AR15 zum sportlichen Schießen: OA BL M5FF oder Proarms MK3 Spartan

  • Hallo zusammen,


    zum Ende des Jahres ist die Anschaffung eines AR15-Halbautomaten in Lauflänge 16,75 Zoll geplant. Perspektiv ist mit dem AR zwar auch Büchsen-IPSC geplant, realtisitisch betrachtet wird es aber wohl zu 90% auf dem 100m Stand und zu 10% im Schießkino beim jagdlichen Übungsschießen genutzt werden. Das insbesondere für das Präzisionsschießen ein längerer Lauf sinnvoller wäre ist mir bewusst. Allerdings ist hinsichtlich der Optik ebenfalls ein auf das dynamische Schießen ausgelegtes Vortex 1-6x24 geplant. (teuere DJ Optiken sind leider nicht drin und Repetierer in größeren Kalibern mit größeren Optiken sind vorhanden, insofern besteht kein so großer Bedarf für absolute Präzision).


    Preislich sind für die Waffe maximal 1600€ drin, weniger schadet aber natürlich auch nicht. Bei den DI Systemen überzeugt mich das OA M5 Black Label Free Float am meisten. Von den Piston Systemen ist nur das Proarms in meiner Preis-Range, evtl. noch die "nicht-Spartan"-Variante (wobei ich nicht ganz einsehe, für eine verstellbare Gasentnahme und einen anderen Griff 300€ drauf zu legen).


    Im Rahmen meiner Recherche habe ich herausgefunden, dass aus sportlicher Perspektive DI Systeme eigentlich immer zu bevorzugen sind, da sind größere Präzision mit angenehmerem Rückstoß vereinen. Allerdings habe ich mir Internet die Reinigung von AR15 DI Systemen angesehen und muss sagen, dass es bei mir großen Unbehagen verursacht, dass der ganze Schmodder direkt ins System geblasen wird. Dessen Innenleben sollte zur Reinigung dann folglich auch recht aufwendig zerlegt werden. Bei einem Piston System sollte der Dreck ja am vorderen Gasgestänge verbleiben und dementsprechend einfacher zu reinigen sein. Natürlich muss auch hier von Zeit zu Zeit das System gereinigt werden, aber vermutlich nicht nach jedem schießen, korrekt? Hierzu muss ich mich ein wenig zu einem Dasein als Putzmuffel bekennen, der zwar alle Läufe stets mit der Boresnake durchzieht, ansonsten aber eher selten reinigt. (KW nach Bedarf alle 500-700 Schuss, Langwaffen alle 200-300 bzw. beim Wechsel des Geschossmaterials bei den Jagdwaffen) :think:


    Gerne würde ich Euch kundige Leute gerne darum bitten, mir bei den folgenden Fragen weiter zu helfen: :drink:


    - mit welchen Präzisionsnachteilen ist bei dem Proarms gegenüber dem OA BL M5FF bzw. bei Piston vs. DI Systemen tatsächlich zu rechnen? Spielen diese bei nur 16,75 Zoll Lauflänge und einer Optik mit maximal sechsfacher Vergrößerung überhaupt eine Rolle?


    - sind meine Annahmen hinsichtlich der geringeren Wartungsanforderungen des Proarms korrekt? Wie aufwendig ist die Reinigung eines DI ARs im Vergleich zu einem Piston AR tatsächlich?


    - und natürlich zu guter letzt: Zur Anschaffung welcher Büchse würdet ihr mir bei der vorliegenden Sachlage raten? Habe ich möglicherweise Faktoren außer Acht gelassen?

  • Leider kann ich obigen Post nicht mehr editieren, daher bitte ich meinen Doppelpost zu entschuldigen, damit ich noch eine weitere Frage an die AR-Füchse stellen kann:


    Stimmt es eigentlich, dass man bei DI-Systemen ohne Tuning des Ladehebels die Verbrennungsgase ins Gesicht geblasen bekommt oder betrifft dies nur besonders billige ARs wie DPMS? Wie sieht es bei den Black Labeln bzw. Hera Modellen aus?


    In meiner Preis-Range wären theorethisch auch noch als DI System eine Hera Arms mit einfachem Lower oder mit Budgetdehnung auch noch eine Haenel CR223 im Angebotspreis als Piston-Sytem.


    Über kompetente Antworten würde ich mich sehr freuen! :) Wie schon ersichtlich, sind meine Kentnisse mit AR-Systemen (bis auf 5x Schießen) nur angelesene Internet-Infos. 8|

  • Wenn du Putzmuffel bist, schau nach einem Pistonsystem.
    CR 223 kenn ich, ist gut.


    .223 Schiesst sich eh wie ein Luftgewehr, von daher ist der "Rückstoss" eher Glaubenssache als das man da einen Unterschied merkt.


    Pistonsystem ist die Reinigung mit einem Repetierer vergleichbar.


    Präzision spielt wohl wesentlich mehr rein als rein das System. Laufdicke, Drall, Munition, freischwinger sind so die Sachen die viel reinspielen. Das System kommt da erst am schluss.

    De guadn Gedankn und de hingadn Rooß kemma ollawei hintnach ::bayernbew::

  • In dieser Klasse würde ich sagen ist es relativ egal ob du das OA oder ProArms nimmst. Piston Systeme bringen mehr Unruhe ins Gewehr, das ist ein Fakt, aber ich denke nicht dass du für den Anfang und mit den Gewehren in Bereiche kommst in denen das relevant wird.
    Ich persönlich bin ein Verfechter von Stoners Originalsystem (DI).

  • Danke euch für die beiden Kommentare! :drink: Alles klar, dann wird es ein Piston-System. :)


    Hatte jemand zufälligerweise schon mal die Proarms Mk3 Spartan (1350€), die normale Mk3 (1600€) und die CR223 (im Angebot 1800€) in der Hand? Lohnt es sich mehr zu investieren oder reicht die Spartan?


    Leider konnte ich auch bei allen drei Waffen nichts zum Laufprofil finden. Prinzipiell bin ich mittlerweile ein Freund von möglichst dicken Läufen. Weiß jemand hierzu zufälligerweise etwas? Haenel baut wohl eigene Läufe während in den Proarms LW Läufe stecken. Free Float Handguards haben wohl alle drei Waffen.


    Um den Austausch des Abzugs werde ich bei allen drei Gewehren wohl nicht drum herum kommen. Ich denke, das verstellbare Gas-Ventil dürfte nicht wichtig sein. Ich bin zwar Jäger, wenn aber je ein Schalldämpfer ins Haus käme, dann in einem Hochwildtauglichen Kaliber. Oder gibt es noch andere Gründe für ein verstellbares Ventil?

  • So ein verstellbares Ventil kommt eher aus der militärischen Ecke.
    Weiss jetzt zwar ned welches der von dir genannten eines besitzt, aber sowas gibts oft. Entweder komplett einstellbar oder 2 Positionen.
    Eine Position ist dann z.b. für normalbetrieb, und die andere für Betrieb bei starker verschmutzung. Also da haut es die Hülsen dann schon recht weit durch die Luft.
    Kann sein das es vielleicht mal nützlich ist wenn man schwache Munition hat, aber richtig brauchen wird mans nicht.
    Ein FAL kann man z.b. komplett zudrehen, dann kann man von Hand repetieren. Vielleicht für Präzisionsprüfung nett, aber hab noch keinen gesehn der sich das antut.

    De guadn Gedankn und de hingadn Rooß kemma ollawei hintnach ::bayernbew::

  • Also das normale Proarms MK3 und soweit ich weiß auch das CR223 haben verstellbare Ventile. Für Schalldämpfer braucht man die Teile wohl dringend, da ansonsten durch den Druck das System stark verschleißt.


    Soweit ich informiert bin unterscheiden sich das Proarms Spartan MK3 vom normalen MK3 nur durch zwei Dinge, nämlich dem nicht-verstellbares Gasventil, und weniger hochwertem Pistolengriff und Hinterschaft. Ich denke nicht, dass das den Preisunterschied von 300€ rechtfertigt.


    Edit: Unterschiede sind laut Hersteller die folgenden:
    All is the same like our PAR Mk3, except of following:

    • Not adjustable (fixed) gas regulation unit, hex key needed for disassembly
    • Handguard (KeyMode or 4 Rail) with hex wrench needed for disassembly and in length of 218mm
    • Standard M4 collapsible stock
    • Standard A2 grip
    • Standard A2 muzzle break
    • Standard trigger guard


    von: https://www.proarms-armory.com/en/


    Der Drall des Proarms ist übrigens 1:7, während das Haenel einen 1:9 Drall hat. Was ist sportlich empfehlenswerter?

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  • Leider kann ich den Beitrag kein zweites Mal editieren, deshalb noch ein Doppelpost von mir. Ich habe allerdings noch einen interessanter Artikel zu Dralllängen gefunden:


    http://www.henke-online.de/upl…sscenter/08_Sch_Drall.pdf


    Soweit ich das verstanden habe, werden je niedriger der Drall ist umso schwerere bzw. längere Geschosse stabilisiert. Überstabilisierung dürfte bei den üblichen 55 Grain .223 FMJ eigentlich auch bei einem 1:7er Drall noch kein Problem sein.


    Wenn jemand bereits Erfahrungen mit dem Proarms hat, wäre es toll, wenn er sie hier wiedergeben könnte. :-) Man findet im Netz ja leider nur wenige Kommentare, die aber bezüglich der neueren Fertigung positiv ausfallen (siehe auch Herr Horner hier im Forum).

  • Stimmt es eigentlich, dass man bei DI-Systemen ohne Tuning des Ladehebels die Verbrennungsgase ins Gesicht geblasen bekommt oder betrifft dies nur besonders billige ARs wie DPMS? Wie sieht es bei den Black Labeln bzw. Hera Modellen aus?

    Also ich spreche fürs OA BL, da is mir noch nie was bezüglich der Verbrennungsgase aufgefallen, ich schieß auch oft ohne Brille,und habe auch da nix negatives gespürt. Weder mit Original Ladehebel, noch mit dem Raptor von AXTS.

    IF SOMEONE HATES YOU FOR NO REASON, GIVE HIM ONE!

  • Ich habe bei Proarms angefragt und von diesen die Information erhalten, dass definitiv auch die Spartan Variante hat einen Lothar Walther Lauf. Zudem werden die Spartan Arms Systeme neuerdings auch mit Key-Mod Handguard angeboten, der auch über Frankonia erhältlich sein wird.