Identifikation Kurzwaffe

  • Hallo zusammen,


    Mein Name ist Tobias und ich wohne im schönen Baden-Württemberg, bin aber gebürtig aus Bayern. Ich habe mit Schusswaffen eigentlich wenig zu tun (bin eher den Messern zugetan), allerdings suche ich Informationen über ein "Erbstück" und hoffe hier Hilfe zu finden.
    Meine Eltern besitzen eine alte Kurzwaffe (natürlich mit entsprechender Besitzkarte) die sich solange ich mich erinnern kann in unserer Familie ist. Meine Eltern nennen sie Terzerol, aber alles was sich bei einer Googlesuche finden lässt sieht gar nicht danach aus.
    Darum dachte ich mir dass ich mal bei den Experten nachfrage, ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen. Ich hänge mal drei Bilder an die ich beim letzten Besuch zuhause geschossen habe, vielleicht kann mir ja jemand etwas zu der Waffe sagen (Alter, Kaliber, Name?)
    Terzerol1.jpg
    Terzerol2.jpg
    Terzerol3.jpg

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  • Ich kenne diese Dinger auch nur unter der Bezeichnung "Tezerol". Manche sagen dazu "Vogelschreck" oder "Weinberg-Pistole". Die Kaliber waren meist zwischen 6 und 9mm und meist Randfeuer (Flobert).
    In D sind diese Kurzwaffen WBK pflichtig.

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    Ike Godsey


    --- If it is not a COLT, it is just a copy! ---

  • Vielen Dank für die Antwort.
    Ich habe die Bilder nebenher noch einem Arbeitskollegen aus dem Schützenverein mitgegeben. Dessen Nachfrage bei einem weiteren Kollegen im Verein hat Folgendes ergeben:


    "Es konnte die Kunstschützen Scheibenpistole Nr. 8013 vom STUKENBROK - Waffenkatalog sein. Wobei die Nr. keine Modellnummer sondern eine fortlaufende Bestellnummer von dem Katalog ist.
    Papa sagt auch, dass solche Pistolen damals von jedem Büchsenmachen gemacht wurden.
    Die Pistole ist ca. vom Jahre 1910"


    Dazu folgender Link:
    Google Books


    Sieht auf jeden Fall sehr ähnlich aus.

  • Moin,


    das ist eine "Scheibenpistole" mit Mariette-Verschluss.
    Die Bezeichnung "Kunstschützen" sollte nur die Verkaufszahlen ankurbeln.
    Sie wurden von versch. Büchsenmachern hergestellt und trugen meistens ihre Marke.
    Weitere Nahmensbezeichnungen auf den Läufen waren in der Regel die Händler.
    Zum größten Teil waren diese Pistolen für Patronen .22 LR ausgelegt. Abweichungen davon gab es, aber nur wenige.


    Die Stempel, auf der Seite könnten die Beschussladung sein, wobei die Beschussstempel nicht daneben sind.
    Ersteres ist die Pulverladung des bezeichneten Pulvers und das Untere ist die Bleiladung.
    Nach dem Demontieren des Vorderschaftes, sollten bei einer Pistole aus deutscher Fertigung versch. Marken auftauchen.
    Die des Rohrmachers, des Büchsenmachers und vom Beschuss. U.U. auch noch ein Vorratszeichen.
    Pistolen wurden zu der Zeit, im Gegensatz zu, z.B. Feuerstutzen nur ein Mal beschossen, es müssten aber 2 - 3 Beschussstempel vorhanden sein.


    Bei den Kalibern, wenn es nicht gerade .22 ist oder sie in mm angegeben sind, ist es nach den Spempeln, wie sie zu der Zeit auf den Waffen waren schwer zu sagen. Da die Bezeichnung wie eine Verschlüsselung anmutet. was aber damit zu tun hat, dass die Bezeichnungen vom englischen "bore" kamen und die Anzahl der Bleikugeln die sich in der Kal.-Größe aus einem englischen Pfund Blei kamen.
    Als beispiel die beliebte Größe 7,62. Eingestempelte Bezeichnung dann 172,28. Weil aus einem Pfunf Blei (453,6 gr) 172,28 Kugel in der Größe 7,62 kamen.

  • Ein anderes Eisen !!!!!!
    Habe ein VL-Revolver von Webley u. Scott gesehen ( zum kaufen) teuer.
    Kal. 44 --5 Schuss--offener Rahmen---Stahl
    Habe so einiges durchgestöbert ,aber nichts über diese Waffe gefunden.
    Ist event. einer von Euch in der Lage mir etwas über die Waffe ( Typ ) zu sagen ( Fakten ,Quellen ) .


    Danke vorab.


    Gruß

    You are the best , don't worry be happy.


    ::frinds::


  • Könnte ein Webley "Longspur" gewesen sein. Eigentlich der Einzige VL-Webley den ich kenne mit offenem Rahmen.




    Was wollte der denn für das Teil??


    Übrigens, bei sowas macht man IMMER Bilder!

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    Ike Godsey


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  • Hallo Ike,
    vielen Dank für die Info und Bilder !!
    Habe natürlich weiter geforscht und bin auch über Bücher auf das Teil gekommen .
    Philip Webley,, Longspur (1852-1853 ),, aber etwas anders wie auf Deinen Bildern.
    Schau mal bei Frank u. Moni unter 969814-65 nach, da ist der Revolver abgebildet mit Preis.
    Waffe schaut noch ganz brauchbar aus, habe im Vorfeld so etwas noch nicht gesehen ( gewusst )!


    Gruß

    You are the best , don't worry be happy.


    ::frinds::

  • Hallo Ike,
    was ich gelesen hab ist ,das Webley und auch diverse Andere unter ( Webley Patent )
    solche Waffen hergestellt haben.
    Der Revolver bei Frank u. Moni müsste ein 3.Mod. 1853 Longspur sein .


    Gruß

    You are the best , don't worry be happy.


    ::frinds::

  • Das kann durchaus stimmen.
    Der Preis jedenfalls für soclh ein Exemplar ist OK.


    Frage zu einem ganz anderen Thema: Hast du die .56-46 Munition Spencer noch im Angebot?

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    Ike Godsey


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  • Servus,
    mich würde interessieren welches Kaliber die Scheibenpistole hat, da ja auf der linken Seite des Laufes Ladedaten stehen:
    0,05 gr Nr. 3 Pulver M/71, das damalige genutze Schießpulver (Schwarzpulver). Sieht nicht nach einer 6 mm Flobert-Pistole aus.
    lg aus Wien