Historische 9,3x (72) R Patrone laden?

  • Ich habe auch eine 9,3x72 R aber mit Nitrobeschuss. Zu den Bleigeschossen habe ich mir auch meine Gedanken gemacht. Meine Idee war ein Lyman-Gießbleigeschoss (.358, 205 grs.) daraus zu verschießen. Der Lauf hat scheinbar ein Feldmaß von 8,7 mm.

    Scheinbares Feldmaß ????????????


    .358 dia soll gut gehen ??? Kann ich mir nicht vorstellen.


    205gr sind zu leicht, für Präzision muß man die zu schnell machen, mit Blei nix gutt sein.


    Man mißt das Zugmaß und geht mit Blei .0001 besser .002 Inch drüber


    ::frinds::


  • Die originalen Kupferteilmantelgeschosse hatten nur 12,5 g. Das ältere originale Bleigeschoss etwa 14,5g, war aber extrem langsam (ca. 450 m/s), zu langsam um es heutzutage auf der Jagd einzusetzen. Mein Hahndrilling stammt auch aus der Nitrozeit und wurde wohl nie mit Bleigeschossen benutzt.
    Das Feldmaß ist so auf dem Lauffuß eingeschlagen. Nachgemessen habe ich nicht. Ich hab auch nicht die Ausstattung dafür und wenn ich das von einem Büchsenmacher machen lasse, dann kann ich die paar Patronen, die ich jährlich verschieße auch gleich in der Apotheke kaufen.
    Im Ernst: Die darauf abgestimmten Kupfermantelgeschosse haben 9,26 mm. Der große Unterschied zwischen Zug- und Feldmaß und das große Übermaß der Geschosse gegenüber dem Feldmaß war wohl bei dieser Patrone durchaus normal. Scheint funktioniert zu haben. Es gehen sogar Mantelgeschosse, welche für die 9,3x62 vorgesehen sind!
    Ich dachte deshalb eher, die .358er-Bleigeschosse seien tendenziell zu dünn wegen Gassschlupf, etc.
    Wie gesagt, vor einer Sparladung mit einer V0 von ca. 400 m/s hat das gut funktioniert.
    Angenommen, es geht, wie schnell könnte man denn in dem Fall ein Geschoss aus Auswuchtblei denn machen, ohne dass man mit Verbleiung rechnen muss?
    Wenn ich sie mit Gaschecks versehe, dann dürfte es ja sowieso keine Probleme geben, nehme ich mal an, oder?


  • Ich dachte deshalb eher, die .358er-Bleigeschosse seien tendenziell zu dünn wegen Gassschlupf, etc.
    Wie gesagt, vor einer Sparladung mit einer V0 von ca. 400 m/s hat das gut funktioniert.
    Angenommen, es geht, wie schnell könnte man denn in dem Fall ein Geschoss aus Auswuchtblei denn machen, ohne dass man mit Verbleiung rechnen muss?
    Wenn ich sie mit Gaschecks versehe, dann dürfte es ja sowieso keine Probleme geben, nehme ich mal an, oder?

    Von Rheingänger an Waldgänger
    Es gibt bei solchen Fällen immer zwei Möglichkeiten. Ausmessen des Laufes ( Zugdia ) oder mit unterschiedlichen Geschossen und deren Diameter probieren.
    Am einfachsten ist es in die Laufmündung (ca 5 cm) eine Weichblei Rundkuchel zu treiben und diese von hinten wieder auszutreiben, dann messen.
    Wie schnell Du ein Bleigeschoss machen kannst ist abhängig von der Dralllänge , dem Geschossgewicht und dessen Diameter , der Pulversorte (offensiv, progressiv ) und der Geschosshärte , besser gesagt der Güte der Legierung. (zäh)
    Ein GC ist eine Gasdichtung, ist er untermaßig, können die heißen Gase am Geschoss vorbei schlüpfen und der GC ist wirkungslos. Dichtet er gut ab ist das prima, dh. so soll es sein.
    Maxi Ball Geschosse eignen sich auch gut für Laufmessungen, oder Cal 40 Weichblei Flat Noser oder .368er Weichblei RK. Sowas habe ich alles.
    Wenn Du solche Dinge so oft wie Murmel gemacht hast und gesehen (gemessen) hast was da so alles auf Läufen eingeschlagen ist und was tatsächlich verbaut bzw. gezogen wurde, dann glaubst Du nur noch was dein Meßgerät anzeigt.
    Wenn ich so alles glauben würde, täten meine beiden alten Knarren um die Ecke schießen und das berühmte Scheunentor bliebe unversehrt. Sowas auszuschließen war der ursprüngliche Grund meiner Gieß Basteleien
    Man kann niemals sicher sein ob ein Lauf nicht nachgezogen wurde oder ein neuer eingebaut wurde. Schlagzahlen sind auch geduldig.
    Meine herzgebobbelte 33 Inch Wurzelmaserholz Custom Sharps, die mir mein Freund verkimmelt hat, hat einen übermaßigen Bleilauf. Mein Freund hätte bis zu seiner Kompostierung schießen können ohne nennenswert was zu treffen. Ich habe eine entsprechende Kokille und HI gekauft und schon Locht das Ding und meinem Freund freut das mehr als mir, der hat jede Menge von den Feuerrohren.
    Die Luigi Wurfgewinde im Long Range Diopter habe ich auch nachgearbeitet. dh.für rel. wenig Geld und Aufwand eine tolle Knarre die im Cal .40, 420 gr Batzen weghustet


    Fazit: Ohne überprüfen geht nix oder es bleiben nur Halbheiten. Luigi aus Gardone ist überall :drink:


    Messe mal Geschosse gängiger Muni nach. Tip: Machs nicht, Dir gehts dann wie dem türkischen Gesundheitsminister ( Itzmir Übel und seinem sächsischen Kollegen Mirwird Übel ) Messe und wiege mal 22 lfb Geschosse nach, danach wirst Du im Dom zu Worms beten gehen. Ein Freund von mir hat mal ein Referat über Geschossqualität verfasst ( Sammlerschein) , daß war auch einer der Gründe warum ich anfing meine Pillen selber zu drehen.


    zb. bei Tenex oder R50 gibts auf dem Millimeter Papier eine fast durchgehenden Strich, bei Billigsorten sieht das aus wie ein Gewitter in den Alpen. Das reicht aber nicht, jede Munisorte (Losnummär)muß auf den Lauf eingeschossen werden. Viele werden jetzt sagen, daß muß nicht sein, stimmt auch aber es macht halt Spaß wenn es mit 10 Schuss ein etwas größeres Loch gibt oder dein alter Feuerstock richtig gut schießen tut. Jedenfalls macht mir das Spaß, es ist das Salz in der Wiederladesuppe.


    Wenns allerdings von Anfang an funktioniert, braucht man sich über das oben Geschriebene weiters keine Gedanken zu machen, einfach "Feuer frei" rufen und fröhlich Abdrücken ::happy2::::happy2::::happy2::


    Gruß vom Rheingänger und Waldgänger, zur Zeit eher Arztpraxisgänger ::frinds::

  • ...Es gibt bei solchen Fällen immer zwei Möglichkeiten. Ausmessen des Laufes ( Zugdia ) oder mit unterschiedlichen Geschossen und deren Diameter probieren.
    Am einfachsten ist es in die Laufmündung (ca 5 cm) eine Weichblei Rundkuchel zu treiben und diese von hinten wieder auszutreiben, dann messen....

    Vielen Dank für die Ausführungen!
    Gut, da werde ich dann mal eine Messung machen. Bin gespannt, was dabei rauskommt, muss mir aber erst noch die entsprechende Rundkugel besorgen. Den Zugdurchmesser zu messen wäre ja kein Problem, der Felddurchmeser ist allerdings mit meinem Micrometer kaum zu messen. Da muss ich mal schauen, wie ich das hinbekomme.


    Gruß an den Rheingänger

  • Vielen Dank für die Ausführungen!Gut, da werde ich dann mal eine Messung machen. Bin gespannt, was dabei rauskommt, muss mir aber erst noch die entsprechende Rundkugel besorgen. Den Zugdurchmesser zu messen wäre ja kein Problem, der Felddurchmeser ist allerdings mit meinem Micrometer kaum zu messen. Da muss ich mal schauen, wie ich das hinbekomme.


    Gruß an den Rheingänger

    Ich gebe Dir per PN meine Tel Nr.


    Der Feldurchmesser ist vernachlässigbar. Der ist nur interessant wenn man Paper Patch Geschosse herstellt.


    Verkünsteln mußt Du Dich auch nicht.


    Gruß, der Bohnerwachspillengießer

  • Ich gebe Dir per PN meine Tel Nr.
    Der Feldurchmesser ist vernachlässigbar. Der ist nur interessant wenn man Paper Patch Geschosse herstellt.


    Verkünsteln mußt Du Dich auch nicht.


    Gruß, der Bohnerwachspillengießer


    Hallo Murmelgießer,


    das ist gut, schick mir mal Deine Tel-Nr., dann rufe ich mal an und wir können über die Sache sprechen.


    Gruß


    Waldgänger