dumme ( ??? ) Frage zu Platzpatronen

  • Hi Leute,


    denkt Ihr nur: " Was hat denn der für Probleme"... :whistling:


    Ich bin eben ( in DE ) über Platzpatronen/Manöverpatronen in .223 "gestolpert".
    Hier in CH kann ich Platzer frei ab 18 erwerben. Andere "echte"Munition nur gegen einen - nicht älter als dreimonatigen - Zentralstrafregisterauszug. Oder einen Waffenerwerbsschein, nicht älter als 2 Jahre.
    Beim "BestFriendsHändler" bekomme ich alles, was ich tragen und bezahlen kann...


    Nun habe ich eben ein wenig im WaffG-DE gestöbert und habe nach Platzpatronen gesucht.
    Kartuschenmunition ( Mun OHNE Geschoss ) wird dort behandelt, bezieht sich dort aber immer auf die dazugehörigen Waffen ( meist SSW's ) mit Kartuschenlager.
    Deren Erwerb ist auch frei ab 18.


    Wie werden die reinen Platzpatronen, die in "echte" Waffen passen in DE gehandhabt?
    ( .22 lang-Platz gibt es frei ab 18 auch für SSW's. Wäre auch eine echte Platzpatrone...)
    Aber was ist mit obiger .223 oder z.B. einer 9x19 oder in .308 ???


    Wie sind die eingestuft?
    Was braucht man in DE dafür, diese zu erwerben?
    Kriegt man die auch OHNE Munitionserwerb für .223, 9x19 oder .308 ?



    Danke für Antworten....


    Jens

    Ich teile hier mit Euch mein Wissen und vertrete meine Meinung.
    Mein Wissen kann Fehler enthalten, meine Meinung muss nicht der Euren entsprechen.
    Korrigiert meine Fehler mit Eurem Wissen. Gute Argumente können meine Meinung beeinflussen.

    Gelebtes Forum... so muss das sein!

  • Nach WaffG ist jegliche Munition, die kein Geschoss enthält, also auch die Knallpatrone als Kartusche definiert (Anlage 1 zum WaffG).
    Der Erwerb von Platzpatronen mit entsprechender PTB-Zulassung ist in Deutschland ab 18 Jahren möglich.


    Nicht PTB-zugelassene Platzpatronen fallen unter dieselben Erwerbsvoraussetzungen wie „scharfe“ Munition.


    Extrem problematisch wird es bei Bundeswehrmanöverplatzern die wohl jeder "Gediente" hatte od. hat. ::c.o.l) Da kommt bei (möglicherweise illegalem Besitz) noch der Tatbestand des Diebstahls von Bundeseigentum hinzu.

    ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------


    Wer ned liabt und wer ned lacht, wer nia kloane Fehler macht,

    wer nia guad isst und trinkt zugleich, der is lebendig scho a Leich.

  • Hier in CH kann ich Platzer frei ab 18 erwerben. Andere "echte"Munition nur gegen einen - nicht älter als dreimonatigen - Zentralstrafregisterauszug. Oder einen Waffenerwerbsschein, nicht älter als 2 Jahre.

    Es ist zwar off-topic, aber die Aussage, wonach es in der Schweiz für den Munitionskauf entweder einen Zentralstrafregisterauszug (ZSA) oder einen Waffenerwerbsschein (WES) braucht, ist so nicht richtig. Die Voraussetzungen für den Munitionskauf (ausserhalb eines Schiessanlasses) sind: mindestens 18 Jahre alt, mündig, keine Selbst- oder Drittgefährdung, nicht gewalttätig/gemeingefährlich oder ZSA-Eintrag wegen wiederholt (!) begangener Verbrechen.


    Mit anderen Worten: Jeder, der die Voraussetzungen für einen WES erfüllt, ist bereits für den Munitionskauf qualifiziert. Nur wenn ein Verkäufer an den Voraussetzungen zweifelt, muss er vom Käufer einen nicht mehr als drei Monate alten ZSA verlangen oder sich mit dem Einverständnis des Käufers selbst darum bemühen. Ein zwei Jahre alter WES erfüllt die Kriterien gemäss Waffenverordnung Art. 24 Abs. 3 dagegen ganz klar nicht.

  • Das war mir soweit klar!
    Ich habe das für die Mitlesenden aus DE/AT so formuliert, dass es einfacher nachvollziehbar ist.


    Kaufe ich ausser beim Dealer meines Vertrauens, ist das von mir Beschriebene das übliche Verfahren, zu belegen, dass es für meine Person keine Hinderungsgründe für einen Munitionserwerb gibt - wenn der Veräusserer der Munition irgendwelche Zweifel hat.
    Kennt er mich nicht, so sollte er in jedem Falle zweifeln und sich durch Vorlage der erwähnten Unterlagen absichern...


    @Peppone,
    Danke für die Auskunft.
    Das hatte ich schon vermutet... da im WffG die Texte zu sehr ( sinngemäss ) auf Kartuschenmunition für SSWs abgestellt wurde.


    Jens


    Falls jemand noch andere Ideen hat... ansonsten gerne ::zu:: machen...

    Ich teile hier mit Euch mein Wissen und vertrete meine Meinung.
    Mein Wissen kann Fehler enthalten, meine Meinung muss nicht der Euren entsprechen.
    Korrigiert meine Fehler mit Eurem Wissen. Gute Argumente können meine Meinung beeinflussen.

    Gelebtes Forum... so muss das sein!

  • Kennt er mich nicht, so sollte er in jedem Falle zweifeln und sich durch Vorlage der erwähnten Unterlagen absichern...

    Aber genau diese Absicherung hat der Verkäufer natürlich nicht, wenn er einen zwei Jahre alten WES akzeptiert. Wieso dieses Vorgehen trotzdem Usanz ist, ist mir ein Rätsel. Was muss ich eigentlich unternehmen, wenn ich merke, dass mir 4000 Schuss 9mm Para fehlen bzw. möglicherweise gestohlen worden sind? Die meisten Händler antworten auf diese Frage übrigens auch abenteuerlich. Dumme Fragen gibt es eigentlich nie. Aber manchmal ganz dumme Antworten. ;)

  • Aber genau diese Absicherung hat der Verkäufer natürlich nicht, wenn er einen zwei Jahre alten WES akzeptiert...

    Erstmal ging es um WENIGER als 2 Jahre alt.
    Zweitens steht es so in der WaffVo-CH...


    Art. 24
    1 Wird Munition oder werden Munitionsbestandteile für eine Waffe übertragen, so muss die übertragende Person darauf achten, dass der Übertragung kein Hinderungsgrund nach Artikel 8 Absatz 2 WG entgegensteht.
    2 Die übertragende Person darf davon ausgehen, dass kein Hinderungsgrund gegeben
    ist, wenn
    :
    a. kein gegenteiliger Hinweis vorliegt; und
    b. die erwerbende Person für die Waffe eine Ausnahmebewilligung oder einen
    Waffenerwerbsschein, die oder der ihr höchstens zwei Jahre vor dem Erwerb
    ausgestellt wurde
    , oder einen gültigen Europäischen Feuerwaffenpass vorlegt.

    ( Danach kommt dann die Sache mit dem Strafregisterauszug... )




    Was das jetzt mit verschwundener Munition zu tun hat, das weiss ich allerdings auch nicht... :think:



    Jens

    Ich teile hier mit Euch mein Wissen und vertrete meine Meinung.
    Mein Wissen kann Fehler enthalten, meine Meinung muss nicht der Euren entsprechen.
    Korrigiert meine Fehler mit Eurem Wissen. Gute Argumente können meine Meinung beeinflussen.

    Gelebtes Forum... so muss das sein!

  • Die Unsicherheit liegt in Absatz 2 Buchstabe a, wo gefordert wird, dass kein gegenteiliger Hinweis vorliegen darf. Das setzt nach meinem Verständnis eigentlich voraus, dass der Verkäufer den Käufer kennt, was bei anonymen Online-Verkäufen nicht der Fall ist, so dass in solchen Fällen ein Vorgehen nach Absatz 3 der logische Schluss wäre. Vermutlich hat man zum Zeitpunkt der Formulierung noch nicht an Online-Shops gedacht.


    Der Zusammenhang mit der verschwundenen Munition besteht nur darin, dass man drei Händler befragen und drei ganz unterschiedliche Antworten erhalten kann, wobei der Vorschlag, einfach wieder 80 neue Schachteln zu kaufen, in aller Regel noch die beste Antwort darstellt.

  • Da Du dem Käufer nicht hinter die Stirn schauen kannst, kann dem alles durch den Kopf gehen.
    Trotzdem liegt Dir in dem Moment "kein Hinweis" vor....
    Zeigt der dann seinen letztjährigen WES, dann hat der Verküfer nichts falsch gemacht...


    ... ausser 80 Pckg. zu verluschen... ;)


    Jens

    Ich teile hier mit Euch mein Wissen und vertrete meine Meinung.
    Mein Wissen kann Fehler enthalten, meine Meinung muss nicht der Euren entsprechen.
    Korrigiert meine Fehler mit Eurem Wissen. Gute Argumente können meine Meinung beeinflussen.

    Gelebtes Forum... so muss das sein!