Rossi M92

  • Hallo @will munny,


    Ich habe mir das Video und meine Puma angeschaut.
    Puma oder M92? sieht irgendwie gleich aus.
    In dem Screenshot aus dem Filmchen erkenne ich mal alles wieder, was ich bei mir auch sehe.
    RossiAuswerfer.JPG
    Der Auswerfer liegt da lose auf der Hülse.
    Ich hatte meine ja auch schon zweimal auseinandergebaut und der mühsamste Teil beim Zusammenbau war die Sache mit dem Verschluss und dem Auswerfer. Guggste hier ( falls noch nicht bekannt ) bei ca. 7'20":

    Da sieht man das Gefrickel mit dem Auswerfer. Da brauchte ich auch mehrere Versuch, bis das klappte und der Auswerfer drinblieb.
    Tat er das nicht, sah das wie auf dem Bild aus... :wall:
    Aber das Problem besteht ja offensichtlich nicht mehr... und sollte mit dem Auswerfen auch direkt nichts zu tun haben


    Könnte es aber sein, dass Dir beim Zusammenbau irgendein Span in Richtung Schlagbolzen "abgehauen" ist?
    Ich habe eben meinen Schlagbolzen bewegt und stelle fest, dass dieser nur sehr wenig freien Weg hat.
    Er kommt maximal einen guten Millimeter aus dem Verschluss ( in Richting Zündhütchen ) heraus und verschwindet gerade so eben in seinem Loch. Dabei lässt er sich aber leicht bewegen - aber eben nur innerhalb dieses kurzen Freiweges.
    Als ich meine Rossi neu hatte, habe ich sie auch erstmal gründlich von uralten, verharzten Fett- und Dreckresten befreien müssen.
    Auch beim Schlabo drinnen.
    So könnte es also sein, dass sich da mit unbekannter Putz-Vorgeschichte beim Schiessen und Ausstosser wechseln irgendein Brösel gelöst und an ungünstiger Stelle festgesetzt hat. Oder ein Span vom gebrochenen Auswerfer?


    Ich würde mal in dieser Richtung suchen. Dass der Hammer kräftig genug schlägt, das setze ich mal voraus.
    Falls nicht, hättest Du das ja wohl bereits bemerkt, oder?


    Jens

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  • Hallo Suveran,


    vielen Dank für die Antwort. Ich habe jetzt mal den Schlagbolzen ausgebaut und den Verschluss innen gereinigt. War zwar ein wenig russig, aber richtiger Schlunz kam eigentlich nicht raus. Mir ist aufgefallen, dass der Schlagbolzen geringfügige, einseitig-seitliche Schleifspuren aufweist, die wohl von einer gewissen Reibung mit der danebenliegenden Sperrklinke kommen. Das könnte den Impuls des Schlagbolzens schon ein wenig bremsen und - insbesondere bei Erwärmung nach schnelleren Schussserien, wo die Fehlzündungen meistens auftreten - die Fehlerursache bilden. Deshalb werde ich die beiden Teile an den etnsprechenden Stellen mal ganz leicht abschleifen.


    Ob der Hammer grundsätzlich kräftig genug schlägt, weiss ich eigentlich nicht. Wie könnte ich das denn feststellen?

  • Ich denke, wenn die Feder richtig schlapp ist, würde man das beim händischen Spannen des Hahnes irgendwie fühlen.
    Ich habe - wieder rudimentäre LowTech - mal die Federkraft meiner Rossi gemessen.
    Rossiabzug.jpg
    Die Mündung auf einem Stuhl mit Polster, die Küchenwaage auf dem Tisch und ein auf die richtige Länge zugeschnittenes Stück Holz.
    Dann das Holz auf der ( mit Holz ) genullten Waage mit dem Hammer in leicht gespanntem Zustand eingeklemmt.
    Das Ergebnis lag bei mir schwankend bei 3'500 bis 4'000 Gramm.


    Dass die Kraft, mit der der Schlabo auf das Zündhütchen schlägt zu schwach ist, kann natürlich nicht nur an genug Bremskraft rund um den Schlagbolzen liegen, sondern auch an reduzierter Kraft seitens des Hammers. Hier wiederum die Federkraft der Schlagfeder, die entweder eine Windung verloren hat oder nicht richtig eingebaut ist ( geht ja fast nicht... ). Ein schwergängiger Hammer ist ebenso denkbar. Aber auch das würde man vermutlich fühlen, ob das "schwächelt".


    Ich habe mal eine Dummypatrone mit Wachs im Loch des Zündhütchens abgeschlagen.
    RossiWachs.jpg
    Das gibt schon ein ordentliches Loch.


    Vielleicht hast Du ja die Möglichkeit, das Ganze ähnlich nachzustellen.
    Bei starken Abweichungen ergeben sich dann ja vielleicht Ideen für die Ursachen...


    Jens

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  • Die Mündung auf einem Stuhl mit Polster, die Küchenwaage auf dem Tisch und ein auf die richtige Länge zugeschnittenes Stück Holz.
    Dann das Holz auf der ( mit Holz ) genullten Waage mit dem Hammer in leicht gespanntem Zustand eingeklemmt.
    Das Ergebnis lag bei mir schwankend bei 3'500 bis 4'000 Gramm.

    Das hört sich schon mal raffiniert an, aber warum hast Du den Hahn nicht voll nicht voll gespannt, auf's Holz aufgelegt und abgerückt? Ich werde jedenfalls die Teile heute abend ein wenig schleifen, das Ding zusammenbauen und meinen Vergleichswert ermitteln.



    Dass die Kraft, mit der der Schlabo auf das Zündhütchen schlägt zu schwach ist, kann natürlich nicht nur an genug Bremskraft rund um den Schlagbolzen liegen, sondern auch an reduzierter Kraft seitens des Hammers. Hier wiederum die Federkraft der Schlagfeder, die entweder eine Windung verloren hat oder nicht richtig eingebaut ist ( geht ja fast nicht... ). Ein schwergängiger Hammer ist ebenso denkbar. Aber auch das würde man vermutlich fühlen, ob das "schwächelt".

    Die Hammerfeder wurde wohl nicht gekürzt, da sie an beiden Enden sauber geschliffen endet und falsch herum einbauen geht meiner Meinung nach auch nicht. Der Hammer ist recht leichtgängig.


    Mir fällt aber noch was ein: Die Führungsstange der Hammerfeder ist nicht ganz gerade sondern leicht S-förmig gebogen. Ich dachte, dass diese Biegung beabsichtigt ist, um während des Spannvorgangs den Winkel zwischen der Führungsstange und dem Führungsloch im Griffstück konstant zu halten. Ist die Führungsstange bei Dir auch leicht gebogen?

  • evtl. mal eine kleine Beilagscheibe bei der Feder mit auf die Führungsstange schieben, das sollte die Schlagkraft erhöhen.

    Erik - the master of desaster
    Gott hat den Menschen erschaffen, weil er vom Affen enttäuscht war. Danach hat er auf weitere Experimente verzichtet (Samuel Langhorne Clemens)

  • ...aber warum hast Du den Hahn nicht voll nicht voll gespannt, auf's Holz aufgelegt und abgerückt?

    Dann kommen noch dynamische Kräfte hinzu... und das Holz spickt grad weg...
    Statisch mit langsamer Krafterhöhung ging das schon wackelig genug. Dann mehrfach wiederholen... geschätzter Mittelwert!
    Deutlich zu merken ist, das die Kraft mit zunehmenden Weg abnimmt. Das liegt daran, dass beim zunehmenden Spannen die Feder nicht mehr weiter zusammengedrückt wird, sondern nach unten auswandert.
    So sieht das bei mir aus:
    RossiHahn.jpg


    Jens

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  • Im Bereich der Feder ist sie gerade. Nur die zusammengedrückte Feder schlängelt sich etwas darum herum...
    Das sieht nur etwas wellig aus, ist darunter aber gerade.


    J.

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  • So, die Hilfsbereitschaft von Suveran hat mich sehr gefreut. Deshalb will ich hier noch mal eine Rückmeldung zum aktuellen Stand der Zündfreudigkeit meiner Rossi geben. Trotz nochmaliger kompletter Zerlegung des Teils konnte ich keine so richtig auffallende Beschädigung der Mechanik entdecke. Lediglich Schleifspuren am Schlagbolzen und an einem der beiden Verriegelungsbolzen kamen mir etwas spanisch vor. Die beiden Teile scheinen sich leicht aneinander leicht gerieben zu haben (Rossi-Verarbeitung!?). Ich habe also die Innenseite des einen Verriegelungsbolzen leicht mit Sandpapier bearbeitet, bis die Schleifspuren nicht mehr zu sehen waren. Aussserdem habe ich die oben erwähnte leicht S-förmig gebogene Federführungsstange weitgehend gerade gebogen. Der letzt

    wöchige Test fiel jedenfalls recht positiv aus. Über 50 rasch aufeinanderfolgende Schüsse mit einem Patronenmix aus Magtech, S&B und Geco ergaben nicht eine einzige Fehlzündung und mit dem erzielten Streukreis auf der DSB 25m-Scheibe (aufgelegt, Entfernung 50m) bleibe ich definitiv im 9er.

    Nochmal Danke an Suveran.