Perk.-Reisepistolen Kasten!

  • Hallo zusammen,
    ich sah vor kurzem bei einem Antiquitätenhändler, ein wunderschönes paar Perk.-Reisepistolen im Holzkasten mit allem Zubehör(Kugelzange/Pulverflasche usw..).Im Deckel des Kasten innen ist ein Label von einem englischen Gunmaker, leider weiß ich den Namen nicht mehr!Es stand was von Gunmaker of the Majesty.... und die genaue Adresse von London. Auf den Perkussionsschlössern steht "W. Jackson" und oben auf dem Lauf "LONDON". Die Reisepistolen müssten ca: um 1830 rum sein.
    Der Kasten ist innen kpl. mit grünem Filz ausgelegt und abgeteilt, alles in einem noch recht ordentlichen Zustand! Die Perk.-Schlösser haben eine Schiebesicherung. Hat einer zufällig eine Ahnung was so ein Kasten kosten darf? Oder kann einer evt. was über die Namen erzählen? Würde mich über jede Antwort sehr freuen,danke!
    Viele Grüße: Wolfgang

  • Tut mir leid, sandmann, aber mit diesen Angaben lässt sich wenig anfangen.


    Derartiges findet man in Auktionshäusern gelegentlich bei rund €2.500,-, wenn der Zustand beider Waffen und der Kassette einigermaßen gut ist. Man findet solche Waffen aber auch bei €50.000,-, bei € 200.000,- und mehr. Hängt davon ab, für welche Adeligen der/die Büchsenmacher geabreitet haben, wie gut wie viel Arbeit von ihm erhalten ist, in welchen Museen die optimal erhaltenen Stücke stehen, etc. etc.


    besten Gruß


    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Tut mir leid, sandmann, aber mit diesen Angaben lässt sich wenig anfangen.


    Derartiges findet man in Auktionshäusern gelegentlich bei rund €2.500,-, wenn der Zustand beider Waffen und der Kassette einigermaßen gut ist. Man findet solche Waffen aber auch bei €50.000,-, bei € 200.000,- und mehr. Hängt davon ab, für welche Adeligen der/die Büchsenmacher geabreitet haben, wie gut wie viel Arbeit von ihm erhalten ist, in welchen Museen die optimal erhaltenen Stücke stehen, etc. etc.


    besten Gruß


    Werner


    PS.: Da gibt's einen originalen Colt Dragoon ("Sultan of Turkey") den Du im Metropolitan Museum of Art findest. Liegt gegenwärtig - wenn ich mich richtig erinnere - irgendwo bei € 1,7 Mio. Kann aber auch sein, dass ich das mit der Henry Rifle von Abraham Lincoln verwechsle. Egal, allein der einzige existierende Nachbau des Dragoon - aus den 1970ern - hat die €50.000,- längst überschritten...

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Hallo Werner,
    erst mal Danke für Deine schnelle Antwort. Leider habe ich nicht mehr Angaben zu dem Kasten, kann eben nur sagen das alles noch recht gut erhalten und original ist! Die beiden Pistolen sind mit einer dezenten Stahlgarnitur ausgerüstet, aber
    die Verarbeitung ist einfach Spitze! (Passungen von Holz/Stahl usw) Sowie auch die nur leichten Gravuren. Ich dachte, dass man evt. was über den "W.JACKSON" heraus findet, weil es ja jede Menge Buchliteratur über diese englischen Büchsen und Schlossmacher usw.. gibt! Habe selbst nur ein kleines Buch über Steinschlosspistolen mit Labels und Adressen der Hersteller aus UK.
    Leider kommen wir mit dem Preiß noch nicht ganz zusammen. ;) Er will 2450.- und ich bot ihm max.1800.-Euros! Er hat das Kästchen schon seit min. 20 Jahren rumliegen! Weißt, ich will ihn nicht zu sehr Heiß machen,sonst kostet das Kästchen auf einmal 3500.-! ;)
    Gruß: Wolfgang
    PS: Ein Foto wollte ich nicht machen, ich denke mal das wäre ihm nicht Recht gewesen! Nicht das er was zu vertuschen hätte, aber ich verstehs auch!

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  • Die Stempelung auf den Schlossen sagt in der Regel lediglich, dass W.Jackson die Schlosse gebaut hat, nicht aber dass die Pistole von ihm oder seiner Firma stammt.


    Für die Signatur wurde in der Regel der Lauf verwendet.


    besten Gruß


    Werner

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  • Hallo Werner,
    ich habe mich nun schon viel im Web umgesehen. Sehr Bekannte englische Hersteller/Firma wie Nock und Mortimer haben auch auch manchmal nur LONDON auf der Laufoberseite stehen, jedoch dann Ihren Namen seitlich auf dem Schloss!
    Wichtig ist eigentlich nur, dass der Kasten in dieser/ einer sehr guten Verarbeitung ist und auch mit Zubehör, sowie mit Original-Label im Deckel. Denke mal, dass die meisten noch kpl. Kästen heute im Museum und in Privatbesitz
    anzutreffen sind und mehr werden diese alten wunderschönen Kästchen auch nicht gerade! Es ist halt alles eine Frage des Preises. ;) Ich habe noch nicht viele Kästchen unter 2000.- Euros gesehen! Mal sehen, ob ich den Papier-Labelaufdruck im Inneren des Deckels von der Firma nicht doch noch rausfinde. Eine Wertsteigerung dieser alten/antiken Kästchen ist glaube ich, auch schon vorprogrammiert!
    Viele Grüße: Wolfgang
    PS: Was mich ja wundert ist, dass hier fast gar keine Antik-Sammler im Forum sind!

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  • Frage ist 'halt, ob Du den internationalen Wert, oder den Wert in Deutschland ansprichst.


    Weil: Wenn der Privatbesitz von Waffen verboten wird, - daher keiner die Waffen kaufen darf, ist deren Wert gleich Null.
    Was gegenwärtig das Dilemma in diesem Zusammenhang ist.


    Stimmt schon, MANCHMAL haben Büchsenmacher auch auf dem Schloss signiert. Manchmal haben sie sogar auf den Beschlägen am Kolben signiert. Üblich ist allerdings der Lauf.
    Und - wenn ich die Signatur auf dem Schloss überhaupt nicht kenne, die Waffen aber den Hörsagen nach einen recht noblen Eindruck machen, dann gehe ich - bis mir etwas besseres einfällt - zunächst einmal vom Schloss-Hersteller aus. Ohne Anspruch darauf, dass dies auch tatsächlich zutrifft. Genaugenommen lege ich damit nur die Reihenfolge meiner Suche auf Basis von Erfahrungen fest.


    In dem Fall ist die hier bekannt gewordene Information für mich noch zu gering, um überhaupt zu suchen. Bin nicht der Europa-Spezialist. Kenne gerade 'mal einige der englischen Schlosse und Signaturen, weil häufig in die Neue Welt expoertiert...


    besten Gruß


    Werner

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  • Hallo,


    Der Büchsenmacher W. Jackson war in London zu Hause und hatte dort in den Jahren von 1835 - 1850 eine Büchsenmacherei in der Edgeware Road. Er fertigte unter anderem Perkussionspistolen und Perkussionsgewehre, darunter diverse mehrläufige Perkussionswaffen. (Quelle: Neuer Støckel Band 1, S.580)


    Hoffe wenigstens etwas geholfen zu haben.... ::c.o.l)


    Gruß
    Rick


    Ελευθερία ή Θάνατος!

  • Super, Danke Rick!


    So ziemlich die beste Quelle die man haben kann. Mein Stöckelchen ist noch unterwegs, nachdem ich die vorletzte Chance verschlafen hatte... :rolleyes:


    besten Gruß


    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.





  • Es gab aber vor dieser Zeit noch einen W.Jackson....den Vater des oben angeführten Jackson...Gleiche Adresse.....und jede Waffe die vor dem oben genannten Datum ( 1835-1850)hergestellt wurde ,wird dem Vater zugeschrieben. :think:



    Quelle: DWJ 9/12 Seite 82. Expertenanfragen.


    lg Leonardo

    Ich habe keine Vorurteile.
    Ich kann überhaupt niemanden leiden.



    „All right, they're on our left, they're on our right, they're in front of us, they're behind us...they can't get away this time.“
    Lewis B. Puller

  • Hallo zusammen,
    ich weiß ja, das man ohne Bilder schlecht was sagen kann. Ich sah auch im Web ein W. Jackson signiertes Steinschlossterzerol/Kastenpistole weit vor 1835! Also wo der Hahn in der Mitte des Systems lag und oft mit abschraubbaren Läufen versehen waren. Eine Seite mit LONDON und die andere mit W. Jackson signiert!
    Diese von mir gefragten Reise-Perk.-Pist. haben einen Ganzholz-Nussschaft mit seitlichem normalen Perk.Schloss mit Sicherungsschieber, also wie eine normale große sogenannte Duellpistole, nur eben ein wenig kürzer und kleiner! Leider kann ich hier ja kein Vergleichsbild posten( Urheberrecht), das würde bestimmt viel aussagen. Bedanke mich jedoch für Eure Antworten und Hilfe.
    Viele Grüße: Wolfgang

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  • Hallo zusammen,

    habe mir nun nach Jahren den Perk.-Duell Kasten genauer angesehen dürfen....

    Das Label im Deckel: (Ein Löwe und ein Pferd wie ein Einhorn)


    Henry Tatham

    No. 37 Charing Cross

    LONDON

    Gun und Pistol Maker

    To the Royal Family


    Kann mir evt. da einer etwas dazu genauer sagen? Jahrgang usw.

    Würde mich über eine Antwort sehr freuen.

  • Henry Tatham, Vater und Sohn, die Lebensdaten von beiden unbekannt,

    Henry Tatham sen. wird zwischen 1801 und 1814 erwähnt, er eröffnete

    den Betrieb am Charing Cross in London, Die erste Erwähnung resultiert aus

    einer Geschäftsbeziehung mit Joseph Egg, die eben 1801 begann. (Fa. Tatham & Egg)


    Henry Tatham jr. übernimmt das Geschäft am Charing Cross im Jahr 1824, was die erste

    Erwähnung seiner Person darstellt, die letzte stammt aus dem Jahr 1860. Am Charing

    Cross 37 arbeitet er zwischen 1824 und 1835, dann übersiedelt er seinen Betrieb

    ín die 24 Pall Mall, 1836 bis 1860.


    Das war's soweit an schnell verfügbarer Information.

    besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Hallo Greenhorn,

    vielen herzlichen Dank für deine Ausführung zum Thema!

    Der Kasten liegt mir schon Jahrelang im Magen, evt. kann ich ihn nun zu einem guten Preis erwerben.

    Habe auch was von der zusammenarbeit mit Durs Egg wo gelesen. Denke der Kasten ist ca: aus dem Jahre 1830- 1835!

    Habe noch ein Label des Innendeckels auf dem Handy.

    Gruß: Hohenwolf

  • Genau auf der Deckel-Innenseite klebt das Label mit den zwei Adressen...

    Die "24 Pall Mall", 1836 bis 1860 steht ganz unten (schlecht lesbar) auch drauf. Denke mal das die beiden Reisepistolen im Eichenkasten

    ca: 1835-1850 gefertigt wurden!

    Zum grübeln komme ich nur noch, weil auf den Schloßplatten jeweils ein "W. Jackson" graviert ist. Entweder ist der Kasten für einen W. Jackson angefertigt worden, oder gabs damals schon Zulieferer für die Büchsenmacher? Laufoberseite ist mit "LONDON" signiert.Auch eine silberne Gravureinlage ist pro Waffe hinter der Schwanzschraube (unsigniert) vorhanden.

    Leider gab`s einen W. Jackson auch in England/LONDON, also weiß ich nicht recht wie man das jetzt einordnen soll.

    Der Kasten selbst, ist innen grün ausgelegt und absolut Passgenau zu den Pist. hergestellt. Zubehör: Kleine Pulverflasche/ Zündhütchendose/ Kugelzange und Holz-Ladestock mit verschiedenen Aufsätzen!

    Gruß: Hohenwolf

  • Büchsenmacher haben im 19 Jahrhundert zunehmend mit Zulieferern gearbeitet, gerade mit der beginnenden Industrialisierung wäre sonst der Zeitraum zwischen Bestellung und Lieferung zu groß geworden.

    W. Jackson war zunächst Angestellter bei Joseph Manton, seinerseits Büchsenmacher und Schlossschmied, bevor er seinen eigenen Betrieb gründete. Somit durchaus plausibel, dass Henry Tatham Schlosse bei W. Jackson bestellte. Der übrigens zwischen 1812 und 1830 erwähnt wird.


    besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Hallo Werner,

    danke für deine schnelle Info....

    die Schlösser haben noch die seitliche Schiebesicherung (wie bei Steinschloß-Pistolen) aber halt in Perkussion.

    Ich kann den Fertigungszeitraum dieses Kästchen leider immer noch nicht genau eingrenzen!

    Gruß: Hohenwolf

  • Ich würde von einem Zeitraum zwischen 1835 und 1840 ausgehen. Die Schlosse wurden vermutlich am Ende von W.Jacksons Schaffensperiode erworben oder stammen vielleicht sogar aus seinem Nachlass, motivierten vielleicht dadurch zum Bau dieser Pistolen - reine Spekulation!

    Und - nach 1840 hätte Henry Tatham kaum mehr seinen alten Firmensitz am Charing Cross erwähnt. Damit hat er eher schon etwas früher aufgehört.


    besten Gruß

    Werner

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  • Ja kannst gut Recht haben.... Habe auch schon im WEB was von W. Jackson gelesen.

    Eigentlich war der Henry Tatham mit den ganz großen anderen Büchsenmachern ( EGG/Manton und ) zusammen.Jetzt stellt sich eigentlich nur noch die Frage was dieser Kasten kosten darf. Der Zustand der beiden Pist. ist recht gut (keine Risse im Holz usw.)

    Gruß: Hohenwolf