das ZH nach innen, in die Patrone hineingedrückt wird, aber nicht zündet.
    Die originale Feder ist im Regelfall zu schwach, die hat sich "gesetzt". Eine neue Feder verbessert das Zündverhalten enorm.
    Der Schmauch liegt meist vorn, an der Stelle im Patronenlager, an der das Geschoss sitzt. Als Folge lässt sich die Patrone nicht weit genug ins Lager schieben. Beim Versuch, sie mit dem Verschluss ins Lager zu schießen, werden dann auch manchmal die Patronen selbst zerstört.
    Druckerpapier würde ich meiden. Das Papier enthält sehr viel Kreide und liefert viel Asche (d.h. viele Rückstände beim Verbrennen, wenn es überhaupt vollständig verbrennt)

  • Druckerpapier würde ich meiden. Das Papier enthält sehr viel Kreide und liefert viel Asche (d.h. viele Rückstände beim Verbrennen, wenn es überhaupt vollständig verbrennt)

    Da hast Du Recht. Ich werde auch demnächst auf Packpapier umschwenken. Ich will erstmal die Patronen stabil kriegen ... muss jetzt halt nach jedem Schuss mal durchwischen.


    Die neue Feder ist auch gefühlt ne andere Liga. Vorher mit dem Daumen kurz *schnipp" und die Nadel war gespannt. Jetzt *leckmichamEimergehtdasschwerer" und die Nadel ist gespannt. Die Nadel selber ist auch neu, länger UND spitzer.