Walther PPK

  • Dural-Griffstücke sind ab 1957 immer mit "L" gekenntzeichnet. So z.B. "PPK-L".


    Vorher gab es keine direkte Bezeichnung, man kann sie nur an der anderen Brünierungsfarbe, Dural lässt sich nicht brünieren, unterscheiden.

    Ich möchte dazu folgende Ergänzungen anbringen, denn es gibt schon noch weitere Möglichkeiten, wie man unterscheiden kann:

    - Die unter dem Markennamen Manurhin verkauften PPK mit Leichtmetallgriffstück tragen den Zusatz "-L" nicht.

    - Eine Nachkriegs-PPK mit Leichtmetallgriffstück weist immer eine S/N im Bereich 5xxxxx auf.

    - Dem Leichtmetallgriffstück fehlen die Facetten im Bereich des Abzugsbügels (diese Facetten fehlen den Kriegsmodellen mit Stahlgriffstück aber auch; es ist daher nur eine eindeutige Unterscheidung bei Nachkriegsmodellen).

    - Durch das Aufwurfsfenster einer PPK mit Leichtmetallgriffstück fällt eine geänderte Bauform der Laufbefestigung auf.

    - Eine PPK im Kaliber 9mm kz weist immer ein Stahlgriffstück auf.

    - Ein Leichtmetallgriffstück ist nicht magnetisch.

  • Vielen Dank für die vielen sachlichen Hinweise,

    bin bisher davon ausgeagngen, dass beide Varieanten (Stahl / DURAL), auch nach dem Krieg, ohne Kennzeichnung von Walther produziert wurden.

    Das ist ja nun nicht der Fall.

    Noch eine Frage, bei einigen Angeboten mit OVP, Ersatzmagazin, Schussbild, Anleitung und Putzstock, liegt noch ein kleiner Schlüssel mit Zapfen bei.

    Wofür ist dieser Schlüssel ? Zum Nachziehen der Griffschalen ?

  • Wofür ist dieser Schlüssel ?

    Nennt sich Montagehebel und ist zum entfernen/montage des Schlagbolzens.

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    Wer ned liabt und wer ned lacht, wer nia kloane Fehler macht,

    wer nia guad isst und trinkt zugleich, der is lebendig scho a Leich.

  • welche durch die Alliierten gestohlen und in die USA verbracht wurden.


    Diese Aussage ist mehr als tendenziös!


    1973 besuchte ich mit meinem Grossvater einen Pferdezüchter im Grenzgebiet zur Schweiz. Dieser führte uns dann sein Waffenarsenal vor, vom MG42 bis zur kleinen 6,35mm Pistole. Und das in einer Stückzahl von mehreren hundert! Alles nach dem Krieg aufgesammelt, ebnfach fortgeworfen! Er und seine Brüder sammeleten das ganze Zeugs systematisch auf und horteten es in sicheren Verstecken.

    Ich bin immun gegen Marketing. Aus diesem Grunde trinke ich kein Red Bull und habe keine Waffen von H+K!

  • Diese Aussage ist mehr als tendenziös!


    1973 besuchte ich mit meinem Grossvater einen Pferdezüchter im Grenzgebiet zur Schweiz. Dieser führte uns dann sein Waffenarsenal vor, vom MG42 bis zur kleinen 6,35mm Pistole. Und das in einer Stückzahl von mehreren hundert! Alles nach dem Krieg aufgesammelt, ebnfach fortgeworfen! Er und seine Brüder sammeleten das ganze Zeugs systematisch auf und horteten es in sicheren Verstecken.

    Vielleicht wäre "erbeutet" netter. Das ist in einem Krieg ja völlig normal und nicht anrüchig.

  • Ich meinte, dass der zur Originalkonstruktion gehörte. Hab da glaub' mal 'ne Zeichnung gesehen.

    Wenn es welche OHNE Signalstift gab, hätte ich eher auf material- und arbeitseinsparende Kriegsfertigung getippt.


    Jens

    Ich teile hier mit Euch mein Wissen und vertrete meine Meinung.
    Mein Wissen kann Fehler enthalten, meine Meinung muss nicht der Euren entsprechen.
    Korrigiert meine Fehler mit Eurem Wissen. Gute Argumente können meine Meinung beeinflussen.

    Gelebtes Forum... so muss das sein!

  • Weiß jemand ob, oder ab wann, der Signalstift serienmäßig verbaut wurde ?

    Wirklich belastbare Infos dazu hab' ich nicht gefunden, aber meine mich zu erinnern (grin-.)) mal gelesen zu haben, daß bei den Ersten produzierten PP's (ca. 1925) kein Signalstift verbaut war, er aber dann recht bald serienmäßig wurde.

    Übrigens: Die .22er Versionen haben (generell?) keinen.

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  • Was es damals schon alles gegeben hat, Leuchtkorne zum Aufstecken und Edelstahlläufe! Das hätte ich nicht gedacht. Ganz billig waren die Pistolen aber damals nicht gerade. Der Preis entsprach für manche einem kompletten Monatslohn.

    Den Signalstift halte ich im Übrigen nicht für eine gute Idee und hätte dafür auch keinen Pfennig mehr bezahlt. Letztendlich schwächt er nur den Schlitten und hat in der Praxis gar keinen Nutzen.

  • Laut "Walther Verteidigungspistolen - Modell 1 bis PPX" von Dieter Marschall gab es den Signalstift zuerst beim PP Prototyp 7 zu finden (S.47).

    Bei der PPK gab es ihn laut diesem Buch bereits ab der ersten PPK Serie aus Zella-Mehlis, also bereits ab 1931, als optionale Ausstattung (S. 59/60)


    Zu diskutieren, ob das Teil Sinn macht , ist für heutige Verhältnisse vmtl müßig, für die damalige Zeit war es ein modernes "Feature"...

  • Habe noch eine Frage bzgl. der Walther PPK. Ist bei den Nachkriegsmodellen die weiße Hilfslinie an der Kimme und der Punkt auf dem Korn serienmäßig ?

    Habe im Netz zwei Modelle aus 1968 und 1972 im Auge, bei denen man das leider nicht erkennen kann.

  • Meine (Beschuss 66) hats nicht.


    in dem oben bereits genannten Buch steht:
    "PP/PPK ab ca 1968

    - Visierung geändert: Kastenförmige, seitlich eingeschobene Kimme, zum Teil mit dickerem Korn und Kontrastfarben"


    Mehr finde ich dazu aber auch nicht.

  • Habe noch eine Frage bzgl. der Walther PPK. Ist bei den Nachkriegsmodellen die weiße Hilfslinie an der Kimme und der Punkt auf dem Korn serienmäßig ?

    Habe im Netz zwei Modelle aus 1968 und 1972 im Auge, bei denen man das leider nicht erkennen kann.

    Die Kimme vor 1968 war oben abgerundet, wenn man von der Seite darauf schaut. Sie weist keine weisse Hilfslinie auf. Die Kimme ab 1968 dagegen hat gerade Kanten (wieder, wenn man sie von der Seite her betrachtet) und weist die Hilfslinie auf. Auf Fotos kann man die Form der Kimme in der Regel einfach identifzieren.

  • Gibt es eigentlich einen Produktionszeitraum wo die Qualität der Walther PPK schlechter oder besser war ?

    Irgendwo habe ich schonmal was gelesen, aber ich finde es nicht mehr.

  • Ja, die späteren Kriegsfertigungen etwa ab 1941 hatten nicht mehr die Hochglanzbrünierung sondern wurden nicht poliert brüniert ("Militärfinish") Quelle, das selbige Buch, S. 59


    Technisch sollten die identisch sein, es wurde nur die Zeit zum "schön machen" reduziert.

  • Wenn es um die Modelle in 7.65mm Browning und 9mm kurz der Nachkriegszeit geht, so würde ich den Vorzug den zwischen 1968 und 1985 gefertigten Modelle geben, die in französisch-deutscher Koproduktion hergestellt worden sind. Die ersten Ulmer Modelle ab 1985/1986 fallen teilweise in der Qualität etwas ab. Vom Modell PPK/E würde ich eher abraten, weil die Ersatzteilversorgung problematisch sein könnte. Zudem passen auch die Standard-Magazine nicht.


    Bei den in den USA hergestellten PPK und PPK/S gibt es unterschiedliche Qualitäten auf dem Markt. Entscheidend ist jeweils, wie gut die Endkontrolle funktioniert hat. Modelle in 7.65mm Browning gab es nur in der Endphase um ca. 1998 bis 2000 von Interarms/Ranger, dann ganz kurz von Walther USA und schliesslich in der Zeit zwischen ca. 2003 und 2012 von Smith & Wesson. Die aktuellen PPK und PPK/S werden in deutsch-amerikanischer Produktion gefertigt und sind ausschliesslich in 9mm kurz erhältlich.