Augenschließen beim Brechen des Schusses

  • Guten Morgen,


    ich schieße mittlerweile schon über zwei Jahre und habe immer noch folgendes Problem:
    Wenn der Schuss bricht mache ich meine Augen zu, nur so lang wie ein Blinzeln, aber sie schließen sich, sodass ich mein Mündungsfeuer eigentlich nie sehe. Und das auch völlig unabhängig vom Kaliber, vom .22er bis zu größeren Kalibern. Das gleiche passiert auch, wenn ich anderen beim Schießen zuschaue oder bei anderen lauten Geräuschen, z.B. wenn ich beim Schmieden zuschaue, gehen meine Augen auch immer für einen kurzen Moment zu, sobald der Hammer fällt.
    Beim sportlichen Schießen war das eigentlich nie ein Problem. Ich mucke auch nicht und schieße recht gut, vor allem mit Kurzwaffen.
    Jetzt mache ich allerdings eine Ausbildung zum Büchsenmacher und mein Lehrmeister hat gemeint, dass ich mir das unbedingt abgewöhnen soll, auch weil ich jetzt noch den Jagdschein mache und es auf der Jagd einfach wichtig ist, gleich zu sehen, wo der Schuss lag.
    Aber ich bekomme es einfach nicht hin.... :/ Ich hab's mit doppeltem Gehörschutz probiert und damit dass ich die Augen wirklich krampfhaft offen hab, aber immer gehen sie wie von alleine zu.
    Kennt jemand das Problem und hat ein paar Tipps für mich?


    Besten Gruß und schönen Sonntag noch

  • Da sieht man mal wie schwer es ist bei falscher Angewöhnung sowas wieder los zu werden.


    Bist du innerlich angespannt kurz bevor der Schuss sich löst? Entspannen hilft. Tu so als ob du durch ein Fernglas schaust und nur deinen Finger krümst (enkoppel das Verhalten von der Aktion).
    Bei einem Fernglas machst du ja auch nicht die Augen zu wenn du eine andere Tätigkeit mit einem Finger ausführst.


    MACH TROCKENÜBUNGEN! Das sollte helfen. Achte dabei aktiv darauf ob du deine Augen schließt oder nicht wenn du den Abzug ziehst.

  • Servus,


    das mit dem Augenschließen, wenn ich neben jemandem stehe der z.B. mit dem Hammer auf Metall schlägt, kenne ich gut. Das mache ich auch immer. Warum weiß ich nicht. Wenn ich nämlich selber laute Geräusche verursache passiert dies nicht. Vom Schießstand her kenne ich das ebenfalls, aber nur wenn ich jemandem zusehe und weiß, dass der Schuss gleich bricht. Kommt dies unvermittelt ohne dass ich auf den Schuss warte, kneife ich die Augen nicht zu. Wenn ich selbst schieße habe ich das Problem zum Glück überhaupt nicht. Ich kann dein Problem somit gut nachvollziehen, habe aber leider keine Lösung dafür. Da Du ja nun schon mit doppeltem Gehörschutz schießt und das Problem noch immer auftritt kann es eigentlich nur ein konditionierter Reflex sein. Lasse doch mal einen anderen dein Magazin laden und er soll an einer beliebigen Position eine Pufferpatrone laden. Wenn du beim Abschlagen dieser Pufferpatrone ebenfalls die Augen zukneifst ist es nicht durch den Schussknall ausgelöst, sondern durch die Erwartung, dass gleich was lautes passiert. Dann wird das ein Schutzreflex sein. Vielleicht kannst Du Dich dahingehend konditionieren, dass beim brechen des Schusses keine Gefahr für dein Auge besteht. Alternativ versuche mal mit einer Schutzbrille zu schießen. Vielleicht bringt das was, da deine Augen ja nun besser geschützt sind.


    Viele Grüße,
    Thomas

  • Da sieht man mal wie schwer es ist bei falscher Angewöhnung sowas wieder los zu werden.

    Richtig!


    Und (auch in diesem Fall) hilft da nur: Schießen .. schießen .. schießen ... bis der eine Gewöhnungseffekt abtrainiert und der neue Gewöhnungseffekt "Augen offen" antrainiert ist.


    Übrigens: Beim Zielen sollte man generell BEIDE Augen offen lassen! Machen als Sportschützen die wenigsten, hat aber erhebliche Vorteile.



  • Konnt ich mir nicht verkneifen... ::besoffen::


    Versuch klein anzufangen....
    Kauf dir ne Softair und trainiere


    Das mit dem "Krampfhaft Offenhalten" - das ist kontraproduktiv... Wenn du dich verkrampfst wird es dir die Scheibe nicht danken...


    Es ist "nur" eine Angewohnheit..


    Entspannt hinstellen
    Konzentriert was will ich erreichen
    Dann mit der Softair schießen. (Es wäre wohl eine mit Blowback ideal)


    Ich Ziele, ziehe ab und treffe das Ziel


    Nicht ich Ziehe ab und gleich knallts hilfe...


    :drink:


    Zur Not - Versuch nur das nicht-Zielende Auge zu schließen.
    Die Meinungen gehen ja mal so und mal so.
    Man soll beide Augen offen halten..
    Der andere meint - Das is egal..
    Ich persönlich schließe das jeweils nicht zielende Auge
    Wenn du das kannst, versuch eins zu schließen, vielleicht bleibt das andere dann ja offen?

  • Hallo Raven,


    ich schiesse ebenfalls so bereits seit zig Jahren, und zwar nicht mit einer wie man oft sieht noch zusätzlichen Augenabdeckung dazu, sondern ohne Augenabdeckung, denn das hat den Vorteil, dass ich so mit dem nichtzielenden linken Auge gleich durch das Glas auf die Scheibe sehen kann, ohne erst noch die dann störende Abdeckklappe hoch machen zu müssen. Ich habe übrigens auch kein Problem damit abwechselnd jeweils das andere Auge ohne irgendwelche Hilfsmittel zu schliessen und zu öffnen.


    Grüsse
    czler :drink:

    46887-czler-jpg


    Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen Krieg, bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind, besonders die, die nicht hingehen müssen. (Erich Maria Remarque)


    »Ein Staat ist immer nur so frei wie sein Waffengesetz.«
    Gustav Heinemann (ehemaliger deutscher Bundespräsident 1899 – 1976)

  • Hi,


    Kann es sein dass du dich beim Schuss auf deinen Abzug konzentrierst? (Damit ergibt sich eine Erwartungshaltung und man weiß dass es gleich knallt) Der Schuss sollte möglichst "von selbst" brechen, zumindest sollte man darüber nicht mehr nachdenken müssen. Konzentriere dich einfach mal darauf langsam gleichmäßig den "Abzugsstopp" zu erreichen.


    Bei ein paar Jungschützen hab ich das Problem am Anfang schon oft beobachtet. Man bekommt es meiner Erfahrung nach am besten in den Griff wenn man blinde Trockenübungen absolviert um ein Gefühl für den Abzug zu bekommen.
    Also man nehme sein Sportgerät und eine Pufferpatrone (oder den Trockenabzug), schließe die Augen und konzentriere sich bewusst einmal nur auf den Abzug. Man geht an den Druckpunkt (wenn man denn einen hat) und zieht dann einfach langsam und gleichmäßig in der Laufachse weiter bis der "Schuss bricht". Das wiederhole man so lange bis es einfach sitzt und man nicht mehr darüber nachdenken muss. Mit einem Pressluft-Luftgewehr kann ich danach auch ohne Diabolo beim Abziehen krach machen ohne den Schießstand in Mitleidenschaft zu ziehen ;-)


    Auf dem Schießstand wäre es natürlich gut wenn man möglichst erst mit kleinen Kalibern schießt. Erst mal mit dem Luftgewehr/Pistole (ohne Mündungsfeuer) anfangen dann langsam steigern.


    PS: Wenn ich jemandem beim Großkaliberschießen zuschaue hab ich das selbe Problem (Erwartungshaltung = gleich knallts). Beim selbst schießen dagegen nicht.

  • Richtig!
    Und (auch in diesem Fall) hilft da nur: Schießen .. schießen .. schießen ... bis der eine Gewöhnungseffekt abtrainiert und der neue Gewöhnungseffekt "Augen offen" antrainiert ist.


    Übrigens: Beim Zielen sollte man generell BEIDE Augen offen lassen! Machen als Sportschützen die wenigsten, hat aber erhebliche Vorteile.

    Dieses Problem hat aber weniger was mit falscher Angewohnheit zu tun, sondern mit Reflexen des Körpers bzw. Auges. Sowas wegzubekommen ist fast ein Ding der Unmöglichkeit.


    Zielen mit beiden Augen offen kommt halt auf die Disziplin an. Bei Bedarf einfach ein Auge abdecken.



    Tapfer und treu bis die Granate verglühte ! 156 Jahre Gendarmerie in Österreich (1849-2005) :f_at:




    IWÖ, NFVÖ, Firearms United ! :f_at::f_eu:

  • Dieses Problem hat aber weniger was mit falscher Angewohnheit zu tun, sondern mit Reflexen des Körpers bzw. Auges. Sowas wegzubekommen ist fast ein Ding der Unmöglichkeit.
    Zielen mit beiden Augen offen kommt halt auf die Disziplin an. Bei Bedarf einfach ein Auge abdecken.

    Hallo Glock4Ever,


    ich bin kein Brillenträger und hab immer mit beiden offenen Augen gezielt, bis mir wahrscheinlich das Alter da bei den GK-KW ein Streich gespielt hat. Seither schiesse ich bei einigen Waffen mit einer Irisblende die auf die Schutzbrille aufgesetzt ist. Ansonsten ist es mir egal was ich mit dem nichtzielenden Augen beim Schiessen veranstalte, kann mit allen Zielarten Schiessen. :thumbup:


    Grüsse
    czler :drink:

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    Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen Krieg, bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind, besonders die, die nicht hingehen müssen. (Erich Maria Remarque)


    »Ein Staat ist immer nur so frei wie sein Waffengesetz.«
    Gustav Heinemann (ehemaliger deutscher Bundespräsident 1899 – 1976)

  • Beide Augen offen funktioniert bei mir nur bei Optiken. Bei Kimme und Korn geht (oder ging, da ich keine Waffen mehr mit offener Visierung habe) bei mir nicht...zumindest nicht auf 25m Präzision (aber das schiesse ich auch nicht mehr).

    Dominus Pascit Me, Fiat Iustitia Et Pereat Mundus, ΜΟΛΩΝ ΛΑΒΕ

  • Das mit dem Abtrainieren dummer Angewohnheiten beim Schießen kenne ich. Ich hatte mir damals beim Bund angewöhnt beim Abziehen schon reflexartig den Schuss abzufangen, also die Waffe nach unten zu ziehen.
    In den Griff habe ich das erst bekommen nachdem ich mir einen Leuchtpunkt auf den Revolver gesetzt habe. Somit konzentriere ich mich nur noch auf das Ziel und erhöhe (je nach Disziplin unterschiedlich schnell) den Druck auf den Abzug.

  • Beim sportlichen Schießen war das eigentlich nie ein Problem. Ich mucke auch nicht und schieße recht gut, vor allem mit Kurzwaffen.
    Jetzt mache ich allerdings eine Ausbildung zum Büchsenmacher und mein Lehrmeister hat gemeint, dass ich mir das unbedingt abgewöhnen soll, auch weil ich jetzt noch den Jagdschein mache und es auf der Jagd einfach wichtig ist, gleich zu sehen, wo der Schuss lag.

    Hat Dein Lehrmeister genau beschrieben was er meint?

    www.schiess-ausbildung.de :thumbsup:


    Der Kluge lernt aus allem und von jedem, der Normale aus seinen Erfahrungen und der Dumme weiß alles besser.
    (Sokrates)

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