12/76 00er Buckshot

  • Habe einige Möglichkeiten getestet um selbst gegossenes Buckshot zu laden.
    Für 00er Buckshot gibt es ja .330 oder .340er Kokillen. Allerdings sind .330 die sinnvollsten und n LEE 18-fachkokille schadet da nicht, denn wenn die nicht so 100%ig perfekt sind stört einem dass bei Buckshot nicht so wirklich. Je nach Bleilegierung fallen die etwas kleiner aus der Kokille, was aber auch ganz gut passt. Mit 8,35mm sind die optimal da stört auch der Vollchocke nicht, auch dann nicht wenn man zumindest etwas härtere Legierungen gießt.
    Die Legierung und die Härte sind zwar nicht ganz so wichtig wie bei normalen Geschossen, aber wenn sie zu weich sind, dann deformieren sie schon beim Abschuss was eine gleichmäßige Verteilung stört und Reichweite reduziert. Für die Zielwirkung ist es auch nicht schlecht, wenn sie nicht zu weich sind. Allerdings zu viel Antimon oder Zinn, sorgt auch dafür, dass die Dichte abnimmt und die Murmeln damit wieder leichter werden. Das würde die Wirkung auch wieder reduzieren. Zudem deutlich zu harte Buchshots belasten auch dann wenn sie nicht zu groß sind stärkere Chockes völlig unnötig. Und rein prinzipiell sollte eine gute Buckshot Ladung auch noch ohne Gefahr für die Flinte aus einem Vollchocke geschossen werden können. Nach ein paar Versuchen scheint so um BHN12 ein sehr guter Kompromiss zu sein, z.B. mit Pb95 Sb2,5 Sn2,5. leicht herzustellen aus Pb90Sb5Sn5 (eine sehr gute Legierung für Magnum Kurzwaffensgeschosse mit BHN15) einfach nochmal mit 50% Weichblei legiert und fertig. Fallen mit ca. 52grs aus der Kokille gegenüber 54grs aus Reinblei.
    Wenn man übliche Schrotbecher mit größerer Vorlagekapazität nutzen möchte geht das bei Kaliber 12 schon, nur es müssen schon etwas stabilere sein, und in den Schrotbecher kommt noch eine Kaliber 20 Korkscheibe unter das Buckshot um den Becherboden zu schützen. Allerdings passen 8,35mm sprich .330er Buckshots nur in 2er-Lagen in normale Schrotbecher und die Korkscheibe reduziert die Ladungshöhe zusätzlich. Also bekommt man bei passenden Bechern und 00er Buckshots maximal 6 bis 8 in eine 12/70 und max 8 bis 10 in eine 12/76, eigentlich nicht zufrieden stellend.
    Ohne Schrotbecher gehen die 8,35mm 00er problemlos in 3er-Lagen rein und haben dennoch noch genug Spiel um auch wenn sie ein klein wenig härter sind gefahrlos durch einen Vollchoke zu passen. Also je nach Zwischenmittel bis zu 9 Stück in 12/70 und 12 bis 15 Stück in 12/76, schon besser. Allerdings bei 15 Stück in 12/76 hat man kaum Platz für ein gutes Zwischenmittel, also ist das nicht einfach zu laden, wenn da dann bei erlaubten Gasdruck noch Leistung raus kommen soll, zudem dichtet das sehr kurze Zwischenmittel dann wenn es auch mal aus einem längeren Lager wie 12/89 geschossen würde sehr schlecht ab.
    Letzen Endes ist es bei mir also eine 12/76er 00er Buckshot Ladung ohne Schrotbecher geworden, mit 4 Dreierlagen Buckshot, sprich 12 Pellets. Als abdichtendes Zwischenmittel dient ein Ballistic-Products-Gas-Seal (kurz BPGS) auf das noch eine Kaliber 20 Korkscheibe kommt, dass sehr gut abdichtet und somit eine deutlich bessere Performance liefert als eine Pulverabdeckung aus Pappe. Um Rückstoss zu mindern, Gasdruck etwas zu senken und ein Zwischenmittel zu schaffen, dass auch aus längerem Lager gut abdichtet, kommt davor noch ein Faserdämmpfropfen in ca. 1/2 Zoll Dicke bzw, 12,7mm gefolgt von einer dünnen Pappscheibe. Geschlossen wird die Hülse mit einem Schrotabdeckplättchen und einem Spoolsteel mit Hilfe der Bohrmaschine, etwas gleichmäßiger und leichter geht es wenn außen der Hülsenmund vorher mit etwas Vaseline behandelt wird. Die Hülsen können problemlos recalibriert und ein zweites mal geladen werden, allerdings muss der Hülsenmund mit einem Spinndoctor wieder hergestellt werden. Ist der Hülsenmund zu kaputt kann man sie noch kürzen und als normale 12/70 noch einmal wieder verwenden.


    Meine entwickelte Ladung sieht folgender maßen aus:


    12/76 00er Buckshot
    Hülse: Fiocchi 12/76 T5-M Plastic
    Zünder: Fiocchi 616
    Pulver: 41,5 grs Alliant Blue-Dot
    Zwischenmittel: BPGS + Kal.20 Korkscheibe3,2mm + 12,7mmBPI-Faserpfropfen + 1,2mmPappscheibe
    Vorlage: 12 mal 00-Buckshot 8,35mm ca. BHN12 Pb95Sb2,5Sn2,5 je ca. 52grs in 4 Dreierlagen.
    Schrotabdeckplättchen Kunststoff Rollcrimp mit Bördelkopf und Bohrmaschine
    OAL ca. 70,0 mm
    V2 aus 74cm ca. 395m/s


    edit: Max Gasdruck ca. 596 bar (hab die Ladung aufgrund gleichmäßigerer Deckung wieder auf 41,5grs ein ganz klein wenig zurück genommen)


    Die Ladung flammt ein ganz klein wenig, das stört aber tagsüber nicht weiter.


    Und wie immer auf eigene Gefahr, jeder Wiederlader handelt eigenverantwortlich!

  • auch hier ist die Gasdruckmessung da.
    Die engste Streuung ergibt sich für das obige 00er übrigens mit dem Halbchoke. Bei 3/4 und Vollchoke nimmt die Streuung wieder zu (schätze mal die Kugeln werden da im Choke entsprechend verformt). Allerdings ist auch mit Cylinder und 1/4 Choke die Streuung geringer als mit normalen Schrot.

  • eine etwas leichtere Buckshotladung mit Plastikbecher, sprich ohne Verbleiung des Laufs.


    12/76 00er Buckshot
    Hülse: Fiocchi 12/76 T5-M Plastic, ohne angeschrägtem Hülsenmund (no-shived)
    Zünder: Fiocchi 616
    Pulver: 41,0 grs Alliant Blue-Dot
    Zwischenmittel: Pappscheibe Kal.12 1,2mm, DianaWad H8 (Hard Card Wad, Dicke 8mm) + LB6 12GA + Kal.20 Korkscheibe3,2mm
    Vorlage: 10 mal 00-Buckshot 8,35mm ca. BHN12 Pb95Sb2,5Sn2,5 je ca. 52grs in 5 Zweierlagen + 2 BB-Buckshots (ca.4,5mm) in der ersten Lage als Lückenfüller.
    Schrotabdeckplättchen Kunststoff + Schrotabdeckplättchen Pappe 1,2mm
    Rollcrimp mit Bördelkopf und Bohrmaschine
    V2 aus 74cm ca. 389m/s


    Der Plastikbecher LB6 muss nach dem man die Kal.20 Korkscheibe eingelegt hat noch mit einem scharfen Messer kreuzweise bis zur Korkscheibe geschlitzt werden. Möglichst gerade schneiden!
    Da die Ladung in der Hülse nur noch sehr wenig Platz für einen guten Rollcrimp lässt braucht man unbedingt eine 12/76er Hülse ohne angeschrägtem Hülsenmund (no-shived).

  • engste Streuung mit dem 00 Buck aus dem LB6 Becher erreicht man mit mit dem 1/4 Choke, Halbchoke sieht auch gut aus.


    Und wie immer auf eigene Gefahr, jeder Wiederlader handelt eigenverantwortlich!

  • #1 Buckshot
    In Ländern wo zum Teil auch vorgeschrieben bei Drückjagden auf Schalenwild mit Buckshot aus der Flinte gejagt wird (In Deutschland nach Bundesjagdgesetz auf Schalenwild verboten), musste ich erfahren, dass dort
    heutzutage kaum noch 00er Buckshot (US Größe) Verwendung findet. 00er Buckshot wird dort eher im Polizei und Security Bereich verwendet aufgrund der
    höheren Penetration bzw. Wirkung auch auf Ziele hinter leichter Deckung wie Scheiben oder Autotüren etc..
    Auf der Jagd wird jedoch nur noch selten 00er verwendet (Ausnahme aus Kaliber 10 Flinten). Dort wird auf Schalenwild dieses immer häufiger durch #1 Buck
    ersetzt. Aus zwei Gründen: Zum einen ist die Anzahl der Buckshot-Pellets größer und die Penetrationstiefe in Gewebe (bei Treffern von der Seite!!!)
    reicht immer noch zur Jagd aus. Zum Anderen sollen mit #1 Buck aus der üblichen Kaliber 12 Flinte die Garbe deutlich weiter als mit 00er Buck zusammen zu
    halten sein. Das ist natürlich ein sehr wichtiger Punkt. Bei der Jagd mit Buckshot (Insbesondere auf Schalenwild) sollte nur auf solch eine maximale
    Entfernung geschossen werden, sodass die aller meisten Pellets nicht nur das Ziel treffen, sondern im Idealfall auch nur im Träger- und Kammerbereich (Es
    soll ja noch was zum verwerten übrig bleiben). Bei den meisten 12er Flinten mit 00er Buckshot ist die maximale sinnvolle Schussentfernung mit den
    üblichen Laborierungen da schon bei 15 bis max. 20m erreicht. Auf 25m kann man schon froh sein, wenn alle Pellets aus der Patrone überhaupt eine ISSF
    Pistolenscheibe treffen und nicht einige schon an der Scheibe vorbei gehen. Mit #1 Buck soll das die Garbe auch auf 25 bis 30m noch ausreichend eng für
    die Jagd zusammen zu halten sein. 10m mehr effektive Reichweite wäre dort ein entscheidender Vorteil. Diese Aussagen haben mich neugierig gemacht.
    Zumindest genug um ein paar eigene Versuche zu starten.
    Hier gibt es übrigens ein paar Infos zur Penetrationstiefe in Gewebe zu Schrot und Buckshot. Ist natürlich immer abhängig von Härte der Pellets sowie
    Anfangs V0 der Laborierung aus der jeweiligen Waffe und selbst verständlich der Entfernung. Dargstellt auf der Webseite ist eine sehr kurze Entferung von ganz wenigen einstelligen Metern. Auf 15 oder 25m nimmt die Penetrationstiefe der Rundkugelshots schon wieder etwas ab.
    https://www.thetruthaboutguns.…tion-with-various-rounds/



    Übliches US #1 Buck hat kal. .30 also ca. 7,62mm. Das passt in 12er Hülsen ohne Schrotbecher in 4er Lagen statt in 3er wie 00er rein. In Ladungen mit
    Becher in 3er statt in 2er Lagen. Allerdings sitzt es sehr sehr stramm. Das hat zur Folge, dass ein eventueller Chokedurchgang sich schwieriger gestaltet
    und die Streuung aus einem gechokten Lauf eher zunimmt als abnimmt. Wenn man dann noch härteres Blei wie in Magnumshot verwendet dann würde dies
    Flintenchokes völlig unnötig stärker beanspruchen. Aus einem Vollchoke hätte ich Bedenken ob dieser beschädigt sprich aufgedehnt werden könnte. Und eine
    gute Buckshotladung sollte zumindest ohne Gefahr für den Choke notfalls auch noch aus einem Vollchoke verschossen werden können. 7,6mm #1 Buck wäre daher
    in erster Linie aus Cylinderchokes sinnvoll.
    Eine seltenere Variante des #1 Bucks ist die .290 Zoll Variante also ca. 7,38mm. Ich habe dafür eine 18-Fach Alukokille aufgetrieben. Als Legierung
    verwende ich wieder die beim 00er bewährte aus Pb95 Sb2,5 Sn2,5 mit ca. BHN12. Der Zinnanteil erleichtert auch das saubere Gießen in der Kokille. Weich
    genug um stärkere Chokes nicht unnötig zu belasten und gerade hart genug um sich beim Abschuss nicht zu sehr zu verformen bzw. auch ausreichend
    Penetration zu bieten sowie um ausreichend Gewicht bereit zu stellen.
    Die Italiener stellen diese Variante des #1 Buck als 9/0 (Italian) industriemäßig in ca. 7,4mm her.
    Das relativ weiche Oberflächen gehärtete Chilled Shot aus Industrieproduktion besteht i.d.R. aus Pb97,5 Sb2 As0,5 BHN ca. 10
    Hartes Magnumshot je nach Hersteller Sb4 bis 6 und As1 bis 1,25 BHN 13 bis ca. 16
    Neben meinen selbst gegossenen habe ich 7,4mm in Chilled-Shot-Blei getestet. Die einfache graphitierte Variante war wohl noch zu weich und streute dann
    stärker. Welche aus Magnumshot-Blei habe ich aus besagten Gründen nicht getestet. Allerdings 7,4mm aus Chilled-Shot-Blei mit härterer
    Oberflächenbeschichtung aus Nickel (ist ja eigentlich doppelt beschichtet zunächst verkupfert und dann vernickelt) geht genauso gut wie mein selbst
    gegossenes aus obiger Legierung. Meine selbst gegossenen aus Pb95 Sb2,5 Sn2,5 fallen mit ca. 7,35mm aus der .290er Kokille und wiegen ca. 41grs. Die
    7,4mm vernickelten aus Chilled-Shot-Blei kommen auf 41,5grs. Kugeln aus Reinblei würden aus meiner Kokille ca. 43grs wiegen, wären aber natürlich viel zu
    weich.
    In der 12/76 ließen sich bis zu 20 Pellets #1 Buck ohne weiteres unterbringen. Dann hätte man jedoch nur ein sehr dünnes Zwischenmittel was aus längerem
    Lager wie 12/89 sehr schlecht abdichten würde, zudem haben solche Ladungen bei Industriepatronen üblicher weise nur recht niedrige V0 Geschwindigkeiten,
    da ohne Kompressionshöhe in der Laborierung die Ladung reduziert werden muss damit der Gasdruck für Blei-Buckshot nicht so hoch steigt dass die
    Verteilung der Garbe wieder deutlich ungleichmäßiger würde.
    Ich habe daher nur mit 16 Pellets ohne Becher und mit 12 Pellets mit Becher geladen. Hier bleibt das Gasdruck auch durch die mögliche Kompressionshöhe
    moderat und man kann die V0 deutlich höher ziehen ohne dass die Verteilung der Garde darunter leidet.


    12/76er #1 Buckshot
    Hülse: Fiocchi 12/76 T5-M Plastic
    Zünder: Fiocchi 616
    Pulver: 40,5grs Alliant Blue-Dot
    Zwischenmittel: BPGS + Kal.20 Korkscheibe3,2mm + 12,7mmBPI Faserpfropfen + 1,2mm Pappscheibe
    Vorlage: 16 mal #1 Buckshot 7,35mm BHN12 Pb95Sb2,5Sn2,5 je ca. 41grs in 4 Viererlagen.
    Vorlage Variante2: 16mal #1 Buckshot 7,4mm vernickeltes Chilled-Shot je ca. 41,5grs in 4 Viererlagen
    Rollcrimp mit Schrotabdeckplättchen Kunststoff
    V2 aus 74cm ca. 385m/s



    12/76er #1 Buckshot
    Hülse: Fiocchi 12/76 T5-M Plastik
    Zünder: Fiocchi 616
    Pulver: 41grs Alliant Blue-Dot
    Zwischenmittel: Pappscheibe Kal.12 1,2mm + Diana Wad H8 (Hard Card Wad gewachst 8mm) + LB6 + Kal.20 Korkscheibe 3,2mm
    Vorlage: 12 x #1 Buckshot 7,35mm BHN12 Pb95Sb2,5Sn2,5 je ca. 41grs in 4 Dreierlagen
    Vorlage Variante2: 12 x #1 Buckshot 7,4mm vernickeltes Chilled-Shot je ca. 41,5grs in 4 Dreierlagen
    Rollcrimp mit Schrotabdeckplättchen Kunststoff
    v2 aus 74cm ca. 382m/s


    Der LB6 Becher muss vor dem Laden unbedingt bis in Höhe der Korkscheibe mit einem scharfen Messer kreuzweise eingeschnitten werden!
    Die Ladung mit dem Plastikbecher hat mit dem Rollcrimp eine sehr hohe Gesamtlänge. Kein Problem aus Bockflinten, Querflinten oder kombinierten
    Kipplaufwaffen. Allerdings aus 12/76er Selbstlade- oder Repetierflinten kann dies je nach System und Flinte zur Störung beim Zuführen der nächsten
    Patrone führen. Aus 12/89er Selbstlade- oder Repetierflinten läuft sie störungsfrei.


    Und wie immer auf eigene Gefahr, jeder Wiederlader handelt eigenverantwortlich!


    Die engste Streuung ergibt sich für obere Ladung mit 16 Pellets mit dem 1/4 Choke und für die untere Ladung mit den 12 Pellets aus dem LB6 Plastikbecher aus dem 1/2 Choke. Engere Chokes wie 3/4 und Vollchoke erhöhe die Streuung wieder.


    Bei engster Streuung würde nach meinen Versuchen diese jagdlich ausreichen auf max 25m. Das lässt sich noch bis auf 30m verbessern wenn man nach dem Setzen der Buckshot-Pellets den Freiraum zwischen den Buckshots mit Puffer auffüllt. Klassisch wird dafür super feines Polyethylenpulver verwendet. Das finde ich jedoch nicht gerade toll unnötiger weise Microplastikpartikel zu verteilen! Eine auf die Streuung positive Wirkung hat allerdings auch feines Korkmehl als Puffer eingefüllt, zwar erreicht das nicht ganz die Wirkung von Polyethylenpulver aber dafür deutlich Umweltfreundlicher.