IFAK statt Iphone

  • Hallo!


    Von meinem Gebastel an einem geeigneten IFAK habe ich ja schon etwas in anderes Threads berichtet. Heute kamen die letzten Bestellungen mit der Post und das Machwerk ist nun fertig.


    Grundbedingung war, dass dieses Kit auch und gerade von absoluten Laien schnell, sicher und effektiv eingesetzt werden kann. Ebenfalls sollte es stets griffbereit mitgeführt werden können, also vor allem platzsparend und leicht sein, ohne im Alltag zu stören. Das Ergebnis hat ein Gewicht von etwa 350 Gramm und ist ungefähr so groß wie drei nebeneinander gelegte Zigarettenschachteln, passt also damit in nahezu jede Jackentasche oder kann mit dem Klettverschluss leicht am Gürtel befestigt werden.


    Missbraucht wurde hierfür eine alte Patronentasche von Blackhawk, die noch rumlag und nicht gebraucht wurde.


    Zum Inhalt


    oben, von links nach rechts:


    Betaisodona 15ml
    Paar Einweghandschuhe, dahinter Beatmungstuch
    Wundkompresse groß, dahinter Instant-Kaffee
    Wundkompresse klein, dahinter Zucker und Salz
    Guedeltuben, davor quer eine Verbandschere


    unten, v.l.n.r:


    Alkopads, 3 Stück
    Pflaster, dahinter abgeschnittener Einwegrasierer
    Brandwundengel
    Verbandpäckchen groß, dahinter Celox
    Schmerzmittel Novalgin und zwei Fruchtbonbons
    Verbandpäckchen klein, dahinter Klammerpflaster
    Aqua ad injecta, 2 x 10 ml


    War alles so Zeugs, das noch übrig war und rumflog, von daher im Prinzip nix gekostet. Die Gesamtkosten für so ein Kit werden ungefähr bei 15 Euro liegen, je nach Einkaufstalent.


    Für Eltern ideal, Kind hat sich den Kopp auf dem Spielplatz ein, mal kurz die Haare aus dem Weg rasieren, Wunde desinfizieren, Celox drauf oder Klammerpflaster und anschließend selber die zwei Novalgin schmeissen, dann ist einem das Geplärre egal ::hahah::

    Dateien

    Ich bin ausschließlich aus beruflichen Gründen in diesem Forum und recherchiere mit dem Ziel journalistischer Berichterstattung.


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  • Wozu der Instant-Kaffee?
    Welche Größe des Tubus ist so universell, dass eine Mitnahme lohnt?

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von marksman ()

  • (kann oben nicht mehr bearbeiten, BESSER hier:)

    FRAGEN (wirklich offen! Ich bin Laie und mir stellen die sich...):


    Wozu der Instant-Kaffee?
    Welche Größe des Tubus ist so universell, dass eine Mitnahme lohnt?
    Wasser... also das "Salz" im Beutel, um bei Bedarf Kochsalzlösung (Spülen von Wunden, etc...) herzustellen, das Wasser kann ohne Salz aber zur Einnahme der Tabletten dienen... ist das so gedacht?



    @ME... was ich "rein" tue:


    Novalgin verändert das Blutbild und ist zudem rezeptpflichtig in Deutschland.


    Ibu wirkt Fiebersenkend, entzündungshemmend und schmerzlindernd. Gibt es mit Lysin, damit es schneller zum Wirken kommt. SO kann rezeptfrei ersetzt werden... nur: Wo sind die Grenzen? ODER gibt es gar Vorteile? (Blutbild etwa...)


    -> Liege ich damit so einigermaßen korrekt... oder sollte etwas geändert werden?


    Weiteres:
    Zwei.. vier Beutel Aspirin Complex.
    Letzteres ist gedacht, um sich "Schnell hoch zu schießen".
    War der Tip eines Trainingspartners. Die ganzen Leichtathleten nehmen das Zeug, um sich mal schnell trotz "infekt" fit für irgendwas zu machen.
    Mein Test während einer Erkältung im Urlaub (irgendwann kommt die Zeit, da MUSS man zurück gehen... ): FUNKTIONIERT! Seither sind zwei...vier Beutel am Start. Ist nichts, was man AKUT nehmen muss... aber muss man trotz Infekt z.B. länger aufmerksam sein, nicht so abgeschlagen, etc... wirkt das Kraut wahre Wunder! MEHR aber auch nicht und auf Dauer schon mal gar nicht und JA: "Eigentlich" sollte man mit Infekt keinen Sport treiben, ist auch klar.

  • Freu mich, wenn wir das diskutieren können, ich schreib das einfach in das Zitat rein, macht es einfacher :drink:



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  • Wenn es einem wieder "gut" geht, lieber noch drei bis vier Tage warten und erst dann wieder LANGSAM starten,

    Das ist das Problem...
    Mit Infekten "Spielt" man nicht und treibt schon gar kein Sport. KORREKT!


    ABER: Es kann sein, dass man MUSS.... oder zumindest der DRUCK ZU MÜSSEN groß genug ist, es eben nicht für den Rettungsdienst reicht, aber für eine Notwendige Aktion auch nicht: Hier hilft Asp.Compl. sehr zuverlässig.
    Die ASS wirkt gegen Fieber, Entzündungen und leichte bis mittlere Schmerzen. Dazu kommt das Pseudoephedrin... es putsch in der Tat tüchtig auf, wenn die Dosis hoch genug ist.
    Es tut EXAKT das, was es soll, wann es soll.
    Es ist natürlich KEIN Mittel, um mit Entzündungen Sport treiben zu können, das ist klar... nur kann man es sich eben nicht immer aussuchen und wenn man MUSS, ist das ein dankbares Zeug.
    Im Job "mißbraucht" es zum Beispiel auch mein Chef... der erkältet oder nicht meint unabkömmlich zu sein. Also: ES wirkt... das ist erstmal wichtig. Alles andere steht im Beipackzettel ;-)

  • Koffein...


    Da gibt es auch Koffeintabletten. Damit habe ich keiner große Erfahrung, mal mit gehabt, aber nie eingesetzt.


    Für die größeren "Packungen", also wenn es auf Wanderungen geht, habe ich immer etwas Schokakola, oder Schweizer Armee Schoki im Gepäck. Die gibt richtig Energie und hält auch wach. (Habe ich beim EK1 zu schätzen gelernt diese Schokoladen.) Erstere zerläuft auch nicht gleich, wenn der Gefrierpunkt überschritten wird ;-)


    Kaffepulver
    Mit diesen "Pulver" habe ich aus EPA Zeiten so meine Erfahrungen...
    Ein Kamerad hat den "Staub" quasi inhaliert, weil er sich das Pack in den Mund geschüttet hat...

  • Brauchbare Alternative zu CELOX?


    Das scheint nicht gerade ein 15 Euro Produkt zu sein,...?


    Calcium-Alginat als Alternative in Form von blutstillender Watte sinnvoll?

  • Brauchbare Alternative zu CELOX?


    Das scheint nicht gerade ein 15 Euro Produkt zu sein,...?


    Calcium-Alginat als Alternative in Form von blutstillender Watte sinnvoll?

    würd ich alles lieber sein lassen, die Wirkprinzipien sind die gleichen.


    Lieber anständiger Druckverband und wenns gar nicht anders geht, abbinden, aber so ein Zeug kommt maximal als schnelle Hilfe bei kleinen Schnittverletzungen und sowas in Frage, wo danach nicht wirklich an der Wunde gearbeitet werden muss :drink:

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  • ... Schürfwunden...?
    Also... einmal auf Asphalt lang gemacht... da sieht nicht nur ein Kind aus, wie frisch aus der "Blutdusche" in Blade... ;-)
    Oder kleine Schnitte... bislang war so "Flüssiges Pflaster" erste Wahl und hat nie nachvollziehbar Nachteiliges nach sich gezogen?
    Krebserregend, Allergieauslösend, giftig... das wären für mich Kriterien mit Sprühpflaster bei diesen Alltagswunden (vor allem bei meinen Kindern) aufzuhören. Aber das wäre mir nicht bekannt... daher überwiegt der Komfort: Sofortiger Blutstop, Wunde (so die Werbung) gleich antiseptisch behandelt UND so versiegelt, dass keine neuen Erreger eindringen können. Soweit aus meiner unbedarften Sicht...


    ... und aus Deiner: Warum nicht?



    Wenn es "MEHR" sein darf....
    Also, ... wenn da "Literweise" das Blut ausläuft... dann wird man andere Maßnahmen ergreifen müssen, das ist klar.
    Das geht soweit, dass ein Kletterfreund Cynoacrylkleber dabei hat, weil er meint damit auf tiefe Wunden "Kleben" zu können. "Sekundenkleber" also... habe ich schon mehrfach gehört.... ist da was dran? Lange Schnitte "Kleben"...


    Das mit dem "Auslaufen" hat ja nach 4..6 Liter eh ein Ende... nur kein gutes.
    Was zuerst TÖTET, muss zuerst behandelt werden. Ist ja schade, wenn am Ende des Tages die dritte Hilfe durch Ersthilfemaßnahmen erschwert wird... wenn es nicht hat sein müssen, ist das auch noch sehr ärgerlich für alle Beteiligten (und den Betroffenen erst...) -> Aber oft bestehen ja folgende Gefahren:


    Selbsthilfe: Blutungen, vor allem hartnäckige, müssen gestoppt werden, bevor der Blutdruck derart absinkt, dass man in Ohnmacht fällt. Dies ist nämlich am Berg, auf See oder bei sehr kalter Witterung mitunter tödlich. Hier führen Freunde besagten "Sekundenkleber" mit und würden sich das Zeug, so die Aussage, bei Bedarf entlang eines langen Schnittes (Fels) kippen.... Gut: Besser als ohnmächtig am Schnürchen erfroren, oder abgesemmelt... aber WAS verbigt sich dahinter? Hat das eine Sinn, oder haben die das aus Hollywood?


    Erste Hilfe: Wenn jemand zu verbluten droht, ohne dass Druckverbände (tiefe CUTs etwa) Erfolg zeigen... Abbinden ist oftmals nicht einfach... kurz Abdrücken und auf Gerinnung hoffen, habe ich kürzlich gelernt: Also Gefäß suchen... Drücken... Alles KANN gelingen, aber als Laie? Als Laie kommt irgendwann der Zeitpunkt, wo man sich wünscht ein Päkchen zu haben, dessen Inhalt man in die Wunde unterhalb des Druckverbandes kippen kann, damit die Pfütze nicht weiter ansteigt, in der man schon fast steht... (Auch wenn bereits wenige Milliliter aussehen, als hat man ein Schwein geschlachtet, gibt es in der Tat sehr bedrohliche Situationen, bei denen Abdrücken nicht gelingt und der Druckverband nicht greift, oder anlegbar ist... am Hals etwa...)


    -> Die Frage: WIE schlimm sind die Spätfolgen von Cetox und Co. dass ihr das "Goody" Blutstop nicht zum Tragen kommt?

  • Das Problem ist die Werbung für solche Produkte, die den Eindruck entstehen lässt, dass die quasi ein "Korken" bei schweren Blutungen sind. Und genau das sind die eben leider nicht, das wäre dann eher der Job von "Pille" McCoy.


    Gehen wir mal von Anfang an an die Sache ran:


    Wir haben eine stark blutende, tiefe Verletzung. Das heisst, dass im Grunde das System nicht nur ein Leck hat sondern insgesamt instabil wurde. Der Körper versucht verzweifelt, gegen diesen Blutverlust zu regulieren, somit entsteht der - bis zu diesem Zeitpunkt erstmal noch - positive Schockreflex: Puls hoch, Blutdruck - erstmal - kurzfristig rauf.


    Nun kloppt da einer Kleber, Clot oder Erde, von mir aus Wunderpuder in diese Wunde und das verbindet sich mit dem Blut.


    Nun die Quizfrage:


    Blutet es nicht mehr oder blutet es nicht mehr nach draussen?


    Weil das Blut ja nach aussen rausmarschiert, verbindet sich das Zeug also denklogisch auch da, wo das Blut schon ist. Man macht also eher einen "Stein vor die Höhle" und schließt nicht die Wunde so, dass die Blutung gestoppt ist. Zumal sich das ganze ja auch bewegt.


    DARUM haben die IFAKs immer so ein Torniquet zum Abbinden dabei, weil es wichtiger ist, zu verhindern, dass weiter Blut AUS DEM SYSTEM rausfliesst. Weils ja im Prinzip egal ist, ob man nun bis zu den Knien drinsteht oder bis zu den Knien nun einen Klumpfuss hat - leer ist leer.


    Der DRUCKverband funktioniert nach dem gleichen Prinzip, er "quetscht" das Gefäss zusammen und ist damit eher sowas wie "Abbindung light".


    Wenn man so will, dann stehen also die Prinzipien "Wasserhahn zudrehen" und "Staudamm bauen" sich gegenüber. Und da sollte man IMMER den Hahn abdrehen, weil man mit einer Blutansammlung in den übrigen Gliedmaßen ausser dem einen nun herzlich wenig anfangen kann. Im Grunde also ein "inneres Verbluten", was man maximal erreichen könnte.


    https://de.wikipedia.org/wiki/…povol.C3.A4mischer_Schock




    Somit sind solche Produkte also eher was für periphere Blutungen, die nicht so gravierend sind, bei schweren Verletzungen aber sollte man besser erstmal abdrücken, dann einen Druckverband anlegen und NOTFALLS abbinden.


    Ich habe solche Mittel auch, aber nur in kleinen Tütchen als Kleinstmengen und sowas sehe ich eher als schnelle Beendigung einer Sauerei, damit man nicht die Küche saubermachen muss, wenn Mutti sich mal wieder in den Finger geochst hat :drink:


    Sprühpflaster sind prima, ich seh die eher als Platzproblem für unterwegs, aber in der Anwendung für oberflächliche Geschichten find ich die Prima.


    Die Amis sind wieder weg davon und nutzen das nicht mehr so in Massen wie früher, also hat es sich bereits nicht für die erhofften Zwecke bewährt. Was ich medizinisch jetzt auch irgendwie logisch finde...

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  • Die "Spätfolgen" von Celox und Co. hängen vor allem von Art und Ort der Anwendung ab. Das können auch üble "Schnellfolgen" werden.


    "Schorf" ist ja nix anderes als geronnenes Blut. Wenn ich nun geronnenes Blut auf der Haut habe, ist das recht positiv, weils mir die Klamotten nicht weiter einsaut. Ausserdem hat man dann abends beim Fernsehen was zum Polken als Beschäftigung.


    Nun gibt das aber auch böse Blutgerinnsel, die im Gefäßsystem selber drin sind und sich manchmal lösen, sowas entsteht z.B. bei Vorhoffflimmern, einer kleinen, aber gemeinen Herzrtythmusstörung, die weit verbreitet und sonst recht "harmlos" ist, sich also nicht sofort mit Symptomen wie Schmerzen oder "licht aus" bemerkbar macht.


    Löst sich nun so ein Kamerad und kommt in Wallung wie ein Bob in der Bahn, dann landet der irgendwann in kleineren Gefäßen und verstopft die. Und so entstehen dann unsere lustigen Freunde "Schlaganfall", "Lungenembolie" oder "prärenales Nierenversagen".


    Starke Blutung bei einem großen Gefäß und da drin dann für einen solchen Thrombus sorgen - erscheint mir echt keine überzeugende Idee zu sein. :shock:

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