Wie schmiert Ihr eure Waffen

  • Neu zivil kaufen kann man das bei uns z.Z. nicht, im Gegensatz zum BW Waffenöl S-761 (Zivil Addinol W18) wird das O-158 Litium-Fließfett bei uns zivil nicht neu verkauft. Die Amerikaner verwenden das O-158 aber auch, da könnte man mal schauen.

    Grundsätzlich kann man aber auch 30Jahre altes O-158 nehmen. Sofern original verschlossen und unter brauchbaren Bedingungen im Depot gelagert ist das auch nach 30 Jahren wie neu!!! Da verändert sich so gut wie nix, verharzen tut das auch nicht.

    Auf das Kälteschmiervermögen bei O-158 wurde bei der militärischen Norm viel Wert gelegt, weil das nicht nur in Handwaffen zur Schmierung von Gleitstellen verwendet wird, sondern auch an Bordmaschinenwaffen von Flugzeugen, dort darf es dann auch in 10 000m Höhe bei tiefsten Minustemperaturen nicht einfrieren und die Schmierwirkung verlieren.

  • Hab mich mal mit meinem Büchsenmacher über die Ostermayerprodukte mit Mikrokeramik gesprochen.

    Er meinte, sind sehr sehr gute Produkte für einen speziellen Anwendungsbereich aber i.d.R. bei Waffen die halbwegs regelmäßig gereinigt und gepflegt werden nicht notwendig.

    Was ich aber sehr interessant fand war seine Aussage, dass man z.B. bei vielen Revolvern nur durch das Ostermayer Waffenschmieröl auf die Abzugsmechanik das Abzugsgewicht um ca. 200g gesenkt bekommt ohne sonst irgendwo Hand anlegen zu müssen. Vorsichtig sollte man sein, wenn der Abzug schon bis an die Grenze durchgetuned ist, dann könnte es schnell passieren, dass man bei n Meisterschaft disqualifiziert wird. Sonst aber sehr nützlich.


    Ostermayer selbst empfiehlt das Keramiköl auch nur für die Mechanik und entsprechende Reibstellen bzw. je nach Waffe hier auch das Fett. Im Lauf soll man das Öl nicht anwenden, sondern zur Reinigung ein einfaches Waffenöl wie Ballistol oder Brunox nehmen das zusätzlich auch Kupfer lösen kann.

    Die Keramikpartikel würden zwar den Lauf nicht beschädigen, aber für ständig ändernden Widerstand und damit für eine wandernde Treffpunktlage sorgen, da man beim trocken Entölen die Keramikpartikel nicht aus dem Lauf bekommt und dann nicht nur ein zwei, drei „Ölschüsse“ sondern sehr viele davon notwendig wären um wieder eine stabile Treffpunktlage zu erhalten.

  • wenn man im Ausland nach O-158 sucht kann es Sinn machen nicht nach dem Natocode O-158 für das Lithium-Flüssigfett zu suchen sondern nach der dazugehörigen Norm MIL-L-46000

  • volker1 sehr interessant was du da sagst.

    Zu dem Ölschuss möchte ich was sagen, Ich habe tatsächlich (ich war jung und naiv) das Ostermayer Fett bei mir in einige Gewehre und Flinten in den Lauf geschmiert, weil ich vorher immer Balistol genommen hab und das irgendwann nach unten in den Verschluss oder noch blöder in den Abzug läuft.

    Ich habe einige K98 und auch ein paar Flinten die ich quasi nie hernehme und bei denen dachte ich nehme ich das Ostermayer Fett auch als Korsionsschutz,


    Dann habe ich das.. ich glaube bei den Amazon Rezensionen oder bei einem Video, ich weiss nicht mehr... auch gelesen.

    Dann habe ich das Fett wieder raus gemacht und die bei Ostermayer angerufen, weil ich ja nicht wusste wie ich die Waffen wieder präzise bekomme. Die meinten wenn der Lauf nicht mit dem Fett beschossen wurde macht es nichts aus und ich könne es mit Bremsenreiniger wieder raus waschen. Ich hab dann gleich ein Korrosionsschutzfett auf Rechnung zugeschicht bekommen und schmiere jetzt alles fleissig mit dem Zeugs ein (sieht leicht radioaktiv aus aber klebt wie der Teufel).

    Ich würde nichts anderes mehr nehmen und nachdem ich die Dose jetzt wirklich für ALLEs hergenommen habe und die immernoch dreiviertel voll ist, bin ich auch zuversichtlich dass ich nichts anderes mehr kaufen muss :) :D

  • Das mit dem Abzug habe ich nicht ganz verstanden.

    Wo schmiert man denn einen Revolver? Ich habe meinen noch nie geschmiert.

    Nun denn, nach dem putzen "schmiere" (gemeint ist ein hauchdünner Ölfilm) ich Kran- und Trommelachse.

    Das Schloss nur alle jubel Jahre mal. Aber dann nicht mit Ostermayer Keramik Öl/Fett. Wie volker1 schon erwähnte,

    zumindest nicht ohne danach den Abzugswiederstand zu checken. Nicht das bei der nächsten Waffenkontrolle auf der Meisterschaft

    eine böse Überraschung erlebt.

  • Wenn man die Abzugsmechanik beim Revolver schmieren will, das Schloß öffnen die Teile reinigen und dünn mit dem Fett behandeln. Das Schloss zu öffnen kann sehr schwergängig sein und Vorsicht, dass nix wegspringt und am Besten Foto machen, um im Zweifel nachschauen zu können wie alles wieder zusammen gehört. Beim Öl kann es schon reichen ohne das Schloß vom Revolver zu öffnen einfach am gespannten Hahn etwas runter laufen zu lassen. Dann in jede Richtung drehen etwas halten, dass es überall hin kommt. Nach etwas Standzeit anschließend Griffschale ab machen und überschüssiges Öl was unten austritt weg wischen. Aber wie gesagt nicht bei komplett durchgetunten Abzügen. Sonst ist plötzlich das Abzugsgewicht unterschritten.

    Das Schloß mache ich beim Revolver auch nur recht selten auf.