Multi-Radial-Barrel statt Züge und Felder?

  • Moin zusammen,


    kann mir einer aus seiner persönlichen Erfahrung heraus sagen, ob dieser neue (?) Multi-Radial-Barrel wirklich so gut / besser ist, als ein herkömmlicher mit "normalen" Zügen und Feldern? :think:


    Hintergrund: Ich möchte mir eigentlich noch eine LW im Kaliber .223 für 100m - 300m zulegen und bin zur Zeit auf diese aus:


    http://www.frankonia.de/Repeti…3+Rem.&navCategoryId=6748


    Nun habe ich mit dieser Art von Lauf so gar keine Erfahrung und will nicht zwei mal kaufen. Das, was so allgemein über derartige MRBs geschrieben steht, klingt ja sehr schön, aber wie ist es mit der Präzision? Das ich für 300m sonst eher schwerere Geschosse benötige, die normalerweise mit einem kürzerem Drall (9" - 7") auf Touren gebracht werden sollten ist mir klar. Nur wer hat hiermit Erfahrung...? Welches Geschoßgewicht nimmt man da? Bleifrei werde ich nicht nutzen. Teilmantel und Vollmantel, je nach Bedarf (Jagt (TM 50m - 150m) / Scheibe (VM 100m - 300m)). Es werden somit eh zwei verschiedene Geschosse genutzt, welche dann möglicher weise auch unterschiedlich vom Gewicht her sein werden.


    Ich bedanke mich für Eure Infos und verbleibe frohen Mutes ....
    Ethan
    :Cowboy:






  • http://www.frankonia.de/images…pdf/frankonia-mercury.pdf


    Profil ist ein alter Hut, ich würde Feld-Zug Profil nehmen. Wären diese Profile bzw. würden sie bessere Präz. bringen, wären sie bei den Benchrestern schon lange vorhanden, sind sie aber nicht, ebenso wie die Mos2 Pillen.


    Welche Präzision will man denn im Vergleich zu Feld Zug Profilen noch verbessern ? Letztendlich spielt da auch die Laufqualität eine Rolle bzw. der Hersteller und die Materialgüte.


    Das Profil ist was für Sonderlinge die gerne etwas haben was Andere nicht haben und die sich eine Tangfoglio, Pardini in 45 ACP zulegen, oder anderen Nudeltunker ,Urwald oder Chinakrempel. Eine Mercury würde ich auch nicht kaufen, schon gar nicht in Frankonien.


    Tikka oder Sako
    ::frinds::

  • Nur wer hat hiermit Erfahrung...? Welches Geschoßgewicht nimmt man da? Bleifrei werde ich nicht nutzen. Teilmantel und Vollmantel, je nach Bedarf (Jagt (TM 50m - 150m) / Scheibe (VM 100m - 300m)).


    Scharfschützen beim Militär nehmen für die .308 168gn Sierra Matchking oder 167gr. Lapua Scenar. Beide mit offener Spitze, um den Schwerpunkt nach hinten zu verlagern.

    Ich werde keiner Partei das Vertrauen zur Herrschaft über Gesetze, Polizei, Justiz und Militär ausprechen, wenn sie mir nichtmal das Vertrauen über den Umgang mit nem 98er ausspricht.


    Menschen starben für die Freiheit, die nur darin bestand, heute das tun zu dürfen, was vorgestern doch allgemeiner Brauch war, seit gestern aber Verbrechen genannt wurde.

  • Ich wärme die Kurzgeschichte hier wieder auf. Der Name des Themas passt so schön.


    Habe mir heute eine Sabatti Mercury Urban Sniper bei der "Zulassungsstelle" eintragen lassen. Der Preis spielte beim Einstieg in die 308er Welt natürlich auch eine Rolle. Mal sehen, ob die Kniffte hält, was die Werbung verspricht.

    Am letzten Wochenende habe ich mit dem Glattschießen angefangen. Erstmal mit S&B 124grs. Es folgen S&B 147grs. Obwohl die Ergebnisse zweitrangig waren: die erste zusammenhängende 5er-Gruppe lag bei 40mm.

    in einem anderem Teil des Netzes hat jemand geschrieben, dass der Lauf zusammen mit Fiocchi 169grs HP entwickelt wurde. Eine diesbezügliche Zusammenarbeit liegt nahe. Also ist entsprechende Muni im Zulauf.

    Mal sehen, wie sich das entwickelt.

    Ich dachte immer, ein wenig zu wissen. Aber es ist schlimmer ....

  • Ich hab mir die vor über nem Jahr geholt und es hat sich bis Dato nicht ergeben, dass ich damit geballert hätte .

    (Echt zum schämen...)


    Der Preis war einfach zu verlockend...:whistling:


    Also bin ich auf die Berichte gespannt...


    Läge alles schon daheim.

    Pulver, Projektile, Matritzen.. ;(

  • Die Gelegenheit ergab sich heute - also ab auf die 100m-Bahn.

    Eines noch zum ersten Beitrag von mir: Das Glattschießen habe ich auf 50m erledigt. Damit relativiert sich der Streukreis natürlich.


    Heute mit S&B FMJ 147grs im Liegendanschlag. Zweibein. Wetter war durchwachsen. Ein paar Windböen sollten bei der Entfernung keine Rolle gespielt haben.


    Die ersten 10 gingen für's ZF und für das Egalisieren des Laufes weg.

    Dann 10 Schuss ohne Hinterschaftauflage.

    Weitere 10 Schuss mit Hinterschaftauflage. Jetzt machte sich auch langsam das noch nicht vorhandene Flimmerband bemerkbar, obwohl der Lauf nicht wirklich heiß wurde. Zumindest in diesem Punkt stimmt die Werbung: Weniger Reibung bei diesem Laufprofil. Wenn ich da an die Rem700 vom Verein denke ....


    T308_11-20-ohne-HSA.jpgT308_21-30-mit-HSA.jpg


    Bin gespannt, wie es mit 169grs-BTHP- Muni läuft. Am Sonntag bin ich schlauer.

    Ich dachte immer, ein wenig zu wissen. Aber es ist schlimmer ....

  • [...] obwohl der Lauf nicht wirklich heiß wurde. Zumindest in diesem Punkt stimmt die Werbung: Weniger Reibung bei diesem Laufprofil. Wenn ich da an die Rem700 vom Verein denke ....


    Also dass man mit einem solchen Test die Laufwerwärmung und das innere Laufprofil ins Verhältnis setzt, halte ich für sehr, sehr gewagt.


    Denn neben der inneren Reibung, die hier möglicherweise anders sein könnte, spielen da ja noch eine Vielzahl anderer Faktoren mit hinein. Neben solchen Faktoren wie Außentempertur, die Laufkontur und Länge (somit Masse) beider Vergleichswaffen. Dann, und das sind die weitaus elementareren Einflussgrößen, die Schussgeschwindigkeit und die Gesamtezahl der abgegebenen Schüsse, sowie vor allem die Art der Munition und damit den von ihr erzeugten Energieeintrag.


    Als Beispiel kann ich je nach Laborierung und Schusszeit mit meinem M38 problemlos 25 Schuss machen ohne dass der Lauf mehr als handwarm wird, ich kann damit aber auch die Brattemperatur eines Spiegelei's mit 10 problemlos erreichen. Wohlgemerkt: Der Lauf ist derselbe!


    Abschließend stelle ich in dem Zusammenhang dann noch die Frage in den Raum, dass wenn eine verringerte Laufreibung so massiv zur Temperatureduktion beiträgt, warum sind die Läufe der Schützen, die moly-beschichtete Geschosse verwenden nicht geringer und warum nutzen dann nicht alle Benchrester solche Geschosse, wenn die Lösung so einfach wäre?!


    Gruß

    Frank


    PS: Aber natürlich viel Spaß mit deiner Waffe und erfolg vor den Scheiben - sollte hier nicht vergessen werden:thumbsup:

    ---- BDMP ---- DSB ----- ProLegal ---- German Rifle Association ----


    "Ein Grüner ist erst dann zufrieden, wenn er einem anderen Menschen etwas verboten hat!"

  • Ich ergänze mal, weil bestimmte Details an dieser Stelle schon wichtig sind.

    Wenn bei mir "alles passt", sind 10 Schuss innerhalb von max. 10 min auf der Scheibe. Es sei denn, ich nehme mir aus irgendwelchen Gründen bewusst mehr Zeit. Insofern traue ich mir schon einen (zumindest) gefühlten Vergleich zwischen den erwähnten Waffen zu. Zumal meine "Temperatur-Erlebnisse" dieselbe Munition als Basis hatten. Bisher. Außerdem will ich auch nicht wirklich testen (das macht man gewöhnlich vor dem Kauf), sondern nur meine Erfahrungen mit dem Ding hier festhalten. Vielleicht kann der eine oder andere was damit anfangen.


    Kann sein, dass die Kniffte irgendwann einen längeres Geschwisterchen bekommt, weil sie meine Erwartungen nicht erfüllt. Aber noch macht sie Spaß und will noch ausgereizt werden.


    Gruß

    Frank

    Ich dachte immer, ein wenig zu wissen. Aber es ist schlimmer ....

  • Turbofranky


    War ja auch kein Vorwurf, sondern nur der Hinweis, dass ich eine direkte Zuordnung zwischen Laufinnenprofil und Erwärmung für gewagt halte. Denn außer der eigenen Herstellerwerbung kann zumindest ich hier keine weiteren Nachweise dafür finden.


    Das ganze soll aber ausdrücklich NICHT heißen, dass das Laufinnenprofil schlecht ist. Denn auch dafür habe ich keine Nachweise. :drink:


    Gruß

    Frank

    ---- BDMP ---- DSB ----- ProLegal ---- German Rifle Association ----


    "Ein Grüner ist erst dann zufrieden, wenn er einem anderen Menschen etwas verboten hat!"

  • Gestern das erste Mal etwas bessere Fabrik-Muni geschossen: 20 Schuss GGG HPBT Sierra Match King 168grs.

    Als Auflage diente mir ein für meinen HA selbst gebauter Dreibock, was sich letztlich als Fehlgriff entpuppte.


    Die ersten 5 zur Erwärmung und für's ZF. Dann 5 als Probe. Sah dann so aus:


    20191013_T308_6-10-Probe.jpg


    Die linken 2 waren die ersten, dann kam die 3er-Gruppe.


    Obwohl ich mir das Zustandekommen der Treffer nicht völlig erklären konnte (eigentlich lagen sie ja nicht schlecht), wollte ich für die letzten 10 Schuss die selbstgemachten, aber maßhaltigen 100m-ZF-Scheiben nehmen. Da die letzten 3 Schuss etwas rechts lagen, korrigierte ich das ZF 3 Klicks nach links. Hätte ich nicht tun sollen:


    20191013_T308_11-15.jpg


    Da gleich der erste zu weit links lag, drehte ich wieder zurück. Schon besser.


    Wie erwartet, gab es Probleme mit der Auflage. Entspanntes Schießen sieht anders aus. Dazu kam der jetzt helle Hintergrund des Zentrums im Vergleich zur Ordonanzscheibe. Aber für die letzten 5 Schuss wollte ich nichts mehr ändern. Das Ergebnis war noch schlechter.


    20191013_T308_16-20.jpg


    Da ich nichts Passendes mehr "zum Nachlegen" hatte, erübrigte sich eine ZF-Korrektur. Da meine Erwartungen deutlich verfehlt wurden (hauptsächlich wohl wegen eigener Fehler), gönnte ich mir noch eine Frustrunde mit den letzten 10 S&B FMJ 124grs, die ich schon für's Glattschießen benutzt habe. Diesmal auf dem Zweibein. Ohne Anpassung ZF.


    20191013_T308_21-30_S+B124grs.jpg


    Fazit daraus: Da ich mit dieser Muni aus unserer Vereins-Rem auf der Ordo-Scheibe je nach Tagesform bis zu 99 Ringe geschafft habe, scheint sie für den Lauf der Mercury nicht zu taugen. Da lag die schwerere Variante dichter zusammen.

    Ich dachte immer, ein wenig zu wissen. Aber es ist schlimmer ....