Neuzugang COLT :-)

  • Ike, ich glaub dir, dass du davon überzeugt bist, ich bin aber nicht überzeugt. Das Leder sieht auf dem Bild für ca. 130 Jahre einfach zu frisch aus und das Sunburst Eisen als Randmuster passt nicht in die Zeit. damals wurden fast nur Rolleisen für Randmuster verwendet. Es sieht auch nach einer Handnaht aus, nur haben die Sattler damals eigentlich alle mit der Maschine genäht. Insgesamt macht das Holster auf mich den Eindruck, als wenn es vor diversen Jahren von einem durchaus talentierten Amateur, eventuell von jemand aus dem Westernhobby gebaut worden wäre.

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    Texas Jack


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    “They Knew Their Duty And They Did It,” John S. “Rip” Ford, Texas Ranger

  • Jupp, das dachte ich zunächst auch.
    Speziell wegen dem Randmuster Eisen.
    Ich musste mich aber eines besseren belehren lassen - ich bin in Gun Leather kein Experte - aber ich denke, Rolf wird gewußt haben, wovon er sprach. Für mich sieht es so aus, als sei es mal nachgenäht worden, was ja viele sind.


    Und ja, die Sattler damals, speziell die, die für den Versandhandel arbeiteten, nutzen Maschinen, zum ausstanzen, für die Press-Punzierung und das Nähen. Das ist auch einer der Gründe, warum viele Holster mit Nieten am Ende der Naht versehen wurden - du weißt worauf ich raus will.


    Was das Leder betrifft, ich hab originale McClallen Saddelbags die sind so frisch wie am ersten Tag.

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    Ike Godsey


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  • von welchem Rolf sprichst du?
    Das mit dem Nachnähen passt nicht. Wenn das Leder noch so Top ist, müsste die Naht auch Top sein. Ich hab mich auch ziemlich intensiv mit Gun Leather beschäftigt und eine nicht ganz kleine Sammlung an altem Leder.

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  • von welchem Rolf sprichst du?

    Dannemann - du kannest ihn doch? Oder nicht? ElPaso Fair 2003?? Du erinnerst dich?


    Was das Nachnähen betrifft - sollte, würde, hätte.... ich hab schin soviele Dinge gesehen und gehört, die nicht so sein könnten und doch so waren, dass ich dahingend gar nichts mehr glaube.


    Ich hab mich auch ziemlich intensiv mit Gun Leather beschäftigt

    Das ist cool - wenn du willst, kannst dus gern mal zur Begutachtung haben.
    Ich kann dir nur sagen, was mir Rolf sagte - wie gesagt - Gun Leather ist für mich nur Beiwerk.

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    Ike Godsey


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  • Der Rolf Dannemann war ein lieber netter Kerl, der mit seinen Lederarbeiten viele Westernschützen und Hobbisten mit handwerklich recht gut gemachten, relativ preiswerten Holstern und Rigs versorgt hat aber Rolf war kein Spezialist für historisches Gun Leather. Ich habe mir seine Arbeiten oft genug angeschaut und wäre nie auf die Idee gekommen, bei ihm etwas für mich zu kaufen, da war einfach zu viel eigene Phantasie im Spiel. Solange er gelebt hat, habe ich mit Willi Baumann über historisches Gun Leather diskutiert und mir diverse Sachen machen lassen. Der hatte wirklich Ahnung davon, historisch und handwerklich. Jetzt haben wir noch den Wolfgang in Düsseldorf, den ich auch Bestens kenne und den Andy in Freiburg, der das ganze Werkzeug von Willi gekauft hat. Beide haben jede Menge Ahnung von der Materie und ich habe von beiden Arbeiten zuhause.


    Alle vier Lederkünstler kenne ich oder habe ich seit jahrzehnten aus der Oldtime Cowboy Scene gekannt. Wir sind oder waren alle befreundet.

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  • das Meanea Holster habe ich von Andy mit breitem Money Belt als Double Rig für CAS seit 2003.
    Auf beiden Holstern kann man schön das gerollte Randmuster sehen.

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  • das Meanea Holster habe ich von Andy

    Wegen dem Holster musst ich mit ihm streiten.
    I.d.R. sind Meanea Holster, die kürzer als für 7,5er SAAs sind unten mit nem Teardrop gemacht.
    Meins ist ein 5,5er und unten so rund vernäht wie es für den 7,5er gemacht wird.
    Andy wollte das so nicht machen. Das war ein langer Kampf...

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    Ike Godsey


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  • schon wieder ein Bisley :thumbup:
    Sag mal was über die Eckdaten

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  • schon wieder ein Bisley
    Sag mal was über die Eckdaten

    Oh sorry, hab ich ganz vergessen:


    Name: COLT
    Vorname: BISLEY
    Kaliber: .45 LC
    Lauf: 7,5 Inch
    Baujahr: 1907


    Der Bisley ist am längeren, steileren und höher angesetzten Griff sowie dem breiteren Hahnsporn und dem breiteren Abzug zu erkennen. Benannt wurde er nach der englischen Ortschaft Bisley, wo sich eine der berühmtesten Schießanlagen Englands befindet.


    Der erste dieser Revolver wurde 1894 als Ersatz für den Colt Single Action Flattop Model unter der Bezeichnung Bisley Target Model angeboten. Bei beiden Modellen handelte es sich um Schützenwaffen; wie sein Vorgänger hat er einen oben flachen Rahmen, ein verschiebbares Visier und ein austauschbares Korn.


    Die Produktion des Colt Bisley mit dem Standardrahmen des Single Action begann 1895 bei etwa 160.000 der Nummernreihe. Er hat den Griff, Hahn und Abzug des Target-Models. Visier und Korn sind jedoch gleich wie beim Single Action Army. Infolge des höher angesetzten Griffes weicht die hintere Partie des Rahmens vom Standardrahmen des Single Actions ab. Die Schlagfeder des Bisley ist länger als die des Standardmodells und überträgt ihre Kraft auf den Hahn mit einem Zwischenglied. Die Seriennummern des Bisley sind auf den Rahmen, vorne auf dem Abzugsbügel und unten auf den Griffrahmen eingeschlagen. Bei späteren Modellen sind sie sehr klein und kaum lesbar. Alle Bisleys nach Seriennummer 161.000 tragen links auf dem Lauf die Einschrift: (BISLEY MODEL) zusätzlich zur Kaliberangabe. Die häufigsten Kaliber waren .32-20 / .38-40 / .44-40 / .45 Long Colt und .41 LC.


    Die meisten Bisleys mit fester Visierung wurden an US-Adressen geliefert und wurden nicht als Schützenwaffe verwendet, sondern zur Selbstverteidigung. Der längere, höher angesetzte Griff und der tieferliegende Hahnsporn erlaubten eine schnellere Schussfolge. Vom Bisley Target wurden 976 Stück hergestellt; das Standardmodell brachte es auf etwa 44.350 Stück, beide in der normalen Nummernreihe des Single Action Army von 156.000 bis 331.916 (Cochran). Die Produktion wurde 1912 eingestellt, die Nummer 331.916 wurde erst nach dem Ersten Weltkrieg ausgeliefert.


    Die Laufinschrift LINKS ist i.d.R. so gestaltet:


    (BISLEY MODEL) .38 W.C.F (je nach Kaliber der Waffen natürlich)


    Ab 1906 jedoch begann man ab und an, und zum Ende der Produktion des Bisleys immer mehr dazu überzugehen, "normale SAA Läufe" zu verwenden. So auch bei diesem Bisley:


    Ikes-Bisley-45LC-2.jpg


    An ca. den 1950er Jahren begann man in den USA viele SAA Revolver umzukalibrieren, teils bei COLT im Werk, teils bei freien Büchsenmachern.
    Das wurde i.d.R. so gemacht, dass Lauf und Trommel getauscht wurden, so dass der Revolver ggf. andere lauflängen, aber in jedem Fall ein anderes, damals weniger obsoletes Kaliber hatte.
    Meist traf das Revolver in .32-20, .38-40, .41 Colt etc.
    Die meisten davon wurden in .45 LC geändert, viele auch in dem damals erst ca. 20 Jahre altem und somit "neuem" Kaliber .357 Magnum.


    Das COLT Werkt stempelte solche "Umbauten" mit den "verified proof" ein Dreiechsstempel mit "VP" zur Kennzeichnung der Überarbeitung.


    verified_prof.JPG


    Freie Büchsenmacher taten das nicht, so dass man heute nur noch mittels Abfrage in BBHC herausbekommen kann, ob eine alte Waffe rekalibriert wurde oder nicht.


    Übrigens, aus einem SAA Rahmen einen BISLEY zu bauen ist nicht möglich. Obwohl der Rahmen gleich aussieht, ist er im Vergleich unterschiedlich:


    Colt_SAA_versus_Bisley.JPG

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    Ike Godsey


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  • @Ike Godsey
    Abfrage im "Buffalo Bill Historical Center"? Ich würde da den Colt Archive Service in Anspruch nehmen. ;)

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