Bleischrot und Wads Kal. 12 selbst herstellen?

  • Hallo an alle,


    da ich CAS-Schütze und angehender Wiederlader bin überlege ich mir meine Schrotpatronen 12/70 mit Rollcrimp selbst herzustellen.
    Gebördelte Patronen für´s CAS bekommt man schon für 0,25 € pro Schuss. Über diesen Preis will ich nicht drüber kommen, da es meiner
    Meinung nach einen sehr faden Beigeschmack hat teurer zu laden als man fertig kaufen kann.


    Nach heutiger Recherche kam ich auf folgende Kosten für die Komponenten (Preise sind aufgerundet, Versandkosten nicht einberechnet / bei den Fabrik-Patronen auch nicht dabei):


    -Hülse : Umsonst / auf den Ständen als Abfall vorhanden
    -Zündhütchen: 0,05 €
    -Pulver: 0,10 €
    -Schrotbecher: 0,03 €
    -Schrot: 0,10 €
    -Verschlussplätchen: Können selbst hergestellt werden.


    Somit komme ich auf 0,28 € pro Patrone. Bei 1000 Schuss zahle ich also 30 Euro drauf :thumbdown: ... wie gesagt fader Beigeschmack.


    Falls ich mein Schrot selbst herstelle, könnte das ganze anders aussehen. Gehen wir davon aus das ich Bleischrott für ca. 1,50 € pro kg
    in der Umgebung bekommen könnte (Verunreinigungen nicht mitgerechnet). Mit einem "Schot-Maker" wie diesem hier

    und einem Sieb könnte man 2,4 mm Schrot selbst herstellen. Aus einem Kg würden sich also 1000g / 24g = ca. 41 Patronen herstellen lassen.
    Somit wären wir bei 1,50 € / 41 = ca. 0,04 € (aufgerundet, Stromkosten sollten mit dabei sein). Damit spare ich 6 Cent pro Patrone, bin also bei 0,22 € pro Patrone und
    könnte mir mit 30 € "Ersparnis" pro Tausend Schuss (Ausrüstung mal nicht dazugerechnet) ein gutes Gewissen einreden :rolleyes: .
    Versteht mich nicht falsch, ich möchte Schrot wiederladen weil es mir Spaß macht, nicht weil ich Geld sparen will (aber draufzahlen will ich auch nicht).


    Das Schrot ist nicht perfekt rund und auf die Härte des Bleis habe ich keine Rücksicht genommen, aber zum umschmeißen von Klappscheiben sollte das ganze doch reichen oder?
    Mann könnte sich evtl. noch mehr sparen wen man statt den Schrotbechern selbst hergestellte Filzpfropfen verwendet.


    Hat von euch jemand Erfahrung mit selber hergestelltem Bleischrot oder Wads?
    In wie weit ist es gefährlich andere Hülsen, Schrotbecher oder Zündhütchen als in den Ladedaten der Pulverhersteller zu verwenden (Ladung sicherheitshalber reduzieren?)
    Glaubt ihr dass die Rechnung aufgeht oder habe ich etwas übersehen (Ausrüstung habe ich bewusst nicht mit einberechnet).


    Gruß und Dank:
    PB-Melter

  • Also für 22ct/Patrone kannste die Dinger auch kaufen.
    Bis Du das Geld für Ausrüstung etc. wieder drin hast...…………
    Für Deine gerechnete Ersparnis von 60/1000 (was rechnerisch sowieso nicht hinhaut), willste Dich mind. 10 Stunden hinstellen und schuften?
    Das ist unter dem Mindestlohn und ungesetzlich!
    Jetzt mal ganz davon zu schweigen, dass die Shotmaker aus USA alle keine Temperaturregelung haben und ihr Geld nicht wert sind.
    Bis Du das Ding zum Laufen bekommen hast, sind locker nochmal ein paar Taler für Elektronik, Umbauten, etc. fällig.
    Die Bohrungen der Dripper sind so klein, dass schon geringste Verunreinigungen des Bleis mit Kupfer oder Zink zu Störungen führen.
    Und bei Schrottblei weißte nie, was drin ist.
    Meine Meinung aus Erfahrung...…..spar Dir Dein Geld und Deine Nerven und geh Schießen!!

  • Sportschrotpatronen in 12 laden macht finanziell keinerlei Sinn.


    Nimm lieber das Geld für die Ausrüstung, und bestell ein paar 1000 Schuss mehr, dann kommt der Preis in den Bereich deiner Traumrechnung.


    Finanziell interessant zum selbst laden sind eigentlich nur spezielle Jagdlaborierungen, oder 16er Patronen. Slugs gehen auch noch, wenn man gescheites Blei für kleines Geld kriegt.

    Wer nach allen Seiten offen ist,ist nicht ganz dicht.

    μολὼν λαβέ

  • Ich hab auch schon Sportschrotpatronen selbst geladen, allerdings mit fabrikmässig hergestelltem Schrot. Mit dem Preis bin ich damals eigentlich gleich auf mit Fabrikpatronen gekommen. Kommponennten aus Italien, aber die sind dort inzwischen leider auch teurer geworden. Aber immerhin habe ich dabei n HV Laborierung hinbekommen die eine sehr gute gleichmässige Verteilung der Garbe hatte besser als bei allen getesteten Fabrikpatronen in dem V0 Bereich. Für das Wurfscheibenschiessen kann man so Patronen für Meisterschaften aus dem Gesichtspunkt also durchaus gut selbst laden.
    Bei der Fallplatte dürfte der Vorteil allerdings gegen Null gehen.
    Aber sonst hat Sharpsshootist recht, finanziell lohnt es sich so richtig nur bei Jagdschrotlaborierungen. Da lade ich fast alles selbst.


    Schrot mit n Shotmaker selbst herstellen würde ich mir aber auch sehr überlegen. Ein guter Teil der Schrote wird ungleichmässig und man braucht eine sehr saubere Schmelze, nix mit Kugelfangblei etc. Wenn man die dann noch entsprechend sieben bzw. sortieren will um gleichmässige Ladungen und Schrotverteilungen zu gewährleisten nee die Arbeit tue ich mir nicht an. Wenn man allerdings an der Sache selbst Spass hat o.k. dann kann man auch das noch tun. Finanziell lohnen wird sich das so schnell allerdings eher nicht.

  • Fürs CAS sehr stylisch sind überigens klassische Ladungen mit Pappe und Faserpfropfen oder Filzpfropfen statt Schrotbechern. Auch die Vollmessinghülsen machen sich da gut und können häufig wiedergeladen werden im Gegensatz zu ebenfalls stylischen Papierpatronen.
    Dafür habe ich sogar n passende Laborierung eingestellt.
    12/63 Bleischrot mit CBC Messingschrothülsen NC und SP Ladung


    Für Fallplatten kann man die NC Laborierung auch problemlos auf 1,92g VV N320 hoch ziehen. Da beginnt zwar schon die Schrotgarbe etwas ungleichmässiger zu werden allerdings ist das bei Fallplatten noch nicht im relevanten Bereich.

  • Ich kenne Leute, die schießen in meiner 2ten Heimat regelmäßig mit gehacktem Blei-Schrot .. ohne Probleme ...
    ::c.o.l)

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    Das Ziel ist im Weg ...

  • Hallo
    Rein Rechnerisch macht es nur Sinn wenn du Schwarzpulver Schrotpatronen selber lädst.
    Bei einen Preis von ca 1€ pro Patrone sieht die Rechnung gleich ganz anders aus.
    Dabei taugen übrigens besagte Messing Hülsen nix, da sie nicht lidern und trotz dem sie wesentlich schwerer sind als Plastik Hülsen beim besten Willen nicht aus dem Patronenlager (mit viel Glück die ersten beiden) fallen.
    So long
    Reloader

  • Also bei mir fallen sie gut wieder aus dem Lager, man muss den vorderen Teil immer gut kalibrieren dann läuft es. Wenn man für SP Patronen die Messing Hülse nicht bis unten hin kalibriert dann dichtet die trotzdem ganz gut ab, wenn man sie vorher einmal mit NC geschossen hat.

  • Wenns nur der Neugierde dient, dann kauf das Schrot lose ein und lad selber..


    Jetzt durch das finstere Tal der Bleischrot-Herstellung zu wandern nur weil einem langweilig ist...


    Einzig vielleicht 00 oder Slugs macht Sinn..


    Aber feines Schrot?


    Kauf doch mal ein paar Kilo und schau wie "lustig" dir das ganze ist bevor du Schmelzöfen, Bleirutschen und Kühlmöglichkeiten auslotest


    ::frinds::


    der "Angehende" Wiederlader übersieht in seiner anfänglichen Euphorie gerne.. Irgendwann wird's einfach nur Stundenvernichtung die mit Geld und NERVEN einfach nicht gegenzurechnen ist...


    Das ist ne sehr sehr langweilige und vor allem langwierige Angelegenheit sobald die Prozesse stehen.... ;(




    :drink:

  • na ja ich hätte auch schon mal fast mit der Bleischrotherstellung begonnen, bevor ich begonnen habe Schrotlade-Komponenten in Italien zu kaufen. In Deutschland ist da wenn man überhaupt das findet was man sucht alles um Längen überteuert. Auch ein Grund warum das Schrot Wiederladen bei uns in D so ein Schattendasein fristet. Nur irgendwie beißt sich die Katze da in den Schwanz, ohne vernünftige Komponenntenpreise nur wenig Nachfrage, nur ohne entsprechende Nachfrage kaum ein brauchbares Angebot...

  • Ja der untere Teil der Hülse den man dann nicht kalibriert (muss man halt die Matrize entsprechend einstellen) passt sich dem Patronenlager an aus dem die NC Ladung verschossen wird. Aus anderen Flinten kann das dann Probleme machen die Lager sind nie 100% gleich. Aber aus der Flinte gehen dann die Hülsen danach mit SP super.
    Der Link zur Ladung steht oben in einem vorherigen Beitrag. Damit die Messinghülse auch in hinterem Bereich für diesen Zweck etwas anliedert sollte man allerdings schon so bis auf 1,9g VVN320 hoch laden.

  • Danke für die Antworten,


    ich werde mir das mit dem CAS-Schrot nochmal überlegen.
    Ansonsten werde ich mit ein paar eigenen Laborierungen aus Freude an der Sache anfangen,
    auch wenn ich dabei ein wenig teurer lade. Muss ja nicht gleich meinen gesammten Verbrauch
    mit diesen Ladungen decken.
    Vielleicht lade ich auch noch ein paar Laborierungen für die Messinghülsen :D.


    Gruß und Dank:
    PB-Melter