Perkussionsrevolver und deren Reinigung

  • Hallo Leute,


    Perkussionsrevolver sind interessant zu schießen, haben den Vorteil auf Gelbe zu gehen und machen "eigentlich" rundum Spaß.


    Das "eigentlich" ist es, worum es mir hier geht -


    es nervt mich nämlich, so ein Teil jedesmal nach dem Schießen komplett zu zerlegen, deshalb liegen sie bei mir tatsächlich zumeist ungeschossen im Tresor.


    Jetzt ist das Thema wieder mal aktuell geworden, weil ich einen Newcomer endlich zur ersten Vorderladerwaffe überreden und ihm einen schönen Perkussionsrevolver günstig besorgen konnte.
    Ich will ihn damit jetzt nicht allein lassen.


    Also, was muß sein und was ist nicht unbedingt nötig ?


    Trommel ausbauen, Pistons ausschrauben und alles waschen, trocknen und ölen ist kein Thema.


    Den Rahmen mit feuchtem Tuch sorgfältig abreiben und ölen, auch klar.


    Was aber ist mit dem Innenleben ?


    MUSS man wirklich jedesmal komplett zerlegen ?


    Würde es reichen, vor und nach dem Schießen reichlich WD 40 in die Öffnungen zu sprühen ?


    Würde es z.B. Sinn machen, Vaseline in die Öffnungen zu drücken um eine gewisse Dichte herzustellen ?


    Oder kommt man um das Zerlegen einfach nicht herum, wenn man sich die Waffe erhalten will ?


    ?(?(


    Fragen über Fragen, ich erbitte Eure Tips und Erfahrungen


    CC

    "Im Leben braucht man zwei Dinge - Ignoranz und Überheblichkeit

    und

    der Erfolg ist einem sicher."

    (Mark Twain)

  • Trommel ausbauen, Pistons ausschrauben und alles waschen, trocknen und ölen ist kein Thema.


    Den Rahmen mit feuchtem Tuch sorgfältig abreiben und ölen, auch klar.


    Was aber ist mit dem Innenleben ?

    Ich reinige so wie in den ersten beiden Zeilen beschrieben, das "Innenleben" ist (leicht) mit Wälzlagerfett eingerieben und wird (bestenfalls) ein mal im Jahr inspiziert, wobei dann das Wälzlagerfett erneuert wird. Irgendwelche Schäden am Innenleben habe ich noch nicht beobachten können; meine Revolver sind seit mehr als 20 Jahren "in Benutzung"

  • So lange das Innenleben gehorcht, gibt es keinen dort keinen Handlungsbedarf.
    Sammler beschreibt das ganz richtig, mehr ist kaum zu sagen.


    besten Gruß
    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Und bitte niemals nicht WD40. ;(


    Nimm besser Ballistol!

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    Wer ned liabt und wer ned lacht, wer nia kloane Fehler macht,

    wer nia guad isst und trinkt zugleich, der is lebendig scho a Leich.

  • Was das Fett im "Innenraum" einer Waffe angeht, so BITTE eines nehmen, dass nicht harzt und nicht so steif wird wie Beton, wenns mal n Grad oder zwei kälter wird.


    Welche Öl-Marke ihr verwendet ist eure Sache. Ballistol hat den Nachteil, dass es Wasser zieht. Dewet ist hier die bessere Wahl. Aber auch das kommt immer drauf an, was ihr mit den Püstern macht.

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    Ike Godsey


    --- Just a grumpy old man with a gun ---

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  • Ich mache es mit Griffschalen abschrauben und dann mit heißem Wasser spülen; auch die Innenteile. Und dann nehm ich dieses verdammte WD-40, um die letzten Wasserreste raus zu bekommen.
    Die Trommelachse wird mit Hochtemperaturfett eingerieben.
    Natürlich kommen auch die Pistons raus, und werden gut gereinigt. Mit Kupferpaste an den Gewinden werden sie wieder eingeschraubt.
    Übrigens bekommen bei mir alle Schraubengewinde diese Kupferpaste verpasst.


    Wenn am nächsten Morgen das WD 40 verdampft ist, wird das ganze Teil, auch das Innenleben so richtig tropfend mit gutem Waffenöl eingejaucht.
    Bislang gab es so noch keine Korrosion.
    Die Griffschalen kommen übrigens erst dann wieder dran, wenn das überschüssige Waffenöl den Einwickellumpen getränkt hat.
    Vielleicht übertreibe ich, aber die Reinigung nach dem Schießen nimmt gefühlt nicht mehr als 10 Minuten in Anspruch

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    In meinen Beiträgen verwende ich bewusst Satire, Ironie, Sarkasmus und Übertreibungen, um zu verdeutlichen. Auch ohne Kennzeichnung dieser Stilelemente sollte sich der Leser dessen bewusst sein.

  • Hallo,


    das Innenleben meines Remington habe ich letzte Woche das erste Mal seit rund 20 Jahren ans Tageslicht befördert.
    Man glaubt nicht, was da mengenmäßig an Schmodder rein passt, ohne das es zu Funktionsstörungen kommt. :trio:
    Also, wenn die Teile eingefettet sind, passiert da so schnell nichts.


    Grüße
    Karsten

  • Und bitte niemals nicht WD40. ;(


    Nimm besser Ballistol!

    Ich würde mich freuen, wenn Du auch erklären würdest, was aus Deiner Sicht gegen die Verwendung von WD 40 spricht,
    nicht weil ich nichts Anderes habe, sondern aus Interesse !


    Ansonsten habe ich, ohne Übertreibung, mindestens zwei Dutzend verschiedene Öle und Fette im Bestand, die ich je nach Verwendungszweck einsetze u.a. natürlich auch Ballistol - wer hat das nicht :D

    "Im Leben braucht man zwei Dinge - Ignoranz und Überheblichkeit

    und

    der Erfolg ist einem sicher."

    (Mark Twain)

  • Ich schiesse nur einen C + B Revolver regelmässig, meinen Uberti 1860. Und der besteht aus Stainless Steel. Wenn er richtig schmutzig ist, gehen wir gemeinsam unter die Dusche 8-.) .


    Mitr

    Ich bin immun gegen Marketing. Aus diesem Grunde trinke ich kein Red Bull und habe keine Waffen von H+K!

  • Ich mache es mit Griffschalen abschrauben und dann mit heißem Wasser spülen; auch die Innenteile. Und dann nehm ich dieses verdammte WD-40, um die letzten Wasserreste raus zu bekommen.

    Sorry, aber mit Wasser spülen OHNE die Innereien zu öffnen, nur anschließend mit Kriechöl drangehen um das Wasser raus zu bekommen, davon halte ich persönlich nicht so viel.


    Ich hätte da immer die Sorge im Hinterkopf, daß sich Wasser z.B.in einem Gewindegang sammelt und das Kriechöl obenauf bleibt, während es darunter fröhlich vergammelt.


    Also wenn schon Wasser, dann auch zerlegen.

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    (Mark Twain)

  • Was das Wasser betrifft: Trommel und Pistons fallen bei mir in ein heißes Wasserbad, Colt Läufe ebenso, für andere Revolver habe ich einen flexiblen Schlauch mit Wasserhahn-Adapter, mit dem sich der Lauf durchspülen lässt, während der Rahmen trocken bleibt.


    besten Gruß
    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Ich würde mich freuen, wenn Du auch erklären würdest, was aus Deiner Sicht gegen die Verwendung von WD 40 spricht,

    Gerne.


    WD40 ist ein "Reiniger", vergleichbar mit Testbenzin. Wenn du das nur (wie du schreibst) in die diversen Öffnungen sprühst, so löst es den Schmodder auf den man aber dann zwingend manuell entfernen muß.
    Schmieren und schützen tut WD40 nicht. (Übrigens taugt das WD40-Kontakt auch rein gar nix).


    Warum Ballistol? Ich verwende es jetzt seit Jahrzehnten in der Tierpflege (Hufe/Pferd) Waffenpflege und Bootspflege (Süß- Salzw.) und habe damit nur BESTE Erfahrungen gemacht.


    Übrigens unterwandert Ballistol Wasser nicht sondern BINDET es. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil.
    Ich konserviere Bootsmotore im Winterlager grundsätzlich mit Ballistol. Wie gesagt, hat sich über die Jahrzehnte hervorragend bewährt.


    Langzeitstudie, sozusagen! :thumbup:

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    Wer ned liabt und wer ned lacht, wer nia kloane Fehler macht,

    wer nia guad isst und trinkt zugleich, der is lebendig scho a Leich.

  • Nur zur Info,


    WD40 und andere "Kriechöle" sind sehr dünnflüssige Öle, die mit Petroleum zu vergleichen sind.
    Sie haben eine sehr hohe Kappilarwirkung und eine sehr geringe Oberflächenspannung, weshalb sie gut in Ritzen kriechen und zum Reinigen von Metallteilen geeignet sind, deshalb und wegen ihrer geringen Viskosität, sind sie nicht zur Schmierung zu gebrauchen. Auch sind diese "Kriechöle" genauso wie Petroleum nicht zur Konservierung geeignet, weil sie schon bei geringen Temperaturen und über einen recht kurzen Zeitraum zum größten Teil flüchtig sind.

  • Wie haben das seinerzeit, als die Teile fabrikneu aus Mr. Colts Werkstatt gelaufen sind, diejenigen gemacht, die den Dingern ihr Leben anvertrauen mussten?
    Kann mit kaum vorstellen, dass die abends am Lagerfeuer Trommelstopp, Transportklinke etc. rausgefummelt und gewienert haben.


    Und jedesmal Pistons raus? Die Gewinde sehen eher nicht so aus, als ob sie nach täglichem Rein- und Rausschrauben schreien ...

  • Wie oft wurden die Colts denn in den Zeiten der Eroberung des Westens von einem, der sich so eine Waffe leisten konnte, abgefeuert?


    Dazu kann Ike sicher etwas sagen.


    Ich würde mal vermuten, dass die Waffen bei Zivilisten eher selten zur Verwendung kamen. Und dann hat man diese nach Gebrauch auch entsprechend gepflegt, damit man sich im Notfall auch auf sie verlassen konnte.

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    In meinen Beiträgen verwende ich bewusst Satire, Ironie, Sarkasmus und Übertreibungen, um zu verdeutlichen. Auch ohne Kennzeichnung dieser Stilelemente sollte sich der Leser dessen bewusst sein.

  • Wie oft wurden die Colts denn in den Zeiten der Eroberung des Westens von einem, der sich so eine Waffe leisten konnte, abgefeuert?

    Das stimmt und es wurden auch nicht in verhältnismässig kurzer Zeit 3x5 Schuss abgefeuert. ::abschi::
    Es ist schon eine relativ hohe Dreckbelastung in kürzester Zeit.

  • Ach, die Onkels des 19. Jahrhunderts haben teils einfach in den Lauf gepinkelt,
    ok, - bei den Revolvern wohl eher nicht.
    Im Bürgerkrieg gab's einen großen Kessel, da sind nach einem Gefecht die zerlegten Colts "hineingefallen", gereinigt und wieder zusammengebaut worden. Viel weiter als "Laufkeil 'raus, Lauf und Trommel in den Kessel und Rahmen außerhalb reinigen" wird das vermutlich nicht gegangen sein. Jedenfalls ist das einer der Gründe für alte Revolver, deren Seriennummern nicht zusammenpassen. Den Jungs war wichtig, wieder eine komplette, funktionierende Waffe zu haben, ob der Lauf tatsächlich der eigene oder irgendein anderer des gleichen Typs war, hatte sekundäre Bedeutung.
    Welches Öl/Fett die verwendeten, weiß ich nicht. Ich kenne aber einige Naturburschen, die Schweineschmalz verwenden. Da wäre ich skeptisch, aber damals war man nicht wählerisch. Man nahm, was man hatte. Und besser irgendein Fett als gar keines.


    besten Gruß
    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Und - wenn man Hollywood näher ansieht, und ballernde Cowboys, dann wird man feststellen, dass die dort schon im Jahr 1849 Colt 1873 und Winchester 94 trugen... :saint:
    besten Gruß
    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.