Wer kann mir was zu dieser Pistole sagen?

  • Hallo Community,


    ich habe von meinem Vater schon vor einiger Zeit eine Steinschloßpistole geerbt. Da ich mit diesem Stück leider gar nichts anfangen kann, möchte ich sie verkaufen. Ich bin absoluter Laie und habe deshalb ein wenig recherchiert und herausgefunden, dass es sich um eine Steinschloßpistole handeln muss. Der Lauf ist gerade. Ich kann leider nicht sagen, ob dieses Stück schußfähig ist oder nicht.
    Die Pistole ist ca. 37 cm lang und wiegt ca. 1,3 kg.


    Gibt es jemanden, der mir da weiterhelfen kann mit Angaben oder gar Interesse hätte, sie zu kaufen? Ich bin für jeden Tipp dankbar.


    Besten Dank schon mal im Voraus


    anga1405

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  • Ich kenn die Pistole zwar nicht, aber allgemein würde ich sagen ist sie in einem ziemlich schlechten zustand. Rostnarben, Rostiger Lauf usw.
    Wenn sie jetzt nicht grad ein Sammlerstück ist, dann ist sie so gut wie nichts mehr wert. (Neue kosten um die 400€)

    De guadn Gedankn und de hingadn Rooß kemma ollawei hintnach ::bayernbew::

  • Ich tippe auf eine Kavallerie-Steinschloßpistole, Anfang 1800.....
    Wenns ein Original ist ( was ich vermute ) dann ist sie nicht wertlos. Wichtig wäre zu wissen, ob auf der Schloßplatte noch Stempel zu erkennen sind.


    Gruß, Norbert

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  • Schwer zu beurteilen, aber sejlers Tip bezüglich einer Kavalerie-Pistole könnte passen, zumindest wurden solche Stücke direkt am Gürtel getragen, dazu haben sie die Spange an der linken Seite.


    Messing-Pfannen kamen in den USA erst ab 1812 in die Ausschreibungsbedingungen, in Europa wohl nicht viel früher. Das Hebel-System für den Ladestock findet man nach 1820, die konkrete Form eher ab 1830. Jedenfalls ist die ganze Bauweise der Waffe definitiv militärisch.


    Allerdings wurden militärische Waffen praktisch an jedem Teil gestempelt: Lauf, Schloss, selbst das Holz. Auf dem Foto ist nichts zu erkennen, abgesehen von dem einen Stempel am Lauf. Vielleicht einmal bei besserem Licht ohne Bltz fotografieren.


    Ich würde auf eine ursprünglich funktionstaugliche Militärkonstruktion tippen, Europa (Frankreich oder Deutschland) um 1835, eher Nachbau als Original. Hat keinen großen Wert, ist aber ein nettes Stück. Am ehesten vergleichbar ist für mich das US Modell 1836, von dem ich ein paar Photos eines 1841er Exemplars anhänge, das drüben um US$ 2950 gehandelt wird. Amerikanische Militärpistolen orientierten sich seit dem Unabhängigkeitskrieg1776 an französischen Modellen.


    Sollte Dein Exemplar ein Original sein, wird es etwa um die €1.000 wert sein, ansonsten unter € 100,-. Palmetto Italien müsste Anfang der 1970er solche Stücke noch ohne "Blackpowder Only" Stempel gebaut haben. Die hatten auch die französlische Charleville 1777 im Programm.


    besten Gruß


    Werner

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    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Gab es nicht vor kurzem in einer VISIER einen Bericht über einen sehr ähnlichen ( ich kann mich an die Ladestock-Hebelgeschichte erinnern ) Nachbau ?

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  • Recht herzlichen Dank für die zahlreichen fachkundigen Informationen. Jetzt sehe ich klarer...!


    Leider sind keinerlei sonstige Stempel auf irgendwelchen Teilen, weder an den Metallteilen noch im Holz. Lediglich auf der Laufoberseite ist ein Stempel eingeschlagen.


    Diesen habe ich noch einmal versucht zu fotografieren.


    Die Pistole sieht insgesamt "antik" aus, also nicht neu. Gehe deshalb richtig in der Annahme, dass es sich nach den Infos hier in diesem Forum um einen "Nachbau" aus der damaligen Zeit handelt, der aber ohne Stempel auf allen Teilen "wertlos" ist? Also ein nettes Dekostück für einen, der so was mag?


    Auf jeden Fall noch einmal tausend Dank für Eure Ausführungen!!

  • Von der Stempelung her ist das eine nicht schussfähige Dekorationswaffe, vielleicht 50 Euronen wert.


    Vom Aussehen her wie schon zuvor beschrieben.


    Merkwürdiges Stück, da passt einiges nicht zusammen. Gerade bei militärischen Waffen wurden zu allen Zeiten Prüfzeichen, Seriennummern und andere Markierungen angebracht.
    Audh moderne Nachbauten verzichten zumindest nicht auf das Beschusszeichen und die Seriennummer, seit rund 30 Jahren ist der Aufdruck "Blackpowder only" ebenfalls vorgeschrieben.


    Nur Spielzeug-Waffen verzichten auf diese Stempelungen. Und bei handgefertigten EInzelstücken aus Teilen amerikanischer Hersteller. Letzteres ist extrem unwahrscheinlich, weil wer sich die Mühe macht einen derartigen Stempel in den Lauf zu schlagen, signiert die Waffe auch.


    Für eine solide Bewertung reicht die Information nicht... tut leid!


    besten Gruß
    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Hallo ,der Laufstempel bedeutet YBARZABAL Gabriel Benito,Eibar,Spanien 1815-30.


    Die Marke erscheint auf Pistolenläufen der königlichen Scharfschützen.


    Die Pistole war für Berittene,zu erkennen auch an dem angelenkten Ladestock,


    der so nicht verloren gehen konnte.-


    Ich würde sie nicht unter dem schon vorher angegebenem Wert von einem


    Original abgeben. :D

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  • Ha, jemand der sich mit alten europäischen Stempeln auskennt?


    Super, Danke radsch!


    Kannst Du mehr dazu sagen?


    besten Gruß


    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Ach Kacke doch... ;(


    Dem vergriffenen Schmöker renn ich doch schon seit Jahren nach... ?(


    besten Gruß


    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Habe deinenThread leider erst heute gelesen.
    Das Ist eine spanische Militärpistole Modell 1826 für die "Carabineros Reales" und sicher ein Original.


    Gruß


    Murat

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  • Steinschlosspistole USA
    Mod. 1836
    Artikel-Nr.11091


    USA R. Johnson 1842
    Kaliber: 14 mm
    Konischer Rundlauf, Kimme Korn. Flache Schlossplatte, leicht gerundet, gestempelt US.R.Johnson MIDDN CONN 1842. Messingpfanne, ordonnanzmäßige Stahlbeschläge, Seitenplatte gestempelt G, angelenkter Ladestock. Gemaserter Nussbaumschaft. Länge 35 cm alter restaurierter
    Schaftriss, sehr guter Zustand und Funktion.

    1350,00 €



    http://www.kunst-waffenkammer.…e/vorschau.php?news_id=43

    (Newsletter 15. Ausgabe vom 10.März 2011) Es ist anzunehmen das diese Waffen später auf Perkussion Aptiert wurden

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    :lol-du: Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom ! Je weniger die Leute davon wissen, wie Würste und Gesetze gemacht werden, desto besser schlafen sie.(Otto von Bismark)
    Wer nicht ab und zu mal Kind ist, ist nicht erwachsen sondern tot!
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    Mitgl.Pro Legal & German Rifle Association

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