Remington 1875 und 2 Derringer

  • So Leute, ich musste mal wieder zuschlagen :D


    Hab bei ner Auktion mitgespielt und drei Teile gewonnen, die ich euch hier vorstellen möchte. ::happy2::


    Das erste Teil ist der dickste Brocken, nicht nur von den Massen und dem Kaliber sondern auch aus monetärer Sicht. ;(
    Ein Remington Model 1875 Single Action Army im Kaliber .44 Remington CF. Von dem Teil sind zwischen 1875 und 1889 ca. 25.000 bis 30.000 Stück gebaut worden. Der Revolver war zwar als Konkurenz für den Colt 1873 SAA gedacht, aber hatte keine Chance. Colt hatte bis 1889 bereits 130.000 Stück vom 1873 SAA produziert. Mein 1875er hat einen vernickelten Rahmen wobei noch bestimmt 80 % des Nickels vorhanden sind und der Lauf und Trommel waren blau und sind jetzt grau. Die mächtigen Elfenbeingriffschalen dürften Aftermarket sein. Ich habe auf dem ganzen Eisen ausser der Seriennummer unter der linken Griffschale keinen einzigen Stempel oder Markierung gefunden. :think: Macht mich zwar staun aber scheint bei den frühen 1875er nicht ungewöhnlich zu sein. Mal sehen, was ich im Laufe der Zeit noch so über dieses Model rausbekommen kann. Der Remington 1875 ist die einzigste Waffe, die im Kaliber .44 Remington CF gebaut wurde.




    Bei diesem Kleinen handelt es sich um eine Patentfertigung der Sharps Pepperbox Model 2 durch die englische Firma Tipping & Lawdon in Birmingham. Diese haben zwischen etwa 1860 und 1870 ca. 4000 Stück vom Model 2 in diversen Kalibern bis .32 RF gebaut. Meine Pepperbox hat das Kaliber .30 RF. In den seitlichen Kehlungen des Laufbündels sind jeweils zweimal, so wie es sich für englische Waffen gehört, die englischen Abnahmestempel eingeschlagen. Wie man sieht hat das Laufbündel noch bestimmt 90 % Blau und die Vernickelung des Messingrahmens ist auch fast vollständig erhalten. Ein solches Model war auch die Tatwaffe in Agatha Christies Tod auf dem Nil mit Hercule Poirot als Detektiv.




    Dieser Kleine ist ein Derringer nach Wiliamson's Patent von 1866 aus New York im Kaliber .41 RF. Gebaut wurde dieser Deringer bei der Moore's Patent F.A. Co. in Brooklyn New York von 1866 bis 1870. Man geht von ca. 10.000 gebauten Exemplaren aus, trotzdem ist das Teil recht selten, weil wohl viele im Holz gebrochen sind und entsprechend entsorgt worden.


    Kurze Frage nebenbei: Kennt jemand das Blatt auf dem die beiden Kleinen liegen? :?:

    Happy Trails


    Texas Jack


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  • Kennt jemand das Blatt auf dem die beiden Kleinen liegen?

    "Dead Man’s Hand."



    Wunderschöne Stücke..... :love:


    lg leonardo

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    Ich kann überhaupt niemanden leiden.



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  • Die „anderen“ Waffen des Westens


    - Remingtons 1875 Army Revolver -


    © Ike Godsey


    Viel ist leider nicht bekannt über Remingtons 1875 Army Revolver, wenn man die spärlichen Daten mit denen vergleicht, die es z.B. von Colt, S&W oder Winchester gibt.


    Der Revolver, in seiner Standardkonfiguration im Kal. .44 Remington mit 7,5 Zoll Lauflänge, sowie der halb gekehlten, sechsschüssiger Trommel, ein Versuch der Firma E. Remington & Sons, Iilon N.Y. einen Fuß in die Tür für Armeeaufträge zu bekommen, der viel zu spät kam, und aufgrund der technischen Konstruktion der Waffe zum Scheitern verurteilt war.



    Die Angaben im Flaydermans Guide sind ebenfalls spärlich, dennoch gut genug um einen Überblick über die Waffe zu geben.


    Hergestellt wurde der Revolver von 1875 bis 1889, in einer Stückzahl von ca. 25.000 Exemplaren. Hier von sollen 10.000 Stück an das Ägyptische Militär gegangen sein, so dass für den US Markt ca. 15.000 Waffen blieben. Verglichen mit Colt oder Smith & Wesson eine relativ geringe Anzahl. Die Standardausführung war schwarz brüniert, wobei der Hammer und die Ladeklappe bunt gehärtet war. Der „Unterbau“ des Laufs ist ein Überbleibsel aus der Vorderladerära und beherbergt den Patronenausstoßer, dessen Ausstoßerstange offen liegt, um nicht das Colt Patent auf den Richard-Mason Auswerfer zu verletzen. Auf Wunsch gab es auch Waffen in Nickelfinish. Laut Remington Katalog sollen auch Waffen mit 5,5 Zoll Läufen gebaut worden sein. Die Kaliber waren .44 Remington, .44-40 (.44 WCF) und .45 Colt. Wobei die .45er äußerst selten sind! Es scheint wohl so zu sein, dass frühe Waffen ein Korn ähnlich dem des Vorderlader Remingtons hatten (siehe Bild oben), spätere Waffen trugen ein Korn ähnlich dem des Colt SAA (siehe nächstes Bild).


    rem75-005.jpg


    Ebenfalls war die Waffe mit und ohne den Ring für den sog. Fangriemen zu haben. Fabrikmäßig kam der Revolver mit Nussholzgriffen, es wurden aber wie üblich Griffe aus Horn, Perlmutt, Elfenbein etc. angebracht.


    Benutzt worden sind die paar verbleibenden Remington 1875 Army Revolver sehr wohl – und dies auch in den Händen berühmter Leute wie z.B. Jesse und Frank James.


    Frank James 1875er Remington. Nickelfinish, 7,5Zoll Lauflänge, Kal. .44, Fangring und Holzgriffe. Die Waffe ist aus früher Fertigung (siehe das Korn). Man beachte den sehr schmalen Partonengürtel, sowie das einfache California Holster.


    rem75-004.jpg



    Der Revolver war relativ beliebt, und derjenige der das Glück hatte einen der wenigen .45 Colt Waffen zu ergattern, oder ihn in .44 Remington (nahezu identisch mit der .44 Colt!) hatte, konnte sich auch über gute Präzision freuen. Nur der Revolver im Kal. .44-40 war nicht so der Renner was die Präzision betroffen hat. So sind einige nummerngleiche Exemplare bekannt, die eine .44-40er Trommel haben, aber einen .44 Remington Lauf, welcher vom Zug/Feldmaß viel zu groß für die .44-40 ist.


    Probleme traten beim Armeetest auf, was den Trommeltransport angeht. So ist – anders als beim Colt SAA – die „Transport-Hand“ im Prinzip die des Vorläufers aus der Vorderladerära. Anders als beim Colt SAA ist der Zahnkranz des 1875er um 15° versetzt, was im Armeetest zu Problemen führte.


    Eine der Waffen von Jesse James – ein Remington 1875 Army im Kal. .44 – frühe Fertigung. Man beachte das schmale Korn, sowie den Fangring.


    rem75-003.jpg



    Alles in allem ist der Remington 1875 Army eine sehr schöne, ausgewogene Waffe, die ähnlich wie der Colt SAA sehr robust gebaut war. Seine Schwachstelle war für den „Normalgebrauch“ aber nicht der Trommeltransport, sondern der „offene“ Ausstosserstab.


    Rein technisch betrachtet war die Waffe dem Colt unterlegen, das schon alleine aufgrund der Tatsache, dass Colt seinen 1873er SAA aus dem sog. „Silberstahl“ herstellte, worauf Colt selbst das Patent hielt. Somit war dieses Material für andere Hersteller tabu, wenn sie nicht einen Rechtsstreit riskieren wollten.


    Für den „Durchschnitts-Cowboy“ (wenn es so was denn gegeben hat) war diese Waffe jedoch ein willkommenes Werkzeug, robust und zuverlässig. Und für die paar Schuss im Jahr völlig ausreichend.


    Das diese Waffen sehr lange benutzt wurden, sieht man an dem nächsten Exemplar – ein 1875er Remington Revolver mit ehemals 7,5 Zoll Lauf, der von privat auf etwas um die 5,5 Zoll gekürzt wurde. Eine durchaus weit verbreitete Sache, speziell als das offene Tragen von Schusswaffen immer mehr verpönt war. Eine rostige Eisensäge, einen Rand eines Silberdollars (so will uns Hollywood meist glauben machen) tat’s und aus einer langläufigen Waffe wurde eine, die man leicht unter einer Jacke verstecken konnte.


    rem75-002.jpg



    Hier ein Remington 1875 Arms Revolver teilzerlegt. Dies ist die Waffe mit SNr. 1. Diese Waffe war Gegenstand eines Berichts der Fa. Remington. Vergleiche RSA Journal 4/2000.




    Die Replik:


    Für den Westernhobbyisten und/oder CAS Schützen gibt es diese Waffe als Replik der bekannten Waffenschmiede Aldo Uberti.


    Die Waffe wird in den gängigen Kalibern .45 Colt, .44-40 und .357 Magnum für zZt. ca. 430.—Euro angeboten. Die Waffe gibt es mit 7,5 Zoll Lauf. Leider nimmt es Uberti nicht all zu genau mit der originalgetreuen Ausführung der Revolver. Man glaubt wohl, weil ein Colt SAA einen bunt gehärteten Rahmen hat, muss das bei der Konkurrenz ebenso gewesen sein. So gibt es den 1875er Remington mit buntem Rahmen. Das alles wäre nicht so schlimm, denn brüniert ist das Ding sehr schnell – allerdings nimmt Ubertis Erfinderreichtum nicht so schnell ein Ende. So ist bei der Replik des 1875er auch die Trommelachsverriegelung die des Colt SAA ab 1894 – leider! All das ist ziemlich unverständlich, wenn man weiß, dass Uberti bereits Waffen mit der originalgetreuen Trommelachsverriegelung gebaut hat. Meine beiden .45er Waffen (SNr. 133 und 166) haben beide die originale Verriegelung der Trommelachse – allerdings den bunten Rahmen und zu allem übel auch noch Abzugsbügel aus Messing! Allerdings ist das nichts was einem Kopfzerbrechen machen muss – mit ein wenig Geschick und dem einen oder anderen Rat eines Fachmanns bekommt man auch das in den Griff.


    Objektiv betrachtet ist die Remington Revolver Replik des 1875ers eine sehr sauber verarbeitete Waffe, die einwandfrei funktioniert, wenn man genug auf den Patronenausstosser achtet. Meine beiden Waffen schießen „out of the box“ einwandfrei und mit Winchester Western Munition halten diese Revolver locker den 8er Kreis. Dies liegt wohl nicht zuletzt an der etwas feineren Visierung, welche im Vergleich zum Colt SAA (oder deren Repliken aus dem Hause Uberti) ein viel engeres Visierbild liefert. Die Läufe zumindest meiner beiden Revolver sind innen wie außen sauber poliert. Der Schlossgang beider Waffen ist Top und mich beschleicht der Gedanke, dass die Verarbeitung früher einmal besser war als sie heute ist – seufz L


    Für alle CAS Schützen und Westernhobbyisten ist diese Waffe eine echte Alternative zu dem „in fast jedem Holster steckenden Colt SAA“, welche alle Vorteile des SAA besitz, ohne die Nachteile der Open Top, Conversions und Co. zu haben. Und im Vergleich zu den S&W Repliken und den Colt und Remington Conversions liegt der 1875er Remington in etwa in der selben Preisklasse wie der SAA und somit wesentlich billiger als S&W, Conversion und Co. Auch die Munition die der 1875er Remington verschießt, ist mit den Kalibern der SAA Revolver


    identisch – Besitzer einer Colt 1911 (oder einer anderen Waffe im Kal. .45 ACP) können den 1875er Remington Revolver zwar nicht ganz stilecht – im Kal. .45 ACP bekommen.



    TIPP: Der Zylinder der .45 ACP Variante passt auch in die .45er Colt Variante und ist nach neuem Waffengesetz als Wechseltrommel zu haben, wenn die Grundwaffe eine .45 Colt ist.



    Hier die Uberti Replik mit SNr. 133 Kal. .45 Colt, 7,5 Zoll Lauf.



    Und hier nun das Resultat, dass aus obiger Replika entstand.


    Ikes-Rem75.jpg




    TIPP: Wer seinen 1875er tunen will, oder Ersatzteil(e) benötigt, der sollte sich mal auf dem Markt nach den Teilen eines Uberti-VL Revolvers Typ Remington umsehen – die Teile (außer Hammer!) passen meist mit ein wenig Nacharbeit. Auch was die Schlagfeder betrifft so kann die vom HEGE Maximum eingebaut werden. Diese Federn sind i.d.R. leichtgängiger als die der Uberti Waffen.



    Happy Trails!!


    Ike

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    Ike Godsey


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  • Hi Ike
    Sehr schöne Ausarbeitung aber für.mich nichts Neues bezüglich der Originalen. Diese Infos findet man in entsprechender Literatur, die Sammler wie wir haben sollten. ;)
    Über die Ubertis habe ich jetzt wieder etwas gelernt. Wie sieht denn die Kimme bei deinen Ubertis aus? Mein originaler hat eine Kimme die bei Colt als Pinched Frame bezeichnet wird. :?:

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  • Nun, mir ist klar, das Leute wie Du Kid, darauf nichts mehr Neues rausziehen können, aber viele ANdere haben eben weder den Hintergrund den wir beide haben, noch das Buchmaterial.
    Ich hab dazu folgende Nachricht bekommen:



    Zitat

    Hallo Ike,vielen Dank für den interessanten Artikel über den 1875er Remington Revolver. .... Ich habe dazu allerdings noch eine Frage: Gab es da noch eine Variante die Du nicht beachtet hast?
    Bin auf Deine Antwort gespannt.
    H....


    Remingtons Large Frame Cartridge Revolvers



    © by Ike Godsey


    Howdy Folks!


    Zunächst mal, ja, es gibt noch weitere Remington Revolver mit sog. großem Rahmen – allerdings bezog sich der Artikel den H. meinte lediglich auf einen von 3 (in Worten DREI!) Revolvern der Fa. Remington, die als Patronenwaffen hergestellt wurden, nämlich auf das Modell 1875 (siehe Bild)



    Sammler wissen natürlich, dass mit dem 1875er noch lange nicht das Ende dessen erreicht ist, was man allgemein „Remingtons lagre frame revolvers“ nennt.


    Aber zunächst noch ein paar Fakten zum 1875er Modell:


    Wir wissen bereits, dass die Waffe von 1875 – 1889 in einer Stückzahl von ca. 25000 hergestellt wurde. Die Waffe wurde in 2 .44er und einem .45er Kaliber gebaut – E. Dixon Larson schreibt bereits 1975 (also zum 100. Geburtstag des Revolvers) folgendes: Die beiden .44er Kaliber warendie .44 Remington (diese ist identisch mit der .44 Colt, welche für die Colt Conversions hergestellt wurde) und die .44 WCF, auch bekannt als .44-40. Die .45er Variante war für die .45 Long Colt eingerichtet. Die Produktion von .44er Waffen zu .45er Waffen war 55:1 – was bedeutet, dass die .45er relativ selten waren, wenn man bedenkt, dass von den ursprünglichen 25000 ca. 10000 Waffen ins Ausland gingen – die meisten davon ans Ägyptische Militär.


    Die Lauflängen des 1875er waren 7 ½ und 5 ½ Zoll, wobei die jeweils um 3/16 Zoll variieren können! De Laufbeschriftung war E. REMINGTON AND SONS, ILION, NEW YORK, U.S.A. wobei die Beschriftung nicht immer in der selben Richtung lesbar war. Es nahm anscheinend niemand mit beim stempeln so genau wie rum der Lauf grad lag. ;)


    Als im Jahre 1889 die Firma in finanzielle Schwierigkeiten kam, war dies das Aus für die bis dahin unter der Bezeichnung E. REMINGTON AND SONS, ILION, NEW YORK, U.S.A. hergestellten Waffen.


    Marcellus Hartley sprang in die Bresche und gründete die Firma neu, jetzt unter der Bezeichnung REMINGTON ARMS CO., ILION, N.Y.


    Die Produktlinie der Firma wurde gestrafft, und ein neues Revolvermodell auf den Markt gebracht, das Modell 1890.



    Im Vergeleich zum Modell 1875 hatte das Modell 1890 drei entscheidende Änderungen:


    1) die Schlagfeder wurde im unteren Teil verstärkt,
    2) das sog. „Web“ also das dreieckige Teil unter dem Lauf wurde zurGewichtsreduzierung verkleinert
    3) die Laufinschrift wechselte zur nunneuen Firmenadresse: REMINGTON ARMS CO., ILION, N.Y.


    Den 1890er gab es in Lauflängen von 7 ½ und 5 ½ Zoll,ebenso mit der Variation von jeweils 3/16 Zoll. Ebenso wurden Waffen mitNussbaumgriffschalen (selten, wenn Original!!) und Hartgummigriffenhergestellt. Das Kaliber betrug jetzt nur noch .44 WCF, was bei einigen Waffenauf der linken Rahmenseite als 44 CFW (Center Fire Winchester??) eingestempelt wurde.



    Die Produktion des 1890er lief von 1891 bis 1894. Es wurden ca. 2000 Revolver hergestellt.



    Es scheint so, als ob es ein sog. „Transition Model“ gegeben hat. Allerdings streiten sich da die Fachleute. Angeblich soll esWaffen in der Konfiguration des 1890ers (5 ½ Zoll Lauf (auch kürzer) und neuartiges Web) geben, die aber die alte Adresse, also diese E. REMINGTON AND SONS,ILION, NEW YORK, U.S.A. tragen.


    Ein Artikel darüber erschien in der Ausgabe4/2000 des Journals der „Remington Society of America“ auf Seiten 10-12. Hierstellt ein Leser des Journals Fragen zu einer Waffe und der Autor identifiziertdiese Waffe als „Model 1888“ Auch ein Händler in USA bietet einangebliche „Transition Model 1888“ für teure Dollars an. Hier ein Bild dieserWaffe:



    Man beachte, dass der Lauf kürzer als 5 ½ Zoll ist, auch wenn wir die üblichen 3/16 Zoll Toleranz abziehen, kommen wir nicht hin. E. Dixon Larson schreibt zu diesem Thema, dass dies angeblichen Transition Modelle keine sind. Denn 1888 wurde noch unter der alten Führung produziert, und die Revolver waren solche des Typs 1875.


    Norm Flayderman schreibt dazu eher lapidar: „Note: Very earliest guns had the 1875 marking E. REMINGTON AND SONS, ILION, NEW YORK, U.S.A.”


    Man sollte auch die Möglichkeit einer Fälschung in betracht ziehen! Aus dem 1875er ist (zumindest äußerlich) schnell ein 1890er gemacht, wenn man das Web unter dem Lauf entsprechend ändert. Die Laufadresse bleibt dann allerdings die des 1875er – BINGO. Ob es allerdings wirklich so war werden wir wohl nie genau wissen.



    Happy Trails!!


    Ike

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    Ike Godsey


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  • 10000 Waffen ins Ausland gingen – die meisten davon ans Ägyptische Militär.

    zu dieser Aussage habe ich irgendwo eine Information gesehen, die ich noch einmal raussuchen muss. Danach hat das Ägyptische Militär diese Anzahl Revolver wohl bestellt, die sind aber nicht geliefert worden, weil Ägypten noch stark in Verzug war mit der Bezahlung von einem großen Posten Rolling Block Gewehren. Wir wissen alle, dass eine große Menge dieser Rolling Blocks noch existieren.

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  • Das stimmt, diese Info habe ich auch.
    Allerdings ist sie weder von der einen noch von der anderen Seite belegt.
    Alles was wir wirklich wissen ist, dass "Ägyptische" Remis kaum zu finden sind.
    Wenn man das nun mit dem in Einklang bringt, wie viele originale 1875er Remis man in den USA findet, könnte an der Aussage, dass die Waffen nicht oder nicht in dieser Menge nach Ägypten gingen was dran sein.


    Ich hab da mehr drüber.... muss mal suchen gehen - das kann aber etwas dauern... ;)

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    Ike Godsey


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  • nachdem Ike ja schon einiges an weiteren Informationen zu dem Remington 1875 SAA und seinem Nachfolger dem 1890 SAA geschrieben hat, habe ich auch noch ein paar weitere Informationen bekommen.
    Wie ich ja schon geschrieben habe, dürften die Elfenbeingriffschalen Aftermarket sein, genauso wie das gemischte Finish aus Nickel und Brünierung. Nach dem Hinweis eines Users in einem US Forum habe ich auf dem Riegel des Abzugbügels die letzten drei Zahlen der Seriennummer gefunden. Der besagte User bestätigte auch, dass mein Revolver aus den ersten Fertigungsjahren, die bis zur SN 16000 nummeriert waren, stammt. Danach wurden nur noch Batch Sereiennummern mit maximal drei Stellen verwendet. Dadurch sind halt viele Waffen mit kleiner SN vorhanden, was zu Fehleinschätzungen der Fertigungjahre führen kann. Das ist übrigens bei vielen Modellen von Remington übliches Vorgehen gewesen. Leider gibt es bei Remington keinen Historiker wie z.B. bei Colt, über den man weitere Informationen zum konkreten Lieferjahr, der Ausführung der Waffe und der Lieferadresse bekommen könnte. Selbst das Baujahr des Revolvers ist nicht konkret bestimmbar. Schade :(

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  • ich habe die drei letzten Nummern der SN gefunden. Meiner hat die SN 14159 und auf dem Riegel des Abzugsbügels befindet sich die 159.

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  • Wo ist denn der mit dem bunten Rahmen?

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