Bläschen in Bleimuffins - Anfängerfrage

  • Hallo Forum,
    Ich bin neu hier, habe aber schon den einen oder anderen Thread gelesen, was immer zurecht interessant war. Im Sommer habe ich mit dem Schießen angefangen (KK und gelegentlich GK), und wie das halt so ist, will ich möglichst viel selbst machen. Also:
    In zwei Wochen habe ich Wiederladekurs, aber will die Zeit bis zum Pulverschein nicht verplempern. Also Letternblei bestellt, und damit das nicht so lose rumliegt, wollte ich heute mal Muffins gießen.
    Also losgelegt: Hockerkocher angeworfen, alte Pfanne drauf, Lettern und Regletten rein, geschmolzen. Dann war oben so eine breiige Pampe drauf, die durch Rühren nicht wegging. Teelicht rein, gerührt, angezündet: Pampe ist abgebrannt, oben auf dem Blei war dann Asche und ein paar Messing Teilchen, die ich nicht aus den Lettern rausgepickt hatte. Also abgeschöpft, bis nur noch minimal Staub drauf war, den ich mit der Schöpfkelle nicht rausbekommen hab. Dann mit ner Saucenkelle das Blei in zwei Muffinformen gegossen und abkühlen lassen. Ergebnis: Bleimuffins mit vielen Bläschen, aber nur an den Stellen, an denen sie Kontakt mit der Form hatten. Die Seite ohne Kontakt mit der Form ist recht glatt. Was ist da falsch gelaufen? Temperatur? Legierung/Ausgangsmaterial?
    Die Muffins sollen sowieso nochmal zu passenden Legierungen eingeschmolzen werden (mit Geschossfangblei gemischt für 9mm und 45ACP, dauert aber noch...).
    Beste Grüße aus dem Nordsaarland,Andreas
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  • So was hatte ich auch mal, als ich Angelgewichte in einer Gipsform gießen wollte. Der Gips war noch relativ frisch und demzufolge noch nicht richtig ausgetrocknet. Da wird wohl noch Restfeuchtigkeit in irgend einer Form in der Mufinform gewesen sein.
    Wenn Du vorhast so was öfter zu machen dann würde ich mal über eine Barrenform, entweder von RCBS oder Lee, nachdenken.


    Gruß Martin

  • Danke für die Antwort, nass waren die Formen auf keinen Fall. Was sein könnte: vielleicht hatten die Formen noch minimal Fettrückstände (eine war neu, eine war gebraucht aber natürlich gespült) oder die Antihaftbeschichtung hat wegen der hohen Temperaturen ausgegast (die in der Pfanne ist ganz abgegangen). Das würde dann wohl aussehen wie bei nassen Formen, denke ich. Wenn's das nicht sein kann muss es am Blei liegen, und dann hätte ich ein Problem wenn ich Geschosse gießen will... Deswegen hier die Frage zur Fehleranalyse....

  • Dann giesse doch dasselbe Blei ein paar mal hintereinander in dieselben Formen.


    Giessen
    Abkühlen
    Schauen
    Einschmelzen
    Neu giessen....


    Wenn es Öl oder Fett oder WasAuchImmer in den Formen ist, sollte das dann ja mal bessern...


    J.

    Ich teile hier mit Euch mein Wissen und vertrete meine Meinung.
    Mein Wissen kann Fehler enthalten, meine Meinung muss nicht der Euren entsprechen.
    Korrigiert meine Fehler mit Eurem Wissen. Gute Argumente können meine Meinung beeinflussen.

    Gelebtes Forum... so muss das sein!

  • Wenn es Öl oder Fett oder WasAuchImmer in den Formen ist, sollte das dann ja mal bessern...

    Das siehste doch, daß das Schmelzgut viel zu heiß und die Form viel zu kalt war.


    Bin zwar kein Wiederlader, aber mit Schmelze und Gießen kenn ich mich schon aus!

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    Das Ziel ist im Weg ...

  • Ich probier's morgen einfach nochmal, vielleicht liegt's an den Formen, dann sollte es weniger werden; auf jeden Fall werde ich früher fluxen, rühren abschöpfen. Heute hatte ich gedacht das "breiige" oben auf der Schmelze wird noch flüssig und hab einfach mal etwas länger gewartet, kann schon sein dass das unnötig heiß geworden ist. Mit dem Fluxen ging das dann weg.
    Danke für die Antworten!
    Gruß, Andreas

  • Heiss/kalt, da gibt es sicher schnell diese Rillen/Maserung vom Erstarren beim Eingiessen, aber Blasen sollte es irgendwann nich mehr geben.


    Für einen ordentlichen Guss sollte m.M. nach die Form nicht nur heiss, sondern auch genügend Masse haben, damit alles schön langsam abkühlen kann...
    Wie geht das mit Schiffsmotoren oder -schrauben..., Glocken?
    Denen gibt man Tage zum Auskühlen...


    Jens

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    Gelebtes Forum... so muss das sein!

  • So, nochmal so 25kg geschmolzen, zweite Runde in die Förmchen gepackt. Ergebnis anbei. Ich habe den Eindruck die Bläschen könnten minimal weniger geworden sein - so ganz sicher bin ich da nicht... Gefluxt wurde mit Teelichtern als alles Blei geschmolzen war und oben so eine breiige Pampe drauf schwamm. Die ist dann abgebrannt, Asche / Schlacke war nicht viel. Der Rest sah sauber und homogen aus. Hätte ich nach dem Abschöpfen vielleicht länger waren müssen mit dem Gießen? Die Muffinformen scheinen so langsam tatsächlich ihre Beschichtung zu verlieren. Noch ist aber ein bisschen dran.
    Beste Grüße
    Andreas


    IMG_20181104_173136346~2.jpg

  • Warum sollte das nicht reichen? Blei, das verdunstet ("Dampf") kühlt an der Luft wieder ab und geht vom gasförmigen in den festen Zustand über (Schmelztemperatur gegoogelt 327 Grad, darunter fest). Bedeutet: Feine Stäube sind das Problem. Lösung: Partikelfilter, lange Kleidung, draußen arbeiten, duschen.
    Aber zurück zum Thema: woher kommen meine Bläschen? Temperatur war dieses Mal niederiger als letztes Mal (nicht gemessen, aber das Teelicht ist langsamer geschmolzen).

  • Mal überlegen:
    - Muffinformen sind für Temperaturen für maximal 250 Grad ausgelegt. Muffins bäckt man neist so mit 180° bis 200°C.
    - Dementsprechend müssen auch die Beschichtungen keine höheren Temperaturen aushalten.
    - das Beschichtungsmaterial ist oft Teflon (Polyterafluorethylen, das einen Schmelzpunkt von 327 °C hat und sich bei höheren Temperaturen zersetzt. Dabei entsteht u.a. auch HF = Flusssäure.
    - Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung geht ab einer Pfannentemperatur von 360 °C von einer Konzentration aus, die für den Menschen giftig ist. Um das Erreichen dieser Temperaturen zu vermeiden, wird daher empfohlen, beschichtete Pfannen nicht länger als drei Minuten leer zu erhitzen.
    - Die Temperatur geschmolzenen Bleis liegt also durchaus im kritischen Bereich und durch Zersetzung und Ausgasung aus der Beschichtung können sicher die beobachteten Bläschen erklärt werden.

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    In meinen Beiträgen verwende ich bewusst Satire, Ironie, Sarkasmus und Übertreibungen, um zu verdeutlichen. Auch ohne Kennzeichnung dieser Stilelemente sollte sich der Leser dessen bewusst sein.

  • Hallo an alle nochmal, nächste Runde Muffins, nochmal über 25kg, ist durch. Vorher hab ich auf dem Hockerkocher und mit Hilfe eines Unkrautbrenners die Beschichtung der Formen abgebrannt (danke Schwarzer Mann!) und die Reste abgebürstet. Ergebnis wie gewünscht (auch wenn ich in meiner Neugier das erste Muffin-Blech zu früh gefreut habe...): Keine Bläschen mehr!IMG_20181105_164406333~2.jpg


    Vielen Dank nochmal für die Hilfe - so sind die Muffins gleich viel hübscher. Heute hab ich auch noch nen Windschutz benutzt und ein Blech auf die Pfanne gelegt, ging wesentlich schneller...


    Beste Grüße aus dem Nordsaarland
    Andreas

  • Meine bescheidene Frage: ihr werft doch die Muffins eh noch in den Gießofen - stören a die Bläschen????

    na klar doch, die blubbern im Giessofen richtig bös hoch. :hyster::hyster:

    Happy Trails


    Texas Jack


    SASS life # 55314


    BDS Western # 625


    “They Knew Their Duty And They Did It,” John S. “Rip” Ford, Texas Ranger