Korth-Waffen auf Rote WBK ?

  • Die Trommel ist anders gefärbt, die Flutungen sind mit einem parabolischen Auslauf.

    Was die Färbung des Revolvers auf Deinem Foto betrifft, das hat mit der Wärmebehandlung des im Rahmen verarbeiteten Stahls zu tun.
    (Kannst Du im Korthbuch nachlesen: Willi nannte die Exemplare bei denen die Farbe der Brünierung des Rahmens ins rötliche geht "Füchse")

  • Bei den Korth-Revolvern sind mir verschiedene Korne aufgefallen:



    War die Ausgestaltung des Korns beim "Sport" eine Option?

    Willi stattete seine Revolver wie folgt aus:


    - bei den Sportmodellen war das Stufenkorn die Standardausstattung (Deine Abb. 1)
    - während die Gebrauchsrevolver mit dem Rampenkorn ausgestattet waren (Deine Abb.2)


    Allerdings konnte der Käufer seine Waffe individuell ausstatten lassen, u.a. auch was das Korn betrifft.


    Übrings ist ein Kornwechsel auch später kein Problem, einfach den kleinen Bolzen der quer zur Laufrichtung eingebaut ist mit einem passenden Durchtreiber entfernen,
    das Korn wie gewünscht auswechseln, und den Bolzen wieder in Ursprungsposition bringen.

  • Danke für den Hinweis über das Auswechseln des Korns.


    Das auswechselbare Korn scheint es in der Aufstellung von Morgenroth ab der Serie 28xxx (1972-1974) zu geben. Es sieht so aus, als ob das Korn bei den vorherigen Modellen fest mit der Laufschiene verbunden ist.


    Morgenroth schreibt zum "fliehende Korn" des Gebrauchsrevolvers, dass es für das Ziehen der Waffe erforderlich ist. Vorher wurde das fliehende Korn serienmäßig (ab 22xxx) bei den 4 Zoll Sportrevolvern verwendet, so auch vorstehend bei dem Bild 2, welches eine 4 Zoll Ausführung des Sport 1971 ist (Serie 26xxx).

  • Übrings ist ein Kornwechsel auch später kein Problem, einfach den kleinen Bolzen der quer zur Laufrichtung eingebaut ist mit einem passenden Durchtreiber entfernen,
    das Korn wie gewünscht auswechseln, und den Bolzen wieder in Ursprungsposition bringen.

    Ich wollte damals bei meinem 87er Korth das Stufenkorn durch ein Rampenkorn ersetzen, also habe ich bei Korth Ratzeburg angerufen um ein solches Rampenkorn telefonisch zu bestellen. Pustekuchen...man sagte mir das dies nicht möglich sei, das Korn müsste eingepasst werden und ich müsste dafür die Waffe natürlich einschicken!
    Ich habe mich für diese aufschlussreiche Antwort bedankt und dachte mir nur "fickteuch".

    .........."Everything else is just what you shoot before you shoot your first FA."

  • Hmm, das ist wirklich eine überraschende Erfahrung gewesen - man nimmt ja doch an, dass das Korn ein Standardbauteil ist und keine Einzelanfertigung für den jeweiligen Revolver.


    War denn 1987 der Vertrieb ein Direktvertrieb oder gab es auch Waffenhändler, die Ersatzteile bzw. Austauschteile bereitgehalten haben?

  • Ich wollte damals bei meinem 87er Korth das Stufenkorn durch ein Rampenkorn ersetzen, also habe ich bei Korth Ratzeburg angerufen um ein solches Rampenkorn telefonisch zu bestellen. Pustekuchen...man sagte mir das dies nicht möglich sei, das Korn müsste eingepasst werden und ich müsste dafür die Waffe natürlich einschicken!Ich habe mich für diese aufschlussreiche Antwort bedankt und dachte mir nur "fickteuch".

    ja, genau !
    Das genau ist das Problem - das benötigte Korn zu bekommen.
    Ich hatte vor einiger Zeit Glück und konnte bei einem Händler bei einer Geschäftsaufgabe einige Korth-Teile zum vernüftigen Kurs erwerben.
    Darunter waren auch 2 Haken- und 3 Rampenkorne :)
    Ich habe jetzt schon mehrmals Korne der Korth-Revolver gewechselt (sowohl bei älteren der Serie 22/23 als auch bei späteren Modellen z.B. der 34er Serie)
    kam aber beim Kornwechsel gut alleine zurecht.
    Ich wusste gar nicht das eine Einpassung beim Hersteller dafür erforderlich ist, und Korth dafür eine Einpassung anbietet.
    Meiner Meinung nach braucht man für den Kornwechsel die Waffen nicht einschicken.
    Wird wohl eine Umsatzfördernde Maßnahme von Korth gewesen sein ;)

  • Es sieht so aus, als ob das Korn bei den vorherigen Modellen fest mit der Laufschiene verbunden ist.

    ja, bei den ersten Serien (insbesondere bei den Polizeirevolvern der Serie 20) ist das Korn zusammen mit dem Lauf aus einem Stück gefräst
    und somit kein Kornwechsel möglich bzw. der Kornwechsel nur sehr aufwendig durchzuführen ist.
    Allerdings sind ja die Polizeirevolver der Serie 20 Gebrauchsrevolver (gab`s in Lauflänge 4" und 2,5") wo ein Kornwechsel von Rampen- auf Stufenkorn ja gar keinen Sinn machen würde.

  • Noch eine Frage: wann und wie wurde von den Nachfolgern von Willy Korth eine Plasmabeschichtung eingesetzt?


    Ich habe beispielsweise gefunden:


    - Korth Revolver plasmabeschichtet Ser. Nr .34xxx, dunkelblau glänzend
    - Korth Revolver silber glänzend plasmabeschichtet Ser. Nr. 38xxx


    aber auch "klassisch"
    - Korth Revolver brüniert glänzend Seriennummer 38xxx


    oder die Variante
    - Korth Profi brüniert matt, Seriennummer Fxxx


    oder ab 1985
    - Korth Revolver stainless matt (Edelstahl gebürstet), Seriennummer Sxxx, Beschussjahr bis 1987 JH?


    Ich habe auch schon einen Revolver silber matt Seriennummer Sxxxx Beschussjahr 1988 JJ gesehen, ist der dann Edelstahl oder silber matt plasmabeschichtet? Wie erkennt man das?


    Gibt es da eine übersichtliche Zusammenstellung, die über http://larvatus.com/the-revolvers-of-willi-korth/ hinausgeht oder muss man sich mit Preislisten usw. behelfen?

  • Noch eine Frage: wann und wie wurde von den Nachfolgern von Willy Korth eine Plasmabeschichtung eingesetzt?

    Bei den Nachfolgefirmen gab es, nach dem Verkauf der Firma und nachdem Willi auch den Geschäftsführer abgegeben hat,
    (um 1983/84; Modellmäßig so ab Mitte/Ende der Serie 34xxx) eine "Inflation" der Modelle und Oberflächenausführungen.


    Es wurde nahezu jede Waffe in jedem erdenklichen Kaliber und jeder erdenklichen Oberfläche angeboten.


    u.a.
    -Brünierung matt & glänzend
    -Plasmabeschichtungen matt & glänzend (auch farbig)
    -PvD-Beschichtungen in versch. Farben
    -es wurden sogar kurzzeitig Edelstahlmodelle angeboten (1987)


    Dementsprechend kann ab 1984 jede machbare Oberflächenausführung und jedes noch so unsinnige Kaliber vorkommen.


    Diese Modellpolitik war einer der Gründe warum die erste Nachfolgefirma nicht lange durchgehalten hat,
    denn durch die aufwendige Einzelfertigung (jeder Revolver individuell auf Kundenwunsch gefertigt) standen die Kosten in keinem Verhältniss mehr zum Ertrag.

  • Danke, wie kann man hier geordnet sammeln?

    Sehr gute Frage.


    Diese inflationäre Modellpolitik hat damals viele Sammler abgeschreckt weiter als bis zum Zeitpunkt "Ausscheiden von Willi Korth als Geschäftsführer" zu sammeln.
    Ich persönlich halte je ein Belegstück der verschiedenen Oberflächenarten für vernünftig, ansonsten wie vorher Struktur nach Serien.


    Was die vielen Kaliber betrifft bin ich mir selbst noch nicht klar, wie man die Sammlung in diesem Punkt strukturieren könnte...

  • -PvD-Beschichtungen in versch. Farben

    aus dem Jahr 2000:



    KORTH ANNO Domini 2000


    The brilliantly polished exterior surface features a gold tone PVD plasma coating.





    Anscheinend erst ab 2001 in matt und satin(?):


    "In 2001, they introduced the finish option of plasma TiAlN PVD surface coating in satin and matte styles, which boasted exceptional abrasion resistance." (Quelle: larvatus.livejournal.com/401890.html)


    Wie sieht das dann aus?

  • Gab es andere Plasmabeschichtungen als PVD bei Korth?

    Die Nachfolgefirmen, beginnend mit der Korth GmbH haben nach Korth`s Ausscheiden sehr viel experimentiert, besonders beim Finish der Waffen.


    Es gab im Bereich der Plasmabeschichtung ausser der PVD-Beschichtung auch andersartige Plasmabeschichtungen, die sich ausser von der verwendeten Art der Sintermetalle
    auch vom Fertigungsverfahren her unterscheiden. (abweichende Verarbeitungstemperaturen, abweichende Fertigungstechnik - Aufbringverfahren etc.)


    Durch die Verwendung der unterschiedlichen Sintermetallpulver wurden dann u.a. die unterschiedlichen Farbtöne und Oberflächeneigenschaften erzielt.
    PVD ist dabei nur eine Spielart der Plasmabeschichtung, es gab aber auch andere Verfahren mit anderen Materialien.


    Dabei ist festzuhalten, das die Art der Plasmabeschichtung nachträglich, meines Wissens nach nur durch die Farbgebung zwar auf das verwendete Beschichtungsmetall schliessen lässt,
    jedoch nicht auf das Fertigungsverfahren.


    Wie gesagt es wurde viel experimentiert...


    Im Bezug auf die Sammeltätigkeit bin ich aus diesen Gründen, wie oben im Thread schon geschrieben, der Meinung, das je ein Belegstück
    der zu unterscheidenden Oberflächenbeschichtungen (Farben) ausreicht.