Ordonanz Revolver Fragen über Fragen

  • Hallo



    In der Werkstatt von meiner Oma, wo ich immer wieder mal arbeite, ist ein alter Polizei Revolver ("gut" versteckt) von meinem Ur-Opa (er war Polizist)


    Habe ihn nichtmal selbst gefunden, meine Oma hat mir erzählt dass da ein Revolver ist.
    Das ist aber schon lange her.




    Also ich hab ihn mir mal angeschaut, er war rostig ::( und er tat mir leid... Ein bekannter kennt sich ein wenig mit Waffen aus, und er hat ihn mal gereinigt und von dem bösen Rost erlöst.
    Sieht meiner ansicht nach jetzt relativ gut aus. (Fotos sind aber schon älter, aber hat sich nix oder wenig verändert)



    Also ich würde den ja gerne zu nem Waffenspezialisten bringen, nur weiss ich nicht was mit dem Revolver geschieht, wer ihn bekommt,... (das doofe Erben eben, aber ich hoffe das geht noch lange bis dahin)
    Ich traue mich auch nicht meine Oma zu fragen ob ich ihn haben darf... Denn sie hat mir schon viele sachen geschenkt, und nun noch was, weiss ich nicht ob das gut ankommt.



    Also suche ich eine zwischenlösung zum lagern.


    Am besten natürlich in der warmen Stube..
    Mir wurde gesagt, einfetten wäre auch ne lösung.
    Gibts noch andere lösungen die "sauberer" sind?



    Der Revolver lagert in einer Schublade, mit einem Brettchen darüber dass man ihn nicht sieht.
    Unter der Treppe, schön eingewickelt in ein Tuch lagert ein Karabiner, Top zustand, kein Rost usw..
    Warum hat der Revolver rost bekommen? weil er nicht eingewickelt war in einem Tuch?
    Oder machen das so minime Temperatur unterschiede aus? Werkstatt und unter der Treppe ist meiner ansicht nach nicht viel anders..
    Ich versteh das nicht :D



    Und ja ich weiss, der Revolver ist nicht viel wert, mir gehts auch nicht ums Geld.. verkaufen kommt nicht in frage. (auch nicht für den Karabiner)




    Wie richtig lagern?
    Ist das wirklich ein Ordonanz Revolver M1882? (hab bilder verglichen, und kam auf M1882, weiss nicht ob das 100% ig stimmt)





    Ich hoffe ihr könnt mir helfen und habt eine Idee wie der Revolver rostfrei leben kann.



    Grüsse aus der Schweiz

  • Ich kenne mich damit ein weng aus, habe selbst 4 CH-Ordonnanzrevolver (zwei 1882er und zwei 1929er) Zuhause. Es ist ein Ordonnanzrevolver 1882. Es gab davon hauptsächlich zwei Varianten, die mit Gummigriffe (deiner) und die spätere Fertigung, wahrscheinlich nach dem dem dem ersten Weltkrieg 1 mit Holzgriffschalen. Leider sind diese Revolver recht rostempfindlich um das Teil bekommt schnell Flugrost, besonders im Winter. Ich spreche aus Erfahrung heraus. Daher den Revolver nicht an einem möglicherweise feuchten Ort lagern. Regelmässig mit Waffenöl einsprayen bsp. Brunnox oder anderes Waffenöl. Einfetten wäre ne Möglichkeit oder einwachsen, gibt da im Waffenhandel so spezielle Waffenwachse um die Waffen einzuwachsen für längere Zeit zum lagern. Ich öle die Revolver regelmässig, gibt nen schönen Glanz und im Winter jetzt, (ja bald ist Frühling) wohne auch nicht gerade in der best isolierten Wohnung sind die Revolver nähe Heizung in der Stube am besten aufgehobem. Im Schrank wo Feuchtigkeit reinkommen kann, rosten diese Revolver nämlich rasch wieder. Solche 1882er Ordonnanzrevolver wenn nicht gerade ein sehr seltener Fahrradrevolver oder in 22 l.r. kriegt man bei den Waffenhändlern schon ab ca. 300 Franken (je nach Zustand) aufwärts, mit Etui ein wenig mehr und die spätere Version namens 1929er Ordonnanzrevolver da seltener ca. ab 400 Franken aufwärts.

  • 1. Das Teil anmelden! ansonsten machst Du dich strafbar!

    Personen, die Feuerwaffen oder wesentliche Waffenbestandteile durch Erbgang erwerben, müssen innerhalb von sechs Monaten einen Waffenerwerbsschein bean

    tragen, sofern die Gegenstände nicht innerhalb dieser Frist einer berechtigten Person übertragen werden.

    2. Aufbewahren (nach Gesetz):
    so, dass 3te keinen Zugriff darauf haben. in der Schublade verdeckt reicht aus, sofern die Eingangstüre abgesperrt ist.

  • Eidgenosse


    ich hab ihn nicht geerbt.. vielleicht kommt es aber einmal dazu.



    Und die eingangstüre ist abgeschlossen, Kellertüre natürlich auch, aber besser abgeschlossen als ihr denkt :D
    Da kommt so schnell keiner rein, da bin ich mir sicher :)
    Spezial verriegelung von meinem Opa, auch wenn man das schloss aufkriegt, hält die türe ohne zu ruckeln an 4 Punkten fest..


    Also ich mache mich nicht strafbar, die waffe ist an einem sicheren ort.





    mühli


    Ist dieser Revolver denn aus den Jahr 1882 ? oder wurde er einfach dann "erfunden" und noch viele jahre später produziert.. oder was bedeutet diese zahl?
    ist wohl nicht so einfach rauszufinden wie alt der ist.. oder gehts mit den Nummern die auf den einzelnen teilen stehen?

  • Die erste Auslieferung war im September 1883. Das Modell wird 1882 genannt, weil damals der Bundesrat dies am 5. Mai 1882 beschloss, diesen Revolver in die CH-Armee einzuführen. Es wurden insgesamt 37254 Stück ausgeliefert. Quelle, Pistolen und Revolver der Schweiz. Leider gibt es keine Aufzeichnungen (mehr) darüber anhand der Serienummer die Jahreszahl bestimmen zu können. Man kann es aber etwa grob einschätzen. Mein 1882er mit 32XX Serienummer ist wahrscheinlich so um 1890 gebaut worden plus/minus. Deiner dürfte später gefertigt worde sein vermute ich mal, da die frühen Versionen mit Gummigriffe eine sog. dünne Rahmenbrücke aufweisen wie mein 1882er. Auf dem Foto von deinem Posting, meine ich eine dicke Rahmenbrücke ist zu sehen wenn ich mich nicht täusche. Vielleicht gibst du mal die Serienummer bekannt, bsp. 76XX dann versuche ich mal etwa grob zu sagen, von wann der ist.

  • Also ich mache mich nicht strafbar, die waffe ist an einem sicheren ort

    Betreffend der Aufbewahrung machst Du dich nicht strafbar; richtig.
    Aber deine Oma macht sich strafbar, da sich in Ihrem Haus eine nicht angemoldene Schusswaffe befindet. Und du hängst mit, sollte aus unerfindlichen Gründen doch was passieren.

    ob ich ihn haben darf

    Das entscheidet schlussendlich nicht deine Oma.
    Art. 9c30 Meldung der übertragenden Person
    Wer eine Waffe oder einen wesentlichen Waffenbestandteil überträgt, muss der für
    die Erteilung von Waffenerwerbsscheinen nach Artikel 9 zuständigen Behörde
    innerhalb von 30 Tagen nach Vertragsabschluss eine Kopie des Waffenerwerbsscheins
    des Erwerbers oder der Erwerberin zustellen.